VW Touareg: Volkswagens Premium-Zugpferd rollt in Rente
Ihm gelang, was dem Phaeton verwehrt blieb: Der VW Touareg verband Luxus und Volkswagentum so glaubwürdig, dass wir im Nachhinein kaum glauben können, dass es das große SUV tatsächlich gegeben hat. Ein Abschiedsgruß.
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Wäre der VW-Chefetage die Idee des Touareg im Jahre 2025 gekommen, hätte sie analog zu Scout oder Cupra vermutlich eine ganze Submarke für das große SUV angelegt: VZF – das Volkszugfahrzeug. Denn: Dieses Auto ist streng genommen zu groß, zu mondän, zu stark, zu over-engineered und auch schlichtweg zu teuer, um "VW" heißen zu dürfen. Anno 2002 hat aber ein gewisser Ferdinand Piëch das Sagen in Wolfsburg. Und dessen Premium-Visionen sind genauso unverhandelbar wie seine eiskalte Personalpolitik. Also entsteht der große Volkswagen gemeinsam mit Porsche Cayenne und Audi Q7.
Während dem Phaeton (Fünf kuriose Fakten zum VW Phaeton) die hart umkämpfte und bereits bestens besetzte Luxusliga zu schaffen macht, surft der Touareg auf der großen SUV-Welle und verkauft sich bald schon besser als die deutsche Konkurrenz vom Schlage eines BMW X5 oder Mercedes ML. Einen kleinen Wellenbrecher errichtet ihm jedoch die AUTO ZEITUNG 2006: Über 100.000 km im Dauertest nervt der kommode Allzweck-Zweieinhalbtonner mit regelmäßigen Elektronikproblemen. Kurz vor Testende kapituliert dann auch noch das Automatikgetriebe (So funktioniert ein Automatikgetriebe) vor dem 750 Nm hohen Drehmomentgipfel des V10 TDI.
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Der VW Touareg R (2023) im Fahrbericht (Video):

Das Volkszugfahrzeug: Der VW Touareg hatte sogar schon eine Boeing am Haken
Überhaupt ist die Bandbreite der Motorenpalette aus heutiger Sicht schlicht sensationell: charakterstarke Fünfzylinder-Diesel sowie VR6-Benziner, ein kräftiger V8, der Getriebe-mordende V10 TDI und ein der Realität völlig entrückter Sechsliter-W12. Und das alles in einem VZF – pardon, VW! Schon bald gehört das Touareg-Gespann mit Wohn-, Pferde-, Boots- oder Sonstwie-Anhänger zum gewohnten Anblick an der örtlichen Tankstelle.

Nur die Boeing 747 lässt sich aus Platzgründen nicht neben der Zapfsäule parken, weshalb es die britische VW-Dependance 2006 bei einer 150 m weiten Tour über eine Start-Lande-Bahn belässt. Bezeichnend bei der Rekordfahrt ist, dass sich VW damals mehr Sorgen um die PR-Wirkung als um das Durchhaltevermögen der nahezu serienmäßig belassenen Technik macht. Deshalb trägt der blaue V10-Touareg bereits die Facelift-Optik des Folgejahrs.
Fast schon absurde Power im Touareg W12 und R50
In diesem Gewand debütiert dann 2007 auch der VW Touareg R50 mit gedoptem V10 samt 351 PS (258 kW) und 850 Nm Drehmoment – als hätte der serienmäßige Zehnzylinder die Besatzung nicht schon tief genug in die Ledersessel gepresst. Letztere sind übrigens über sämtliche Komfort-Zweifel erhaben, nur übermäßigen Seitenhalt kann man dem Gestühl der ersten Serie nicht nachsagen. Die Knopf-Armada auf der Mittelkonsole suggeriert vor 20 Jahren das Volle-Hütte-Gefühl, nochmals intensiviert durch den chrombehangenen Automatik-Wählhebel.
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Fakt ist: Wer einen Touareg kauft, weiß, was er oder sie bekommt. Das gilt auch für die nachfolgenden Modellgenerationen, die mit 483.000 beziehungsweise bislang 265.000 gefertigten Exemplaren (Serie 1: 471.000) die Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Weiterschrieben, muss man eigentlich sagen, denn 2026 läutet VW mit einer Final Edition das Ende des großen Wolfsburgers ein. Wie es danach weitergehen könnte, fassen wir hier zusammen.














