Vorstellung

Opel Manta C: So wollte Irmscher das Kult-Coupé fortführen

Der Opel Manta ist Kult, war er doch das Sportcoupé der 70er- und 80er Jahre schlechthin für die jungen Wilden und wilden Junggebliebenen. 1987 versuchte der Spezialist Irmscher, mit einer Konzeptstudie auf Manta B-Basis dem legendären Opel das Leben zu retten.

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Der Opel Manta C fahrend von schräg vorne.
Die wunderbare Manta-B-Linie blieb an der C-Studie von Irmscher erhalten, unterstützt von neuen Schürzen und Schwellern. Foto: Jürgen Gassebner
Der Opel Manta C fahrend von schräg hinten.
Während die abfallende Hecklinie ganz der des Manta B entspricht, setzte der zweite Prototyp auf ein deutlich höher gestaltetes Heck. Beide Prototypen sind im Irmscher Museum in Remshalden zu sehen. Foto: Jürgen Gassebner
Der Opel Manta C stehend von vorne.
Der Omega A lässt grüßen: Mit Hinblick auf das jüngste Mitglied der Opel-Palette orientierte sich Irmscher gestalterisch an der großen Limo. Foto: Jürgen Gassebner
Der Opel Manta C fahrend seitlich.
Die Konzeptstudie wirkt vor allem von der Seite betrachtet wie aus einem Guss. Foto: Jürgen Gassebner
Der Opel Manta C stehend von hinten.
Die hauseigene Irmscher-Abgasanlage sorgt bei der Konzeptstudie für den guten Ton. Foto: Jürgen Gassebner
Das Cockpit des Opel Manta C.
Im Cockpit soll vor allem der organisch geformte Irmscher-Pralltopf den Manta in die 90er überführen. Foto: Jürgen Gassebner
Die Sitze des Opel Manta C.
Sportlichkeit und dynamische Erscheinung standen auch bei der Konzeptstudie oben im Lastenheft. Entsprechend sorgen die roten Sitzmittelbahnen für den sportlichen, Irmscher-gerechten Kontrast. Foto: Jürgen Gassebner
Die Rücksitze des Opel Manta C.
Auch im Fond dominiert das plakative Rot der Sitzmittelbahnen. Für ein Sportcoupé ist die Beinfreiheit des Manta B-Innenraums auch auf den hinteren Plätzen erstaunlich gut. Foto: Jürgen Gassebner
Der Motor des Opel Manta C.
Der 2,0-l-Vierzylinder bietet 110 PS (81 kW), die für rund 200 km/h Höchstgeschwindigkeit gut sind. Foto: Jürgen Gassebner
Günther Irmscher stehend am Opel Manta C mit Sportflugzeug im Hintergrund.
Günther Irmscher und die Konzeptstudie, die aufzeigte, wie ein Manta C hätte aussehen können. Foto: Jürgen Gassebner

Vom Tuner zum Orakel: So stellte sich Irmscher einen Opel Manta C vor

Wenn in Opel-Kreisen der Name Irmscher fällt, schnalzen Fans der ehrwürdigen Rüsselsheimer Marke geradewegs mit der Zunge. Seit 1968 kümmert sich die von Günther Irmscher Senior gegründete Irmscher Automobilbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Remshalden vor den Toren Stuttgarts um die Individualisierung und das Tuning von Opel-Fahrzeugen.

Ob Spoiler, Front- und Heckschürzen, Seitenschweller für die Karosserie oder gekonnte Aufwertungen des Interieurs mit Lenkrädern, Verkleidungen, Schaltknäufen oder Pedalerien aus hochwertigen Materialien – Irmscher sorgt seit fast 60 Jahren für gleichermaßen edle wie performante Opel-Fahrzeuge, was selbstredend auch das Thema Motor- und Fahrwerkstuning einschließt, das jahrzehntelange erfolgreiche Engagement von Irmscher im Motorsport bei Rallyes und Tourenwagen-Rennen nicht zu vergessen.

Vor allem die im Auftrag von Opel gefertigten i-Modelle verschafften Irmscher einen exzellenten Ruf auf breiter Front und sind heute überaus gesuchte Sammlerobjekte. Weniger bekannt ist indes, dass Irmscher von Zeit zu Zeit auch einen spannenden Blick in die Zukunft gewährte – und zwar in Gestalt von Studien und Prototypen auf Opel-Basis. Auf einem Flugplatz am Fuße der Schwäbischen Alb haben wir die seltene Gelegenheit, eine dieser Studien in freier Wildbahn zu erleben.

Es handelt sich dabei um die Irmscher Coupé-Konzeptstudie aus dem Jahr 1987. „Damals war bereits bekannt, dass der Manta B im Jahr darauf auslaufen würde, und so machten wir uns Gedanken, wie ein Nachfolger dieses ungemein erfolgreichen Sport-Coupés aussehen könnte. Schließlich entstanden zwei Prototypen auf Basis des Manta B“, schildert Günther Irmscher jr., wie es seinerzeit zu diesem Projekt kam.

Das Opel Astra Facelift (2026) im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Für die Frontgestaltung hielt der Omega A her

Als Basis für die Konzeptstudie diente der bewährte Manta B 2.0 E mit 110 PS (81 kW) starkem 2,0-l-Vierzylindermotor mit Grauguss-Zylinderkopf, einer cih-Nockenwelle und Saugrohreinspritzung (LE-Jetronic). Auch fahrwerksseitig vertraute man bei der Irmscher Konzeptstudie auf die bewährte Manta B-Technik. Vorn sind die Räder via Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern mit Stoßdämpfern und Schraubenfedern geführt, während hinten eine Starrachse mit zwei Längslenkern, Panhardstab, Schraubenfedern und Stoßdämpfern als Radführung fungiert. Die Verzögerungsarbeit übernehmen vorn Scheibenbremsen mit 244 mm Durchmesser, während hinten Trommelbremsen zum Einsatz kommen.

Irmschers Gedanke, den Manta B zukunftsorientiert zu gestalten, ließ den Automobilbauer aus Remshalden einen gezielten Blick auf die damalige Opel-Modellpalette werfen. Als treffliche Inspiration für die Konzeptstudie diente schließlich der erst seit August 1986 im Verkauf befindliche Omega A, der insbesondere durch sein aerodynamisch ausgefeiltes Karosserie-Design mit einem cW-Wert von 0,28 für Aufsehen sorgte. Folgerichtig orientierte sich Irmscher bei der Gestaltung des Vorderwagens am Omega A.

Günther Irmscher am Opel Manta C mit Flugzeug im Hintergrund
Foto: Jürgen Gassebner

Starke Ähnlichkeiten im Bereich des Kühllufteinlasses sind also nicht zufällig entstanden, sondern bewusst so gestaltet. „Unser Ziel war es natürlich auch, dass sich der potentielle Nachfolger des Manta B im Hinblick auf das Design nahtlos in die damalige Opel-Modellpalette integriert“, ergänzt Günther Irmscher jr.. Das neue Design der Frontpartie schloss überdies komplett neu gestaltete Kotflügel mit ein. Dem Integrationsgedanken in die Modellpalette folgend verfügt die Irmscher Coupé Konzeptstudie über die Scheinwerfer des Omega A. Zudem griff bei dieser Lösung das für eine kostengünstige Serienproduktion wichtige Gleichteileprinzip.

Stimmig ergänzt wurden Haube und Kotflügel durch neu gestaltete Front- und Heckschürzen sowie Seitenschweller. Wie bei Konzeptstudien häufig anzutreffen, wurden sämtliche Teile in glasfaserverstärktem Kunststoff ausgeführt. „Im Falle einer Serienproduktion wären Haube und Kotflügel aber selbstverständlich aus Blech gefertigt worden“, schmunzelt Günther Irmscher jr..

Es folgte sogar eine zweite Studie mit deutlich mehr Leistung

Doch mit der beschriebenen Konzeptstudie war das Engagement von Irmscher um einen Nachfolger des erfolgreichen Manta B keineswegs beendet. Zeitgleich entstand ein zweiter Prototyp. Während das Design von Vorderwagen und Schwellern dem des ersten Prototypen entsprach, verfügte „Nummer zwei“ über ein höheres Heck mit geänderten hinteren Kotflügeln nebst Kofferraumdeckel. Ein weiterer maßgeblicher Unterschied bestand in der Motorisierung. So wurde „Nummer zwei“ von einem mittels Irmscher-eigenem Vierventilkopf auf 176 PS (129 kW) Leistung gebrachten 2,4-l-Vierzylindermotor befeuert. 222 km/h Höchstgeschwindigkeit ermittelte Irmscher seinerzeit für diese Variante der Konzeptstudie. Die hier vorgestellte Version mit 110 PS (81 kW) dürfte es aufgrund der deutlich verbesserten Aerodynamik aber ebenfalls über die 200 km/h-Marke schaffen. Ein respektabler Wert, angesichts der 192 km/h Höchstgeschwindigkeit, die der Manta B seinerzeit mit dem 110-PS-Motor erreichte.

Was bleibt, ist eine bestechende Idee der Firma Irmscher in Gestalt eines potentiellen Manta C, die leider nie Eingang in die Serie fand. Den Manta sterben zu lassen, um ihn 1989 durch den Calibra zu ersetzen, darf heute als wenig glücklich eingestuft werden. Denn nicht zuletzt spiegelte sich die Beliebtheit des Manta in den Verkaufszahlen wider. Insgesamt wurden 1.056.436 Manta A und B gefertigt, davon 557.940 Manta B im Zeitraum von 1975 bis 1988. Dem stehen eher überschaubare 238.647 Calibra in der Zeit von 1989 bis 1997 entgegen. Und ein neuer Manta mit Verbrenner ist bis heute nicht in Sicht.

Technische Daten des Opel Manta C

Classic Cars 08/2026

Opel Manta C

Zylinder / Ventile pro Zylin.

R4 / 2

Hubraum

1979 cm³

Leistung

81 kW / 110 PS bei 5400 U/min

Max. Gesamtdrehmoment bei

159 Nm bei 3400 U/min

Getriebe / Antrieb

5-Gang-Getriebe / Hinterrad

L / B / H

4445 / 1686 / 1325 mm

Leergewicht

1090 kg

Bauzeit

1987

Stückzahl

2

Beschleunigung null auf 100 km/h

ca. 10 s

Höchstgeschwindigkeit

ca. 200 km/h

Verbrauch auf 100 km

k. A.

Grundpreis (Jahr)

k. A.