Freedo RV 636 HT: Preis & Ausstattung des 6,4-m-Campervans
Der polnische Hersteller Affinity RV gliedert drei Modelle als eigene Marke aus – eines von ihnen ist der 6,36 m lange Freedo RV 636 HT. Das separierte Fahrerhaus und die unauffällige Optik sollen ihn zum „Undercover-Camper“ machen. Das sind der Preis, die Ausstattung und die ungewöhnliche Grundrissaufteilung.
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Preis: Freedo RV 636 HT ab 72.590 Euro
Bei Selbstausbauer:innen ist das separierte Fahrerhaus geläufig – schließlich dient hier oft der Standard-Transporter mit Trennwand zwischen Laderaum und Kabine als Umbaubasis. Anders sieht das in der Regel bei professionell zum Campervan transformierten Fahrzeugen aus, wo das Fahrerhaus als fester Bestandteil des Wohnraums zählt und dessen Sessel sich durch Drehen schnell in die Sitzgruppe integrieren lassen. Die gängigen Wohnmobil-Bauarten erklären wir hier. In Polen wagt man jedoch nun einen neuen Weg. Wieso nicht Fahrerhaus vom Wohnraum trennen? Affinity RV machte Anfang 2025 mit den drei Grundrissen 541, 599 und dem Freedo RV 636 aus diesem Ansatz gleich eine ganze Marke, bestehend aus den ehemaligen „Freedom“-Modellen, die bislang unter dem Affinity-Markennamen geführt wurden.
Alle drei Modelle bauen auf dem Fiat Ducato und setzen jeweils auf die Radstände mit 5,41 m, 5,99 m und 6,36 m Außenlänge des Italo-Vans – daher auch die Grundrissnamen. Der lange Freedo RV 636 HT mit quer eingebauter Küche an der Trennwand zum Fahrerhaus, der mindestens 72.590 Euro (Stand: Januar 2026) kostet, bietet zwar wie die kurzen Grundrissgeschwister je drei Schlaf- und Sitzplätze, dafür aber deutlich mehr Platz.
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Innenraum: Kein Durchgang zum Fahrerhaus
Das Auffälligste am Innenraum des Freedo RV 636 HT ist zweifelsohne die fehlende Anbindung zum Fahrerhaus. Während etwa der Freedo RV 599 LU oder der 636 LT immerhin eine Schiebetüre zwischen Wohnraum und Cockpit haben, befindet sich auf der Rückseite der Trennwand direkt die Küchenzeile im 636 HT sowie im kurzen 541 HT. Das Fahrerhaus kommt dagegen mit einem ebenfalls ungewohnten Feature eines Profi-Ausbaus: einer optionalen Dreier-Sitzbank à la Handwerker-Van.
Im Wohnraum fällt der Wegfall des Fahrerhauses rein optisch zunächst kaum auf. Helle Oberflächen, Holzelemente an Decken und Möbeln, direkte wie indirekte LED-Beleuchtung und große Dachhauben lassen den Innenraum hell und einladend wirken und täuschen auch über die fehlenden Seitenfenster an Sitzgruppe und Bett hinweg. Auf diese verzichtet der polnische Campervan für mehr Anonymität im Großstadtdschungel. Auch Trennwand und das zurückhaltende Äußere mit dezenter Folierung soll dazu beitragen, dass der Van im Stadtverkehr mehr oder weniger Undercover im Lieferwagen-Allerlei untergeht – eine Form von passivem Einbruchsschutz.

Sitzgruppe und Schlafplätze
An Wohnkomfort soll das jedoch nichts ändern. Über das Fehlen der Front-Dinette tröstet die optional zum Einzelbett (172 x 62 cm) umbaubare Mittelsitzgruppe hinweg. Sie besteht aus zwei Sitzbänken, der Tisch versteckt sich unter dem Lattenrost des Heckbetts und dreht sich bei Bedarf mittig in Position. Ungewöhnlich für einen Kastenwagen mit 6,36 m Länge ist das Doppelbett im Heck. Während Einzelbetten hier eigentlich die Norm sind, muss beim Freedo RV 636 HT mit einem Festbett (192 x 140 cm) Vorlieb genommen werden. Der so gewonnene Platz kommt jedoch dem Bad zugute.
Küche

Die Küche des Freedo RV 636 HT steht – ungewöhnlich für Kastenwagen – quer zur Fahrtrichtung und an die Trennwand geschmiegt. Zwischen Bad und Schiebetür bleibt natürlich nicht viel Platz, weshalb sich der Van mit einer Schubladen-Arbeitsflächenerweiterung über dem Kompressor-Kühlschrank (70 l) behilft. Gekocht wird auf einem Zweiflammen-Gaskocher, daneben ist eine abdeckbare Spüle in der Arbeitsfläche eingelassen.
Bad
Hier versteckt sich das heimliche Highlight des RV 636 HT. Von allen Freedo-Vans kommen hier am ehesten die Camper:innen auf ihre Kosten, die eine geräumige Nasszelle suchen. Die Duschkabine lässt sich komplett vom Waschraum separieren. Klappwaschbecken und das darunter platzierte Kassetten-WC kennt man bereits aus den anderen Kastenwagen von Freedo. Stauraum bietet ein Spiegelschrank. Ein Dachfenster mit integriertem Elektro-Lüfter sorgt für Licht und Frischluft in der Nasszelle. Die gängigen Nasszellen-Varianten in Campern erklären wir hier im Detail.
Bordtechnik und Stauraum

An Bordtechnik hat der Freedo RV 636 HT unter anderem bereits serienmäßig eine Wohnraumbatterie mit 130 Ah Speicherkapazität an Bord. Damit ließe sich auch der optionale Elektroheizstab der Heizung betreiben – ab Werk setzt der Freedo-Campervan auf eine Truma Combi 6-Gasheizung. Eine Solaranlage erweitert den Aktionsradius ohne Landstrom und die auf bis zu 200 vergrößerbaren, optionalen Lithium-Stromspeicher tun hierfür ihr Übriges.
Trotz Quer-Doppelbett bietet der RV 636 HT eine ordentlich dimensionierte Heckgarage. Demontiert passen hier auch Fahrräder hinein, höhere Transportgüter können dank wegklappbarem Lattenrost ebenfalls mitgenommen werden. Bodentiefe Schränke sind dagegen aufgrund des großen Badezimmers nicht vorhanden, über der linken Sitzbank bleiben jedoch Ablagen. Dachstauschränke ziehen sich an beiden Fahrzeugseiten bis ins Heck.
Besonderheiten auf einen Blick
Drei Sitzplätze im Fahrerhaus
Unauffällige Optik
Hochwertig anmutende Wohnraum-Materialien
Große Nasszelle mit separater Duschkabine
Technische Daten des Freedo RV 636 HT
Basisfahrzeug: Fiat Ducato
Motorisierung: 2,2-l-Turbodiesel mit 140 PS (103 kW); opt. 180 PS (132 kW)
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe; opt. Achtstufen-Automatikgetriebe
Zulässige Gesamtmasse: 3500 kg
Maße (L/B/H): 6,36 m/2,29 m/2,64 m
Stehhöhe: 1,89 m
Gurt-/Schlafplätze: 3/3





















