BMW M350 xDrive: Testfahrt im getarnten Prototypen
Auch künftig wird der 3er für BMW eine zentrale Rolle spielen. Wir konnten mit dem Prototyp des neuen Sechszylinder-Topmodells bereits intensive Erfahrungen sammeln – und hatten dabei richtig viel Spaß auf unserer ersten Testfahrt!
Erste Testfahrt: BMW M350 xDrive im Tarnanzug
Autotests sind eine ernste Angelegenheit. Es geht dabei um Präzision, Technik, Entwicklungen, Leistung, Effizienz, Komfort, Kosten und mehr. Und im Fall des brandneuen BMW M350 xDrive, der ab Herbst die nächste 3er-Generation krönen wird, zugleich um ein Maximum an Fahrfreude.
Das stellt zur ersten Testfahrt bereits der Druck auf den Start-Knopf klar, der den Dreiliter-Turbo mit dem typischen sonoren Fauchen eines Reihensechszylinders aktiviert. Damit das Aggregat trotz der offensichtlichen Nähe des BMW i3 zur Formensprache der Neuen Klasse auch unter die Haube passt, baut der weiterhin von Vier- und Sechszylindern befeuerte 3er der Baureihe G50 auf der stark modifizierten Flex-Architektur seines Vorgängers (G20) auf und zeigt dank seines rund zehn Zentimeter längeren Vorderwagens eigenständige Proportionen. Er wirkt etwas weniger kantig und eleganter als sein elektrischer Bruder der Serie NA0. Die Front wird auf den ersten Blick große Ähnlichkeiten mit der des i3 zeigen, doch die breiteren Kühlerlamellen sind ein klares Indiz für die Verbrenner-Technik dahinter.
Der BMW i3 (2026) im Fahrbericht (Video)

Sechszylinder mit sattem Punch und guten Manieren
Das kommende Topmodell der neuen 3er-Reihe leistet stolze 326 kW (443 PS) und stemmt volle 580 Nm Drehmoment. Genug Power, um den BMW M350 xDrive mittels Launch Control laut Hersteller in 4,1 s aus dem Stand auf 100 km/h zu katapultieren. Die Spitze wird bei 250 km/h begrenzt. Damit bietet der M350 xDrive 51 PS (38 kW) sowie 40 Nm mehr und sprintet noch rasanter auf 100 km/h als der bisherige M340i xDrive (4,3 s).
Trotz weiter verringerter Abgas- und Geräusch-Emissionen hängt der Bayer dabei hellwach am Gas, lässt sich extrem fein dosieren und klingt während der ersten Testfahrt noch präsenter. Zumindest in den Modi Sport und Sport+, in denen der Klang des Motors über die Audio-Lautsprecher intensiviert wird. Das schadet den guten Manieren des seidig weich drehenden Reihensechsers nicht im Mindesten. Und nicht zuletzt dank der 48-V-Mildhybrid-Unterstützung soll sich seine Effizienz um rund zehn Prozent verbessern.
Tiefgreifend überarbeitetes Fahrwerk
Den größten Entwicklungssprung bringt aber das deutlich überarbeitete Fahrwerk mit sich: Räder mit vergrößertem Durchmesser sowie verlängerte Federwege erlauben ein noch gelasseneres Abrollen und sensibleres Anfedern, was den Komfort steigert. Möglich wird dies unter anderem durch eine erhöhte Torsionssteifigkeit, softere Federraten und hydraulische Anschlagdämpfer in Kombination mit vorgespannten Stabilisatoren. Diese wirken Wankbewegungen entgegen und mindern die Weiterleitung von einseitigen Impulsen. Zudem erhöhen sie Agilität und Stabilität des BMW M350 xDrive bei dynamischer Kurvenfahrt. Selbst bei extremen Manövern während unserer ersten Testfahrt legt der Wagen ein schlafwandlerisch sicheres und berechenbares Verhalten an den Tag, ohne deswegen womöglich langweilig zu wirken.
Ganz im Gegenteil: Die intelligente und vernetzte Steuerung aller wesentlichen Komponenten – Bremse, Sperrdifferenzial, Traktionskontrolle, Allradsystem und Lenkung – in einer zentralen Einheit bewirkt ein agiles, sportives Fahrverhalten ohne jegliche Nervosität. Selbst bei reduzierten Regelsystemen und auf nasser Straße, wenn der 3er auf Wunsch mehr oder weniger stark ins Übersteuern übergeht, gelingt es den Systemen, für Stabilität und Beherrschbarkeit zu sorgen. Routinierte Fahrer:innen können die elektrischen Helferlein zudem vollkommen stilllegen und den M350 wie einen reinrassigen Sportwagen über den Kurs jagen.
Ein Drift-Modus soll per Update noch folgen
In der zweiten Jahreshälfte 2027 will BMW zudem einen speziellen Drift-Modus für den M350 xDrive nachliefern (per Software-Update over the air), der den Allradantrieb per Tastendruck auf Hinterradantrieb umstellt und zugleich sanftere Übergänge an der Haftgrenze ermöglicht. In jedem Fall sorgt der um neun Millimeter längere Radstand zusammen mit der vorn um 40, hinten um 32 mm verbreiterten Spur für mehr Souveränität unter allen Bedingungen.
Auch die Vierzylinder-Versionen – zunächst mit Mildhybrid-Technik, später auch als Plug-in-Hybrid – kommen in den Genuss des überarbeiteten Fahrwerks mit größeren Rädern (ab 245/45 R 18), müssen aber in der Basis auf adaptive Dämpfer, die variable Sportlenkung und das geregelte Sperrdifferenzial sowie den Allrad verzichten. Allen Versionen des neuen 3er der achten Generation gemeinsam ist das vom iX3 bekannte Cockpit mit Panoramic Vision.
Fazit
BMW bleibt seiner Strategie treu und setzt auch künftig auf E-Autos sowie Verbrenner. Deshalb startet in Kürze nicht nur der i3, sondern auch eine neue 3er-Reihe mit hybridisierten, aber konventionellen Antrieben. Zudem lässt die erste Testfahrt erkennen, dass die Freude am Fahren beim 3er voll im Fokus steht.
Technische Daten des BMW M350 xDrive
AUTO ZEITUNG 19/2026 | BMW M350 xDrive |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | R6-Zyl., 4-Vent., Turbo, 48-V-Mildhybrid |
Antrieb | 8-Stufen-Automatik; Allradantrieb |
Leistung | 326 kW / 443 PS |
Max. Drehmoment | 580 Nm |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 4,1 s |
Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
Verbrauch auf 100 km | k.A. |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | k.A. |
Marktstart | 2027 |
Alle Daten Werksangaben | |
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