Führerschein: Kosten Praxis/Theorie; Probezeit Das kosten die Fahrstunden

von Christina Finke 15.01.2021
Inhalt
  1. Führerschein: So setzen sich die Kosten zusammen
  2. Praxis in der Fahrschule: Das kosten die Fahrstunden
  3. Führerscheinkosten: Angebote mehrerer Fahrschulen vergleichen
  4. So Kosten für den Führerschein einsparen
  5. Den Führerschein vor der Prüfung beantragen
  6. Diese Gebühren fallen für die Führerscheinprüfung an
  7. Durch die Führerscheinprüfung gefallen: zusätzliche Kosten
  8. Führerscheinprüfung bestanden: So lange gilt die Probezeit
  9. Führerschein: Das sollten Fahrschüler:innen während der Corona-Krise wissen

Welche Kosten für den Erwerb des Führerscheins anfallen, ist im Vorfeld nur schwer zu kalkulieren. Wir informieren über Praxis und Theorie in der Fahrschule, die Probezeit und das Beantragen des Führerscheins. Außerdem: Diese Regeln gelten während der Corona-Krise!

Welche Kosten für den Erwerb des Führerscheins anfallen, lässt sich vor Beginn der Ausbildung in der Fahrschule nicht exakt berechnen. Denn: Die Grundbedingungen und Preise sind abhängig von Bundesland, Fahrschule, Führerscheinklasse, Region und individuellem Talent. Nur einige wenige Posten sind genau vorhersehbar. Um sich trotzdem vorab einen groben Eindruck verschaffen zu können, erklärt die AUTO ZEITUNG, wie sich die Kosten für den Führerschein zusammensetzen und ob es Möglichkeiten gibt, Geld einzusparen. Darüber hinaus informieren wir über Praxis und Theorie in der Fahrschule, die Probezeit und das Beantragen des Führerscheins. Außerdem: Diese Regeln gelten in Fahrschulen während der Corona-Krise. Mehr zum Thema: Alles zum Motorradführerschein

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Führerschein: So setzen sich die Kosten zusammen

Die Kosten für den Führerschein setzen sich aus zahlreichen Posten zusammen, die zum Großteil abhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen sind. Sie variieren je nach Bundesland, Fahrschule und sogar zwischen Großstadt und Land. Zunächst einmal wird von Fahrschulen eine Grundgebühr erhoben, mit der Verwaltung sowie theoretischer Unterricht (12 Doppelstunden á 90 Minuten für Grundstoff, 2 Doppelstunden á 90 Minuten für Zusatzstoff) abgedeckt sind. Auch Kosten für Lernmaterialien wie Online-Zugänge für Führerschein-Apps, Bücher oder Online-Medien sollten Fahrschüler:innen einkalkulieren. Außerdem fallen Ausgaben für einen Erste-Hilfe-Kurs (Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort) und Passbilder an, die abhängig vom jeweiligen Anbieter sind. Auch die Verwaltungsgebühren der zuständigen Behörde für das Beantragen des Führerscheins können je nach Bundesland und Führerscheinklasse variieren. Für den benötigten Sehtest wird eine gesetzliche Gebühr von 6,43 Euro erhoben. Auch für die Vorstellung zur Führerscheinprüfung müssen Fahrschüler:innen zahlen und dann kommen noch die Gebühren der Prüforganisationen für die Prüfungen in Theorie und Praxis hinzu.

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Praxis in der Fahrschule: Das kosten die Fahrstunden

Ein ebenfalls kaum absehbarer Faktor bei den Führerscheinkosten sind die Fahrstunden im Zuge der Praxiseinheiten. Da Fahrschulen keiner Gebührenordnung unterliegen, können sie alle ihre eigenen Preise festlegen. Fahrschüler:innen sollten aber zwischen 20 und 45 Euro pro Regelfahrstunde und mit etwa 50 bis 60 Euro pro Sonderfahrstunde rechnen. Eine vorgeschriebene Stundenanzahl für normale Fahrten gibt es nicht, weshalb sie teils stark variieren kann. Ausschlaggebend ist dabei nicht nur das Talent, sondern auch der Ort, an dem die Fahrstunden absolviert werden: Fahrschüler:innen in Großstädten benötigen häufig mehr Stunden als diejenigen, die auf dem Land wohnen – schließlich müssen sie sich im unübersichtlichen Stadtverkehr zurechtfinden. Zusätzlich zu den Regelfahrstunden sind insgesamt mindestens zwölf Sonderfahrstunden á 45 Minuten vorgeschrieben: drei Nachtfahrten, vier Autobahnfahrten und fünf Überlandfahrten.

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Führerscheinkosten: Angebote mehrerer Fahrschulen vergleichen

Da jede Fahrschule ihre eigenen Preise festlegt, kann es sich lohnen die Angebote verschiedener Fahrschulen miteinander zu vergleichen. Teilweise lassen sich die Kosten für Fahrstunden sowie die Grundgebühr auf den Webseiten einsehen. Für diesen Vergleich sollten sich Fahrschüler:innen Zeit nehmen und sich die Kosten genau erläutern lassen. Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände nennt folgende Richtwerte, die zur ersten, groben Einschätzung des finanziellen Gesamtpakets einer Fahrschule dienen sollen:

  • Der Grundbetrag sollte nicht höher als das Zehnfache einer normalen Fahrstunde sein
  • Sonderfahrten sollten nicht mehr als das Eineinhalbfache von Normalfahrstunden kosten
  • Die Kosten für die Vorstellung zur theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung sollten insgesamt das Fünffache der Kosten für eine Fahrstunde nicht überschreiten
  • Verlangt die Fahrschule nach nicht bestandener Theorieprüfung einen Teilgrundbetrag sollte auch dieser nicht mehr als das Fünffache einer Fahrstunde kosten

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So Kosten für den Führerschein einsparen

Am ehesten können Fahrschüler:innen Kosten für den Führerschein einsparen, wenn sie sich Lernmaterial bei Freund:innen oder Bekannten ausleihen. Andere Versuche, Kosten für den Führerschein einzusparen, können schnell nach hinten losgehen. Wer etwa aus Kostengründen die ein oder andere Fahrstunde weniger nimmt und deswegen durch die Prüfung fällt, gibt am Ende wegen erneut zu entrichtender Prüfungsgebühren und zusätzlicher Fahrstunden unterm Strich mehr aus. Um die Anzahl der Fahrstunden zu minimieren, können lediglich private Übungsstunden auf dem Verkehrsübungsplatz helfen. Wer Kosten einsparen will, sollte prinzipiell auf gute Vorbereitung setzen, bei jeder Übungsstunde versuchen möglichst viel zu lernen und bei Unklarheiten Fragen stellen.

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Den Führerschein vor der Prüfung beantragen

Um zur Führerscheinprüfung zugelassen zu werden, muss der Führerschein vorher bei der zuständigen Behörde beantragt werden. Diese Zuständigkeiten können je nach Bundesland, Stadt oder Gemeinde variieren: So kann etwa das Einwohnermeldeamt, das Straßenverkehrsamt oder auch die Kreisbehörde verantwortlich sein. Am besten ist es, dies bei der jeweiligen Fahrschule in Erfahrung zu bringen. Diese übernimmt manchmal auch das Beantragen, dann sind die Kopien der benötigten Dokumente einzureichen. Zu den notwendigen Papieren gehören ein gültiger Personalausweis oder Reisepass, ein aktuelles biometrisches Foto sowie eine Bestätigung der Fahrschule. Für die Führerscheinklassen A, A1, A2, B, BE, L, AM und T wird zudem eine Teilnahmebestätigung über eine Unterweisung in "lebensrettenden Sofortmaßnahmen", auch Erste-Hilfe-Kurs genannt, für das Beantragen des Führerscheins benötigt. Hinzu kommt noch eine Sehtest-Bescheinigung, die nicht älter als zwei Jahre sein darf. Und wer sich für das Begleitete Fahren entscheidet, sollte darüber hinaus noch Personalien, Unterschrift sowie Kopien des Personalausweises und des Führerscheins der jeweiligen Begleitpersonen parat haben.

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Diese Gebühren fallen für die Führerscheinprüfung an

Bei der theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung können Fahrschüler:innen unabhängig von Region und Fahrschule mit festen Beträgen kalkulieren. Die Gebühren für die theoretische Prüfung am PC betragen 22,49 Euro – unabhängig davon, welche Führerscheinklasse erworben wird. Anders sieht es bei den Gebühren für die Praxis aus – sie unterschieden sich von Klasse zu Klasse und wurden zum Jahreswechsel 2021 mit der Änderung der praktischen Prüfung angehoben. Für Klasse A (Motorrad) werden nun beispielsweise 145,56 Euro statt bislang 121,38 Euro fällig, für die Klasse B (Auto) sind es nun 116,93 statt 91,75 Euro.

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Durch die Führerscheinprüfung gefallen: zusätzliche Kosten

Wer durch die Führerscheinprüfung gefallen ist – egal ob in der Theorie oder der Praxis –, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Zum einen können Fahrschulen einen sogenannten Teilgrundbetrag für das Weiterführen der Ausbildung erheben. Allerdings nur dann, wenn dies im mit der Fahrschule geschlossenen Ausbildungsvertrag festgehalten ist und in der Preisinformation der Fahrschule ausgewiesen wurde. Außerdem werden auch die Gebühren für Tüv oder Dekra bei Wiederholen einer Prüfung erneut im vollen Umfang fällig. Zudem müssen Fahrschüler:innen, die durch die praktische Prüfung gefallen sind, weitere Fahrstunden nehmen. Das kann vor allem dann teuer werden, wenn Fahrschulen einen höheren Satz für die sogenannten "Nachschulungsstunden" in Rechnung stellen.

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Führerscheinprüfung bestanden: So lange gilt die Probezeit

Wer seine Führerscheinprüfung in Theorie und Praxis bestanden hat, sollte die zweijährige Probezeit im Blick haben. Denn beim erstmaligen Erwerb der Fahrerlaubnis wird der Führerschein nur "auf Probe" erteilt. So gilt etwa während der Probezeit nicht die ansonsten übliche Promillegrenze von 0,3, sondern von strikten 0,0. Die Missachtung der Verkehrsregeln kann im Verhältnis gesehen schwerwiegende Konsequenzen haben.

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Führerschein: Das sollten Fahrschüler:innen während der Corona-Krise wissen

Während der Corona-Krise waren die Fahrschulen vorübergehend dicht und auch Fahrprüfungen waren von Mitte März 2020 an für mehrere Wochen zunächst eingeschränkt und schließlich nahezu bundesweit nicht möglich. Im Mai 2020 einigten sich TÜV-Verband VdTÜV, die Dekra, die Bundesvereinigung für Fahrlehrerverbände und die Interessenvereinigung "Moving" sich dann auf Leitlinien für die Prüfungen. Im Fokus steht die Minimierung des Infektionsrisikos für Bewerber:innen und Fahrlehrer:innen. So enthält das Dokument vor allem Leitlinien zu Hygiene- und Abstandsregelungen sowohl bei der theoretischen als auch bei der praktischen Fahrerlaubnisprüfung. So sollen etwa Prüfungsfahrten nur dann stattfinden, wenn alle Personen im Auto eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Da sich Beschränkungen während der Corona-Krise auch weiterhin stetig ändern können, sollten sich Betroffene unbedingt bei ihrer Fahrschule über die aktuellen Regelungen informieren. Denn all diejenigen, die gerade auf dem Weg in Richtung Führerschein sind und immer noch keine Prüfungen in Theorie und Praxis absolvieren können, stehen auch weiterhin vor gewissen Herausforderungen. Zwar verfallen bisher erbrachte Leistungen wie etwa absolvierte Nachtfahrten im Zweifel nicht. Aber: Fahrlehrer:innen müssen sich vor der späteren Prüfung davon überzeugen, dass die Kenntnisse auch noch vorhanden sind. Dieter Quentin von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände geht davon aus, dass Fahrschüler:innen nach der Zwangspause das Fahrgefühl schnell wieder erlangen können. Vermutlich werde man aber ein, zwei Extra-Stunden benötigen. Gleichzeitig rät er davon ab, nach der Pause direkt die Fahrprüfung zu machen: "Nach mehreren Wochen ohne Fahrstunde geht man in der Prüfung sicherlich baden." Bei der theoretischen Führerschein-Prüfung gibt es ein ganz anderes Problem: Die praktische Ausbildung muss nämlich eigentlich spätestens ein Jahr nach der erfolgreichen Theorieprüfung beendet sein – sonst muss man sie wiederholen. Aufgrund der Corona-Krise wurde diese Frist jedoch um sechs Monate verlängert. Führerschein-Anwärter:innen haben nun eineinhalb Jahre Zeit, um nach der Theorie auch die Praxis zu meistern.

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