Fahrbericht

Testfahrt im Geely Starray EM-i: China-PHEV will ein E-Auto sein

Ein Newcomer? Jein – die chinesische Marke Geely wurde bereits 1986 gegründet, startet aber erst 2026 in Deutschland. Wir fühlen dem Mittelklasse-SUV Starray EM-i bei einer ersten Testfahrt auf den Zahn.

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Der Geely Starray EM-i fährt auf einer Landstraße, von vorne links fotografiert.
Neben dem elektrischen E5 wagt Geely mit dem Plug-in-Hybrid Starray EM-i den Europa-Start. Foto: Geely
Der Geely Starray EM-i fährt auf einer Landstraße, von hinten links fotografiert.
Der Starray gleitet entspannt – bis sich unter Last der Verbrenner zuschaltet. Foto: Geely
Das Cockpit des Geely Starray EM-i.
Vorbildliche Verarbeitung und Materialauswahl im Innenraum. Foto: Geely
Die vorderen Sitze des Geely Starray EM-i.
Komfortables Reisen? Kein Problem im Starray. Foto: Geely
Der Fond des Geely Starray EM-i.
Im Fond fühlen sich auch Großgewachsene nicht beengt. Foto: Geely
Geely
Der Kofferraum fasst 528 bis 2065 l Ladung, zuzüglich 100 l unter dem Ladeboden. Foto: Geely
Der  Geely Starray EM-i, statisch von vorne fotografiert.
Das Hybridsystem kombiniert einen E-Motor mit einem 1,5-l-Vierzylinder-Sauger. Foto: Geely
Der  Geely Starray EM-i, statisch von links fotografiert.
Mit 4,74 m Außenlänge ragt der Starray in die Mittelklasse. Foto: Geely

Geely Starray EM-i: Erste Testfahrt im chinesischen PHEV

Geschichte wiederholt sich: Ein Hersteller wagt den Schritt aus Fernost nach Europa, wird für ein Start-up gehalten, ist aber auf dem Heimatmarkt längst eine Größe mit Millionenverkäufen. So etwa die 1986 gegründete chinesische Firma Geely, deren Konzernmarken Volvo, Lotus oder Lynk & Co vielen eher ein Begriff sein dürften. 2026 ist es allerdings so weit und man will auch mit der gleichnamigen Muttermarke in Europa Fuß fassen – und bei aller Tradition in China steht hierzulande die Bewährungsprobe noch aus.

Diese soll einerseits mit dem elektrischen Kompakt-SUV E5 gelingen (hier gehts zum Fahrbericht) als auch mit dem Mittelklasse-SUV Starray EM-i. Letzteres steht zum Markendebüt ausschließlich als Plug-in-Hybrid im Programm und soll mit entsprechend niedrigen Preisen punkten. Das funktioniert mit 32.990 Euro in der Basis und 35.990 Euro für die Variante mit größerer Hochvolt-Batterie durchaus (29,8 statt 18,4 kWh; Stand: Juni 2026).

Für die erste Testfahrt schnappen wir uns eben jene reichweitenstärkere Variante, die es laut kombiniertem WLTP-Zyklus auf 136 elektrische Kilometer bringen soll und sich obendrein mit bis zu 78 kW DC-Laden lässt. Als Antrieb fungiert hier wie dort eine Einheit aus einer E-Maschine und einem 1,5-l-Sauger, die es auf 262 PS (193 kW) Systemleistung bringt.

Der MG S6 im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Komfort im EV-Modus, Gebrüll mit Verbrenner

Bei unserer ersten Testfahrt gefällt der elektrische Antrieb mit Komfort und ausreichendem Antritt. Im Hybrid-Modus die volle Leistung abzurufen empfiehlt sich hingegen nicht: Ein plötzliches Einsetzen des Verbrennungsmotors gehört zwar zu den konzeptionellen Schwachstellen der PHEV-Idee, doch fällt im neuen Geely Starray EM-i besonders auf. Das hochdrehende Gebrüll, mit dem sich der Vierzylinder beim Beschleunigen zuschaltet, ist nicht nur unangenehm laut, sondern kann auch der Lebensdauer von Kolben & Co. nicht zuträglich sein. Abgesehen davon ändert sich am Durchzug mit Einsetzen des Verbrenners erschreckend wenig. Kurzum: Da bleibt noch Luft nach oben.

Anders sieht es aus, wenn man die kurze bis mittlere Strecken im EV-Modus stromert: Hier offenbart der Starray sein eigentlich gelassenes und komfortables Wesen. Dazu passt auch die Fahrwerksabstimmung, die konsequent auf Komfort statt Dynamik ausgelegt ist, was für ein pragmatisches Familien-SUV nur schlüssig wirkt. Die Lenkung liefert zwar keine hervorragende Rückmeldung, lässt sich dafür aber leichtfüßig bedienen. Einziger Nachteil des Setups: In schnellen Wechselkurven wirkt der Geely schwammig und neigt zu unangenehmen Aufbaubewegungen.

Interieur: Top-Verarbeitung & reichlich Platz

Wie beim elektrischen Bruder E5 gefällt beim neuen Geely Starray EM-i die Materialauswahl im Interieur. Statt Hartplastik dominiert hier unabhängig von der Ausstattung Kunstleder, auch die Verarbeitung wirkt wertiger als bei einigen hochpreisigeren Konkurrenten. Das Platzangebot im Fond ist einwandfrei, selbst für Großgewachsene von über 1,90 m hält der Hybrid reichlich Beinfreiheit bereit. Dazu kommt ein Kofferraum mit stattlichen 528 bis 2065 l Fassungsvermögen zuzüglich 100 l unter dem Ladeboden.

Geschmackssache: Die Bedienung erfolgt fast ausschließlich über den serienmäßigen 15,4-Zoll-Touchscreen. Ebenfalls Standard ist das 10,2-Zoll-Digital-Cockpit, das ausstattungsabhängig von einem Head-up-Display flankiert wird. Letzteres umfasst die Tacho-Anzeige sowie das aktuelle Tempolimit, allerdings keine Navigationsanweisungen. Auf der Haben-Seite: Das Infotainment läuft angenehm flüssig und verarbeitet Befehle zügig, außerdem wirkt die Struktur schlüssig und stellt keine größeren Rätsel.

Fazit

Es spricht einiges für den neuen Geely Starray EM-i: viel Platz, einwandfreie Verarbeitung, die Möglichkeit zum DC-Schnellladen. Allerdings patzt der Plug-in-Hybrid bei der Abstimmung des Verbrennungsmotors im Hybrid-Modus. Für Interessierte, die hauptsächlich elektrisch fahren, ist der Chinese trotzdem eine Option – vor allem angesichts seiner fairen Preise.

Technische Daten des Geely Starray EM-i Pro+

AUTO ZEITUNG 15/2026

Geely Starray EM-i Pro+

Technische Daten

Motoren

1,5-l-Vierzylinder-Saugmotor; E-Motor

Antrieb

Automatik; Vorderrad

Systemleistung

192 kW / 261 PS

Systemdrehmoment

262 Nm

Akkukapazität

29,8 kWh

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4740 / 1905 / 1685 mm

Leergewicht / Zuladung

1890 / 390 kg

Kofferraumvolumen

528 – 2065 l + 100 l unter dem Ladeboden

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

8,2 s

Höchstgeschwindigkeit

170 km/h

Verbrauch auf 100 km

1,5 l S + 18,3 kWh

Elektr. Reichweite (WLTP)

136 km

Kaufinformationen

Grundpreis

35.990 €

Marktstart

Im Handel

Alle Daten Werksangaben