Blick hinter die Techno Classica: So entsteht ein Messestand

Als Aussteller auf der Techno Classica in Essen: Für die einen ein Traum, für die anderen ein Muss. Wir haben das Team der VW Polo IG Deutschland beim Standaufbau begleitet und bieten einen Blick hinter die Kulissen.

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Standaufbau mit IG VW Polo Deutschland
Standaufbau mit IG VW Polo Deutschland Foto: Lukas Bädorf

Wir begleiten die IG VW Polo Deutschland beim Standaufbau auf der Techno Classica 2025 und gewähren einen Blick hinter die Kulissen.

Standaufbau mit IG VW Polo Deutschland
Standaufbau mit IG VW Polo Deutschland Foto: Lukas Bädorf

Der Aufbau ist im vollen Gange, wirkt routiniert. Kein Wunder, ist die IG VW Polo Deutschland doch schon seit mehreren Jahren auf der Oldtimer-Messe vertreten.

Blick von schräg hinten auf den VW Polo Gruppe 2.
VW Polo Gruppe 2 Foto: Lukas Bädorf

Während drinnen das Material entpackt wird, rollen draußen die letzten Autos vom Hänger.

Blick von schräg vorne auf den VW Polo WRC.
VW Polo WRC Foto: Lukas Bädorf

Alle Packen mit an: Rund zehn Personen sind beim Standaufbau dabei.

Standaufbau mit IG VW Polo Deutschland
Standaufbau mit IG VW Polo Deutschland Foto: Lukas Bädorf

40 Mitglieder zählt der Polo-Verein insgesamt.

Blick von schräg vorne auf den Westfalia-Anhänger.
Westfalia-Anhänger Foto: Lukas Bädorf

Der Anhänger war mal ein Leichentransporter. Heute transportiert er das gesamte Aufbaumaterial des Standes.

Blick in den Motorraum des VW Polo WRC.
VW Polo WRC Foto: Lukas Bädorf

Wo, wenn nicht hier: Benzingespräche nach getaner Arbeit.

Blick von schräg vorne auf den VW Polo GT.
VW Polo GT Foto: Lukas Bädorf

Dieser VW Polo GT ist erst kurz vor der Messe fertig geworden und wurde zuvor über Monate restauriert.

Blick von schräg vorne auf den VW Öko-Polo.
VW Öko-Polo Foto: Lukas Bädorf

Ein echter Exot: Der VW Öko-Polo war ein rollendes Versuchslabor und sollte mit einem möglichst niedrigen Verbrauch glänzen. 1,7 l auf 100 km sind noch heute denkwürdig. 50 Stück wurden gebaut, weniger als zehn dürften heute noch existieren.

Blick von schräg vorne auf den VW Polo Cup.
VW Polo Cup Foto: Lukas Bädorf

Zwei Generationen Polo Cup in einem Bild: Über 40 Jahre trennen die beiden. Während der eine auf eine belebte Historie zurückblickt, darf sich das neue Modell ab 2026 im Markenpokal behaupten.

Blick von schräg vorne auf den VW Polo.
VW Polo Foto: Lukas Bädorf

So geht Tuning der 90er-Jahre: schrille Farben, leergeräumter Innenraum und ein Käfig sorgen schon im Stand für Rennsport-Flair. Natürlich mit standesgemäßem Tiefgang und Mehrspeichenfelgen.

​7.30 Uhr morgens im Herzen von Essen. Die Messehallen sind menschenleer, nur die Lüftungsanlagen geben ein sonores Surren von sich. Wir schlängeln uns an zahlreichen, zum Teil noch abgedeckten Sportwagen-Klassiker vorbei, ehe wir Halle 4 erreichen, die von verschiedenen Volkswagen-Clubs dominiert wird. Einer davon ist die Interessensgemeinschaft VW Polo Deutschland. Wir treffen auf Sebastian Winkler, dem Schreibführer des Polo-Vereins. Er liefert gerade den Hänger mit dem Aufbau-Material ab.

Rund fünf Monate Planung und Organisation fließen hier in Essen zusammen. "Wir sind schon seit einigen Jahren auf der Techno Classica vertreten. Das ist mittlerweile sowas wie Routine bei uns", erzählt uns Winkler. Trotzdem kommt auf ihn und Sebastian Schemmann (1. Vorstand) 2025 ein besonderer Anlass hinzu: Der VW Polo wird 50 Jahre alt. Und um das gebührend zu feiern, präsentiert sich der Club auf der Techno Classica 2025 mit neun Autos auf einer Fläche von rund 300 m³.
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Fakten zum VW Polo (Video):

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VW Polo IG Deutschland bringt echte Exoten auf die Techno Classica 2025

Um etwa acht Uhr trifft das weitere Team ein. Insgesamt zehn Personen packen beim Standaufbau an, denn es gibt viel zu tun: Der Hänger mit Material muss entladen werden, die selbstgebaute Theke aufgebaut und die Fahrzeuge, die bereits am Vortag ankamen, positioniert werden. Zeitgleich treffen noch weitere Polos auf dem Außenhof ein: Neben einem Breitbau-Polo der Gruppe 2 bekommen wir auch eine Europapremiere zu Gesicht: Vom Hänger rollt ein brandneuer VW Polo Cup, frisch aus Südafrika eingeflogen. "Das ist sein erster Auftritt in der Öffentlichkeit", sagt Schemmann und freut sich.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums vom VW Polo deckt der Stand nahezu alle Facetten des Kleinwagens ab: Die Spannweite reicht vom frühen Polo aus dem Jahr 1976 über Exoten wie den Öko-Polo (Hier beleuchten wir den VW Öko-Polo genauer) bis hin zum Siegerauto von Sébastien Ogier, der bei der Rallye-Weltmeisterschaft gleich vier Titel in Folge mit dem VW Polo WRC einfuhr. "Da ist für jeden was dabei", ist sich Schemmann sicher.

Passendes Zubehör für den Klassiker:

Dank Eigenregie sind die Messekosten überschaubar

Auch wenn die VW Polo IG Deutschland 2025 mit einem sehr großen Stand vertreten ist: Die Hochzeiten sind schon lange vorbei. "In den Neunzigern waren Polo I und II auf nahezu allen Treffen vertreten", erinnern sich Sebastian Winkler und Dirk Pauls. Letzterer zählt zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Polo-Verbandes (DPV), einer Art Vorgängerverband der VW Polo IG, die wiederum ursprünglich als IG Typ 86 gegründet wurde. "Polo-Treffen mit bis zu 3000 Fahrzeugen waren damals der Höhepunkt", blickt er zurück.

Früher wie heute dient der VW Polo mit als Kommunikator, bildet die Basis für Benzingespräche und sogar Freundschaften. Was alle Vereinsmitglieder eint, ist die Freude am Basteln und Selber-Machen. "Deshalb sind auch die Polo-Modelle ab Baujahr 1994 für uns tendenziell eher uninteressant, zumal das unter der Haube dann auch Seats sind", erklärt Sebastian Winkler lachend.

Standaufbau mit IG VW Polo Deutschland
Foto: Lukas Bädorf

Mittlerweile tritt der Polo-Verein – bis auf das Polo-Treffen direkt in Wolfsburg anlässlich des runden Geburtstages 2025 – nur noch auf der Techno Classica Essen auf. Dementsprechend ist die Messe für alle Mitglieder das Highlight des Jahres. Rund fünf Monate Planung stecken hinter dem hiesigen Aufgebot. "Diese beginnen bereits im November des Vorjahres. So richtig konkret wird es aber erst so vier bis sechs Wochen vor der Messe", erläutert Winkler. Allein ist die VW Polo IG Deutschland nämlich nicht. Schaut man sich am Messestand um, fällt auf, dass die Halle dominiert wird von verschiedenen VW-Markenclubs, die sich den unterschiedlichsten Modellen vom Bulli über den Karmann-Ghia bis zum Golf verschrieben haben.

Eine Konkurrenz ist das aber noch lange nicht: "Im Gegenteil, wir arbeiten zusammen und organisieren uns im Vorfeld. Die Anmeldung erfolgt hier gebündelt, aber die Standverteilung machen wir untereinander aus. Das erspart uns allen viel Zeit und Kopfschmerzen", führt Winkler weiter aus. 2025 hat die VW Polo IG Deutschland aus gegebenem Anlass einen großen Stand bekommen, sonst sei der eigene Stand stets kleiner gewesen. Trotz größerem Stand habe man die Kosten dabei in Grenzen gehalten: Auf rund 500 Euro schätzt Winkler die diesjährigen Messeausgaben. Das ginge aber nur, weil man auf Teppiche, Gerüste und Messebauer bewusst verzichte. 

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"Wir wollen Präsenz zeigen": Neue Mitglieder sind willkommen

Mit rund vierzig Mitgliedern ist der Verein nicht wirklich groß. Wie auch andere Vereine hat die elfjährige VW Polo IG Deutschland mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Das Interesse am Schrauben scheint heute nicht mehr oder nur noch kaum gegeben zu sein. Dirk Pauls, der zurzeit beim Nachbarstand verantwortlich zeichnet, meldet sich ebenfalls zu Wort: "Vor dreißig Jahren war es möglich, noch selbst am Auto herumzuschrauben. Auch die Regularien waren deutlich lockerer als heute. Das hat natürlich Vor- aber eben auch Nachteile, wie wir feststellen." 

Ein weiterer Grund, vermutet Sebastian Winkler, ist das Schattendasein des VW Polo neben seinen prominenteren Vertretern, dem VW Golf, VW Bulli und VW Käfer. Deshalb ist es dem Verein auch so wichtig, auf der Messe Präsenz zu zeigen. Neue Mitglieder anzuwerben ist zwar kein erklärtes, aber ein durchaus erwünschtes Ziel des Vorhabens.

Blick von schräg vorne auf den VW Öko-Polo.
Foto: Lukas Bädorf

Die Standaufbauten neigen sich dem Ende zu: Der Pavillon steht, die Theke ist eingerichtet und auch die Kaffeemaschine läuft bereits. Während die letzten Autos in Position gerückt werden, kommen wir mit den weiteren Teilnehmer:innen ins Gespräch. Wir wollen wissen: Was hat sie zum VW Polo bewegt? Die Antworten sind vielfältig: "Mir gefällt eben die Form und die einfache Technik", kommt es von der einen. "Ich bin über die Familie auf den VW Polo gekommen", hören wir an der anderen Stelle heraus. Wieder andere sind ungeplant und mehr oder weniger zufällig auf den Polo gestoßen: "Das war mein erstes Auto und ich würde es nicht mehr hergeben." Der Spaß an der Sache eint. 

Gegen Mittag ist der Messestand dann endgültig aufgebaut – pünktlich zur ersten Eröffnung der Techno Classica Essen 2025.