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Premiere

Nissan Pixo: Der Twingo-Zwilling setzt auf Pixel-Design

Wie man einen Elektro-Kleinstwagen nicht nur günstig, sondern auch emotional baut, zeigt aktuell kaum ein Auto besser als der Renault Twingo. Dessen Plattform wird nun im Konzern weitergereicht: Nissan Pixo nennt sich der japanische Zwilling. Wir haben alle wichtigen Infos zum City-Stromer.

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Der Nissan Pixo statisch von schräg vorne links.
Das Runde wird zum Eckigen: Die Kulleraugen des Twingo weichen beim Nissan-Pendant einem pixeligen 8-Bit-Design. Foto: Nissan
Der Nissan Pixo statisch im Profil von rechts.
In der Seitenansicht ist die Verwandtschaft zum Twingo nicht zu leugnen. Türen, Fenstergrafik und selbst Ladeklappen-Design sind identisch. Mit einer Länge von 3796 mm ist der Pixo genau sieben Millimeter länger als der Franzose. Foto: Nissan
Der Nissan Pixo statisch von schräg hinten rechts.
Dafür steht der japanische Twingo-Zwilling auf Felgen im aktuellen Nissan-Design mit fünf in filigrane Stege geteilten Speichen. Foto: Nissan
Der Nissan Pixo statisch von hinten.
Die Heckansicht offenbart ebenfalls eine geänderte Leuchtengrafik. Hier zeigt sich der Nissan Pixo kantiger als der niedliche Twingo, aber auch klar von den 90ern inspiriert – nur eben von Pixeln statt von einem rundlichen Stadtauto. Foto: Nissan
Das Cockpit des Nissan Pixo.
Auch im Interieur ist dem Pixo die Nähe zum Twingo anzusehen. Layout und selbst Lenkrad sind weitestgehend identisch, als Unterscheidungsmerkmal gibt es neue Lüftungsdüsen mit farblichen Akzenten. Foto: Nissan
Die Rücksitze des Nissan Pixo durch die linke Hintertüre fotografiert. Der rechte Sitz ist etwas weiter nach vorne geschoben.
Und auch die praktischen Qualitäten des Twingo werden übernommen: In Reihe zwei sitzt es sich zu zweit auf einzeln verschiebbaren Sitzen. Foto: Nissan
Der Kofferraum des Nissan Pixo mit umgeklappten Rücksitzen durch die geöffnete Heckklappe fotografiert.
Dank verschiebbarer Sitze lässt sich entweder mehr Beinfreiheit oder Stauraum schaffen. Der Kofferraum fasst 356 bis maximal 1221 l. Foto: Nissan
Der Pixo-Schriftzug am Heck des Nissan Pixo im Detail.
Der Name Pixo ist nicht neu, ihn gabs hierzulande bereits zwischen 2009 und 2013 als Kleinstwagen auf Suzuki-Basis aus indischer Produktion. Generation zwei rollt in Slowenien vom Band. Foto: Nissan
Der Kunststoff-Heckscheibenrahmen des Nissan Pixo im Detail.
Anders als der dritte im Citycar-Bunde auf Twingo-Basis, der Dacia Spring, übernimmt der Pixo den Kunststoff-Heckscheibenrahmen. Das Pixo-Logo wird selbstverständlich eingeprägt. Foto: Nissan
Vier Nissan Pike Cars in der Collage.
Neben Pixel-Grafiken soll das Design auch von den „Pike Cars“ aus den 1980er- und 90er-Jahren inspiriert sein, verriet Europa-Chefdesigner Giovanny Arroba in einem Interview Anfang 2026. Foto: Nissan/Collage: AUTO ZEITUNG

Die stromernde Kleinstwagen-Welle kommt allmählich ins Rollen. Ein erstes Highlight der Klasse ist die Neuauflage des putzigen Renault Twingo mit 1990er-Jahre-Retro-Design. Kaum ein anderer Neuwagen der letzten Monate dürfte so viel Aufmerksamkeit bekommen haben wie der französische Cityflitzer. Davon sollen nun auch die Allianzpartner aus dem Renault-Nissan-Mitsubishi-Bündnis profitieren: Dacia zeigte bereits im August 2026 einen neuen Spring, der technisch mit dem Twingo verwandt ist. Und es dauert kaum einen Monat länger, bis der nächste Twingo-Abkömmling ins Rampenlicht rollt. Der Name des Kleinen: Nissan Pixo. Der war von 2009 bis 2013 bereits im Nissan-Modellprogramm, verschwand dann allerdings laut- und ersatzlos von der Bühne.

Mit dem nun elektrischen Kleinstwagen ergänzt der japanische Autobauer seine europäische Modellpalette wieder nach unten: Statt günstigem Brot-und-Butter-Auto gibt es aber nun schickes Pixel-Design – somit war der Name „Pixo“ damals wohl ein wahrer Glücksgriff der Nissan'schen Marketingabteilung, wie sich 13 Jahre später herausstellt.

Wie bereits 2009 ordnet sich auch der neue Pixo wieder als günstiges Einstiegsmodell unterhalb des Nissan Micra ein, aktuell ebenfalls ein Renault-Zwilling. Einen Preis nennt Nissan noch nicht, es ist aber von einem Basistarif von unter 20.000 Euro auszugehen. Mehr Infos folgen zum Marktstart Anfang 2027.

Der Renault Twingo im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Pixel statt Rundungen: Der Pixo ist der Futurist im Trio

In der Silhouette gleicht der Pixo dagegen dem Twingo nahezu eins zu eins. Türen wie Fensterausschnitte sind praktisch identisch, selbst das Bohnen-Design der Ladeklappe wird vom Franzosen übernommen. Daher bleiben auch die Maße nahezu unangetastet. Mit einer Länge von 3796 mm ist der Nissan exakt sieben Millimeter länger als der Franzose – vernachlässigbar wenig. In der Breite misst der Pixo 1790 mm, in der Höhe 1512 mm. Wichtiger für die Stadtauto-Kundschaft: Der Wendekreis liegt bei nur 9,9 m.

Trotz optischer Ähnlichkeit, unterscheiden sich die drei Konzern-Minis durch eigene Charakterzüge: Während der Twingo voll und ganz auf Retro setzt und der Dacia Spring – dritter im Bunde der Konzern-Kleinstwagen – harte Kanten und SUV-hafte Robustheit an den Tag legt, geht der Nissan Pixo mit verspielter Pixel-Optik an den Start. Statt niedlicher Kulleraugen gibts am Nissan Pixo blockige LED-Signaturen in den Scheinwerfern an Bug und Heck. Und auch der Schriftzug „Pixo“ ist stets in 8-Bit-Optik realisiert, sowohl am Heck als auch auf Lenkrad-Pralltopf oder am Kunststoff-Heckscheibenrahmen. Denn ja, auch diesen darf der Pixo vom Twingo übernehmen, während der Dacia Spring auf dieses Designmerkmal verzichtet.

Zudem hat Nissan in jüngster Vergangenheit „Easter Eggs“ – also kleine, versteckte Details – für sich entdeckt. Genauer: Die Zahl „23“ versteckt sich stilisiert im Design, denn auf japanisch bedeutet zwei „Ni“ und drei „San“. Auch Roboter-Gesichter verbergen sich im und am Pixo.

Interieur: Bis zu 1221 l Kofferraumvolumen im Japano-Winzling

Auch im Interieur ist die Nähe von Pixo und Twingo unverkennbar. Layout und selbst Lenkrad sind weitestgehend identisch, als Unterscheidungsmerkmal gibt es neue Lüftungsdüsen mit farblichen Akzenten. Es dominiert zwar die Farbe Grau, vermutlich à la Twingo aus Hartplastik, was aber in Anbetracht des günstigen Einstiegspreises zu verkraften ist.

Umso umfangreicher fällt die Funktionstiefe des Infotainmentbildschirms aus. Das System basiert wie bei Renault auf Google, daher gibt es auch KI-Assistenz über Gemini an Bord des Pixo. Die künstliche Intelligenz fungiert auch als Sprachassistent und beherrscht zum Marktstart 16 Sprachen. Mit ihr lassen sich Navigation, Unterhaltung und Kommunikation steuern, laut Nissan per „natürlicher Sprachinteraktion“. Das Google-System plant auch Routen mit Echtzeitdaten, per „MyNissan“-App-Anbindung lassen sich etwa Ladevorgänge auch per Smartphone steuern und verwalten.

Das Cockpit des Nissan Pixo.
Foto: Nissan

Aber auch die praktischen Qualitäten des Twingo werden übernommen: In Reihe zwei warten zwei einzeln verschiebbare Sitze auf Passagier:innen. Dank dieser Sitzlösung lässt sich entweder mehr Beinfreiheit oder Stauraum schaffen. Der Kofferraum fasst 356 bis maximal 1221 l bei umgeklappten Rücksitzen – das 50-l-Fach unter dem Kofferraumboden ist hier bereits berücksichtigt.

Pixo aus der EU: Generation zwei rollt aus gutem Grund in Slowenien vom Band

Antriebsseitig gibt es keine Überraschungen. Renault bietet den Twingo auf AmpR-Small-Plattform aktuell nur mit einer Motorisierung an. Der Nissan Pixo übernimmt ebendiesen Elektromotor an der Vorderachse mit 60 kW (82 PS), der von einer 27,5-kWh-LFP-Batterie gespeist wird. Die Reichweite liegt bei 259 km nach WLTP-Messung – zwei Kilometer weniger als der Twingo (261 km). Und auch das Laden geht genauso gemächlich vonstatten: 50 kW sind am DC-Schnellader das höchste der Gefühle, am AC-Lader sind es 11 kW.

Gesetzt ist auch die Produktionsstätte: Der Nissan Pixo läuft nicht mehr wie die erste Generation des Kleinstwagens in Indien, sondern ab 2027 parallel zum Twingo im slowenischen Renault-Werk Novo Mesto vom Band. Damit würde sich der Elektro-Nissan auch für die von der EU erdachte „M1E-Klasse“ für elektrische Kleinst- und Kleinwagen bis 4,20 m Länge prädestinieren.

Denn um als M1E-Auto zu gelten, muss die Produktion in der EU stattfinden, gleichzeitig sollen aber alle Pkw-Sicherheitsanforderungen sowie die Euro-7-Norm erfüllt werden. Um die Autos günstig zu halten, tritt auch eine „Freeze“-Regelung in Kraft: Nachdem die Typengenehmigung erteilt wurde, muss das Modell für zehn Jahre keine neuen Vorschriften zu Assistenzsystem-Pflichten und anderen Regularien übernehmen, um Entwicklungs- und Verkaufskosten niedrig zu halten.