Topdon ArtiDiag 500 im Test: Gute OBD2-Diagnose
Engagierte Schrauber:innen kommen nicht ohne ein kompetentes OBD2-Diagnosegerät aus. Der Topdon DiagArt 500 hat ihnen viel zu bieten. Test!
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Sehr empfehlenswert: Topdon ArtiDiag 500 im Test
Mechaniker:innen beginnen ihre Arbeit routinemäßig mit einer Diagnose. Dafür verbinden sie die OBD2-Schnittstelle des Autos mit einem Profi-Diagnosegerät, das leicht vierstellige Summen kosten kann, und lesen den Fehlerspeicher aus, um Defekten auf die Schliche zu kommen.
Mit preisgünstigeren Diagnosegeräten ist dieser Arbeitsschritt auch für ambitionierte Hobbyschrauber:innen machbar. Teils gibt es einfache OBD2-Scanner schon für unter 30 Euro. Das Topdon ArtiDiag 500 zählt mit seinem fünf Zoll messenden Touchscreen und einem Preis von rund 180 Euro (Stand: Juli 2026) schon zu den gehobenen Modellen. Dafür bietet das tabletähnliche Gerät mit dem gummibewehrten Gehäuse aber auch viele Funktionen.

Dank WLAN-Verbindung können Updates komfortabel und kabellos „over the air“ geladen werden, und zwar von über 70 Marken und Tausenden Modellen. Das funktionierte im Test problemlos, benötigt allerdings bei Marken mit vielen Modellen einige Minuten, da die Datenpakete sehr groß sein können. Die sehr zahlreichen Updates sind zwölf Monate nach der ersten Registrierung des ArtiDiag 500 kostenlos. Danach funktioniert das Gerät im vollen Umfang weiter, bekommt allerdings keine neuen Fahrzeugdaten oder Funktionserweiterungen mehr, solange man kein kostenpflichtiges Update erwirbt.
Sehr schön hingegen: Dank des großen internen Speichers von 32 GB kann man Datensätze von Dutzenden Marken zugleich auf dem Gerät installieren.
Das Login vor der Nutzung ist unnötig kompliziert
Die Bedienung des ArtiDiag 500 ist weitgehend selbsterklärend. Dennoch wäre eine ausführlichere, gedruckte Bedienungsanleitung in der mitgelieferten Transporttasche willkommen gewesen, zumal sich auch manche Übersetzungsfehler ins deutsche Menü eingeschlichen haben. Auch die Login-Barriere, bei der per Mail ein Freischaltcode übertragen wird, erscheint uns unnötig kompliziert.
Der auf Android basierende Scanner zapft über die OBD2-Schnittstelle die Steuergeräte von Motor, Getriebe, Airbags und Bremsen an und zeigt gegebenenfalls Fehlermeldungen an, die es erlauben, Probleme einzukreisen. Im Test funktionierte auch dies mit einer hohen Erfolgsquote. So spürte das ArtiDiag bei unseren Testautos zuverlässig gelockerte Steckverbindungen zu Rad- und Abgassensoren auf und wies auf eine fällige Inspektion hin.
Der Fehlerspeicher lässt sich nach der Diagnose und der Reparatur nicht nur löschen. Wer etwa seinen Ölwechsel selbst durchführt, kann mit dem Topdon-Scanner auch die Service-Intervallanzeige zurücksetzen und wird so nicht unnötig von Warnanzeigen auf dem Armaturenbrett genervt. Gleichermaßen erleichtert das Gerät den Belagwechsel einer elektronischen Parkbremse, das Anpassen des Lenkwinkels oder das Anlernen einer neuen Batterie oder von Reifendrucksensoren. Das ist einfach zu bewerkstelligen und kann Werkstattrechnungen vermeiden.
Bestimmte Daten – etwa die Bordspannung und die von den Lambdasonden gemessenen Werte - lassen sich live auslesen und speichern. Auch das kann verhindern, dass man bei der Abgasuntersuchung durchfällt, weil man von einem Defekt nicht unterrichtet war. Im Gegensatz zu Profi-Geräten kann man mit dem Topdon ArtiDiag 500 allerdings keine neuen Bauteile wie etwa Einspritzdüsen anlernen. Dennoch hat das Topdon-Diagnosegerät seinen Platz im riesigen Angebot an OBD2-Scannern. Mit seiner komfortablen Update-Funktion und dem großen Speicher eignet er sich insbesondere für die schnelle und doch gründliche Diagnose vor dem Gebrauchtwagenkauf.
Alternativen zum Topdon ArtiDiag 500
Das OBD2-Diagnosegerät Launch CRP123X ist etwas teurer als das Topdon ArtiDiag 500. Für den Mehrpreis gibt es aber auch zusätzliche Funktionen: So können Dieselfahrer:innen damit auch eine DPF-Regeneration starten oder die AdBlue-Warnleuchte resetten.
Innerhalb der Topdon-Modellpalette bietet das ArtiDiag 600S im Wesentlichen folgende Zusatzfunktionen: Neben dem Starten einer DPF-Regeneration lässt sich hier auch die ABS-Einheit entlüften. Zudem kann man mit dem Topdon ArtiDiag 600S Injektoren codieren.
So haben wir getestet
Wir haben das Topdon ArtiDiag 500 an drei verschiedene Testfahrzeuge angeschlossen, zwei Renault und einen Ford aus den Baujahren 2013 bis 2021. Die Wagen waren mit abgezogenen Steckern an je einem Raddrehzahlsensor und einer Lambdasonde präpariert. Alle Fehler hat das Gerät aufgespürt und nach erfolgter „Reparatur“, Löschen des Fehlerspeichers und erneutem Auslesen als behoben erkannt. Unplanmäßig hat das Gerät zudem einen defekten Reifendrucksensor aufgespürt.
Bewertet wurde neben dem Diagnoseumfang und der -tiefe auch die Handhabung des Topdon ArtiDiag 500. Dazu zählten die Menüführung, das Updaten und Einrichten des Geräts, und die Qualität der (extrem kurzen) Bedienungsanleitung.
FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Marke Produkt
Was kostet ein Update bei Topdon?
Zwölf Monate nach der ersten Registrierung des Geräts sind alle Updates kostenlos. Danach funktioniert das ArtiDiag 500 weiterhin im vollen Umfang. Für zusätzliche Funktionen oder Daten neuerer Fahrzeuge ist allerdings ein kostenpflichtiges Update notwendig, das pro Jahr je nach Umfang zwischen 46 und 154 Euro kostet.
Was kostet ein Auslesegerät?
Standalone-OBD2-Scanner gibt es schon für weniger als 30 Euro, Apps fürs Smartphone mit OBD2-Dongle sind teilweise sogar noch billiger zu haben. Profi-Software für Laptops, mit denen man auch Kennfelder und andere Funktionen in den Steuergeräten des Autos programmieren kann, kosten hingegen vierstellige Summen. Dazwischen gibt es ein weites Feld verschiedener Scanner, die sich je nach Bedienung (mit oder ohne Touchscreen), Diagnosetiefe, Markenabdeckung und Programmierbarkeit unterscheiden.
Fazit
Nur mit der korrekten Diagnose bekommt das Auto auch die passende Therapie. Auf halbem Weg zwischen Hobby- und Profigerät, vereint das Topdon ArtiDiag 500 einfache Bedienung, umfassende Diagnosewerkzeuge und einen tragbaren Preis. Wer gerne am eigenen Auto schraubt, ohne es gleich im Wochenrhythmus komplett zu zerlegen, kann mit diesem OBD2-Scanner von Topdon glücklich werden.














