Ratgeber

Auto heizen im Winter: So wird es schnell warm!

Wer das Auto nicht in einer Garage abstellen kann, wird im Winter morgens häufig von vereisten Scheiben und einem kalten Innenraum begrüßt. Die AUTO ZEITUNG erläutert, wie sich der Pkw auch bei Frost möglichst zügig aufwärmen lässt – unter Berücksichtigung von Umweltaspekten und geltenden Regelungen.

Blick vom Fahrersitz eines Autos aus durch eine vereiste Frontscheibe, die langsam abtaut.
Den Motor im Stand warmlaufen zu lassen, damit es im Auto schneller warm wird und die Scheiben eisfrei werden, ist in Deutschland nicht erlaubt. Foto: Imago
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Wärme im Auto bedeutet mehr Sicherheit

Ein schneller Temperaturanstieg im kalten Fahrzeug ist vor allem aus zwei Gründen sinnvoll: Einerseits ist eine klare Sicht unabdingbar für die Sicherheit. Andererseits sind Insass:innen in einem kalten Innenraum weniger konzentriert, wollen zumindest US-Forscher:innen belegt haben. Die Frage ist daher: Wie heizt man im Auto richtig, damit es vor allem im Winter möglichst schnell warm wird? Den Motor warmlaufen zu lassen ist keine Lösung, denn das ist in Deutschland verboten. Übrigens: Ein schnelles Aufheizen des Innenraums bedeutet nicht, dass man nicht eiskratzen muss! Und vor Fahrtantritt müssen Front- und Seitenscheiben eisfrei sein.

Was bei beschlagenen Scheiben hilft, erklärt das Video

Video Platzhalter
Video: Glutamat

Auto-Innenraum schnell aufwärmen: Diese Methoden sind Verboten

Wenn bei Minusgraden die Scheiben gefroren sind, lassen einige Autofahrer:innen beim Eiskratzen gerne den Motor warmlaufen. Das spart Zeit und vertreibt die Kälte aus dem Fahrzeuginnenraum. Aber: Den Motor laufen lassen ist gemäß StVO (§ 30 Abs. 1), „Verbot von vermeidbaren Abgasbelästigungen und unnötigem Lärm durch Fahrzeuge“, verboten. Bei Verstoß kostet es 80 Euro Strafe (Stand: Januar 2026). Ein Verbot, den Motor warmlaufen zu lassen, gibt es auch für Privatgrundstücke und kann dort je nach Landes-Emissionsschutzgesetz noch teurer werden – sogar bis zu mehreren Tausend Euro. Moderne Motoren erreichen ihre Betriebstemperatur zudem schneller durch Fahren als durch Warmlaufen im Stand. Warum das Warmlaufenlassen für Motor und Umwelt schädlich ist, erklären wir hier.

Auto aufheizen in Winter: So geht es richtig!

Welche legalen wie sinnvollen Alternativen es zum Motorwarmlaufen lassen gibt, beantworten wir mit den folgenden Absätzen:

Standheizung oder elektrische Vorwärmung nutzen

Eine Standheizung – egal ob ab Werk an Bord oder nachgerüstet – ist wohl die bequemste Lösung: Motor, Innenraum und Scheiben werden vor Abfahrt vorgewärmt, ohne dass der Motor laufen muss. Wichtig: Eine fachgerechte Nachrüstung ist Pflicht, da Kraftstoff- und Kühlwasserführung sowie Batterieanschlüsse nur von Fachkundigen installiert werden sollten. Der Einsatz einer elektrischen Motorblockheizung kann in sehr kaltem Klima ebenfalls sinnvoll sein, ist jedoch eher in Nordkanada oder Finnland eine gängige Lösung. Wie eine Standheizung nachgerüstet wird, erklären wir hier.

Scheiben schnell enteisen und zügig losfahren

Anstelle einer teuren Standheizung helfen klassische Eiskratzer und Scheibenenteisungssprays für die schnelle Entfrostung. Denn so blöd es sich anhört: Je schneller man vom Fleck kommt, desto eher ist der Motor warm und damit auch der Innenraum.

Frontscheibenabdeckung oder Halbgarage gegen Eisbildung

Neben schneller Entfernung von Eis kann die Eisbildung auch komplett unterbunden werden. Das geht am besten mit einer Frontscheibenabdeckung oder einer winterfeste Halbgarage. So bildet sich gar kein Frost und die Fahrt kann direkt angetreten werden.

Sitzheizung nachrüsten

In den allermeisten Fällen (bis auf die Standheizung) dürfte es so oder so beim Losfahren noch kalt im Auto sein, was eine Sitzheizung ungemein attraktiv macht. Doch mit ihr längst ist nicht jeder Wagen ausgestattet. Eine Alternative können beheizbare Sitzbezüge sein. Hier sollte man beim Kauf testen, ob die Bezüge zu den Sitzen des eigenen Autos passen. Diese müssen sich gut befestigen lassen und dürfen nicht verrutschen. Hier geht es zu unserem Test beheizter Sitzauflagen fürs Auto.

So die Heizung im Auto richtig einstellen

Besitzer:innen von Autos mit modernen Lüftungs- und Klimaanlagen haben meist ein leichteres Spiel, um Eis und Beschlag von den Scheiben verschwinden zu lassen und den Innenraum auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Einige Automodelle haben dafür eine Defrost-Funktion. Nach der Defrost-Phase sollte der Innenraum auf eine Wohlfühltemperatur gebracht werden. Der Richtwert liegt zwischen 20 und 22 °C. Zu warm ist übrigens ebenfalls nicht gut: Eine zu hohe Innenraum-Temperatur kann müde machen.

Vorsicht: Dicke Jacken sind keine Lösung

Schutz vor Kälte bietet natürlich eine dicke Winterjacke. Die sollte man im Auto aber nicht tragen, da der Sicherheitsgurt dann nicht hundertprozentig greifen kann. "Der Gurt muss bei einem Crash die sogenannte Gurtlose, einen Leerweg, überwinden, bevor er Insassen sicher halten kann", so Dirk Vincken vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Ist die Jacke zu dick, funktioniert das nicht richtig. Ebenfalls vorsichtig sollte man mit dicken Handschuhen sein. Zwar gibt es keine Verkehrsregeln, die das Tragen von Handschuhen beim Autofahren verbietet, sind diese allerdings zu dick gefüttert und behindern beim Fahren, sollte man sie unbedingt ablegen.

Typische Fehler beim Auto heizen

  • Motor im Stand laufen lassen → verboten, unnötige Abgase/Lärm

  • Losfahren, obwohl Scheiben innen noch beschlagen sind → Sicht eingeschränkt, Sicherheitsrisiko

  • Umluft eingeschaltet lassen → Luftfeuchtigkeit steigt, Scheiben beschlagen schneller wieder

  • Warme Luft nur in den Fußraum richten → Frontscheibe bleibt länger feucht/beschlagen

  • Gebläse auf zu niedrig lassen → Scheiben werden sehr langsamer frei, Innenraum wird später warm

  • Temperatur sofort sehr hoch stellen → Innenraum wird schnell überheizt, Müdigkeit/Unkonzentriertheit drohen

  • Mit nassen Fußmatten/nasser Kleidung fahren → mehr Feuchtigkeit im Innenraum, Scheiben beschlagen/vereisen innen schneller

  • Heizung ständig umstellen → Wirkung verzögert sich