Fahrradträger Auto (Anhängerkupplung/Dach): Ratgeber Fahrräder besser am Heck als auf dem Dach transportieren

von Christina Finke 12.05.2020
Inhalt
  1. Ratgeber für Fahrradträger am Auto: Fahrweise anpassen
  2. Dachgepäckträger sind preiswert, haben aber Nachteile
  3. Fahrradträger für Anhängerkupplung/Heck: Das vor dem Kauf beachten
  4. Tipps für Montage des Fahrradträgers & Vorbereitung der Fahrt
  5. Warntafeln für die Urlaubsfahrt mit Fahrradträger
  6. Einige Fahrradträger benötigen ein Kennzeichen

Fahrradträger können sowohl an der Anhängerkupplung, am Heck oder auf dem Dach eines Autos mitgenommen werden. Aber welche Methode eignet sich am besten? Was sollten Autofahrer beim Transport ihrer Räder unbedingt beachten? Und wann ist ein zusätzliches Kennzeichen erforderlich? Der Ratgeber gibt die Antworten!

 

Ratgeber für Fahrradträger am Auto: Fahrweise anpassen

Wer Fahrräder mit dem Auto transportieren will, hat die Qual der Wahl: Fahrradträger gibt es für die Anhängerkupplung, den Heck und Dach-Transport. Unabhängig davon, für welches System sich Autofahrer entscheiden, gilt: Jede Zusatzlast verlängert den Bremsweg des Fahrzeugs und auch beim Spurwechseln reagieren vor allem Klein- und Kompaktfahrzeuge anders als gewohnt. Zudem ist die Belastung an den Befestigungspunkten enorm. Deshalb schreiben Hersteller von solchem Fahrzeugzubehör ein Tempolimit von 120 km/h vor. Eventuell nötige Versicherungsleistungen nach einem Unfall sind zudem bei 130 km/h gedeckelt. Wer also schneller mit seiner Huckepack-Last unterwegs ist, handelt nicht nur riskant sondern nach Einschätzung der Versicherungen sogar grob fahrlässig und trägt dann in den meisten Fällen zum Beispiel die Sachbeschädigungskosten allein. Die AUTO ZEITUNG erklärt die verschiedenen Systeme von Fahrradträgern für Anhängerkupplung, Dach und Heck, gibt Tipps zu Kauf sowie Fahrt und erläutert, wann ein zusätzliches Kennzeichen notwendig wird. Mehr zum Thema: Fahrradträger im Test

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Dachgepäckträger sind preiswert, haben aber Nachteile

Fahrradträger fürs Autodach sind so etwas wie die Klassiker unter den Transportmöglichkeiten von Rädern mit dem Auto. Dachträger sind allerdings auch die schlechteste, also ungünstigste und riskanteste Variante. Im Vergleich zu anderen Systemen sind sie zwar in der Regel vergleichsweise günstig zu haben, bringen jedoch auch große Nachteile mit sich: Beim Beladen muss die recht schweren Räder bis über Kopfhöhe gestemmt und in einem Balance-Akt auf den Führungsschienen arretiert werden. Dabei können leicht Kratzer in den Lack des Fahrzeugs kommen. Pedelecs überschreiten zudem rasch die zulässige Dachlast. Und: Der Radtransport auf dem Dach beeinflusst das Fahrverhalten stark und macht das Auto anfälliger für Seitenwind. Vor allem in Kurven ist erhöhte Vorsicht geboten. Ein weiterer Nebeneffekt: Der Spritverbrauch wird beim Transport der Fahrräder auf dem Autodach kräftig in die Höhe getrieben. Nach Messungen der AUTOZEITUNG verbraucht ein Mittelklassefahrzeug etwa zehn bis 15 Prozent mehr. Zudem ist eine Zusatz-Gefährdung beim Unfall mit solcher Dachlast besonders hoch. Auch deshalb raten wir lieber Heckträger oder Fahrradträger für die Anhängerkupplung zu wählen. Der Grund: Sie sind sicherer, einfacher zu beladen, haben geringeren Einfluss auf den Verbrauch und vor Unterführungen und Parkhauseinfahrten muss man sich weniger Sorgen machen, ob man auch durchpasst. Während Träger für die Anhängekupplung recht universell einsetzbar sind, also an alle Fahrzeugmodelle gleichermaßen passen, ist die Montage von Heckträgern mitunter umständlicher oder gar nicht möglich. Die Heckklappenbefestigung muss exakt auf das Fahrzeug angepasst sein.  Es gibt zwar auch Heckträger mit einem Gurtsystem für den universellen Einsatz. Diese sind aber nicht so stabil wie solche mit starren Klemm-Verbindungen. Und für Autos mit rahmenlosen Heckscheiben fällt diese Fahrrad-Transport-Variante komplett aus.

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Fahrradträger für Anhängerkupplung/Heck: Das vor dem Kauf beachten

Vor dem Kauf eines Fahrradträgers für Anhängerkupplung, Dach oder Heck sollten Autofahrer unbedingt das Gewicht der zu transportierenden Fahrräder kennen. Denn Fahrradträger dürfen  – egal wo sie montiert sind – nicht überlastet werden. Keinesfalls dürfen Kinderräder, Roller oder Ähnliches zwischen die Fahrräder geklemmt werden. Für jedes Fahrzeug muss eine separate und vom Hersteller zugelassene Vorrichtung vorhanden sein. Zudem sollte vor Reisebeginn auf die passende elektrische Steckverbindung (sieben oder 13 Pole) geachtet werden. Notfalls kann man sich hier mit einem entsprechenden Adapter aus dem Zubehörhandel weiterhelfen. Wer hochwertige Räder oder Pedelecs transportieren möchte, sollte zudem darauf achten, dass der Träger über eine Diebstahlversicherung verfügt.

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Tipps für Montage des Fahrradträgers & Vorbereitung der Fahrt

Bevor die Fahrt mit dem beladenen Fahrradträger – egal ob für die Anhängerkupplung, das Dach oder das Heck – losgeht, sollten in jedem Fall alle Zubehörteile von den Fahrrädern abmontiert werden – also Packtaschen, Fahrradkorb, Bügelschloss, Aufstecklampen oder auch die Akkus der Pedelecs. Sie könnten sich schlimmstenfalls lösen und in nachfolgende Autos schleudern. Wichtig: Ist die dritte Bremsleuchte am Auto vorhanden, darf diese nicht verdeckt sein oder muss wiederholt werden. Auf Planen zum Schutz vor Wind oder Regen sollten Autofahrer besser verzichten, da diese lästige Flattergeräusche erzeugen. Nach den ersten 50 gefahrenen Kilometern mit dem Fahrradträger sowie bei jeder weiteren Rast sind Autofahrer verpflichtet, alle Schraubknebel sowie Gurte auf festen Sitz zu kontrollieren.

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Warntafeln für die Urlaubsfahrt mit Fahrradträger

Wer mit dem Fahrradträger für Anhängerkupplung, Dach oder Heck in den Urlaub fährt, muss in einigen Ländern die überstehende Ladung mit einer speziellen Warntafel kennzeichnen. Die Werte für den maximal zulässigen Überstand nach hinten können dabei je nach Reiseland variieren. Wichtig: Autofahrer müssen dabei nicht nur die geltenden Regeln des Landes beachten, in das sie reisen wollen, sondern auch die der Durchreiseländer. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe rechnen: In Italien werden Verstöße gegen die Ladungs- und Kennzeichnungsvorschriften mit Bußgeldern zwischen 41 und 1697 Euro geahndet. Und in Italien sowie Spanien muss bereits dann eine Warntafel zur Kennzeichnung der überstehenden Ladung angebracht werden, wenn der Fahrradträger am Heck eingeklappt – also ohne Fahrräder – transportiert wird.

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Einige Fahrradträger benötigen ein Kennzeichen

Wird das hintere Kennzeichen am Auto durch den Fahrradträger teilweise oder vollständig verdeckt, muss ein zusätzliches Nummernschild angebracht werden. Meist ist dies bei Fahrradträgern für die Anhängerkupplung oder Heckträger-Modellen der Fall. Das Kennzeichen muss genauso aussehen wie das Original, muss allerdings nicht abgestempelt sein. Wer kein zusätzliches Kennzeichen anbringt, wenn das Nummernschild vom Fahrradträger verdeckt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro rechnen. Die Kosten für das zusätzliche Kennzeichen belaufen sich in der Regel auf etwa zehn bis 50 Euro.

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