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Alle Tests zum Porsche Cayenne

Prototyp-Test: So fährt der Porsche Cayenne Electric (2026)

Ben Miller Redakteur des britischen Schwestermagazins CAR

Zwar noch im Entwicklungsstadium, lädt uns Porsche ein, dem neuen Cayenne Electric (2026) erstmalig auf den Zahn zu fühlen. Und die erste Testfahrt nimmt vorweg, dass sich nicht nur Porsche-Fans auf dieses Elektro-SUV wirklich freuen dürfen!

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Inhalt
  1. Nach Taycan & Macan der Cayenne Electric Porsches dritter E-Streich
  2. Umfassend angepasste Premium Platform Electric
  3. Bis zu 750 kW Leistung, 400 kW Ladeleistung & über 600 km Reichweite
  4. Erste Testfahrt: Auch der Cayenne Electric fährt sich wie ein echter Porsche
  5. Fazit

 

Nach Taycan & Macan der Cayenne Electric Porsches dritter E-Streich

Porsches elektrisches Erstlingswerk, der Taycan, sieht aus, fühlt sich an und fährt sich wie ein großer, viertüriger 911. Der darauf folgende elektrische Macan hatte es in mancher Hinsicht etwas schwerer: Er ersetzte ein existierendes Modell, statt einfach nur das Portfolio zu erweitern – auch wenn er in manchen Märkten weiterhin parallel zum bisherigen, benzinbetriebenen Macan angeboten wird. Doch auch hier hat Porsche die Herausforderung bewältigt, ein kompaktes SUV auf die Räder zu stellen, das in der Stadt wie auf der Landstraße gleichermaßen begeistert.

Nützliches Zubehör rund ums Elektroauto:

Nun der dritte Streich: der elektrische Cayenne. Ein von Grund auf neues Modell und für Porsche von zentraler Bedeutung. Der Cayenne macht ein Drittel des weltweiten Absatzes aus und ist das margenstärkste Modell. Hier darf Porsche sich keinen Fehltritt erlauben, weshalb man eine Doppelstrategie fährt: Der neue Elektro-Cayenne wird parallel zu einer überarbeiteten Version des bestehenden Modells angeboten – der Kundschaft bleibt also die Wahl. Mehrere Monate vor der Weltpremiere ergattern wir einen Platz bei einer Entwicklungs-Testfahrt in Spanien mit dem Cayenne Electric-Prototypen.
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Der Porsche Taycan 4 (2025) Fahrbericht (Video):

 
 

Umfassend angepasste Premium Platform Electric

Wer Cayenne-Vizepräsident Michael Schätzle darauf anspricht, dass die Plattform identisch mit der des Macan sei, wird prompt korrigiert: "Nein. Wir haben eine neue Plattform, PPE41C, die Porsche gehört. Es ist unsere Plattform. Wenn jemand im Konzern sie nutzen will, muss er sie von Porsche kaufen. Ursprünglich ist sie gemeinsam entwickelt worden, aber die Änderungen sind so umfassend, dass es jetzt unsere eigene Plattform ist – mit neuen Motoren und neuer Batterie. Aktuell ist es die leistungsstärkste Plattform im Konzern." 

Schätzle führt weiter aus: "Im neuen Cayenne gibt es fünf verschiedene Antriebskombinationen: Zwei verschiedene Frontmotoren – diese teilt er sich mit dem Macan, allerdings mit mehr Leistung – und drei Optionen für den Heckmotor. Der Basismotor hinten stammt ebenfalls aus dem Macan. Für die S- und Turbo-Versionen gibt es aber einen neuen Motor mit ölgekühlten Statoren – sehr effizient, sehr leicht, sehr leistungsstark. Außerdem haben wir eine komplett neue Batterie, deutlich größer als im Macan, mit beidseitiger Kühlung. Die Anhängelast beträgt satte 3500 kg."

Die Konkurrenten:

 

Bis zu 750 kW Leistung, 400 kW Ladeleistung & über 600 km Reichweite

Das Auto ist in allen Dimensionen größer als bisher, bietet eine tiefere Sitzposition, viel Platz im Innenraum, einen deutlich größeren Kofferraum, einen 90-l-Frunk und mehr Beinfreiheit im Fond. Auch bei den klassischen Cayenne-Disziplinen, vom Geländeeinsatz bis zur Langstrecke, sollen keine Kompromisse gemacht werden. Die Bruttokapazität der Batterie (113 kWh) soll für eine offizielle Reichweite von 600 km genügen. Dank der 800-V-Architektur der PPE-Plattform und der fortschrittlichen Batteriekühlung – die Prismenzellen werden von oben und unten gekühlt –, liegt die Ladeleistung theoretisch bei 400 kW. Damit sollen zehn bis 80 Prozent in nur 16 min möglich sein – sofern man die passende Ladesäule findet. Die Rekuperation schafft bis zu 600 kW, was selbst den zweiten Taycan (400 kW) deutlich schlägt – ein weiterer Beleg für die hohe thermische Stabilität des Cayenne Electric.

Leistung gibt es im Überfluss. Porsche spricht beim Turbo von "mehr als 1000 PS" (735 kW), und da zudem kommuniziert wird, es handele sich um den bislang stärksten Serien-Porsche, dürfte die Wahrheit jenseits der 750 kW (1020 PS) des Taycan GT liegen. Das ist ein klarer Abstand selbst zu den stärksten bisherigen Cayenne-Versionen wie dem Turbo GT und dem Turbo E-Hybrid. Das Gewicht liegt, je nach Ausstattung, bei etwa 2550 bis 2650 kg, ein voll ausgestatteter Turbo bringt rund 2700 kg auf die Waage. Das Fahrwerk nutzt sämtliche verfügbaren Tricks, um leichter und agiler zu wirken, darunter das optionale Active Ride Control (wie beim Panamera), Hinterachslenkung und Keramikbremsen.

Zubehör für Porsche-Fans:

 

Erste Testfahrt: Auch der Cayenne Electric fährt sich wie ein echter Porsche

Porsche-SUV konnten sich schon immer eher wie ein Porsche als wie ein SUV anfühlen: präzise Lenkung, beeindruckende Beschleunigung, genügend Fahrdynamik, Grip und Bremsvermögen für echten Fahrspaß. Der neue Porsche Cayenne Electric (2026) macht da keine Ausnahme, wie die erste Testfahrt unterstreicht. Exakte Werte des Basismodells fehlen noch, aber etwa 2500 kg, zwischen 331 und 368 kW (450 und 500 PS) sowie ein Sprintwert von null auf 100 km/h in unter fünf Sekunden sollten eine Vorstellung geben.

Die Entwicklungsfahrt führt uns über schmale, extrem kurvenreiche spanische Bergstraßen – eigentlich ein respekteinflößender Ort, um so ein großes und schnelles Auto kennenzulernen. Doch vielleicht aufgrund der vergleichsweise einfachen Ausstattung (kein aktives Fahrwerk, keine Hinterachslenkung, keine Keramikbremsen) vermittelt das Auto auf Anhieb Vertrauen. Das Gewicht ist zwar an manchen Stellen spürbar, doch alles bleibt extrem ausgewogen – die Fahrzeugfront lenkt auch dann noch ein, wenn man eigentlich bereits mit Untersteuern rechnet. Eigentlich fehlt es an nichts, und doch setzt der Turbo noch einen oben drauf – und zwar in einem Ausmaß, das an die besten Versionen des aktuellen Cayenne erinnert, inklusive dem süchtig machenden GTS. Nur eben mit einem ordentlichen Leistungsplus.

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Spitzenmodell Turbo verblüfft mit unmittelbarer Leistungsabgabe

Auf einer atemberaubenden, einsamen Bergstraße zeigt sich der neue Porsche Cayenne Electric Turbo (2026) als absolutes Monster, das uns immer weiter in den Sog von irrsinniger Beschleunigung, schier unglaublicher Agilität und echtem Fahrspaß zieht. Wie immer sind es die perfekt abgestimmte Lenkung und die sofort anliegende, homogene Leistungsentfaltung, die Vertrauen schaffen – hieran hängt der ganze Charakter des Autos. Sie geben Sicherheit vom ersten Moment an und, zusammen mit dem unerschütterlichen Leistungsabruf, entsteht der Eindruck, als bekäme man Tempo auf Wunsch quasi fertig serviert – statt es erst langsam aufbauen zu müssen.

Schätzle: "Wir haben drei Leistungsstufen: eine bestimmte Leistung am Pedal, mehr auf dem Push-to-Pass-Knopf, und dann noch einen Extraschub mit Launch Control. Wir haben viel darüber diskutiert, wie viel Power das Pedal bringen soll, damit es für die Kundschaft nutzbar bleibt – also nicht zu viel für den Alltag wird. Ich denke, wir haben einen guten Kompromiss gefunden." Die Durchzugskraft ist wie erwartet beeindruckend. Offizielle Zahlen gibt es noch keine, aber der Turbo schafft es in deutlich weniger als drei Sekunden von null auf 100 km/h, sowie null auf 200 km/h in unter zehn Sekunden. Ein Druck aufs Pedal – und der Turbo zieht bei unserer ersten Testfahrt scheinbar mühelos wie imposant das Tempo an.

Hoher Fahrkomfort, durchdachtes Infotainment

Der neue Porsche Cayenne Electric (2026) ist gleichzeitig auch ein souveräner Reisebegleiter – Stöße, Vibrationen, Wind- und Abrollgeräusche? Kaum wahrnehmbar. Die Federungsqualität ist in jeder Variante ausgezeichnet, mit Active Ride Control sogar noch mal einen Tick besser. Sogar gerissener, ausgebrochener Beton wird glattgebügelt – unabhängig vom Fahrmodus. Schätzle ist besonders stolz auf das aktive Fahrwerk, betont aber, dass das passive System so gut sei, dass man es nicht zwingend nehmen muss: "Im Nicht-Active-Modell gibt es Luftfederung, adaptive Dämpfung in Zug- und Druckstufe und konventionelle Stabilisatoren. Aber das aktive System kann die Räder aktiv dem Straßenverlauf anpassen – das ist eine ganz andere Welt."

Also alles perfekt? Nun, manchmal kommt bei unserer ersten Testfahrt der Wunsch nach einem sportlicheren Bremspedalweg auf, so leistungsfähig sind die schnelleren Varianten. Der Pedalweg ist zwar intuitiv, dürfte mitunter aber fester und direkter sein. "Man muss den besten Kompromiss finden zwischen sehr direktem Bremspedal, wie im Sportwagen, das aber trotzdem im Alltag nicht irritiert oder unbequem ist", erklärt Dr. Denis Rancak, Manager Powertrain für den Cayenne. "Am Ende ist es ein Kompromiss. Es wäre kein Problem, es wie bei einem reinrassigen Sportwagen zu machen – aber das wäre für die meisten schlicht nicht das Richtige."

Das Cockpit des Porsche Cayenne Electric (2026).
Foto: SH Proshots

Womit wir beim Interieur wären, das noch weitgehend verhüllt war. Porsche zeigt hier bewusst wenig, aber man setzt eher auf eine durchdachte Bedienung als auf riesige Displays oder Kinofeeling. Das schlichte, geschwungene Infotainmentsystem folgt der Formsprache des Armaturenbretts und fügt sich elegant an die Mittelkonsole, reagiert dabei blitzschnell. Wer die aufdringlicheren Assistenzsysteme abschalten möchte, kann das binnen Sekunden erledigen. Gleiches gilt für den V8-artigen Sound im Sportmodus – wobei man ihn vermutlich sogar mögen wird. "Sogar auf Vorstandsebene waren zu Beginn etliche Leute nicht überzeugt", erzählt Schätzle. "Aber als sie den Sound dann im fertigen Auto hörten, mochten ihn alle. Und wer es nicht mag, kann ihn in jedem Modus abschalten."

 
Ben Miller Ben Miller
Unser Fazit

Zwar ist der neue Porsche Cayenne Electric noch nicht ganz fertig, aber schon jetzt zählt er zu den überzeugendsten, fähigsten und komfortabelsten SUV, das wir je gefahren sind. Je nach Fahrsituation ist er luxuriös komfortabel oder atemberaubend dynamisch, zudem geräumig, praktisch und schnell zu laden.

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