Einzeltest

Cupra Raval: Elektro-Kleinwagen überrascht im großen Test

Jetzt hat auch Europas größter Autobauer Volkswagen einen Elektro-Kleinwagen am Start: Der Cupra Raval ist der Auftakt für eine markenübergreifende Kleinwagen-Familie – im Test der 
Raval Endurance mit 52-kWh-Akku.

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Blick von der Seite auf den fahrenden Cupra Raval Endurance (2026).
Blickfang: aufregendes Raval-Design – aber auch zeitlos? Foto: Frank Ratering
Blick von hinten auf den fahrenden Cupra Raval Endurance (2026).
Kein Kleinwagen Feeling: Der Raval liegt satt und dynamisch abgestimmt auf der Straße. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Cupra Raval Endurance (2026).
Die großen, digitalen Instrumente gefallen – die Touchslider der Klimaanlage weniger. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Cupra Raval Endurance (2026).
Trotz fixer Kopfstützen bieten die Sitze einen hohen Sitzkomfort. Foto: Frank Ratering
Blick auf den Infotainmentbildschirm im Innenraum des Cupra Raval Endurance (2026).
Die Spanier rüsten den Raval Endurance mit einem 12,9 Zoll großen Infotainment-Bildschirm aus, der sich dank schneller Rechenleistung und logischem Aufbau gut bedienen lässt. Ein empfehlenswertes Extra ist die Navi-Funktion für 750 Euro, die dem Raval eine versierte Ladeplanung beschert. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Cupra Raval Endurance (2026).
Im Fond des Fünftürers sitzt man überraschend bequem. Foto: Frank Ratering
Blick in den Kofferraum des Cupra Raval Endurance (2026).
Der Kofferraum schluckt beeindrucken de 441 l. Edge Pack mit variablem Boden. Foto: Frank Ratering
Blick in den (Elektro-)Motorraum des Cupra Raval Endurance (2026).
Der brandneue MEB+-Baukasten dreht das MEB-Prinzip um: Antrieb vorn statt hinten. Das senkt die Kosten und schafft neue Möglichkeiten. Foto: Frank Ratering
Detailansicht auf die versenkbaren Türgriffe des Cupra Raval Endurance (2026).
Kein Fortschritt: Bevor es losgeht müssen zuerst die versenkten Griffe ausfahren. Foto: Frank Ratering

Der Cupra Raval Endurance im Test

Der VW-Konzern bleibt sich treu: Statt neue Trends zu setzen, lässt man sich lieber Zeit und anderen den Vortritt. Sobald sich ein Markt auftut, überholt man die Konkurrenz gern verspätet mit perfektionierten Produkten. Ob Touran, Tiguan oder jetzt der Cupra Raval: Das „Spätzünden“ hat System – und bislang überwiegend Erfolg. Als Wegbereiter für den spanischen Elektro-Knirps dürfen Mini Electric und Renault 5 gelten, die bewiesen haben, dass stromernde Kleinwagen definitiv eine Daseinsberechtigung haben.

Die Schwierigkeit liegt einmal mehr im „Besser-Machen“ – denn allein der Antriebskomfort von Elektroautos bietet nur wenig Raum für Verbesserungen. Der Cupra Raval ist das erste Produkt, das auf der MEB+-Plattform fußt, die für kleine Fahrzeuge optimiert wurde. Der größte Unterschied zur bekannten MEB-Architektur ist der Wechsel von Heck- auf Frontantrieb – wie es die etablierte Konkurrenz bereits vorgemacht hat. Mit einer Außenlänge von knapp vier Metern bleibt der Raval erfreulich kompakt – die leicht van-artigen Proportionen erlauben dennoch ein ausgeklügeltes Raumkonzept. Weil vorn der Motor sitzt, fehlt ein Frunk. Die Spanier:innen gönnen ihrem Kleinsten stattdessen ein riesiges Fach unter dem variablen Kofferraumboden, das weit mehr als das obligatorische Ladekabel aufnimmt.

Anders als die VW-Konkurrenten setzt Cupra auf eine Verbundlenker- statt eine Mehrlenkerachse hinten. Dass das kein Nachteil sein muss, zeigt der Raval im Test auf der Straße. Er ist grundsätzlich von straffer Natur, liegt dafür aber auch ausgewogen und neutral auf dem Asphalt. Eine Besonderheit in dieser Klasse sind adaptive Dämpfer – dem Testwagen in Endurance-Konfiguration fehlen sie allerdings. Doch auch hier passt die Abstimmung: Der Cupra ist im Alltag ausreichend umgänglich. Dass er Kanten recht schroff verarbeitet, kann man ihm verzeihen – ebenso dass seine Federn und Dämpfer besser mit weniger, denn mit erhöhter Zuladung an Bord zurechtkommen. Kleinwagen werden schließlich nur in Ausnahmefällen als Lastesel gebraucht.

Der Cupra Raval VZ (2026) im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Kein bloßes Marketing: Der Raval weckt Emotionen

Dank seiner serienmäßigen Progressivlenkung schreibt der Cupra Raval ohnehin Fahrspaß deutlich größer. Die Lenkung vermittelt im Test ein prima Gefühl für die Vorderachse und gefällt obendrein mit angenehm kleinen Lenkwinkeln. Dank ordentlich Elektro-Schub ist auch für mehr als ausreichend Längsdynamik gesorgt. Wer gern schnell fährt, sollte aber besser zum VZ greifen – beim auf Ausdauer ausgelegten Endurance ist bereits bei 160 km/h Schluss (VZ: 175 km/h).

An der Ladesäule beweist der Raval seine Ausdauer

Apropos Ausdauer: Der spanische Stromer geht erfreulich sparsam mit der elektrischen Energie um: Mit einem Testverbrauch von 15,1 kWh auf 100 km sind rechnerisch 344 km am Stück drin. Mit einem ermittelten Minimalverbrauch von 12,5 kWh wächst der Aktionsradius sogar auf 416 km an. Das dürfte den Cupra Raval für viele Interessent:innen als Erstauto qualifizieren. Die Gründe für diese gelungene Effizienz sind eine homogen abgestimmte adaptive Rekuperation samt Segelmodus und die Möglichkeit des One-Pedal-Drivings im Stop-and-go-Verkehr.

Auf dem Papier ist der Cupra Raval absolut kein Ausnahmetalent an der Ladesäule. Und doch überrascht er im Test auch hier positiv: Der Kleinwagen lädt verlässlich auf gutem, weil ausreichend schnellen Niveau. Von zehn auf 80 Prozent Batterieladezustand ist kaum eine Essenspause möglich, und auch über 80 Prozent SoC lädt der kleine Spanier recht entschlossen weiter.

Technische Aussetzer oder eine stark einknickende Ladekurve sind ihm fremd. Zur gelungenen Ladeperformance trägt auch die Software bei, die eine brauchbare Online-Ladeplanung samt zahlreicher eigener Präferenzen ermöglicht. Überhaupt hinterlässt die Software in unserem ausführlichen Test einen sehr guten Eindruck: Clevere Details wie ein Start der Klimatisierung bei der Annäherung ans Fahrzeug waren angesichts der historischen Hitzewelle zum Testzeitpunkt Gold wert.

Prima: viel Licht und nur wenig Schatten

Was beim Cupra Raval fast durchgängig fehlt, sind Momente des Verzichts. Die Sitze sind trotz fixer Kopfstützen auch auf Langstrecken bequem, die Materialauswahl ist überraschend gut, und auch die Steifigkeit der Karosserie weiß im Test zu überzeugen. Kleine Abzüge bei der Qualität gibt es beim unschönen Übergang von Armaturenträger zur Fahrertür und beim spärlichen Lackeinsatz unter der Motorhaube. Anders als im französischen Rivalen Renault 5 ist im Raval sogar das Reisen im Fond halbwegs erträglich. Die Füße kommen unter den vorderen Sitzen unter, die Arme finden auf unterschäumten Armablagen bequem ihren Platz.

Bleibt zu guter Letzt der Preis, der den spanischen Spätzünder gewissermaßen erdet. Der Cupra Raval ist kein Sonderangebot, doch gemessen am Gebotenen ist er seinen Preis durchaus wert. Wer ihn allerdings als reines Stadtauto beziehungsweise Zweitwagen einplant, kann, beziehungsweise sollte, auf die günstigeren Versionen mit 37-kWh-Akku warten.

Fazit

Das Warten hat sich gelohnt: Der Cupra Raval Endurance ist summa summarum ein sportlicher Spätzünder, der weder den Alltag noch die Konfrontation mit der starken Konkurrenz scheut. Das gelungene Gesamtpaket gibt es allerdings nicht im Sonderangebot.

Technische Daten & Messwerte des Cupra Raval Endurance

AUTO ZEITUNG 15/2026

Cupra Raval Endurance

Technik

Motor

permanenterregte Synchronmaschine (vorn)

Systemleistung

155 kW / 211 PS

Max. Drehmoment

290 Nm

Antrieb

Konstantübersetzung, Vorderrad

Akku

Lithium-Ionen (NMC)

Spannung

400 V

Kapazität brutto / netto

55 / 52 kWh

Ladeleistung AC / DC (Werk)

11 / 105 kW

Gewicht

Leergewicht (Werk / Test)

1535 / 1565 kg

Zulässiges Gesamtgewicht

2080 kg

Effektive Zuladung

515 kg

Gewichtsverteilung (v / h)

56 / 44 %

Anhängelast (gebr. / ungebr.)

1200 / 750 kg

Dachlast / Stützlast

75 / 75 kg

Abmessungen

Gesamtmaße (L / B / H)

4046 / 1784 (2001)* / 1514 mm

Radstand

2599 mm

Kofferraumvolumen

441 – 1240 l

Fahrleistung

0 – 50 km/h

2,9 s

0 – 100 km/h

6,6 s

0 – 150 km/h

13,7 s

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h

Bremsweg

100 – 0 km/h (kalt / warm)

34,0 / 34,3 m

50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h

8,9 / 80,5 m

Verbrauch & Reichweite

WLTP-Reichweite

445 km

WLTP-Verbrauch auf 100 km

13,6 kWh

Test-Reichweite

344 – 416 km

Test-Verbrauch auf 100 km

15,1 kWh

Ladevorgang 10 – 80 % SoC

Ladedauer

23 min

Ladeleistung Ø

96,6 kW

Nachgeladene Energie

38,0 kWh

Nachgeladene Reichweite

252 km

Preis

Grundpreis

34.790 €

Testwagenpreis

40.000 €

Rabatt

22,8 % / 7923 €

Steuer & Versicherung

Kfz-Steuer pro Jahr

0 €

KH / VK / TK Typklassen

14 / 16 / 19

KH / VK / TK Versicherung

591 / 685 / 135 €

Wartung & Garantie

Serviceintervall

24 Monate / lt. Anzeige

Garantie Gesamtfahrzeug

5 Jahre

Garantie Hochvolt-Akku

8 Jahre (160.000 km)

Garantie Lack / Rost

3 Jahre / 12 Jahre

Mobilitätsgarantie

10 Jahre