Einzeltest

Starkes Statement: Kia EV2 im ersten Test

Der Kia EV2 soll zeigen, wie viel Raum, Effizienz und Alltag in einem kleinen E-Auto stecken können – die Kundschaft wird es freuen, die Konkurrenz eher nicht. So schlägt er sich im ersten Test!

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Der Kia EV2 fahrend von schräg vorne links am Rheinauhafen in Köln.
In der Stadt lässt sich der EV2 dank sehr gutem One-Pedal-Drive weitgehend ohne mechanische Bremse bewegen. Foto: Frank Ratering
Der Kia EV2 fahrend von schräg hinten links am Rheinauhafen in Köln.
Der EV2 stromert extrem sparsam durch die Stadt: Minimal waren es 11,4 kWh pro 100 km im Test. Foto: Frank Ratering
Blick auf das Cockpit des Kia EV2
Klare Architektur und logische Bedienlogik dank zahlreicher klassischer Tasten sowie großer Schaltflächen auf dem Touchscreen. Foto: Frank Ratering
Blick durch die geöffnete Fahrertüre auf die Vordersitze des Kia EV2.
Die Vordersitze bieten großzügige Einstellbereiche und eine gute Schenkelauflage – auch für Großgewachsene. Foto: Frank Ratering
Eine Person auf den Rücksitzen des Kia EV2 durch die geöffnete Hintertüre fotografiert.
In der Basis ist der EV2 ein Viersitzer. Optional lassen sich die Einzelsitze im Fond … Foto: Frank Ratering
Eine Person auf den Rücksitzen des Kia EV2 durch die geöffnete Hintertüre fotografiert. Der rechte Rücksitz ist nach vorne geschoben.
… in Längsrichtung verschieben – oder man ordert eine Bank für drei. Foto: Frank Ratering
Blick in den geöffneten Kofferraum des Kia EV2 mit einem umgeklappten Rücksitz.
Ladevolumen: zwischen 362 und 1201 l – abhängig von der Ausstattung. Foto: Frank Ratering
Blick auf den Frunk unter der geöffneten Fronthaube des Kia EV2.
Den kleinen, aber praktischen Frunk gibt es optional. Foto: Frank Ratering
Das Zentraldisplay des Kia EV2 mit einer berechneten Route im Navi.
Das nützliche Navigationssystem mit Routenplanung inklusive Ladestopps ist nur in den teuren Paketen und in Verbindung mit den höheren Ausstattungen verfügbar. Foto: Frank Ratering
Ein Ladekabel steckt im Stromanschluss des Kia EV2.
AC-Laden mit 11 kW ist Serie, 22 kW gibt es als Optionspaket. Foto: Frank Ratering
Die Steckdosen an der Mittelkonsole im Innenraum des Kia EV2.
Praktische 230-V-Steckdose in der Mittelkonsole im Fond als Option. Foto: Frank Ratering
Eine Kunststoffapplikation in der Griffmulde der Beifahrertüre des Kia EV2 mit der Aufschrift Have a nice day im Detail.
Sympathisch im Detail: In den Türgriffen befindet sich ein „Have a nice Day“-Schriftzug. Foto: Frank Ratering

Der neue Kia EV2 im Test

Viele Hersteller verkünden ihre Elektro-Offensive lautstark – und vertrösten die Kundschaft anschließend. Kia hingegen liefert am laufenden Band, EV9, EV6, EV5, EV4 und EV3 sind längst Realität auf der Straße. Das Design der Modelle spaltet, ja, aber genau darin liegt die Stärke: Die Kia-DNA ist klar, mutig und unverwechselbar. Jetzt folgt mit dem EV2 der nächste Schritt: Er ist kleiner, günstiger, näher am Alltag – ein Auto für die Stadt, fürs tägliche Leben, für viele. Und eines, das mehr kann, als seine kompakten Maße vermuten lassen.

Der Kia EV2 im Video

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Video: Auto Zeitung

Viel Raum fürs Gepäck oder für die Knie

Mit 4,06 m Länge tritt der EV2 selbstbewusst gegen die kommende Elektro-Kleinwagenwelle aus dem Volkswagen-Konzern an. Und er bringt Argumente mit – starke sogar. Allen voran sein Raumangebot, denn innen spielt der Koreaner überraschend groß auf. Hinter der kurzen, SUV-typischen Front, den steil stehenden Scheiben und dem fast senkrechten Heck verbirgt sich ein Innenraum, der eher an eine kompakte Lounge erinnert als an den eines klassischen Kleinwagens.

Fahrer:in und Beifahrer:in profitieren von ungewöhnlich viel Bewegungsfreiheit: aufrechte Sitzposition, solide Auflagen, viel Luft zur Seite und reichlich Kopffreiheit. Noch bemerkenswerter ist der Fond. Selbst mit nach vorn geschobener Rückbank bleibt der Knieraum ordentlich. Und wandert die optional verschiebbare Bank ganz nach hinten, wird aus „ordentlich“ plötzlich sogar „beeindruckend“. Der EV2 demonstriert eindrucksvoll, wie viel Raum sich aus wenig Grundfläche herausholen lässt.

Dazu kommen diverse clevere Details. USB-Anschlüsse in den Lehnen der Vordersitze sind ebenso an Bord wie – optional – eine Steckdose in der hinteren Mittelkonsole. Der doppelte Ladeboden erweitert den Kofferraum sinnvoll von 362 auf bis zu 403 l bei vorgeschobener Rückbank, auf Wunsch mit echtem Familien-Transportpotenzial. Werden die Lehnen umgelegt, steigt das Ladevolumen auf bis zu 1201 l – Kleinwagen war gestern.

Auch hinten zeigt der Kia Sinn fürs Detail. Hochwertig eingefasste Harman Kardon-Lautsprecher und die charmanten „Have-a-nice-Day“-Schriftzüge in den Türgriffen sorgen nicht nur vorn, sondern auch im Fond für ein kleines Premium-Gefühl.

Connectivity

Der Kia EV2 überzeugt serienmäßig mit einem modernen, volldigitalen Cockpit und großzügiger Bildschirmlandschaft samt drei Displays. Ein Panoramadisplay mit 12,3-Zoll-Kombiinstrument, 5,3-Zoll-Klima-Touchscreen und 12,3-Zoll-Hauptdisplay sorgt für Übersicht und intuitive Bedienung. Je nach Ausstattung ist das ccNC-Lite-System (Connected Car Navigation Cockpit Lite) an Bord, in den höheren Linien inklusive Navigation, Ladeplanung und automatischer Akku-Vorkonditionierung. Manuell lässt sich der Akku erst ab der Ausstattung Earth und per Remotefunktion auf die Ladung vorbereiten – in der Basis nicht.Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sind immer gesetzt, ergänzt durch Kia Connect mit Live-Daten und App-Steuerung. USB-C-Anschlüsse, induktives Laden und Over-the-air-Updates erhöhen den Komfort. Klanglich reicht das Angebot vom Serien-Soundsystem bis zum optionalen Harman Kardon-System. Weitere Highlights wie Digital Key und bidirektionales Laden (V2L) gegen Aufpreis machen den EV2 noch alltagstauglicher und vielseitiger.

Leichtfüßig und dazu unkompliziert im Alltag

Antriebsseitig bleibt es übersichtlich. Kia bietet den frontgetriebenen EV2 mit zwei Batterievarianten an. In der größeren Version (99,5 kW/135 PS, ab 33.490 Euro) sorgt ein 61 kWh fassender NMC-Akku für bis zu 453 km Reichweite. Spannender ist jedoch die Einstiegsversion, die sich im Test als unerwartet stark erweist: 108 kW (146 PS) leistet der Kia
hier, gespeist aus einem 42,2-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP). WLTP-Reichweite: 317 km, der Einstiegspreis beträgt attraktive 26.600 Euro.

Skepsis gegenüber der LFP-Technologie? Das ist durchaus verständlich – die geringere Energiedichte schmälert den Stromvorrat und geht zu Lasten der Reichweite. Im Alltag relativiert sich die Befürchtung schnell. Im Pendelbetrieb mit Autobahnanteilen bis 120 km/h erzielt der EV2 im Test satte 326 km – bei verbleibenden 36 km Restreichweite. Das liegt deutlich über dem WLTP-Wert. Ein Grund dafür ist der effiziente Frontantrieb. 11,4 kWh pro 100 km im 
Minimalverbrauch – das kratzt am elektrischen Ein-Liter-Äquivalent. Selbst unter hoher Last bleibt der Verbrauch mit 15,8 kWh im Rahmen, was rechnerisch rund 267 km ergibt. Zugegeben, die Temperaturbedingungen waren ideal. Aber Kias Richtung stimmt.

Auch beim Laden zeigt sich der EV2 alltagstauglich. Maximal 115 kW Ladeleistung sorgen dafür, dass der 42,2-kWh-Akku auf Reisen nicht zu viel Zeit beansprucht: Er lädt in rund 30 min von zehn auf 80 Prozent und in weiteren 26 min bis 100 Prozent. Doch Zahlen erzählen nur die 
halbe Geschichte.

Die eigentliche Stärke des EV2 liegt im Fahrgefühl – leicht, direkt und unkompliziert. In der Stadt gibt er sich flink und übersichtlich, beim Einparken problemlos und auf der Straße angenehm unaufgeregt. Die Lenkung arbeitet souverän, ohne zu nerven – genau richtig für den Alltag.

Auch qualitativ gibt sich der Kleine keine Blöße. Hartplastik? Das ist in dieser Klasse kein Thema mehr. Entscheidend ist die Substanz – und die stimmt. Die Karosserie wirkt steif, das Fahrwerk 
fein abgestimmt. Selbst die einfache Verbundlenker-Hinterachse meistert Unebenheiten gelassen, bleibt kontrolliert und frei von Nachschwingungen. Passt.

„Der Kia EV2 trifft direkt ins Schwarze: kompakt, effizient, überraschend geräumig – und nah am echten Alltag.“
Michael Godde

Bleibt die Frage: Wo liegt der Haken? Am Preis jedenfalls nicht. Schon ab 26.600 Euro bietet der EV2 ein erstaunlich umfangreiches Ausstattungspaket. Die Sicherheitsfeatures lesen sich wie die Wunschliste bei Fahrzeugen aus höheren Klassen: aktiver Spurhalteassistent mit Lenkeingriff, Müdigkeitswarner, Totwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff, Querverkehrswarner, Notbremsfunktion, Frontkollisionswarner mit Abbiegefunktion und Quer-/Gegenverkehrserkennung samt Ausweichassistenten. Hinzu kommen eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-&-Go, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent und ein Spurfolgeassistent.

Auch beim Komfort zeigt sich der EV2 auf der Höhe der Zeit: Klimaautomatik, Apple CarPlay, An-
droid Auto – alles serienmäßig an Bord. Ganz ohne Einschränkungen geht es dennoch nicht. Die verschiebbaren Rücksitze bleiben den höheren Ausstattungslinien vorbehalten – ebenso nützliche Features wie 230-V-Steckdose, Navi samt Ladeplanung oder die im Winter wichtige Wärmepumpe. Wer alles möchte – samt Harman Kardon-Soundsystem, 18‑Zoll-Felgen, 360‑Grad-Kamera und 22-
kW-AC-Lader – knackt dann doch schnell die 30.000-Euro-Marke: Voll ausgestattet stehen 37.530 Euro auf der Rechnung.

Gute Serienausstattung, Top-Garantien

Dafür gibt es ein großzügiges Versprechen in puncto Haltbarkeit: sieben Jahre oder 150.000 Kilometer Fahrzeuggarantie, acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf die Batterie – und das bereits in der Basis. Unterm Strich liefert der EV2 damit ein erstaunlich rundes Gesamtpaket. Kompakt, effizient, alltagstauglich – und näher dran am echten Leben als viele größere Verheißungen der Konkurrenz.

Fazit

Der Kia EV2 trifft direkt ins Schwarze: kompakt, effizient, überraschend geräumig – und nah am echten Alltag. Er ist kein Blender, sondern ein durchdachter Begleiter mit Charakter. Wer E-Mobilität ohne Schnickschnack sucht, findet hier ein überzeugendes, ehrliches Gesamtpaket.

Technische Daten & Messwerte

AUTO ZEITUNG 13/2026

Kia EV2 42,2 kWh

Technik

Motor

Permanente Synchronmaschinen

Systemleistung

108 kW / 146 PS

Max. Drehmoment

250 Nm

Antrieb

Konstantübersetzung, Vorderrad

Akku

Lithium-Ionen (LFP)

Spannung

400 V

Kapazität brutto / netto

- / 42,2 kWh

Ladeleistung AC / DC (Werk)

11 (opt. 22) / 115 kW

Gewicht

Leergewicht (Werk / Test)

1545 / 1612 kg

Zulässiges Gesamtgewicht

2020 kg

Effektive Zuladung

408 kg

Gewichtsverteilung (v / h)

58 / 42 %

Anhängelast (gebr. / ungebr.)

750 / 750 kg

Dachlast / Stützlast

70 / 100 kg

Abmessungen

Gesamtmaße (L / B / H)

4060 / 1800 (2052)* / 1575 mm

Radstand

2565 mm

Kofferraumvolumen

362 – 1201 l

Fahrleistung

0 – 50 km/h

3,2 s

0 – 100 km/h

8,5 s

0 – 150 km/h

20,5 s

Höchstgeschwindigkeit

161 km/h

Bremsweg

100 – 0 km/h (kalt / warm)

36,6 / 36,4 m

50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h

9,3 / 81,1 m

Verbrauch & Reichweite

WLTP-Reichweite

317 km

WLTP-Verbrauch auf 100 km

15,5 kWh

Test-Reichweite

267 km

Test-Verbrauch auf 100 km

15,8 kWh

Ladevorgang 10 – 80 % SoC

Ladedauer

30 min

Ladeleistung Ø

68,1 kW

Nachgeladene Energie

30,8 kWh

Nachgeladene Reichweite

213 km

Preis

Grundpreis

26.600 €

Testwagenpreis

36.540 €

Rabatt

4788 €

Steuer & Versicherung

Kfz-Steuer pro Jahr

0 €

KH / VK / TK Typklassen

18 / 26 / 28

KH / VK / TK Versicherung

734 / 1229 / 489 €

Wartung & Garantie

Serviceintervall

24 Monate / lt. Anzeige

Garantie Gesamtfahrzeug

7 Jahre / 150.000 km

Garantie Hochvolt-Akku

8 Jahre / 160.000 km

Garantie Lack / Rost

5 / 12 Jahre

Mobilitätsgarantie

unbegrenzt

* Breite inkl. Spiegel