Vorstellung

Ford GT40-Technik & V8-Transplantation: Mini als Muscle-Car

Überhänge auf Null, Antrieb auf Rennwagen, Optik auf Lastesel: Dieser Mini ist alles, aber sicherlich nicht mehr niedlich. Ein Produzent von Ford GT40-Replikas hat aus dem Kleinen einen Pick-up erschaffen, der seinen eigenen V8 auf der Pritsche spazieren fährt.

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Der Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor stehend von schräg vorne.
Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor Foto: Iconic Auctioneers

1994 baute ein Spezialist für Ford-GT40-Replikas diesen Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor auf. Gut 30 Jahre später wird das Einzelstück für 33.500 Euro angeboten.

Der Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor stehend von schräg hinten.
Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor Foto: Iconic Auctioneers

Der Pick-up-Aufbau dient nicht etwa für zusätzlichen Stauraum, sondern verdeckt lediglich den Leiterrahmen samt Fünfliter-V8.

Der Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor stehend von vorne.
Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor Foto: Iconic Auctioneers

Geblieben ist im Grunde nur das sympathische Gesicht, das aber etwas entgeistert aussieht in Anbetracht der Dinge, die man ihm im Zuge des Umbaus angetan hat.

Der Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor stehend seitlich.
Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor Foto: Iconic Auctioneers

Selbst üppig verlängert passte die Karosserie nur gerade so auf den GT40-Rahmen. Überhänge sind nicht existent.

Der Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor stehend von hinten.
Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor Foto: Iconic Auctioneers

Hinter dem gut 300 PS (221 kW) starken Smallblock reiht sich noch das Fünfgang-Getriebe ein.

Das Cockpit des Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor.
Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor Foto: Iconic Auctioneers

Dieses wird, wie beim GT40 üblich, über ein Schaltgestänge oberhalb des rechten Schwellers geführt.

Der Motor des Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor.
Mini Pick-up mit V8-Mittelmotor Foto: Iconic Auctioneers

Wenn der V8 einmal richtig loslegt, bricht hinter dem Mini die Hölle los.

"Ist das noch ein Mini?", möchte man in Anbetracht der längst aus den Kinderschuhen entwachsenen Modellfamilie rund um den Mini-Kult in den Raum werfen. Dabei könnte Mutter BMW viel härter auf die – Pardon – Kacke hauen, als man es mit Modellen wie dem 4,5 m langen und bis zu zwei Tonnen schweren Countryman derzeit tut.

Auf eine völlig andere Weise hat die Firma GT Development aus Großbritannien den Namen und das Ur-Modell des Mini gedehnt. Geblieben ist im Grunde nur dessen sympathisches Gesicht, das aber etwas entgeistert aussieht in Anbetracht der Dinge, die man ihm im Zuge des Umbaus angetan hat.

Der Power-Pick-up stammt weder aus den wilden 60ern, noch hat ihn die Restomod-Flut der Neuzeit angeschwemmt. Tatsächlich liegt er genau dazwischen – auch zeitlich. GT Developments gehörte in den 90ern zu den bekanntesten Firmen, welche die scheinbar nie abflauende Nachfrage nach Ford-GT40-Replikas bediente. Den LeMans-Helden baute sie mehr als 600 Mal nach. Offenbar hatte der Betrieb dennoch genug Kapazitäten und Komponenten übrig, um 1994 nebenbei einen klassischen Mini Countryman von 1979 zu brutalisieren.

Der Mini Countryman im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Ist das noch Mini? Pick-up-Umbau mit V8-Mittelmotor und GT40-Technik

Dafür schnitt GT Development dem Mini das Kombi-Heck ab, setzte die Überbleibsel seiner Karosserie auf den Leiterrahmen, den man sonst für die GT40-Replikas verwendete und bastelte ihm dann noch einen Pick-up-Aufbau, um ebenjenen Rahmen zu verdecken. Die Fahrt zum Baumarkt wäre mit ihm jedoch eher spaßig als ertragreich, denn statt einer Ladefläche verbirgt sich hinter der Fahrgastzelle lediglich ein Koloss von einem Triebwerk. Der V8-Mittelmotor entstammt ebenso aus dem GT40-Programm wie das dahinterliegende Fünfgang-Getriebe und dürfte dem Mini einen Vortrieb bescheren, von dem selbst ein heutiger JCW nur träumen kann. Gute 300 PS (221 kW) lässt der Fünfliter auf die Hinterreifen los, die wohl kaum mehr als eine Tonne Gewicht zu beschleunigen haben. 

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Mit Hinblick auf den brachialen Bumms des Pick-ups machen auch die aus Aluminium und GfK geformten Kotflügelverbreiterungen Sinn, deren Auswüchse allein schon dicker auftragen als die ehemaligen, mickrigen Serienreifen. Der vom Motorraum in den Innenraum ragende Überrollkäfig erzählt eine ähnliche Geschichte und führt uns in ein rennfertiges Cockpit, dem GT Development mit dem gewölbten Armaturenbrett trotzdem noch einen Hauch Mini-Flair erhalten hat. Ganz klar GT40 ist dagegen das beim Rechtslenker rechts über dem Türschweller stehende Getriebe-Gestänge.

Dieses gehört neben den Vergasern, hinteren Bremsen und weiteren Bauteilen zu den jüngsten Reparaturen am Mini Pick-up, die laut Auktionshaus Iconic Auctioneers umgerechnet 18.000 Euro verschlungen haben sollen. Dennoch blieb das rote Monstrum im März 2025 bei einem Schätzpreis von 36.000 bis 42.000 Euro stehen, sodass es nun für 33.500 Euro zum Verkauf steht. Ein Deal? Wir sagen es mal so: Ein nagelneuer Countryman kostet vier Riesen mehr...