Ladestation für Elektroautos: Karte & Kosten Interaktive Karte für Ladesäulen

von AUTO ZEITUNG 16.03.2021
Inhalt
  1. Interaktive Karte der Bundesnetzagentur zeigt alle Ladestationen für Elektroautos: Hier klicken
  2. Elektroauto bei Ikea, Aldi Süd, Hornbach, Hagebau, Burger King, Rewe, Lidl, Kaufland & Aral laden
  3. Diese Bezahlmethoden gibt es
  4. Kartellamt prüft Preise der Ladestationen
  5. Elektroautos: Regierung will Aufbau von Schnellladenetz vorantreiben
  6. Studie: 400.000 Fehlende Ladepunkte & Förderung der Bundesregierung
  7. VDA: Ranking öffentlicher Ladeinfrastruktur nach Landkreisen (Tabelle)

Eine Ladestation für das Elektroauto zu finden ist oftmals eine mühsame Angelegenheit. Die Bundesnetzagentur hat eine interaktive Karte erstellt, die sämtliche Ladepunkte, deren Betreiber und Steckertechnik zusammenfasst. Das sind die Kosten.

 

Interaktive Karte der Bundesnetzagentur zeigt alle Ladestationen für Elektroautos: Hier klicken

Die Bundesnetzagentur bietet online eine interaktive Karte mit allen aktuellen Ladestationen für Elektroautos in Deutschland. Sie zeigt nicht nur, wo Elektroautofahrer:innen Strom tanken können, sondern informiert auch über Betreiber:innen sowie Anzahl und Technik der Ladepunkte. Welcher Stecker wo passt, kann so ganz schnell herausgefunden werden. Normalladepunkte werden mit blauen Punkten, Schnellladesäulen mit roten Punkten dargestellt. Das Ladesäulenregister wird ständig gepflegt und um neue Ladestationen erweitert. Nutzer können ebenfalls neue Ladepunkte melden, falls diese noch nicht berücksichtigt wurden. Preise und eine Information über die aktuelle Auslastung der Ladestationen für Elektroautos werden allerdings nicht kommuniziert. Die umfassende Übersicht hilft nicht nur bei der Suche nach geeigneten Ladesäulen. Sie illustriert auch gut, wo es in Deutschland noch Lücken in der Ladeinfrastruktur gibt. Besonders ländliche Gebiete im Osten weisen noch entsprechenden Bedarf im Netz auf. Mehr zum Thema: So das Elektroauto laden

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Elektroauto bei Ikea, Aldi Süd, Hornbach, Hagebau, Burger King, Rewe, Lidl, Kaufland & Aral laden

  • Bei Ikea können Elektroauto-Fahrer:innen seit März 2019 während der Öffnungszeiten auf den Parkplätzen aller 53 deutschen Filialen kostenlos Ökostrom laden.

  • Aldi Süd hat seit Ende 2018 über 80 Ladestationen in Betrieb. Mehr zum Thema: Ladestationen bei Aldi

  • Auch an zahlreichen Standorten der Baumärkte Hornbach und Hagebau stehen mittlerweile Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung. 

  • Burger King hat mit der Installation von Schnellladestationen auf den Parkplätzen seiner Schnellrestaurants begonnen. 

  • Die Supermarktkette Rewe hat Ende 2018 ein Pilotprojekt gestartet, bei dem getestet werden soll, ob Fahrer:innen von Elektroautos daran interessiert sind, ihre Fahrzeuge während des Einkaufs zu laden.

  • Lidl hat das Netz an Ladestationen bis März 2020 auf 400 erweitert und setzt dabei auf einen Mix aus AC- und DC-Ladepunkten mit verschiedenen Leistungsklassen und setzt auf Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt. Langfristig sollen möglichst viele Standorte sogar mit mindestens zwei Ladesäulen ausgestattet werden.

  • Auch bei Kaufland, das wie Lidl der Schwarz-Gruppe angehört, können Elektroauto-Fahrer:innen seit Februar 2019 an 100 Standorten kostenlos Grünstrom laden. Bis Ende 2020 sollen bundesweit weitere 100 Schnellladestationen hinzukommen.

  • Deutschlands Marktführer auf dem Tankstellenmarkt Aral will bis Ende 2021 500 Ladepunkte an über 120 Tankstellen installieren und so die bereits bestehende eigene Ladeinfrastruktur verfünffachen. Die unter dem neuen Namen "Aral pulse" firmierenden Schnellladesäulen haben eine Ladeleistung von bis zu 350 kW und werden mit 100 % Ökostrom gespeist. Für Flottenkund:innen will man mit der "Aral Fuel & Charge"-Karte eine ganzheitliche Lösung für gewerbliche E-Mobilität schaffen.

Dass der Ausbau der Ladestationen bislang eher schleppend vorangeht, liegt vor allem daran, dass die Errichtung sehr teuer ist. Fördermittel der Bundesregierung für eine Ladesäule gibt es zudem nur dann, wenn sie rund um die Uhr erreichbar ist. Zahlreiche Supermarktparkplätze werden jedoch über Nacht abgesperrt. Um eine höhere Auslastung zu gewährleisten, arbeitet die Schwarz-Gruppe in Berlin mit einem E-Carsharing-Dienst zusammen, dessen Fahrzeuge über Nacht, während der Supermarkt geschlossen ist, aufladen.

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Diese Bezahlmethoden gibt es

Anders als an der Tankstelle lässt sich Strom an Ladestationen für Elektroautos grundsätzlich nur bargeldlos abrechnen. Dazu gibt es unterschiedlichste Bezahlsysteme sowie Tarife, und man benötigt eine Ladekarte zum Tanken. Sinnvoll sind europaweit agierende Unternehmen wie Plugsurfing, die ein weitläufiges und dichtes Ladesäulennetz unterhalten und neben der Suche nach Ladestationen auch Authentifizierung und Bezahlung unterstützen. Immer häufiger ermöglichen Anbieter den Ladevorgang via Smartphone-App. Vorteil: Der Bezahlvorgang ist leichter, transparenter und bequemer. Die App navigiert sogar zur nächsten freien Ladesäule. Allerdings gibt man wohl oder übel – wie bei jedem bargeldlosen Bezahlen – eine gigantische Menge interessanter Daten preis. Persönlichkeitsrechte sollten unbedingt gewahrt bleiben. Deshalb ist Skepsis angebracht und ein Blick aufs Kleingedruckte unerlässlich. Mehr zum Thema: Maximale Reichweiten von Elektroautos im Vergleich

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Kartellamt prüft Preise der Ladestationen

Das Kartellamt will die Bereitstellung und Vermarktung von öffentlich zugänglichen Ladesäulen für Elektroautos in einer Untersuchung unter die Lupe nehmen. Das wurde am 9. Juli 2020 bekannt. Grund dafür seien zunehmende Beschwerden über Preise und Konditionen bei der Wettbewerbsbehörde. "Für die Entscheidung von Verbraucher:innen, auf Elektromobilität umzusteigen, sind die Bedingungen und Preise für das Laden im öffentlichen Raum von zentraler Bedeutung", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt in diesem Zuge. Daher wolle die Behörde schon jetzt mögliche strukturelle Wettbewerbsprobleme identifizieren – auch wenn sich die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland gerade erst im Aufbau befinde. Bis 2030 soll nach den Plänen der Bundesregierung in Deutschland eine flächendeckende E-Infrastruktur entstehen, zu der insbesondere auch öffentlich zugängliche Ladestationen gehören. Allerdings unterliegt der Aufbau und Betrieb von Ladesäulen nicht der für Stromnetze geltenden umfassenden Regulierung. Mithilfe des Kartellrechts könnten mögliche Wettbewerbsprobleme in diesem Bereich aber aufgegriffen werden, erklärte Mundt. Nach Abschluss des Verfahrens will das Bundeskartellamt über die Ergebnisse der Sektoruntersuchung sowie wettbewerbliche Schlussfolgerungen informieren. Mehr zum Thema: Kosten bei Ionity

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Elektroautos: Regierung will Aufbau von Schnellladenetz vorantreiben

Die Bundesregierung will den Aufbau eines Schnellladenetzes für Elektroautos in Deutschland vorantreiben und Fahrer:innen so auch längere Fahrstrecken ermöglichen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf brachte das Kabinett am 10. Februar 2021 auf den Weg. Demnach sind europaweite Ausschreibungen zum Aufbau eines öffentlichen Schnellladenetzes mit 1000 "Schnellladehubs" mit mehreren Ladepunkten bis 2023 geplant. Die Stationen sollen eine Leistung von über 150 Kilowatt haben. Der Bund will mehrere Betreiber auswählen, die dann in seinem Auftrag die Ladesäulen aufbauen und betreiben. Aktuell gibt es laut Bundesverkehrsministerium aktuell rund 800 Ladepunkte über 150 Kilowatt, was etwa 2,4 Prozent der gesamten öffentlich zugänglichen Ladepunkte entspricht. Der Energieverband BDEW sprach derweil von derzeit rund 950 Ladepunkten ab 150 Kilowatt – wobei in der Zahl auch Ladepunkte enthalten sind, die eine Leistung von 150 Kilowatt haben. Aktuell sei der Betrieb von Ladesäulen, auch von Schnellladesäulen, noch nicht wirtschaftlich, sodass das Gesetz eine Chance darstelle.

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Studie: 400.000 Fehlende Ladepunkte & Förderung der Bundesregierung

Geht es um das Thema Elektroautos, sind fehlende Ladestationen ein immer wiederkehrendes Argument gegen die Anschaffung eines Stromers. 33.811 öffentlich zugängliche Normalladepunkte und 5630 Schnelllader gibt es laut Bundesnetzagentur derzeit in Deutschland (Stand: März 2021). Im Jahr 2030 bräuchte man hierzulande jedoch mindestens 440.000, vielleicht sogar 843.000 öffentliche Ladepunkte, wie eine Studie der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ergeben hat. Die Zahl hänge davon ab, wie viele private Ladestationen es dann gebe, wie ausgelastet die öffentlichen Ladesäulen seien und wie oft Schnellladepunkte genutzt würden. Laut der Studie dürften in zehn Jahren bis zu 14,8 Millionen Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Und die Autor:innen erwarten, dass dann an 61 Prozent der privaten Stellplätze am Wohnort ein Ladepunkt zur Verfügung steht. 41 Prozent des Stroms würden dann an diesen sieben Millionen privaten Ladepunkten getankt. "Ergänzende, öffentlich zugängliche Ladepunkte sind daher zwingend notwendig und decken etwa 32 Prozent der verladenen Energiemenge ab. Die restlichen 27 Prozent werden an Ladepunkten auf Firmenparkplätzen verladen", heißt es. In Städten sei ein öffentlicher Ladepunkt pro 14 Fahrzeuge notwendig, auf dem Land reiche einer für 23 Fahrzeuge. "Errechnet wurde ein Bedarf von 420.000 Ladepunkten dort, wo man sein Auto am häufigsten parkt: am Straßenrand oder auf öffentlichen Parkplätzen", so die Studienautoren weiter. Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voranzutreiben, hat das Bundeskabinett im November 2019 einen "Masterplan Ladesäuleninfrastruktur" beschlossen. Konkret sollen bis 2023 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden. 15.000 davon soll die Automobilwirtschaft bis 2022 beisteuern. Bis 2030 sollen insgesamt eine Million Ladepunkte zur Verfügung stehen. Außerdem werden 2020 erstmals auch private Lademöglichkeiten mit zusätzlichen 50 Millionen Euro gefördert und auch das Errichten von Ladepunkten an Kundenparkplätzen wird unterstützt. Mehr zum Thema: Staatliche Förderung privater Ladestationen (Wallbox)

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VDA: Ranking öffentlicher Ladeinfrastruktur nach Landkreisen (Tabelle)

In welchen Landkreisen das Verhältnis zwischen zugelassenen Elektroautos und Ladesäulen am besten ist, hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) berechnet und dazu ein entsprechendes Ladenetz-Ranking erstellt. Dabei präsentiert der VDA zwei Werte, die für den Ausbau der Elektromobilität entscheidend sein sollen: Zum einen wäre da der A-Wert, der die Attraktivität des Ladenetzes im Landkreis oder der Stadt sowie die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte im Verhältnis zu den im Landkreis oder der Stadt zugelassen Autos benennt. Außerdem wäre da noch der T-Wert, der angibt, wie viele E-Autos sich aktuell einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen müssen. Spitzenreiter in beiden Wertungen der öffentlich zugänglichen E-Ladeinfrastruktur ist demnach der Landkreis Regen. Zudem liegen auch Wolfsburg (358), Passau (403), Landau in der Pfalz (418) und Regensburg (434) im Ranking nach dem A-Wert vorne. Schlusslicht sind hier der Landkreis Celle mit 9947 zugelassenen Pkw auf einen E-Ladepunkt, der Landkreis Prignitz mit 15.188 und die Stadt Krefeld, in der fast 24.000 Pkw auf einen öffentlich zugänglichen E-Ladepunkt kommen. Die Top Ten in der Wertung nach dem T-Wert zeigen wir in der Tabelle unten. Auf den letzten Plätzen in diesem Ranking liegen Kassel (68), Weimar (69), Wuppertal (78), Stuttgart (88) und Krefeld (199). Zur Orientierung: Nach einer Richtlinie der EU sollten sich im Durchschnitt nicht mehr als zehn E-Autos einen Ladepunkt teilen müssen. Aktuell gibt es insgesamt 32.110 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland (Quelle: Bundesnetzagentur, Stand: 05.11.2020). Private Ladepunkte werden bisher nicht zentral erfasst, was der VDA jedoch für dringend notwendig hält. Für alle Plätze des Ladenetz-Rankings des VDA hier klicken.

Top Ten im Ladenetz-Ranking des VDA nach T-Wert*
(Stand: November 2020; Quelle: KBA, Bundesnetzagentur, VDA-Berechnung )
RangZulassungsbezirkT-Wert: E-Pkw
pro Ladepunkt
E-Pkw-Bestand
(Stand: 01.10.20)
Ladepunkte
(Stand: 05.11.20)
1Landkreis Regen1,9298161
2Landkreis Freyung-Grafenau2,826593
3Stadt Salzgitter3,027089
4Landkreis Kyffhäuserkreis3,211636
5Landkreis Uckermark3,326981
6Landkreis Straubing-Bogen3,4360107
7Stadt Emden3,515244
8Stadt Passau4,028371
9Landkreis Friesland4,339192
10Stadt Bremerhaven4,330571
* Der T-Wert gibt an, wie viele E-Pkw sich einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen müssen. Er beschreibt das Verhältnis aller aktuell zugelassenen E-Pkw und der verfügbaren öffentlich zugänglichen Ladepunkte je Stadt und Landkreis. die private Ladeinfrastruktur ist aktuell nicht erfasst.

Von Christina Finke & Sven Kötter

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