Opel Zafira Life/VW T7: Vergleich Opel Zafira nimmt den VW T7 ins Visier

von Philipp Kesternich 07.02.2019

Der Opel Zafira Life hat als Konkurrenten nicht mehr den VW Touran, sondern Großraumvans wie den kommenden VW T7 im Visier. Gelingt ihm die Eroberung der Bulli-Klasse? Der Vergleich!

Da der VW T6 bereits im nächsten Jahr einen Nachfolger erhält, schauen wir uns einmal den Nachfolger T7 im Vergleich zum Opel Zafira Life an. Der Opel Zafira Life basiert auf der von Peugeot/Citroën und Toyota gemeinsam entwickelten Plattform, er ist also verwandt mit Peugeot Traveller, Citroën Spacetourer und Toyota Proace Verso. Allen vier gemeinsam ist die im Vergleich zum T6 geringere Höhe von knapp 1,90 Metern. Das macht zum T6 mit seinen 1,95 Metern einen Unterschied von immerhin fünf Zentimetern, der in manchen Tiefgaragen schon ein Killerkriterium sein kann. Der neue VW T7 soll sich allerdings genau hier dem aktuellen Trend anpassen, dem auch die Mercedes V-Klasse mit 1,88 Meter Höhe folgt. Er wird also niedriger ausfallen. Das übrige Format (Länge, Breite) bleibt ähnlich groß und garantiert weiterhin eine Menge Stauraum. Zum Vergleich: Derzeit gibt es den T6 als 4,90-Meter- und 5,30-Meter-Version, den Opel Zafira Life in drei Längen mit 4,60, 4,95 und 5,30 Metern. Der VW T7 wird also dank ähnlicher Abmessungen wie der Zafira Life und die Mercedes V-Klasse (Länge: 4,90 Meter oder 5,37 Meter) deutlich mehr wie ein Van wie ein Bus aussehen – besonders im Frontbereich. Eine weiter vorgezogene Schnauze und eine sehr große sowie flach verlaufende Frontscheibe führen zu einer scheinbar schwebenden Architektur des Armaturenträgers. Große, dem Fahrer zugewandte Displays und Touchscreens sollen Einzug halten. Mehr zum Thema: Großraumvans im Vergleichstest

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Opel Zafira Life und VW T7 im Vergleich

Der Opel Zafira Life versprüht schon jetzt im Innenraum mehr Pkw-Charme als Bus-Gefühl. Ihn gibt es ab Februar 2019 mit drei Turbodiesel-Motoren von 120 PS bis 180 PS, ab 2021 soll er auch vollelektrisch fahren. Da wird der T7 leicht die Nase vorn behalten, denn den VW wird ab 2020 erst einmal nur als batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) mit einer Reichweite von bis zu 450 Kilometern an den Start gehen. Erst vier bis fünf Monate später soll der Wolfsburger dann auch Benzin-, Diesel- sowie Plug-in-Hybrid-Antriebe bekommen. Stärkster Motor wird wohl der 204 PS starke Diesel bleiben, dazu kommen ein 150 PS leistender Benziner und der bereits angesprochene Plug-in-Hybrid. Nutzen wird der VW T7 die MQB-Technik des VW-Konzerns (Aggregate, Motoren) und die Strukturen des modularen Elektrifizierungsbaukastens.

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Opel Zafira Life & VW T7 auch mit E-Antrieb

Durch den Einsatz einer Karosserie-Mischbauweise mit hochfesten und warmumgeformten Stählen sowie die Verwendung von Aluminium bringt der VW T7 laut den Wolfsburgern in den Verbrenner-Versionen 150 Kilogramm weniger auf die Waage. Das wären im Vergleich zu der leichtesten Version statt derzeit 1950 dann 1800 Kilogramm. Das soll die Verbräuche minimieren und gleichermaßen die fahrdynamischen Qualitäten verbessern. Der Opel Zafira Life kommt in der vergleichbaren mittleren Länge (4,95 Meter) bereits jetzt auf ein Gewicht von knapp 1800 Kilogramm. Sein Konzernbruder Peugeot Traveller konnte bereits im Vergleichstest gegen Mercedes V-Klasse und VW Multivan (T6) unter anderem auch dank seines geringeren Gewichts – seine herausnehmbaren Einzelsitze wiegen beispielsweise 27 statt 39 Kilogramm - mit seinen fahrdynamischen Fähigkeiten punkten. Doch genau hier soll der VW T7 ansetzen und mindestens wieder gleichziehen. Seine Einzelsitze sollen nur noch 25 Kilogramm wiegen. Das und die bereits erwähnte Karosserie-Mischbauweise sollen helfen, das Gewicht deutlich zu reduzieren.

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Unser Fazit

Der Vergleich zeigt, dass der neue Opel Zafira Life jetzt schon vieles kann, was VW erst mit dem T7 bieten wird: geringeres Gewicht, bessere Tauglichkeit für Tiefgaragen dank geringerer Höhe und mehr Pkw-Charme. Der VW T7 wird ab 2020 Gleiches bieten – und sogar noch etwas mehr: Ihn kann man dann bereits als vollelektrische Version kaufen, und das sogar mit einer Zuglast von einer Tonne, was für ein Elektroauto außergewöhnlich ist. Diesen Vorsprung wird der T7 allerdings nicht lange halten können. Opel zieht 2021 mit einem vollelektrischen Modell nach. Bleibt noch die spannende Preisfrage. Der Opel wird ab Februar 2019 in der Basis ca. 35.000 Euro kosten, ein vergleichbarer T6 wechselt für rund 39.000 Euro den Besitzer. Der Preisvorteil für den Opel wird sicher auch gegenüber dem VW T7 bestehen bleiben. Das dürfte die echten VW Bus-Fans allerdings wie bisher nicht abschrecken. Oder vielleicht doch?

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