Pininfarina Battista (2021): Testfahrt begleitet Erste Mitfahrt im Pininfarina Battista

von Thomas Geiger 03.02.2021
Inhalt
  1. Erste begleitete Testfahrt im neuen Pininfarina Battista (2021)
  2. Testfahrer des Pininfarina Battista (2021): Nick Heidfeld
  3. Neuer Pininfarina Battista (2021) mit perfekter Kraftverteilung
  4. Mehr als 500 km Reichweite im neuen Pininfarina Battista (2021)

Ab Sommer 2021 soll der neue Pininfarina Battista die Kunden mit 1900 Elektro-PS begeistern. Wir nehmen für eine erste begleitete Testfahrt auf dem Beifahrersitz neben Nick Heidfeld Platz.

Die Szenerie der begleiteten Testfahrt im neuen Pininfarina Battista (2021) hat etwas von einem Stummfilm, nur dass er in der Zukunft spielt. Was da tonlos und in tiefblauer Beklebung durchs Bild wischt, ist ein Prototyp für den ersten Supersportwagen der nächsten Generation – elektrisch und deshalb flüsterleise, aber dafür so stark und schnell, dass selbst aktuelle Hypercars wie ein Bugatti Chiron keinen Stich mehr setzen. 1900 PS, 2300 Newtonmeter und weniger als zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h machen den Battista zum neuen Spitzentrumpf im Autoquartett der Generation E: willkommen auf dem Highspeed-Oval in Nardò, willkommen bei den letzten Abstimmungsfahrten mit dem Pininfarina Battista. Ein gutes halbes Jahr, bevor sich die italienische Designschmiede endgültig emanzipiert und nach 90 Jahren Auftragsarbeit für alle großen und kleinen Namen der PS-Branche endlich ihr erstes eigenes, wenn auch mit geplanten 150 Exemplaren eher limitiertes Auto in den Handel bringt, erhält dieser elektrische Tiefflieger hier seinen letzten Schliff. In der Theorie sind solche Leistungen bei Elektroautos vergleichsweise leicht darzustellen, räumt der Entwicklungschef des neuen Pininfarina Battista (2021), René Wollmann, ein. "Doch die Kunst ist es, diese Leistung kontrollierbar zu machen und sie sauber auf die Straße zu bringen."

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Der Pininfarina Battista im Video:

 
 

Erste begleitete Testfahrt im neuen Pininfarina Battista (2021)

Dafür hat Wollmann, der früher bei AMG schon den elektrischen SLS verantwortet und zuletzt das Project One auf den Weg gebracht hat, bei der Entwicklung des neuen Pininfarina Battista (2021) zwei prominente Helfer. Der eine ist Mate Rimac. Als europäische Antwort auf Elon Musk gefeiert, hat der Kroate seine eigene Sportwagenfirma gegründet, mit dem Concept One den ersten elektrischen Supersportwagen gebaut und Porsche zur Teilhaberschaft motiviert. Und mittlerweile wird er sogar als Käufer für Bugatti gehandelt. Von ihm bekommt Wollmann das sogenannte Skateboard. Das ist jene Einheit, in der die 800 Volt-Batterie, die vier Elektromotoren, die Leistungs- und die Ladeelektronik zusammengefasst sind. Diese kleiden sie in Cambiano vor den Toren Turins mit einer zeitlos eleganten, aber erschreckend konventionell gestalteten Karbon-Karosserie ein und stellen es auf ein selbst abgestimmtes Fahrwerk. Der andere ist Nick Heidfeld, der seine Meriten in der Formel 1 und der Formel E gesammelt hat und Wollman als Testfahrer des neuen Pininfarina Battista (2021) beratend zur Seite steht.

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Testfahrer des Pininfarina Battista (2021): Nick Heidfeld

Er sitzt auch auf der ersten begleiteten Testfahrt in Nardò am Steuer des neuen Pininfarina Battista (2021) und macht sich einen diebischen Spaß daraus, seine Passagier:innen einer Beschleunigung auszusetzen, wie man sie am Boden sonst nirgends erleben kann. Klammheimlich wechselt er an dem in der Tür eingelassenen Drehregler für die fünf Fahrmodi von "calma" auf "furioso", knallt dann die vollen 13 Zentimeter Pedalweg zum Bodenblech und wie aus dem Nichts rammen sich den Insass:innen die vereinten 2300 Newtonmeter der vier radnah montierten Motoren wie ein Katapult in den Rücken. Ohne jedes Geräusch und damit ohne jede Vorwarnung trifft sie die explosive Kraft der Elektromotoren und schleudert sie dem Horizont entgegen. Die Rippen biegen sich über der eingefallenen Lunge, der Mund öffnet sich zu einem stillen Schrei und schmerzhaft knallt der Schädel gegen die Kopfstütze: Nicht nur die Vorstellungskraft ist im neuen Pininfarina Battista (2021) überfordert von den weniger als zwei Sekunden für den Sprint auf Tempo 100, sondern auch die Physiognomie. Und der Rausch des Rasens reißt danach nicht ab. Nach weniger als sechs Sekunden flimmert die 200er-Marke über den Bildschirm. Und wären wir nicht auf dem Handlingkurs, sondern auf dem Highspeed-Kreis, fiele nach weiteren sechs Sekunden auch die 300 km/h-Marke. Erst bei 350 Sachen ist Schluss.

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Neuer Pininfarina Battista (2021) mit perfekter Kraftverteilung

Neben dem schieren Schub begeistert Heidfeld die Präzision, mit der er den neuen Pininfarina Battista (2021) fahren kann, da jeder Motor einzeln angesteuert und die Kraft so perfekt an alle vier Räder verteilt wird. Selbst er muss sich daran gewöhnen, wie schnell hier alles geht. Nicht nur die Beschleunigung sei unerreicht, sondern auch die Zeit, die für die Umsetzung einzelner Befehle vergeht. "Es gibt null Reaktionszeit und keinerlei Verzögerung, sondern jedes Kommando wird sofort umgesetzt und ist sofort fühlbar", schwärmt der Profi bei unserer begleiteten Testfahrt. Dass ihm dabei der Kitzel in den Ohren fehlt, kann er gut verschmerzen. Zumal Wollmann verspricht, dass auch der neue Pininfarina Battista (2021) einen ganz eigenen Sound bekommt. Nicht artifiziell, sondern authentisch aus dem Antrieb abgeleitet, soll er der Faszination eines Verbrenners in nichts nachstehen und trotzdem sehr viel sozialverträglicher sein, stellt der Entwicklungschef in Aussicht.

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Mehr als 500 km Reichweite im neuen Pininfarina Battista (2021)

So gut sich der neue Pininfarina Battista (2021) trotz seiner mehr als zwei Tonnen Gewicht auf der ersten begleiteten Testfahrt in Nardò schlägt, sprechen die Italiener:innen allerdings nicht von einem "Track Tool" für die Rennstrecke, sondern von einem Hyper-GT, also einem Gran Turismo, der sich auch auf langen Überlandfahrten zu Hause fühlen soll. Deshalb gibt es nicht nur eine luxuriöse Innenausstattung rund um das vollkommen digitalisierte Cockpit, sondern gleich noch einen Superlativ: Die aus knapp 7000 Zellen montierte Batterie ist mit 120 kWh die größte, die bislang in einem Serienauto eingesetzt wurde, und soll eine Normreichweite von mehr als 500 Kilometern ermöglichen. Mit bis zu 250 kW geladen und in 25 Minuten von 20 auf 80 Prozent gefüllt, soll sie aber auch bei verschärfter Gangart mindestens eine Stunde lang Strom liefern. Jeder Bugatti steht da schon wieder an der Tankstelle. Und viel länger hält ohnehin kein:keine Fahrer:in so ein Tempo länger durch. Als Heidfeld nach ein paar Runden aus dem Tiefflieger klettert, ist ihm aller Erschöpfung zum Trotz die Begeisterung anzumerken. Fast schauen die Mundwinkel aus der Corona-Maske heraus, so breit ist sein Grinsen. Nicht nur, weil der neue Pininfarina Battista (2021) so brutal stark und schnell ist und so unglaublich präzise, sondern auch weil er so handzahm ist, dass ihn wirklich jeder fahren kann. Na ja, beinahe zumindest. Der Grundpreis beträgt schließlich fast 2,36 Millionen Euro (Stand: Februar 2021).

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