Vorstellung

7 Zylinder und 700 PS: Toyota GR Camry mit wildem Werkstuning

Drei- oder Vierzylinder? Warum nicht gleich beides?! Toyota betreibt am Camry Downsizing zum Quadrat und verpasst der Limousine gleich zwei Motoren mit insgesamt sieben Zylindern und 700 PS. Hier sind sieben Gründe, warum dieser Bimotor-Bolide eines der wildesten Werkstunings aller Zeiten ist.

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Der Toyota GR Camry stehend von vorne
Sieben Zylinder und 700 PS (515 kW) machen diesen verschärften Toyota Camry zum Ausnahmeprojekt. Foto: Youtube/Nicolai Aksenov
Der vordere Motor des Toyota GR Camry
Vorn kommt der 1,6-l-Dreizylinder zum Einsatz, den wir aus GR Yaris und GR Corolla kennen. Foto: Youtube/Nicolai Aksenov
Der hintere Motor des Toyota GR Camry
Zukunftsmusik: Im Heck darf tatsächlich der künftige Vierzylinder-Kracher des MR2 ran. Foto: Youtube/Nicolai Aksenov

Sieben Zylinder und sieben Gründe, warum der Toyota GR Camry fetzt

Grund eins: Der Toyota GR Camry ist ein Bimotor-Fahrzeug. Autos mit Hubraum, Turbolader oder neuerdings Elektro-Unterstützung in absurde Leistungsregionen zu katapultieren, das gelingt auch jedem zweitklassigen Tuner. Aber von der Philosophie der multiplen fossilen Antriebsquellen in nur einem einzigen fahrbaren Untersatz geht nach wie vor eine besondere Aura aus. Klar, das ist teuer, kompliziert und dazu noch hochgradig unpraktisch, zwei Antriebe parallel spazieren zu fahren. Deshalb kam bislang auch nur Citroën mit dem 2CV Sahara auf die Idee, „Double Trouble“ in Serie aufzulegen.

Grund zwei: Sieben Zylinder – hallo?! Während die automobile Motorenentwicklung so ziemlich alle Bauformen bis zum B-, V- sowie W12 durchdekliniert hat und selbst ein R9 mit drei aneinander geschraubten Dreizylindern – zugegebenermaßen nur mit einer Armada an Ausgleichswellen erträglich – umsetzbar wäre, schien ein Siebenzylinder ausgeschlossen. Bis Toyota drei und vier zusammengezählt und den Camry enthüllt hat.

Grund drei: GR Yaris und MR2 lassen grüßen. Für das Bimotor-Projekt hat Toyota natürlich nicht irgendwelche Triebwerke in den Camry gebastelt. Den 1,6-l-Dreizylinder an der Vorderachse haben wir im GR Yaris längst liebgewonnen. Tatsächlich handelt es sich im GR Camry sogar um den auf 304 PS (224 kW) erstarkten Turbomotor aus dem GR Corolla, der hierzulande nach wie vor nicht angeboten wird. Im Heck darf wiederum ein neu entwickelter Vierzylinder röhren.

Grund vier: Der Vierzylinder nimmt den Antrieb des MR2 vorweg. Die vierte Generation des offenen Mittelmotor-Sportlers befindet sich zwar noch tief in der Entwicklungsphase, aber in Sachen Motor scheint Gazoo Racing bereits große Fortschritte zu machen. Deshalb darf der neue Turbo-Zweiliter namens G20E bereits jetzt sein Debüt geben. Und was für eines: 400 PS (292 kW) gehen allein auf sein Konto – und brutal auf die Hinterachse los.

Der Toyota Supra Mk4 im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

700 PS, verteilt auf zwei Motoren und vier Räder

Grund fünf: Vorne gut 300, hinten sogar 400 PS, das ergibt einen hecklastigen Allradantrieb mit 700 PS (515 kW). Damit rangiert der Toyota GR Camry auf Augenhöhe mit Oberklasse-Brutalos à la BMW M5. Und im Gegensatz zum Bimmer muss der Japaner nicht regelmäßig die Batterie laden, um die volle Systemleistung anzapfen zu können. Entscheidender Nachteil beim Camry: die fehlende Alltagstauglichkeit mangels Rücksitzbank.

Grund sechs: Die Optik ist Racing pur. Da würde sowieso kaum jemand auf die Idee kommen, mit den genieteten Kotflügelaufsätzen durch den Drive-In zu düsen. Mit seiner aggressiven Schürze und den Flaps rundum macht die Limousine jedenfalls ziemlich was her und erinnert nicht von ungefähr an den GR GT.

Grund sieben: Der GR Camry ist ein weiteres Bekenntnis zu emotionalen Verbrenner-Autos. Seitdem Konzernchef Akio Toyoda tiefe Züge aus dem Zapfhahn nimmt und mit dem GR-Lineup das Markenimage umkrempelt, traut man der Firma alles zu. Ob in naher oder ferner Zukunft auch ein Bimotor-Bolide in der Serienfertigung landet, darf man jedoch anzweifeln.

An dieser Stelle haben BMW und Co. Grund zum Aufatmen: Beim GR Camry handelt es sich lediglich um ein Einzelstück, das Toyota zum 24h-Rennen von Fuji (Japan) als Showcar mitgebracht hat. Allein war es dort aber nicht: Flankiert wurde der Bimotor von einem Camry im Bōsōzoku-Stil, also üppig verspoilert, mit meterlangen Endrohren und Plüsch-Party im Innenraum. Vor dem brauchen sich aber nur Feingeister zu fürchten.