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Im Vergleichstest: Kompakt-Kombis von Kia, Opel, Skoda & VW

Elmar Siepen Testredakteur

Sollen Platz, Praxispotenzial und Preis zusammenpassen, führt kein Weg an modernen Kompaktklasse-Kombis vorbei. Mit dem Kia Ceed Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer, Skoda Octavia Combi und dem VW Golf Variant haben wir gleich vier Vertreter zum Vergleichstest versammelt.

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Inhalt
  1. Im Vergleichstest: Kia Ceed Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer, Skoda Octavia Combi und VW Golf Variant
  2. Karosserie: Geringer Stauraum im Kia Ceed SW
  3. Fahrkomfort: Adaptive Dämpfer sind gut angelegtes Geld
  4. Motor/Getriebe: Hoher Verbrauch bei Opel und Kia
  5. Fahrdynamik: Beim Handling macht Skoda niemand etwas vor
  6. Umwelt/Kosten: Kia lockt mit Preis und Garantieleistung
  7. Technische Daten und Messwerte von Kia Ceed Sportswagon 1.5 T-GDI 48V DCT, Opel Astra Sports Tourer Hybrid, Skoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT mHEV und VW Golf Variant 1.5 eTSI

  8. Ergebnis in Punkten
  9. Fazit

 

Im Vergleichstest: Kia Ceed Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer, Skoda Octavia Combi und VW Golf Variant

Es ist mittlerweile fast 40 Jahre her: 1986 brachten Huey Lewis & The News ihren Hit "Hip to be square" heraus. Im Text geht es darum, dass es Sinn hat, nicht immer den neuesten Moden hinterherzulaufen und sich lieber mit ironischem Unterton als Spießer:in zu bezeichnen. Was das mit den vier Kompakt-Kombis unseres Vergleichstests zu tun hat? Eine ganze Menge, denn seit Jahrzehnten hält sich dieses Segment allen Moden zum Trotz in den Beststellerlisten und spricht erfolgreich Menschen an, die sich nicht von Marketing-Phrasen zum Kauf eines angesagten Lifestyle-Vehikels verleiten lassen, sondern stattdessen ein praktisches Fahrzeug mit hohem Alltagsnutzen zu bezahlbaren Preisen bevorzugen.

Ob das jetzt spießig ist oder nicht, vernünftig ist diese Entscheidung auf jeden Fall. Im Grunde genommen sind Kompakt-Kombis Alleskönner, wenn man sie an der Mehrzahl der Kundenbedürfnisse misst. Auch wenn unsere Kandidaten auf dem Parkplatz einer angesagten Bar mit Sicherheit kein Aufsehen erregen, können sich ihre inneren Werte sehen lassen. Wie lohnend es ist, mit diesen vier Lademeistern "square" zu sein und wer von ihnen die meisten Testpunkte holt, verraten wir auf den folgenden Seiten. Ein Vergleichstest zwischen dem Kia Ceed Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer, Skoda Octavia Combi und dem VW Golf Variant!
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Der Opel Astra Sports Tourer (2022) im Fahrbericht (Video):

 
 

Karosserie: Geringer Stauraum im Kia Ceed SW

Wer erfahren möchte, wie sich die Abmessungen von Automobilen in den letzten Jahren entwickelt haben, sollte sich einfach einmal in einem deutschen Parkhaus umsehen. Am besten einem, das in den siebziger oder achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts errichtet wurde. Da stehen Automobile dicht gedrängt, öffnende Türen produzieren leicht Kratzer oder Dellen in der Blechhaut der Parknachbarn, so eng ist das. Auf dem Weg dorthin wird zentimetergenau gezirkelt und manövriert – Kameras und Parksensoren sei Dank. Nein, die Parkhäuser sind nicht etwa geschrumpft, aber unsere Autos gewachsen. Das gilt auch für unsere kompakten Kombis, die mit Längen um 4,60 m so lang sind wie einst ein Mittelklasse-Kombi vom Schlage eines VW Passat aus den Neunzigern.

Auch wenn sie der Kompaktklasse angehören, bieten alle vier Testkandidaten im Innenraum ein gutes Raumangebot; mal mehr (Skoda und VW) mal weniger (Opel). Entscheidend für den Kombikauf dürfte jedoch der Laderaum sein. Hier markiert der Skoda Octavia Combi mit einem Volumen von 640 bis 1700 l die Spitze, während der Kia Ceed Sportswagon mit 512 bis 1581 l das Schlusslicht bildet. Sinn fürs Praktische beweisen alle vier Hersteller mit hinreichend dimensionierten Fächern unterhalb des Ladebodens, wo bei Bedarf Wertvolles oder Kleinkram vor ungewollten Blicken geschützt verstaut werden kann. Auch die Zuladekapazitäten im Vergleichstest können sich sehen lassen: Sie liegen zwischen 550 kg beim VW Golf Variant und 461 beim Kia Ceed Sportswagon.

Gruppenbild mit Blick von der Seite auf die fahrenden Kompakt-Kombis Kia Ceed Sportswagon, Opel Astra Sports Tourer, VW Golf Variant und Skoda Octavia Combi.
Foto: Frank Ratering

Ein Element der Sicherheitsausstattung erweist sich auf langen Strecken als besonders praktisch: Die Staufolge-Fahrfunktion, die dank Abstandsregeltempomat mit Stop & Go-Funktion in Kombination mit dem Spurhalteassistenten dafür sorgt, dass auch Schleichverkehr auf der Autobahn stressfrei bewältigt werden kann. Diese Funktion ist bei Kia und Opel Serie, Skoda und VW verlangen dafür 590 beziehungsweise 620 Euro Aufpreis. Dennoch sind Skoda und VW in Sachen Sicherheit bei Bedarf mit einer umfangreicheren Ausstattung am Start. So bieten weder Kia noch Opel hintere Seitenairbags oder einen praktischen Nothalte-Assistenten an. Wie schon in anderen Modellen der Marke nervt auch der Ceed Sportswagon sehr oft und offenkundig unmotiviert in unregelmäßigen Abständen mit dem
Gebimmel seiner Pausen-Aufforderung.

Ansonsten fällt er im alltäglichen Umgang nicht unangenehm auf. Im Gegenteil: Die intelligente Sprachbedienung ist eine echte Hilfe. Sinnvolle Details findet man auch im Opel Astra Sports Tourer, beispielsweise eine Ölstandsanzeige im Armaturenbrett. Die Bedienfelder auf dem Touchscreen könnten allerdings größer sein, und die Luftverteilung des Gebläses versteckt sich in einem Untermenü. Zudem bieten der Skoda Octavia Combi und der VW Golf Variant deutlich größere Bedienflächen. Der Slider für die Temperatureinstellung im Wolfsburger verdient allerdings nach wie vor Kritik.

 

Fahrkomfort: Adaptive Dämpfer sind gut angelegtes Geld

Nicht nur zu Ferienzeiten ist die Reisetauglichkeit ein wichtiges Kaufkriterium bei der Anschaffung eines Familienautos. Deren Tourentauglichkeit wird bekanntermaßen nicht unerheblich von den Komforteigenschaften bestimmt. Diesbezüglich können der Skoda Octavia Combi und der VW Golf Variant mit den besten Sitzgelegenheiten vorn aufwarten, was im Volkswagen extra berechnet wird. Der ergoActive-Sitz auf der Fahrerseite kostet beispielsweise 970 Euro. Dafür gibt es dann neben einer ausziehbaren Oberschenkelauflage auch eine insbesondere auf Langstrecken wohltuende Massage-Funktion. Hinzu kommt eine wirksame, verkrampfter Muskulatur erfolgreich vorbeugende Abstützung des Schulterbereichs. Mit der Straffheit der Polsterung kann man in beiden Fällen ebenfalls zufrieden sein.

Das gilt auch für den Opel Astra Sports Tourer. Dessen Sitzfläche ist neigungsverstellbar, allerdings in einem deutlich größeren Bereich als jene des Skoda Octavia Combi. Den so gewonnenen Vorteil verspielt der Rüsselsheimer aber wieder durch eine weit weniger ausgeprägte Seitenabstützung gegenüber den Modellen aus dem VW-Konzern. Die Sitze des Kia Ceed Sportswagon kennzeichnet zwar eine körpergerechte Ausformung, sie geizen aber bei der Oberschenkelauflage. Das registrieren auch die Personen im Fond, allerdings in noch stärkerem Maße auf der Rückbank des Opel. Wie es besser geht, zeigt der Skoda. Vorbildlich ist aber der Volkswagen: Die etwas höhere Sitzposition im Fond sorgt dafür, dass die Oberschenkel selbst größerer Mitfahrenden auf der gesamten Sitzfläche aufliegen und entspanntes Reisen ermöglichen.

In Sachen Akustik bleiben der Opel Astra Sports Tourer mit seinem schnarrenden Dreizylinder und der Kia Ceet Sportswagon mit seinem rau laufenden Vierzylinder in Erinnerung. Der Skoda Octavia Combi klingt am angenehmsten, während der VW Golf Variant mit hörbaren Abrollgeräuschen nervt.

Geht es um den Federungskomfort, zeigen sowohl Skoda als auch VW, dass die 910 beziehungsweise 1060 Euro für die adaptiven Dämpfer gut angelegt sind. Zwar taucht der Octavia Combi im "Comfort"-Modus auf Bodenwellen mit dem Heck relativ stark ein, zeigt sich aber deutlich schluckfreudiger als Astra Sports Tourer und Ceed Sportswagon. Der Golf Variant legt deutlich mehr Ausgeglichenheit an den Tag und vermag die Straßenunebenheiten vor allem an der Hinterachse besser herauszufiltern als der Kollege aus Tschechien. Der Grund: Wo der Skoda mit einer Verbundlenkerachse aufwartet, haben die Wolfsburger im Heck des VW eine sogenannte Mehrfachlenkerachse untergebracht, die Störeinflüsse besser kompensieren kann.

Der Opel gefällt zwar mit ausreichend sensiblen Reaktionen auf Bodenunebenheiten, lässt aber seine Passagier:innen mit teilweise heftigen Karosseriebewegungen stärker daran teilhaben als nötig. Der Kia federt nur wenig harmonischer. Auch mit voller Beladung ändern die Testkandidaten ihren Feder-Dämpfungscharakter nicht, büßen aber etwas von ihren Komforteigenschaften ein, was keine große Überraschung ist.

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Motor/Getriebe: Hoher Verbrauch bei Opel und Kia

Im Bemühen um weniger CO2-Emissionen ist die Hybridisierung der Verbrenner ein erfolgsversprechender Schritt. Infolgedessen ergänzen Kia, Skoda und VW ihre 1,5-l-Benziner um einen Riemen-Starter-Generator, während Opel bei seinem 1,2-l-Dreizylinder auf einen integrierten Starter-Generator setzt. Dieser beansprucht Platz im Gehäuse des Doppelkupplungsgetriebes, weshalb die Kraftübertragung des Rüsselsheimers mit sechs Gängen auskommen muss, während die Konkurrenten auf sieben Gänge zurückgreifen können. Der Elektro-Unterstützer im Kia Ceed Sportswagon 1.5 T-GDI 48V DCT leistet 12 kW (16 PS), der Skoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT mHEV und der VW Golf Variant 1.5 eTSI bauen auf 14 kW (19 PS) leistende Pendants. Am stärksten fällt der elektrische Support im Opel Astra Sports Tourer mit 15,6 kW (21 PS) aus. Das elektrisch erzeugte Drehmoment liegt im Astra bei 51 Nm, ähnlich wie bei VW und Skoda mit 50 Nm.

Der Antrieb des Opel mit seinen 145 System-PS wirkt recht flott und ausreichend druckvoll. Bis zur 100-km/h-Marke bleibt der Astra mit 9,8 s nur vier Zehntel hinter dem Ceed. Oberhalb der Richtgeschwindigkeit wird es beim Beschleunigen etwas zäher. Ein Effekt, der mit mehreren Personen an Bord noch deutlich ausgeprägter zum Vorschein kommt. Entsprechend werden die 210 km/h Höchstgeschwindigkeit nur mit langem Anlauf erreicht. Sparsam ist der Astra Sports Tourer dennoch nicht wirklich: 7,2 l Sprit sind auf 100 km fällig. Noch etwas durstiger ist der Ceed Sportswagon mit 7,3 l. Hinzu kommt, dass sein Verbrenner für Vierzylinder-Verhältnisse, wie bereits erwähnt, bezüglich der Laufkultur Luft nach oben zeigt. Eine weitere Eigenart des Kia-Antriebs: Das Doppelkupplungsgetriebe benötigt beim Anfahren eine Gedenksekunde, bis der Kraftschluss vollständig hergestellt ist. Diese Eigenart ist dem Opel zwar fremd, aber seine Schaltbox versucht es beim Gangwechsel häufig mit zu viel Gemütlichkeit.

Gruppenbild mit Blick von hinten auf die fahrenden Kompakt-Kombis Opel Astra Sports Tourer, Skoda Octavia Combi, VW Golf Variant und Kia Ceed Sportswagon.
Foto: Frank Ratering

Antriebsseitig fortschrittlicher unterwegs sind Skoda und VW. In beiden arbeitet der gleiche 150-PS-Motor (110 kW), der im Vergleich zu ihren Konkurrenten zwischen fünf und zehn PS mehr leistet und mit deutlich höherer Laufruhe beeindruckt: Bis an die Drehzahlgrenze enthält er sich nicht nur störender Vibrationen, sondern wirkt auch deutlich besser geräuschgedämmt. Mit seinen Fahrleistungen spielt er ebenfalls in einer anderen Liga. Nicht nur der Standard-Sprint gelingt mit 8,8 s schneller als bei Opel und Kia, auch die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 225 (Skoda) beziehungsweise 224 km/h (VW) auf einem höheren Niveau.

Bei den Messwerten in der Tabelle unten handelt es sich übrigens nicht um einen Fehler: Kurioserweise sind der Golf und der Octavia je nach Beschleunigungsmarke bis auf wenige Hundertstel im Vergleichstest identisch. Im Alltag hat man im Umgang mit Octavia Combi und Golf Variant etwas mehr Reserven und ist am Ende entspannter unterwegs, ohne beim Verbrauch draufzahlen zu müssen. Dank der je nach Drehzahl- und Lastzustand erfolgenden Abschaltung von zwei Zylindern erzielen die beiden einen Testverbrauch von jeweils 5,9 l pro 100 km – und damit den niedrigsten Spritkonsum des Quartetts.

 

Fahrdynamik: Beim Handling macht Skoda niemand etwas vor

Wer mit Kind und Kegel auf Tour geht, legt bekanntlich Wert auf ein fahrsicheres Fahrzeug. Diesbezügliche Erwartungen erfüllen alle Testkandidaten, denn provozierte Fahrfehler wie zu schnell angegangene Kurven oder simulierte Ausweichmanöver parieren alle auf einem recht hohen Niveau, was den gekonnt abgestimmten Fahrwerken im Zusammenwirken mit den effizient eingreifenden elektronischen Schleuderschutzsystemen zu verdanken ist. Charakterliche Unterschiede treten auf dem Slalom- und Handling-Parcours dennoch zutage.

Der Opel Astra Sports Tourer erfordert hier nur mittlere Lenkwinkel, setzt Richtungsänderungen aber nicht allzu agil um. An der Haftgrenze greift das ESP recht sanft ins Geschehen ein. Insgesamt eine runde, aber keineswegs sportliche Abstimmung. Demgegenüber spricht die Lenkung im Kia Ceed Sportswagon deutlich direkter auf eingeleitete Richtungsänderungen an. Gaslupfer in der Kurve lassen die Hinterachse etwas, aber nicht über Gebühr eindrehen, was der Handlichkeit des Koreaners guttut. Seine Traktion lässt aber zu wünschen übrig. Davon kann beim Skoda Octavia Combi keine Rede sein – der serienmäßigen und wirkungsvollen elektronischen Differentialsperre "XDS+" sei Dank.

Sucht man wirklich das Haar in der Suppe, findet man es in den deutlich ausgeprägteren Aufbaubewegungen – vor allem gegenüber dem Wolfsburger Konzernkollegen. Hier wirkt insbesondere die Zugstufe der Dämpfer straffer ausgelegt. Nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund der aufpreispflichtigen Progressiv-Lenkung lässt sich der VW Golf Variant spürbar zielgenauer dirigieren. Die Vorteile seiner optionalen 18-Zoll-Bereifung mit "sportlicher Fahrdynamik" kann der Variant allerdings in Handling und Slalom nicht so richtig ausspielen, denn sein ESC (ESP) greift recht früh und gefühlt eine Spur ruppiger ein als das im Octavia Combi. Besonders krass wird das in der Slalom-Prüfung deutlich, wo der Wolfsburger trotz der dynamischeren Anlagen fast 4 km/h langsamer ist als der Skoda.

Von den Bremsen gibt es dagegen nur Gutes zu berichten. Mit Bremswegen aus 100 km/h um die 34 m sowohl mit kalter als auch warmer Bremsanlage leisten die Verzögerungsanlagen Beachtliches. Dass der Golf Variant hier noch etwas besser abschneidet, dürfte auf das Konto seiner sportlichen Bereifung gehen. Das gilt auch für die Verzögerung aus 150 km/h: Hier schießt der VW mit 76,0 m abermals den Vogel ab. Erfreulich: Auch die Konkurrenten bleiben allesamt unter 80 m.

Vergleichstest So testet die AUTO ZEITUNG
So testet die AUTO ZEITUNG 5000 Punkte in fünf Kapiteln

 

Umwelt/Kosten: Kia lockt mit Preis und Garantieleistung

Günstig sind sie nicht, unsere kompakten Kombis, was angesichts der recht komplexen Technik aber wenig verwundert. Gleichwohl kristallisiert sich heraus, dass die aufgerufenen Preise keineswegs das letzte Wort sind. Da Rabatte tages- und nachfrageabhängig sind, halten wir uns an die Preislisten beziehungsweise Konfiguratoren, um möglichst objektiv vergleichen zu können.

Gleichwohl lohnt ein Blick in die Autokauf-Portale im Netz. Auf meinauto.de wurde der Opel Astra Sports Tourer zum Beispiel während unseres Tests mit einem Rabatt von 29,85 Prozent beworben. Selbst für den VW Golf Variant waren über 24 Prozent drin. Das zeigt, dass sich auch beim Händler das Feilschen lohnt. Weil sich Skodas Octavia Combi derzeit wie geschnittenes Brot verkauft, ist es kein Wunder, dass der Tscheche mit unserer Testmotorisierung bei den Rabatten nicht auftaucht. Nachfragen beim Händler kann sich trotzdem lohnen.

Am Ende seines Lebenszyklus steht der Kia Ceed Sportswagon. Deshalb haben die Koreaner mit der "Ultimate Edition" noch mal ein attraktives Paket geschnürt, was in diesem Vergleichstest zum günstigsten Grund- wie testrelevanten Preis von gut 33.000 Euro führt. Die Spitze unter den vier Testkandidaten markiert der VW Golf Variant mit knapp 41.000 Euro einschließlich der eingebauten testrelevanten Extras.

In puncto Wertverlust erleidet der Skoda Octavia Combi binnen vier Jahren laut Deutscher Automobil Treuhand (DAT) mit über 22.000 Euro den höchsten Wertverlust. Der Kia steht fast 3000 Euro besser da. Mit dem üppigen Garantiepaket (sieben Jahre auf die Technik) fährt der Koreaner den Kapitelsieg ein. Mit etwas Abstand folgt der Skoda, der die günstigsten Werkstattkosten und – zusammen mit dem Golf – die niedrigsten Spritkosten verursacht. Letztere sorgen dafür, dass der Opel im Kostenkapitel den letzten Platz belegt. Doch wer beim Neukauf erfolgreich verhandelt, erzielt über die Haltedauer ein deutlich besseres Ergebnis.

 

Technische Daten und Messwerte von Kia Ceed Sportswagon 1.5 T-GDI 48V DCT, Opel Astra Sports Tourer Hybrid, Skoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT mHEV und VW Golf Variant 1.5 eTSI


AUTO ZEITUNG 16/2025Kia Ceed Sportswagon 1.5 T-GDI 48V DCTOpel Astra Sports Tourer HybridSkoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT mHEVVW Golf Variant 1.5 eTSI
Technik
Motor4-Ventiler; 4-Zylinder, Turbo, Riemen-Starter-Generator4-Ventiler; 3-Zylinder, Turbo, integrierter Starter-Generator4-Ventiler; 4-Zylinder, Turbo, Zylinder-Abschaltung, Riemen-Starter-Generator4-Ventiler; 4-Zylinder, Turbo, Zylinder-Abschaltung, Riemen-Starter-Generator
Hubraum1482 cm³1199 cm³1498 cm³1498 cm³
Bohrung/Hub71,6 / 92,0 mm75,0 / 90,5 mm74,5 / 85,9 mm74,5 / 85,9 mm
Leistung bei140 PS (103 kW) bei 5500 U/min136 PS (100 kW) bei 5500 U/min150 PS (110 kW) bei 5000 – 6000 U/min150 PS (110 kW) bei 5000 – 6000 U/min
Max. Drehmoment bei253 Nm bei 1500 – 3000 U/min230 Nm bei 1750 U/min250 Nm bei 1500 – 3500 U/min250 Nm bei 1500 – 3500 U/min
Leistung E-Motoren vorne / hinten12 kW (16 PS) / –15,6 kW (21 PS) / –14 kW (19 PS) / –14 kW (19 PS) / –
Batteriek. A.Lithium-IonenLithium-IonenLithium-Ionen
Systemleistungk. A.145 PS (107 kW)150 PS (110 kW)150 PS (110 kW)
Spannung / Kapazität netto48 V / k. A.48 V / 0,43 kWh48 V / 0,2 kWh48 V / 0,2 kWh
Gewichte
Leergewicht (Werk/Test)1362 / 1416 kg1379 / 1459 kg1328 / 1405 kg1357 / 1420 kg
Zulässiges Gesamtgewicht1880 kg1990 kg1930 kg1970 kg
Maße (L/B/H)4605/1800 (2055)*/– mm4642/1860 (2059)*/– mm4698/1829 (2004)*/– mm4633/1789 (2078)*/– mm
Kofferraumvolumen512 - 1581 l597 - 1634 l640 - 1700 l611 - 1642 l
Effektive Zuladung464 kg531 kg525 kg550 kg
Dachlast / Stützlast80 / 75 kg75 / 70 kg75 / 80 kg75 / 80 kg
Fahrleistungen
0 - 30 km/h2,1 s2,2 s1,9 s1,9 s
0 - 50 km/h3,7 s3,8 s3,4 s3,4 s
0 - 60 km/h4,5 s4,6 s4,2 s4,2 s
0 - 70 km/h5,5 s5,8 s5,1 s5,1 s
0 - 80 km/h6,8 s7,0 s6,3 s6,3 s
0 - 90 km/h8,1 s8,3 s7,5 s7,5 s
0 - 100 km/h9,4 s9,8 s8,8 s8,8 s
0 - 120 km/h13,0 s13,7 s12,1 s12,2 s
0 - 140 km/h17,4 s18,5 s16,1 s16,1 s
Höchstgeschwindigkeit197 km/h210 km/h225 km/h224 km/h
Handling (Rundenzeit)1:51,5 min1:50,1 min1:49,4 min1:49,3 min
Slalom (18 m Pylonenabstand)64,0 km/h61,6 km/h65,7 km/h62,0 km/h
Bremswege
100 km/h kalt / warm34,6 / 34,1 m34,3 / 34,5 m34,9 / 34,5 m33,9 / 33,8 m
50 km/h / 150 km/h kalt9,1 / 77,9 m9,2 / 76,8 m8,9 / 78,5 m8,9 / 76,0 m
Innengeräusche
bei 50 km/h59 dB(A)60 dB(A)59 dB(A)62 dB(A)
bei 100 / 130 km/h68 / 71 dB(A)67 / 71 dB(A)66 / 70 dB(A)69 / 72 dB(A)
Verbrauch & Emissionen
Testverbrauch7,3 l / 100 km7,2 l / 100 km5,9 l / 100 km5,9 l / 100 km
WLTP-Verbrauch6,0 l / 100 km5,1 l / 100 km5,0 l / 100 km5,2 l / 100 km
CO₂-Ausstoß (Test / WLTP)173 / 137 g/km166 / 115 g/km140 / 114 g/km140 / 118 g/km
Reichweite gesamt684 km742 km810 km847 km
Preise
Grundpreis31.690 €34.310 €36.860 €37.030 €
Bewerteter Preis (inkl. Optionen)33.080 €38.330 €38.590 €40.995 €
Wartung, Rabatt & Wertverlust
Werkstattkosten (jährlich)700 €717 €516 €628 €
Rabattk.A.29,85 % / 10.242 €k.A.24,35 % / 9017 €
Wertverlust nach 4 Jahren (20.000 km/Jahr)61,1 % / 19.363 €62,0 % / 21.272 €60,3 % / 22.227 €58,5 % / 21.663 €
Versicherung & Steuern
Typklassen (HP / VK / TK)15 / 18 / 2016 / 21 / 2111 / 18 / 2111 / 16 / 20
Versicherungskosten (HP / VK / TK)690 / 760 / 141 €729 / 899 / 153 €488 / 760 / 153 €488 / 683 / 141 €
Abgasnorm / Steuer pro JahrEuro 6e / 119 €Euro 6e / 64 €Euro 6e / 68 €Euro 6e / 76 €
 

Ergebnis in Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)Kia Ceed Sportswagon 1.5 T-GDI 48V DCTOpel Astra Sports Tourer Hybrid
Karosserie (1000)600601
Fahrkomfort (1000)672656
Motor/Getriebe (1000)622632
Fahrdynamik (1000)668663
Eigenschaftswertung (4000)25622554
Kosten/Umwelt (1000)412358
Gesamtwertung (5000)29742912
Platzierung34
Gesamtbewertung (max. Punkte)Skoda Octavia Combi 1.5 TSI ACT mHEVVW Golf Variant 1.5 eTSI
Karosserie (1000)658662
Fahrkomfort (1000)713722
Motor/Getriebe (1000)697701
Fahrdynamik (1000)689694
Eigenschaftswertung (4000)27572779
Kosten/Umwelt (1000)371362
Gesamtwertung (5000)31283141
Platzierung21

 
Elmar Siepen Elmar Siepen
Unser Fazit

Dem Opel Astra Sports Tourer fehlt es an Platz im Fond, Zuladung und Anhängelast. Auch Komfort und Fahrdynamik bleiben überschaubar. Zudem ist der Astra nicht gerade günstig: Platz vier. Als ältester Testkandidat kann der reichhaltig ausgestattete Kia Ceed Sportswagon vor allem kostenseitig überzeugen. Ansonsten zeigt der Test, dass er nicht mehr der Jüngste ist: Platz drei. Der sparsame Raumriese Skoda Octavia Combi landet auf Platz zwei, während sich der VW Golf Variant trotz des gesalzenen Preises den Sieg in diesem Vergleichstest sichern kann – mit sehr gutem Komfort und den kürzesten Bremswegen.

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