Opel Pirsch-Modelle: Rekord, Kadett und Astra im Offroad-Lifestyle

Der Crossover ist ein Phänomen der Neuzeit? Nicht ganz: Bereits ab 1978 hatte Opel mit den Pirsch-Varianten von Kadett, Rekord und später auch Astra lifestylige Abenteurer im Programm. Allerdings hatte man auch eine ganz spezielle Klientel anvisiert.

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Collage verschiedener Opel Pirsch-Modelle.
Opel Pirsch-Modelle Foto: Opel

1978 ist Opel auf der Jagd nach neuen Marktnischen und lanciert die Pirsch-Sondermodelle. Die lifestyligen Kadett, Rekord und Astra nehmen den Crossover-Trend um Jahrzehnte vorweg.

Der Opel Pirsch Rekord E2 stehend von vorne.
Opel Pirsch Rekord E2 Foto: Opel

Unter den Pirsch-Modellen bietet die letzte Generation des Rekord den meisten Platz fürs Outdoor-Erlebnis.

Der Opel Pirsch Kadett D stehend von vorne.
Opel Pirsch Kadett D Foto: Opel

Generell sind damals alle Pirsch-Opel nur als drei- oder fünftürige Kombis namens Caravan erhältlich.

Der Opel Pirsch Kadett D stehend von hinten.
Opel Pirsch Kadett D Foto: Opel

Neben der Standardfarbe "Schilfgrün" bietet Opel auch die übliche Farbpalette an – wenn man eben nicht aus der Jäger- oder Försterszene stammt.

Der Opel Pirsch Kadett D stehend seitlich.
Opel Pirsch Kadett D Foto: Opel

Der Name der Opel-Sondermodelle deutet ganz klar auf die primäre Zielgruppe hin: "Pirsch" nennt sich auch ein Jagdmagazin, in dem die Marke dann natürlich auch fleißig wirbt.

Der Opel Pirsch Astra F stehend von vorne.
Opel Pirsch Astra F Foto: Opel

Selbst in den 90ern hält Opel noch an seinen Ur-Crossovern fest, wie der Astra F beweist.

Der Opel Pirsch Astra F stehend von hinten.
Opel Pirsch Astra F Foto: Opel

Die unlackierten Stoßfänger sind ein Muss für den Pirsch.

Der Opel Pirsch Astra F stehend von oben.
Opel Pirsch Astra F Foto: Opel

Nach dem ersten Astra versandet die Pirsch-Geschichte. Kein Wunder: Mittlerweile hat Opel mit Frontera, Campo und Monterey fähigere Abenteurer auf Isuzu-Basis im Programm. Die Forstwirtschaft wechselt trotzdem zu Subaru.

Der Kofferraum des Opel Pirsch Astra F.
Opel Pirsch Astra F Foto: Opel

Kein Wald-Ausflug ohne Waldi: Der Kofferraum geht fast komplett für den Hundekäfig drauf.

Unlackierte Stoßfänger, erhöhte Bodenfreiheit, veganes Leder, Mut zur Farbe: Nein, die Rede ist nicht vom 2025er Opel Frontera, sondern vom Opel Pirsch, 1978. Ab dem Ende der 1970er-Jahre will Opel seine große Bandbreite an drei- und fünftürigen Kombis auch jenseits von Max Mustermann an den Mann oder die Frau bringen und entdeckt für sich damit ganz aus Versehen den Crossover. Ein schickes, internationales Wort muss sich das Marketing damals aber noch nicht aus den Rippen leiern. Denn die schilfgrünen Praktiker visieren vornehmlich den "Deutschen Jäger" an, wie es das gleichnamige Magazin "Die Pirsch" in jenen Jahren stolz auf das Titelblatt druckt.

Passendes Zubehör für den Klassiker:

Zwar weisen die Prospekte aus Rüsselsheim ausdrücklich darauf hin, dass sich Kadett und Rekord auch als ideale Begleiter fürs Angeln, Tauchen und Windsurfen sowie für Landärzt:innen und das Bauwesen eignen, aber mit der Pirsch-Nomenklatur ist die Marschrichtung dann doch ziemlich offensichtlich. Opel setzt den neuen Begriff sogar noch vor den Modellnamen, sodass aus der braven Kompakt- und Mittelklasse tatsächlich "Pirsch Kadett" und "Pirsch Rekord" werden. Noch denkwürdiger wird die Geschichte durch die ebenfalls grün lackierten und auf Allradantrieb umgerüsteten Opel, die der britische Geheimdienst in den 80ern durch die Wälder der DDR auf die Pirsch schickt, um den Feind auszuspionieren.
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Der Opel Frontera (2024) im Fahrbericht (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Opel Pirsch Kadett, Rekord und Astra: Eine Jagd nach der Marktnische

So viel vorweg: Allradantrieb bekommen die regulär beim Händler erhältlichen Sondermodelle nicht. Aber das ist bei den heutigen Crossovern wie dem Frontera auch nicht anders. Tatsächlich sparen sie sich bei Opel für die Pirsch-Varianten sogar ein Fahrwerk mit längeren Federwegen. Stattdessen schneiden sie die Kotflügel weiter aus und kürzen oder entfernen die Spoilerlippe. Damit das Heck beim Beladen von 80 kg irischem Wolfshund nicht eintaucht wie die soeben erlegte Ente, haben Pirsch Rekord & Co. immerhin eine manuelle Wagenstands-Höhenregulierung an Bord. Weitere Vorzüge: SperrdifferentialAllwetterreifen, Heckscheibenwischer und ein Steinschlagschutz für die Ölwanne.

Motorseitig bietet Opel die gewohnte Palette zuverlässig malochender Vierzylinder an, die beim Pirsch Kadett D noch durch ein verstärktes Kühlgebläse ergänzt werden, um die Hitzebildung bei langsamer Fahrt – also der Pirsch – zu verhindern. Im Innenraum freuen sich Jagdfan, Hund und Beute über eine Gummimatte und ein Sicherheitsnetz im Kofferraum zur rutschfesten Verstauung letzterer. Bei den Kunstledersitzen wirbt Opel mit der simplen Reinigung (So Kunstleder pflegen). Auch Stoffpolster bietet die Marke auf Wunsch an, ebenso wie die übliche Serien-Farbpalette.

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Für den Crossover-Trend waren die Opel zu früh und vor allem zu speziell

Dennoch fristen die Opel-Crossover zeitlebens ein Schattendasein jenseits der Forstbetriebe und Jagdszene. Die breite Öffentlichkeit sieht den Pirsch vor lauter Bäumen nicht. Nach dem Pirsch Astra F versandet das Sondermodell. Kein Wunder: Mittlerweile bietet Opel mit dem ersten Frontera, Campo und Monterey fähigere Abenteurer auf Isuzu-Basis an. Die Waldgänger:innen wechseln trotzdem zu Subaru. Wenn schon japanisch, dann richtig. Zumal der Ruf der GM-Qualität durch den Lopez-Effekt Anfang der 90er im Argen ist.