Ladestation für Elektroauto: Karte/Preise/So laden! Interaktive Karte für Ladestationen

von Sven Kötter 22.07.2020
Inhalt
  1. Interaktive Karte zeigt alle Ladstationen für Elektroautos
  2. Elektroauto bei Ikea, Aldi Süd, Hornbach, Hagebau, Burger King, Rewe, Lidl & Kaufland laden
  3. Elektroauto laden: Diese Stecker gibt es & so lange dauert der Ladevorgang
  4. Ladestationen für Elektroautos: Diese Kosten entstehen
  5. Bezahlmethoden beim Laden
  6. Ladestation für Elektroauto: Kartellamt prüft Preise

Eine Ladestation für das Elektroauto zu finden, ist oftmals eine mühsame Angelegenheit. Die Bundesnetzagentur hat eine interaktive Karte erstellt, die sämtliche Ladepunkte, deren Betreiber und Steckertechnik zusammenfasst. Das Kartellamt prüft nach Beschwerden die Preise. Und: So "tanken"!

 

Interaktive Karte zeigt alle Ladstationen für Elektroautos

Die Bundesnetzagentur bietet online eine interaktive Karte mit allen aktuellen Ladestationen für Elektroautos in Deutschland. Sie zeigt nicht nur, wo Elektroautofahrer Strom tanken können, sondern informiert auch über Betreiber sowie Anzahl und Technik der Ladepunkte. Welcher Stecker wo passt, kann so ganz schnell herausgefunden werden. Normalladepunkte werden mit blauen Punkten, Schnellladesäulen mit roten Punkten dargestellt. Das Ladesäulenregister wird ständig gepflegt und um neue Ladestationen erweitert. Nutzer können ebenfalls neue Ladepunkte melden, falls diese noch nicht berücksichtigt wurden. Preise und eine Information über die aktuelle Auslastung der Ladestationen für Elektroautos werden allerdings nicht kommuniziert. Die umfassende Übersicht hilft nicht nur bei der Suche nach geeigneten Ladesäulen. Sie illustriert auch gut, wo es in Deutschland noch Lücken in der Ladeinfrastruktur gibt. Besonders ländliche Gebiete im Osten weisen noch entsprechenden Bedarf im Netz auf. Die interaktive Karte der Bundesnetzagentur ist auch für Mobilgeräte über den folgenden Link erreichbar: Ladestationen für Elektroautos

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Die Ladesäulen von Aldi Süd im Video:

 
 

Elektroauto bei Ikea, Aldi Süd, Hornbach, Hagebau, Burger King, Rewe, Lidl & Kaufland laden

Bei Ikea können Elektroauto-Fahrer seit März 2019 während der Öffnungszeiten auf den Parkplätzen aller 53 deutschen Filialen kostenlos Ökostrom laden, Aldi Süd hat seit Ende 2018 über 80 Ladestationen in Betrieb. Auch an zahlreichen Standorten der Baumärkte Hornbach und Hagebau stehen mittlerweile Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung. Burger King hat mit der Installation von Schnellladestationen auf den Parkplätzen seiner Schnellrestaurants begonnen. Darüber hinaus hat die Supermarktkette Rewe Ende 2018 ein Pilotprojekt gestartet, bei dem getestet werden soll, ob Fahrer von Elektroautos daran interessiert sind, ihre Fahrzeuge während des Einkaufs zu laden. Lidl will das Netz an Ladestationen bis März 2020 auf 400 erweitern und setzt dabei auf einen Mix aus AC- und DC-Ladepunkten mit verschiedenen Leistungsklassen und setzt auf Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt. Langfristig sollen möglichst viele Standorte sogar mit mindestens zwei Ladesäulen ausgestattet werden. Und auch bei Kaufland, das wie Lidl der Schwarz-Gruppe angehört, können Elektroauto-Fahrer seit Februar 2019 an 100 Standorten kostenlos Grünstrom laden. Bis Ende 2020 sollen bundesweit weitere 100 Schnellladestationen hinzukommen. Dass der Ausbau bislang eher schleppend voran geht, liegt vor allem daran, dass die Errichtung sehr teuer ist. Fördermittel der Bundesregierung für eine Ladesäule gibt es zudem nur dann, wenn sie rund um die Uhr erreichbar ist. Zahlreiche Supermarktparkplätze werden jedoch über Nacht abgesperrt. Um eine höhere Auslastung zu gewährleisten, arbeitet die Schwarz-Gruppe in Berlin mit einem E-Carsharing-Dienst zusammen, dessen Fahrzeuge über Nacht, während der Supermarkt geschlossen ist, aufladen.

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Elektroauto laden: Diese Stecker gibt es & so lange dauert der Ladevorgang

Prinzipiell findet man Steckdosen ja fast überall und kann sie als Ladestation für Elektroautos nutzen. Doch zum Laden einer Hochvoltbatterie sind Haushaltssteckdosen nur bedingt geeignet. Denn schon für eine recht kleine 40-kWh-Speicherbatterie braucht man für eine Ladung ca. 20 Stunden. Dabei fließt so viel Strom über die Kontakte, als würde man ein Bügeleisen Tag und Nacht auf höchster Stufe betreiben. Für eine derartige Dauerbelastung sind übliche Steckdosen jedoch nicht ausgelegt. Besser geeignet ist dagegen eine fest installierte Wallbox. Diese lässt – je nach Typ – eine Ladeleistung von elf bis 22 kWh zu und ist ab zirka 400 Euro (plus Genehmigungs- und Installationskosten) zu haben. Mit den hochwertigeren Home-Chargern – die dann mit 800 bis 3000 Euro auch erheblich teurer sind – kann man das Laden via App aus der Ferne bedienen und überwachen. Für das Laden an öffentlichen Säulen werden für das Elektrofahrzeug meist die passenden Ladekabel mitgeliefert. In Europa haben sich die sogenannten Typ 2- Stecker für die Wechselstrom-Ladung durchgesetzt. Dieser Ladestecker ist sowohl für das ein- als auch für das dreiphasige Stromnetz (je nach örtlicher Gegebenheit) geeignet. Für Autos mit größerer Hochvoltbatterie gewinnt der CCS-Stecker (Combined Charging System) immer stärker an Bedeutung. Dieser verfügt über Zusatzkontakte. Das ermöglicht neben der AC- (Wechselstrom) auch eine DC-Ladung (Gleichstrom) mit bis zu 350 kW. So ist auch das Schnellladen möglich. Dabei fließt natürlich ein deutlich höherer Ladestrom, was zu höheren Stromkosten führt. Faustformel für ein E-Auto der Golf-Klasse: Während an der Haushaltssteckdose (Ladeleistung 2,3 kW) die Ladung acht bis 20 Stunden dauert, müssen für den Ladevorgang an der Wallbox (3,6 bis 22 kW) zwei bis sechs Stunden eingeplant werden. An öffentlichen Ladesäulen (11 – 22 kW Wechselstrom) sind zwei bis vier Stunden nötig. An Schnellladern der Autobahnraststätten (50 kW Gleichstrom) dauert das Nachladen zirka eine Stunde. Supercharger für Tesla-Modelle (120 kW) erledigen die Stromaufnahme in 30 Minuten. Beim neuen Schnelllade-Projekt "FastCharge" für E-Autos mit 800-Volt-Technik von Porsche und BMW soll es künftig noch fixer gehen: In drei Minuten können hier 100 Kilometer Reichweite "nachgetankt" werden. Das hat allerdings auch seinen Preis.

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Ladestationen für Elektroautos: Diese Kosten entstehen

Wer Ladestrom aus der Haushaltssteckdose zieht, zahlt seinen vereinbarten Haustarif. In Deutschland haben wir europaweit die höchsten Stromkosten, derzeit 32 Cent pro Kilowattstunde (Grundversorgung). Allerdings gibt es viele zeitlich begrenzte, regionale "Schnupperangebote", die von Energieunternehmen, Gemeinden und Kommunen (zum Beispiel bei der Installation einer Wallbox) beworben werden. So laden Elektroautofahrer noch preiswerter: Viele Discounter, Möbelhäuser und Einkaufszentren bieten sogar kostenlose Ladestationen für Elektroautos für die Zeit des Einkaufs an. Dagegen kann es an den öffentlichen Ladestationen teuer werden. Hier kostet die Kilowattstunde durchaus mehr als 50 Cent. Für Gleichstrom, also an DC-Schnelladern, werden häufig Lade-Pauschalen (rund acht Euro pro Ladung, unabhängig von Ladezeit und Energiemenge) verlangt. Der Grund: Es hapert immer noch an eichfähigen Abrechnungssystemen. Nur bei Ionity erfolgt die Abrechnung bereits jetzt schon pro gezapfter Kilowattstunde. Hier wird für die Laufkundschaft ein Preis von 79 Cent pro kWh fällig. So kosten 100 Kilometer Reichweite rund 17 Euro, also fast das Doppelte im Vergleich zum Kilometerpreis eines Diesels! Und dabei sind die Ladeverluste (etwa zehn bis 25 Prozent) noch nicht eingerechnet. Deutlich günstiger laden bei Ionity jene E-Autobesitzer mit Ladekarte von Herstellern, die an Ionity beteiligt sind. Dazu gehören Audi, BMW, Ford, Hyundai, Porsche und VW. Tesla (nur für Tesla) und Fastned (markenoffen) wollen künftig mit 33 bzw. 59 Cent/kWh günstigeres Schnellladen ermöglichen. Wichtig: Bei der Tarifwahl sollte man eines nicht außer Acht lassen: Nur regenerativer Ökostrom gehört in die Autobatterie – dem Klima zuliebe.

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Bezahlmethoden beim Laden

Anders als an der Tankstelle lässt sich Strom an Ladestationen für Elektroautos grundsätzlich nur bargeldlos abrechnen. Dazu gibt es unterschiedlichste Bezahlsysteme sowie Tarife, und man benötigt eine Ladekarte zum Tanken. Sinnvoll sind europaweit agierende Unternehmen wie Plugsurfing, die ein weitläufiges und dichtes Ladesäulennetz unterhalten und neben der Suche nach Ladestationen auch Authentifizierung und Bezahlung unterstützen. Immer häufiger ermöglichen Anbieter den Ladevorgang via Smartphone-App. Vorteil: Der Bezahlvorgang ist leichter, transparenter und bequemer. Die App navigiert sogar zur nächsten freien Ladesäule. Allerdings gibt man wohl oder übel – wie bei jedem bargeldlosen Bezahlen – eine gigantische Menge interessanter Daten preis. Persönlichkeitsrechte sollten unbedingt gewahrt bleiben. Deshalb ist Skepsis angebracht und ein Blick aufs Kleingedruckte unerlässlich.

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Ladestation für Elektroauto: Kartellamt prüft Preise

Das Kartellamt will die Bereitstellung und Vermarktung von öffentlich zugänglichen Ladesäulen für Elektroautos in einer Untersuchung unter die Lupe nehmen. Das wurde am 9. Juli 2020 bekannt. Grund dafür seien zunehmende Beschwerden über Preise und Konditionen bei der Wettbewerbsbehörde. "Für die Entscheidung von Verbrauchern, auf Elektromobilität umzusteigen, sind die Bedingungen und Preise für das Laden im öffentlichen Raum von zentraler Bedeutung", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt in diesem Zuge. Daher wolle die Behörde schon jetzt mögliche strukturelle Wettbewerbsprobleme identifizieren – auch wenn sich die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland gerade erst im Aufbau befinde. Bis 2030 soll nach den Plänen der Bundesregierung in Deutschland eine flächendeckende E-Infrastruktur enstehen, zu der insbesondere auch öffentlich zugängliche Ladestationen gehören. Allerdings unterliegt der Aufbau und Betrieb von Ladesäulen nicht der für Stromnetze geltenden umfassenden Regulierung. Mit Hilfe des Kartellrechts könnten mögliche Wettbewerbsprobleme in diesem Bereich aber aufgegriffen werden, erklärte Mundt. Nach Abschluss des Verfahrens will das Bundeskartellamt über die Ergebnisse der Sektoruntersuchung sowie wetbewerbliche Schlussfolgerungen informieren.

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