Sommerreifen-Test: Größe 225/45 R 17 (2018) Sommer- und Ganzjahresreifen im 2018er-Test

von Paul Englert 29.04.2019
Inhalt
  1. Sommerreifen-Test 2018: Dimension 225/45 R 17
  2. Michelin hat bei Sommerreifen die Nase vorn
  3. Test: Ganzjahresreifen schneiden auch sehr gut ab
  4. Reifen im Format 225/45 R 17 passen auch auf

In unserem Sommerreifen-Test 2018 haben wir zugleich auch drei Ganzjahresreifen von namhaften Herstellern unserem Test-Prozedere unterzogen. Dimension: 225/45 R 17 (Kompaktklasse). Die Pneus haben wir im freien Handel anonym gekauft und eine Woche lang intensiv unter die Lupe genommen. Alle Reifen sind auch 2019 noch im Sortiment der Hersteller und dementsprechend im Handel erhältlich.

Reifenwechselzeit: Termin beim Händler vereinbaren, vielleicht auch noch ein neues Profil aussuchen: Sie kennen das schon, und geändert hat sich daran bis heute nichts – es sei denn, Sie fahren auf Ganzjahresreifen. Was sich allerdings ständig ändert, ist die Reifentechnik. Damit unsere Pneus sicherer, effizienter und leiser rollen, experimentieren Chemiker in ihren Labors, simulieren Ingenieure am Computer, schnitzen Techniker Profile und vergleichen Testfahrer unter realen Bedingungen – oft mehrere Jahre lang –, bevor ein neuer Reifen in den Handel geht. Selbst nach Marktstart wird kontinuierlich nachjustiert, fließen neue Erkenntnisse in die laufende Produktion ein. Der Verbraucher bekommt davon aber nur selten etwas mit. Auch deshalb kaufen wir unsere Testreifen anonym im freien Handel ohne vorherige Absprache mit den Herstellern – so wie ein gewöhnlicher Kunde. Erst wenn alle Tests absolviert sind, fragen wir nach, ob die von uns getesteten Reifen noch der zum Zeitpunkt der Testveröffentlichung produzierten Spezifikation entsprechen. (Einzig Hankook hat eine neue Laufflächenmischung für besseren Nassgriff ab Frühsommer 2018.)

Reifenwahl und Reifengröße im Video:

 
 

Sommerreifen-Test 2018: Dimension 225/45 R 17

Nach dem Einkauf fängt die Arbeit aber erst an: Wir setzen uns eine Woche lang von morgens bis abends ins Auto, wiederholen die objektiven Kriterien mehrfach für eindeutige Ergebnisse und fahren viele Runden auf Handlingstrecken, um die Eigenschaften jedes Reifens bis ins Detail bewerten und beschreiben zu können. Für die Saison 2018 haben wir sechs reine Sommerreifen gewählt. Ganz neu ist der Sport S1 vom hierzulande noch unbekannten Hersteller Giti Tire mit Sitz in Singapur. Der sportliche Pneu kommt aus chinesischer Produktion, wurde allerdings auch in Deutschland entwickelt und auf die Ansprüche europäischer Kunden abgestimmt. Ebenfalls Testpremiere feiert bei uns der französische Michelin Pilot Sport 4. Er ist, wie die etablierten Profile Goodyear EfficientGrip Performance (USA) und Hankook Ventus Prime 3 K125 (Korea) mit dem W-Geschwindigkeitsindex (bis 270 km/h) ausgestattet. Für maximal Tempo 300 (Y-Index) zugelassen sind neben dem Giti auch der Deutsche Continental ContiPremiumContact 6 und der Falken Azenis FK 510 aus Japan. Bei Nässe fahren die sportlicher und mehr auf Nassgriff ausgelegten UHP-Reifen (Ultra High Performance) von Michelin, Continental und Falken in einer eigenen Liga. Sie verzahnen sich sehr gut bis exzellent mit der nassen Fahrbahn, reagieren auf Lenkimpulse äußerst spontan, bauen hohe Querkräfte auf und bieten bei spontanen Ausweichmanövern die größten Sicherheitsreserven. Auf der anderen Seite steht der günstige Pneu von Giti und die beiden mehr auf Komfort ausgelegten HP-Reifen (High Performance) von Goodyear und Hankook. Der Efficient- Grip Performance kann zwar gut Wasser durch sein Profil ableiten, setzt sonst aber keine Akzente. Auch der Ventus Prime 3 K125 schwächelt, allerdings bringt Hankook ab Frühsommer 2018 ein Update mit verbesserten Nässe- Eigenschaften. Im Trockenen dagegen ist der Hankook ein sehr guter Allrounder ohne echte Schwächen. Am effizientesten rollt der Goodyear ab, die kürzesten Bremswege und größten Sicherheitsreserven hat der Michelin.

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