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Neuer MG4 (2022): Erste Testfahrt So schlägt sich der ID.3-Gegner MG4

Thomas Geiger 21.07.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen MG4 (2022)
  2. Besonders flache Batteriestruktur
  3. Flexible Modular Scalable Platform (MSP)

Der wahre Volks-Wagen für die Generation E könnte schon bald aus China kommen. Erste Testfahrt mit dem neuen MG4 (2022) als Prototyp!

Mit dem neuen MG4 (2022), den wir als Prototyp erstmalig für eine erste Testfahrt unter die Lupe nehmen dürfen, bereitet die chinesische Marke mit britischen Genen ihren ersten richtig großen Coup vor: Denn während andere Start-ups viel Lärm um wenig bis gar nichts machen, hat sich MG bereits (wieder) fest auf dem Kontinent etabliert. Knapp zwei Jahrzehnte, nachdem die britische Traditionsmarke 2007 im chinesischen SAIC-Konzern aufgegangen ist und nicht einmal zwei Jahre nach dem offiziellen Verkaufsstart 2021 in Deutschland, ist MG unlängst an Marken wie Alfa Romeo oder Subaru vorbeigezogen und hat sich zugleich an die Spitze der Neueinsteiger gesetzt. Doch soll das nur der Anfang gewesen sein. Nachdem sie bislang ziemlich konventionelle und allenfalls halbherzig elektrifizierte Autos wie dem MG5 oder dem MG ZS und den schon etwas moderneren Marvel R ins Land geholt haben, zielt der neue MG4 (2022) als erstes Auto auf der neuen, dezidierten E-Plattform direkt auf Volkswagens ID.3 – nur, dass er mit besserer Technik zu günstigeren Preisen zum wahren Volks-Wagen werden will. Diese Positionierung entbehrt nicht einer gewissen Brisanz – schließlich sind VW und MG-Mutter SAIC in China enge Partner und bauen gemeinsam die Volkswagen für die Volksrepublik. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Erste Testfahrt mit dem neuen MG4 (2022)

Schon bei der ersten Begegnung macht der neue MG4 (2022), der bei uns zum Jahreswechsel 2022/2023 zu Preisen von schätzungsweise knapp unter 30.000 Euro in den Handel kommt, eine gute Figur. Das Design unter der fleckigen Folie wirkt gefällig und beweist Charakter, wenngleich der mächtige Spoiler an der Dachkante sportliche Erwartungen weckt, die das Elektromodell bei unserer ersten Testfahrt so gar nicht erfüllen will. Hinter den Gummimatten im Cockpit lugen ähnlich wie bei den ID.-Modellen ein kleiner Bildschirm hinter dem Lenkrad und ein größerer über der Mittelkonsole hervor, auf denen die Bedienung schon jetzt leichter fällt als beim noch immer ziemlich verkorksten VW-System mit seiner unglücklichen Slider-Leiste. Erst recht, weil es auf einem kleinen Vorsprung darunter neben einer Ladeschale für ein Smartphone noch einen klassischen Drehregler gibt. Die Platzverhältnisse indes sind bei knapp 4,30 Metern Länge, großem Radstand und kurzen Überhängen sowie der komplett im flachen Boden verstauten Elektrotechnik mehr als ausreichend. Wie alle dezidierten E-Autos macht auch der neue MG4 (2022) auf diese Weise einen Klassensprung und ist innen geräumiger, als man es ihm von außen zutraut.

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Besonders flache Batteriestruktur

Bei der ersten Testfahrt gibt sich der neue MG4 (2022) keine Blöße. Die Lenkung ist für den europäischen Geschmack zwar sehr stark unterstützt, wirkt aber hinreichend präzise. Mit der ausgeglichenen Gewichtsverteilung und dem tiefen Schwerpunkt macht der ID.3-Gegner einen agilen Eindruck. So lockt schnell die Landstraße, auf der sich das Fahrwerk von seinen erfolgreichen Mühen mit den urbanen Unpässlichkeiten erholen und locker flockig über die wenigen Wellen hinweg bügeln kann. Nur die Assistenzsysteme sind noch nervös und greifen öfter und vor allem fester ins Geschehen ein, als es einem lieb ist – aber genau deshalb ist MG mit Prototypen in China und Europa unterwegs. In den verbliebenen sechs Monaten bis zum Marktstart soll der Elektronik die nötige Gelassenheit beigebracht werden. Treibende Kraft ist übrigens eine E-Maschine, die wie bei VW 150 kW (204 PS) leistet und an der Hinterachse montiert ist. Sie ist stark genug, um den Fünftürer in weniger als acht Sekunden auf Tempo 100 zu bringen und jene 160 km/h zu erreichen, bei denen zumindest der Testwagen erst einmal abgeregelt ist – wobei da das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen ist. Gespeist wird der Motor aus einer neuen Batterie, die mit gerade mal elf Zentimetern ungewöhnlich flach ist und deshalb im neuen MG4 (2022) eine sehr natürliche Sitzposition ermöglicht. Sie hat 64 kWh und sollte für rund 450 Kilometer reichen.

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Flexible Modular Scalable Platform (MSP)

Wie der Modulare E-Antriebs-Baukasten MEB von Volkswagen ist auch die Modular Scalable Platform (MSP) von SAIC, die dem neuen MG4 (2022) als Basis dient, ausgesprochen flexibel. Für den Erstling bedeutet das die Option auf eine zweite Version mit 125 kW (170 PS) und einem Akku mit 51 kWh für 350 Kilometer sowie wenig später eine Variante mit Allradantrieb und dann wohl um die 300 kW (408 PS). Für weitere Modelle hat SAIC alle Möglichkeiten – mit Radständen von 2,65 bis 3,10 Metern und Batteriegrößen von 40 bis 150 kWh. Arbeitet der neue MG4 (2022) mit einem 400 Volt-Netzwerk, könnte die Spannung bald auf 800 Volt steigen. Selbst für Batterie-Wechselsysteme ist die Plattform vorbereitet, heißt es bei SAIC.

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Thomas Geiger Thomas Geiger
Unser Fazit

Es mag ja sein, dass VW seine ID.-Modelle noch aufwendiger entwickelt und noch gründlicher abgestimmt, doch kommt ihnen der neue MG4 (2022) zumindest auf der ersten Testfahrt im Prototyp so nahe, dass die Unterschiede für die Kundschaft kaum noch ins Gewicht fallen dürften – wären es nicht auch Markenstärke, Image, Händlernetz und Restwert, die den Kauf mitbestimmen.

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