Alle Tests zum Rimac Nevera

Neuer Rimac Nevera (2021): Erste Testfahrt Brachiale Testrunden im Rimac Nevera

von Thomas Geiger 06.06.2021
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Rimac Nevera (2021)
  2. Vier E-Motoren im neuen Rimac Nevera (2021)
  3. Der neue Rimac Nevera (2021) beherrscht auch das Cruisen

Schleich Dich, Bugatti: Knapp 2000 PS machen den neuen Rimac Nevera (2021) nicht nur auf der ersten Testfahrt zum schnellsten Sprinter der Welt!

Noch vor der ersten Testfahrt im neuen Rimac Nevera (2021) stellen wir fest: Mate Rimac hat die PS-Welt im Sturm erobert. In nur zehn Jahren ist der Kroate vom Nobody zur europäischen Antwort auf Elon Musk aufgestiegen, der Giganten wie VW oder Hyundai als Entwicklungspartner für den Kampf gegen Tesla & Co fit machen soll. Zur Krönung seiner bisherigen Laufbahn lässt Rimac im Sommer 2021 als Serienfassung der bislang als C2 bekannten Studie den Nevera von der Leine und baut damit nicht weniger als einen der spektakulärsten Sportwagen aller Zeiten: 1912 PS, 2360 Newtonmeter, 412 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein Sprintwert von weniger als zwei Sekunden lassen selbst hochkarätige Gegner wie den Bugatti Chiron erblassen. Den Namen für sein Meisterstück hätte Rimac dabei nicht besser wählen können. Denn Nevera betont nicht nur die kroatische Herkunft, auf die der Firmenchef so stolz ist, weil seine Heimat auf der Weltkarte des Automobilbaus bislang ein weißer Fleck war. Sondern vor allem ist es der Name für einen Sturm vor der Küste, der aus dem Nichts heraufzieht und alles davon fegt, was dann noch auf dem Wasser ist.  Jetzt allerdings herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm und der neue Rimac Nevera (2021) steht friedlich auf der Runway des Flughafens von Zadar – duckt sich tief, breit und lang auf den groben Asphalt wie jeder andere Supersportwagen, reckt einladend seine Scherentüren in den strahlend blauen Himmel und statt eines großvolumigen Motors im Leerlauf hört man nur ein ganz feines Flirren, wenn der Strom durch die Schaltkreise fließt.

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Erste Testfahrt im neuen Rimac Nevera (2021)

Umso brachialer trifft einen die explosive Energie des neuen Rimac Nevera (2021), die sich beim Kickdown in einer atemberaubenden Beschleunigung entlädt – ohne jeden Zeitversatz, ohne irgend einen Traktionsverlust und vor allem ohne eine Vorwarnung. Schneller als der Blick die Anzeige erfassen, geschweige denn das Gehirn die Ziffern verarbeiten kann, zählt der Tacho auf der ersten Testfahrt nach oben und stellt dabei sogar den Grafikprozessor vor eine schwere Prüfung. Der Mund reißt auf, man ringt nach Atem und noch ehe der erste Schluck Luft in der Lunge ist, sind die ersten 100 km/h längst Geschichte; bei 150, 180, 200 hat man noch immer nicht begriffen, was hier gerade passiert, 220, 240, 260 – 300 km/h und noch immer lässt der Elan des elektrischen Extremisten kein bisschen nach. Dafür verschwimmt die Welt an den Seitenfenstern ins Unkenntliche, während sich vorn erschreckend schnell das Ende der Runway ins Blickfeld brennt. Neid kommt gegenüber den Militärpilot:innen auf, die hier sonst über die Piste jagen: Die hätten beim Sprint-Duell gegen den neuen Rimac Nivera (2021) zwar keine Chance, müssen dafür aber nicht bremsen, sondern heben einfach ab. Doch zum Ende der Startbahn hält der Nevera noch eine weitere Überraschung parat: Der immerhin 2,2 Tonnen schwere Tiefflieger bremst so gut wie er beschleunigt. Mit der vollen Rekuperationsleistung seines E-Antriebs, mit riesigen Keramikscheiben und einem Heckflügel, der sich fast senkrecht in den Wind stellt, flaut der Sturm so schnell ab, wie er aufgezogen. Mühelos schafft der Wagen den U-Turn. Nur, um auf dem Rückweg über die Runway gleich den nächsten Trumpf auszuspielen und einen Slalom hinzulegen, bei dem selbst Profis Hören und Sehen vergeht. Weil jedes Rad von einem eigenen Motor angetrieben wird und sich die Kräfte vom Supercomputer am Boden des kleinen Kofferraums im Heck nahezu frei regulieren lassen, tänzelt der neue Rimac Nevera (2021) zwischen den Pylonen so leichtfüßig wie eine Ballerina.

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Vier E-Motoren im neuen Rimac Nevera (2021)

Der Aufwand dafür ist freilich gewaltig, erzählt Mate Rimac nach dem ersten Teil der Testfahrt mit dem neuen Rimac Nevera (2021). Je zwei Motoren pro Achse, vorne mit jeweils 200 kW und 280 Newtonmeter und hinten mit zweimal 500 kW und 900 Newtonmeter reißen an den riesigen Rädern. Sie werden von der mit 120 kWh größten Batterie versorgt, die bislang in einem Elektroauto montiert wurde. Aufwendig klimatisiert, steckt sie T-förmig zwischen und hinter den Sitzen und wird zum elementaren Bestandteil einer Karbonstruktur. Sie ist – natürlich – ebenfalls die größte, die bislang für ein Straßenauto am Stück gebacken wurde. Damit die Freude am Fahren nicht im Frust beim Laden mündet, kann der Nevera – ein weiterer Superlativ – mit bis zu 500 kW laden. Oder besser: könnte. Denn auch in dieser Disziplin ist er seiner Zeit voraus – bis dato hält da noch keine Ladesäule mit. Und weil Rimac nicht nur bei Antrieb und Akku Maßstäbe setzen will, sondern auch bei der Ausstattung, hat er gleich auch noch ein eigenes Infotainmentsystem mit sechs Bildschirmen entwickelt. Außerdem hat er den Nevera für das Autonome Fahren fit gemacht: Spätestens 2022 soll es – natürlich over the air – ein Update mit dem "Drive Coach" geben, der Fahrer:innen so lange chauffiert, trainiert und ihnen wie ein:e Instruktor:in ins Lenkrad greift, bis sie jede Rennstrecke meistern wie ein Profi. Da erscheinen dann selbst die netto zwei Millionen Euro, die Rimac als Preis für jeden Nevera verlangt, der nach einer Woche Bauzeit aus der Fabrik vor den Toren Zagrebs rollt, fast schon angemessen. Aber natürlich geht es dem Kroaten nicht nur um die 150 reichen Raser:innen, die er mit dem Nevera beglücken will. Und auch nicht um die noch einmal so vielen Kund:innen des Pininfarina Battista, der die gleiche Basis nutzt. Für Mate Rimac ist der neue Rimac Nevera (2021) auch ein Schaufenster dessen, was seine junge Firma als Zulieferer und Entwicklungspartner für die Großserienhersteller leisten kann – und natürlich hofft er, dass sie sich bei VW, Porsche oder Hyundai daraus großzügig bedienen werden.

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Der neue Rimac Nevera (2021) beherrscht auch das Cruisen

So spannend die Technik ist und so fesselnd der Firmenchef davon erzählt, so laut ist der Lockruf des neuen Rimac Nevera (2021), der auf den zweiten Teil der ersten Testfahrt wartet. Schließlich haben die paar Sprints auf der Startbahn kaum zehn Prozent der Reichweite gekostet. Und jetzt, wo die Knie den Beinen so langsam wieder festen Halt auf dem Boden bieten, geht es auf die zweite Etappe. Hier zeigt der Spitzensportler sein zweites Gesicht: Klar, der Nevera besser beschleunigt als die allermeisten Rennwagen und erreicht dank seines spektakulären Torque-Vectorings und dem freien Spiel der Kräfte an allen vier Rädern irrwitzige Kurvengeschwindigkeiten und Rundenzeiten. Und weil Firmenchef Rimac seine Karriere als Drift-Racer begonnen hat, gibt es sogar ein eigenes Set-up für die perfekte Querfahrt mit qualmenden Reifen. Doch taugt der Nevera auch als gelassener Cruiser. Wo andere Supersportwagen dieses Kalibers gerne zickige Diven sind, die sich permanent in Szene setzen und dem:der Fahrer:in bisweilen mit ihrem heißeren Gebrüll arg an den Nerven zehren, surrt der Elektriker ganz entspannt über die kroatischen Küstenstraßen. Egal wie eng oder wellig die Straße wird, der Nevera lässt sich mit dem kleinen Finger führen und fühlt sich erstaunlich leicht wie handlich an. Das einzig Anstrengende bei der Landpartie mit dem elektrischen Tiefflieger ist der stete Kampf mit dem Tempolimit, weil bei all der Mühelosigkeit und der Stille das Gefühl für Geschwindigkeit vollkommen verloren geht. Dafür nimmt einem der neue Rimac Nevera (2021) ein anderes Risiko: Überholen wird mit diesem Auto zum Kinderspiel. Denn noch bevor der Blinker wieder in die Ausgangsstellung rastet, ist die Flunder vorbei und das überholte Auto nur noch ein kleiner Punkt im Rückspiegel.

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