Starkes Statement: Kia EV2 im ersten Test
Der Kia EV2 soll zeigen, wie viel Raum, Effizienz und Alltag in einem kleinen E-Auto stecken können – die Kundschaft wird es freuen, die Konkurrenz eher nicht. So schlägt er sich im ersten Test!
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Der neue Kia EV2 im Test
Viele Hersteller verkünden ihre Elektro-Offensive lautstark – und vertrösten die Kundschaft anschließend. Kia hingegen liefert am laufenden Band, EV9, EV6, EV5, EV4 und EV3 sind längst Realität auf der Straße. Das Design der Modelle spaltet, ja, aber genau darin liegt die Stärke: Die Kia-DNA ist klar, mutig und unverwechselbar. Jetzt folgt mit dem EV2 der nächste Schritt: Er ist kleiner, günstiger, näher am Alltag – ein Auto für die Stadt, fürs tägliche Leben, für viele. Und eines, das mehr kann, als seine kompakten Maße vermuten lassen.
Der Kia EV2 im Video

Viel Raum fürs Gepäck oder für die Knie
Mit 4,06 m Länge tritt der EV2 selbstbewusst gegen die kommende Elektro-Kleinwagenwelle aus dem Volkswagen-Konzern an. Und er bringt Argumente mit – starke sogar. Allen voran sein Raumangebot, denn innen spielt der Koreaner überraschend groß auf. Hinter der kurzen, SUV-typischen Front, den steil stehenden Scheiben und dem fast senkrechten Heck verbirgt sich ein Innenraum, der eher an eine kompakte Lounge erinnert als an den eines klassischen Kleinwagens.
Fahrer:in und Beifahrer:in profitieren von ungewöhnlich viel Bewegungsfreiheit: aufrechte Sitzposition, solide Auflagen, viel Luft zur Seite und reichlich Kopffreiheit. Noch bemerkenswerter ist der Fond. Selbst mit nach vorn geschobener Rückbank bleibt der Knieraum ordentlich. Und wandert die optional verschiebbare Bank ganz nach hinten, wird aus „ordentlich“ plötzlich sogar „beeindruckend“. Der EV2 demonstriert eindrucksvoll, wie viel Raum sich aus wenig Grundfläche herausholen lässt.
Dazu kommen diverse clevere Details. USB-Anschlüsse in den Lehnen der Vordersitze sind ebenso an Bord wie – optional – eine Steckdose in der hinteren Mittelkonsole. Der doppelte Ladeboden erweitert den Kofferraum sinnvoll von 362 auf bis zu 403 l bei vorgeschobener Rückbank, auf Wunsch mit echtem Familien-Transportpotenzial. Werden die Lehnen umgelegt, steigt das Ladevolumen auf bis zu 1201 l – Kleinwagen war gestern.
Auch hinten zeigt der Kia Sinn fürs Detail. Hochwertig eingefasste Harman Kardon-Lautsprecher und die charmanten „Have-a-nice-Day“-Schriftzüge in den Türgriffen sorgen nicht nur vorn, sondern auch im Fond für ein kleines Premium-Gefühl.
Der Kia EV2 überzeugt serienmäßig mit einem modernen, volldigitalen Cockpit und großzügiger Bildschirmlandschaft samt drei Displays. Ein Panoramadisplay mit 12,3-Zoll-Kombiinstrument, 5,3-Zoll-Klima-Touchscreen und 12,3-Zoll-Hauptdisplay sorgt für Übersicht und intuitive Bedienung. Je nach Ausstattung ist das ccNC-Lite-System (Connected Car Navigation Cockpit Lite) an Bord, in den höheren Linien inklusive Navigation, Ladeplanung und automatischer Akku-Vorkonditionierung. Manuell lässt sich der Akku erst ab der Ausstattung Earth und per Remotefunktion auf die Ladung vorbereiten – in der Basis nicht.Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sind immer gesetzt, ergänzt durch Kia Connect mit Live-Daten und App-Steuerung. USB-C-Anschlüsse, induktives Laden und Over-the-air-Updates erhöhen den Komfort. Klanglich reicht das Angebot vom Serien-Soundsystem bis zum optionalen Harman Kardon-System. Weitere Highlights wie Digital Key und bidirektionales Laden (V2L) gegen Aufpreis machen den EV2 noch alltagstauglicher und vielseitiger.
Leichtfüßig und dazu unkompliziert im Alltag
Antriebsseitig bleibt es übersichtlich. Kia bietet den frontgetriebenen EV2 mit zwei Batterievarianten an. In der größeren Version (99,5 kW/135 PS, ab 33.490 Euro) sorgt ein 61 kWh fassender NMC-Akku für bis zu 453 km Reichweite. Spannender ist jedoch die Einstiegsversion, die sich im Test als unerwartet stark erweist: 108 kW (146 PS) leistet der Kia hier, gespeist aus einem 42,2-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP). WLTP-Reichweite: 317 km, der Einstiegspreis beträgt attraktive 26.600 Euro.
Skepsis gegenüber der LFP-Technologie? Das ist durchaus verständlich – die geringere Energiedichte schmälert den Stromvorrat und geht zu Lasten der Reichweite. Im Alltag relativiert sich die Befürchtung schnell. Im Pendelbetrieb mit Autobahnanteilen bis 120 km/h erzielt der EV2 im Test satte 326 km – bei verbleibenden 36 km Restreichweite. Das liegt deutlich über dem WLTP-Wert. Ein Grund dafür ist der effiziente Frontantrieb. 11,4 kWh pro 100 km im Minimalverbrauch – das kratzt am elektrischen Ein-Liter-Äquivalent. Selbst unter hoher Last bleibt der Verbrauch mit 15,8 kWh im Rahmen, was rechnerisch rund 267 km ergibt. Zugegeben, die Temperaturbedingungen waren ideal. Aber Kias Richtung stimmt.
Auch beim Laden zeigt sich der EV2 alltagstauglich. Maximal 115 kW Ladeleistung sorgen dafür, dass der 42,2-kWh-Akku auf Reisen nicht zu viel Zeit beansprucht: Er lädt in rund 30 min von zehn auf 80 Prozent und in weiteren 26 min bis 100 Prozent. Doch Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte.
Die eigentliche Stärke des EV2 liegt im Fahrgefühl – leicht, direkt und unkompliziert. In der Stadt gibt er sich flink und übersichtlich, beim Einparken problemlos und auf der Straße angenehm unaufgeregt. Die Lenkung arbeitet souverän, ohne zu nerven – genau richtig für den Alltag.
Auch qualitativ gibt sich der Kleine keine Blöße. Hartplastik? Das ist in dieser Klasse kein Thema mehr. Entscheidend ist die Substanz – und die stimmt. Die Karosserie wirkt steif, das Fahrwerk fein abgestimmt. Selbst die einfache Verbundlenker-Hinterachse meistert Unebenheiten gelassen, bleibt kontrolliert und frei von Nachschwingungen. Passt.
Bleibt die Frage: Wo liegt der Haken? Am Preis jedenfalls nicht. Schon ab 26.600 Euro bietet der EV2 ein erstaunlich umfangreiches Ausstattungspaket. Die Sicherheitsfeatures lesen sich wie die Wunschliste bei Fahrzeugen aus höheren Klassen: aktiver Spurhalteassistent mit Lenkeingriff, Müdigkeitswarner, Totwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff, Querverkehrswarner, Notbremsfunktion, Frontkollisionswarner mit Abbiegefunktion und Quer-/Gegenverkehrserkennung samt Ausweichassistenten. Hinzu kommen eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-&-Go, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent und ein Spurfolgeassistent.
Auch beim Komfort zeigt sich der EV2 auf der Höhe der Zeit: Klimaautomatik, Apple CarPlay, An- droid Auto – alles serienmäßig an Bord. Ganz ohne Einschränkungen geht es dennoch nicht. Die verschiebbaren Rücksitze bleiben den höheren Ausstattungslinien vorbehalten – ebenso nützliche Features wie 230-V-Steckdose, Navi samt Ladeplanung oder die im Winter wichtige Wärmepumpe. Wer alles möchte – samt Harman Kardon-Soundsystem, 18‑Zoll-Felgen, 360‑Grad-Kamera und 22- kW-AC-Lader – knackt dann doch schnell die 30.000-Euro-Marke: Voll ausgestattet stehen 37.530 Euro auf der Rechnung.
Gute Serienausstattung, Top-Garantien
Dafür gibt es ein großzügiges Versprechen in puncto Haltbarkeit: sieben Jahre oder 150.000 Kilometer Fahrzeuggarantie, acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf die Batterie – und das bereits in der Basis. Unterm Strich liefert der EV2 damit ein erstaunlich rundes Gesamtpaket. Kompakt, effizient, alltagstauglich – und näher dran am echten Leben als viele größere Verheißungen der Konkurrenz.
Fazit
Der Kia EV2 trifft direkt ins Schwarze: kompakt, effizient, überraschend geräumig – und nah am echten Alltag. Er ist kein Blender, sondern ein durchdachter Begleiter mit Charakter. Wer E-Mobilität ohne Schnickschnack sucht, findet hier ein überzeugendes, ehrliches Gesamtpaket.
Technische Daten & Messwerte
AUTO ZEITUNG 13/2026 | Kia EV2 42,2 kWh |
|---|---|
Technik | |
Motor | Permanente Synchronmaschinen |
Systemleistung | 108 kW / 146 PS |
Max. Drehmoment | 250 Nm |
Antrieb | Konstantübersetzung, Vorderrad |
Akku | Lithium-Ionen (LFP) |
Spannung | 400 V |
Kapazität brutto / netto | - / 42,2 kWh |
Ladeleistung AC / DC (Werk) | 11 (opt. 22) / 115 kW |
Gewicht | |
Leergewicht (Werk / Test) | 1545 / 1612 kg |
Zulässiges Gesamtgewicht | 2020 kg |
Effektive Zuladung | 408 kg |
Gewichtsverteilung (v / h) | 58 / 42 % |
Anhängelast (gebr. / ungebr.) | 750 / 750 kg |
Dachlast / Stützlast | 70 / 100 kg |
Abmessungen | |
Gesamtmaße (L / B / H) | 4060 / 1800 (2052)* / 1575 mm |
Radstand | 2565 mm |
Kofferraumvolumen | 362 – 1201 l |
Fahrleistung | |
0 – 50 km/h | 3,2 s |
0 – 100 km/h | 8,5 s |
0 – 150 km/h | 20,5 s |
Höchstgeschwindigkeit | 161 km/h |
Bremsweg | |
100 – 0 km/h (kalt / warm) | 36,6 / 36,4 m |
50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h | 9,3 / 81,1 m |
Verbrauch & Reichweite | |
WLTP-Reichweite | 317 km |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 15,5 kWh |
Test-Reichweite | 267 km |
Test-Verbrauch auf 100 km | 15,8 kWh |
Ladevorgang 10 – 80 % SoC | |
Ladedauer | 30 min |
Ladeleistung Ø | 68,1 kW |
Nachgeladene Energie | 30,8 kWh |
Nachgeladene Reichweite | 213 km |
Preis | |
Grundpreis | 26.600 € |
Testwagenpreis | 36.540 € |
Rabatt | 4788 € |
Steuer & Versicherung | |
Kfz-Steuer pro Jahr | 0 € |
KH / VK / TK Typklassen | 18 / 26 / 28 |
KH / VK / TK Versicherung | 734 / 1229 / 489 € |
Wartung & Garantie | |
Serviceintervall | 24 Monate / lt. Anzeige |
Garantie Gesamtfahrzeug | 7 Jahre / 150.000 km |
Garantie Hochvolt-Akku | 8 Jahre / 160.000 km |
Garantie Lack / Rost | 5 / 12 Jahre |
Mobilitätsgarantie | unbegrenzt |
* Breite inkl. Spiegel | |























