Wohnmobil-Vorstellung

Van Tourer 600 Ds: Das kostet das Campervan-Einstiegsmodell

„Smart, reduziert, simpel“: Mit dem Van Tourer 600 Ds präsentiert die Marke auf der CMT einen Campervan, der genau das mitbringen soll. Entscheidend dürfte auch der Preis sein: 52.990 Euro sind eine Ansage.

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Der Van Tourer 600 Ds statisch von schräg vorne links in einer Halle stehend.
Reduziert auf das Wesentliche: So beschreibt Van Tourer den 600 Ds. Das zeigt der Van schon von außen mit schwarzen Stoßfängern, 15-Zöllern samt Radzierblenden und dem Verzicht auf Folierungen. Foto: Van Tourer
Der Van Tourer 600 Ds statisch von schräg hinten links mit einer geöffneten Hecktüre vor weißem Hintergrund.
Auch auf Seitenfenster wird zum Großteil verzichtet. Die Außenfarbe Weiß muss gefallen, andere Optionen gibt es auch nicht gegen Aufpreis. Foto: Van Tourer
Die Sitzgruppe des Van Tourer 600 Ds mit Blick von hinten nach schräg vorne in Richtung Cockpit.
Der einfache Look setzt sich auch im Innenraum fort. Die Möbel sind einfach und geradlinig, die Polster in zurückhaltenden Farben gehalten. Foto: Van Tourer
Durchsicht durch den Wohnraum des Van Tourer 600 Ds mit Blick von vorne in Richtung Heck.
Im Gegensatz zum „regulären“ Van Tourer 600 D verzichtet der Ds etwa auf die Dreherweiterung des Esstischs oder die erweiterbare Sitzbank. Foto: Van Tourer
Die Küche des Van Tourer 600 Ds im Detail.
Langgezogene Seitenküche: Zweiflammen-Gaskocher und Spüle bilden eine Kombi-Einheit, der Kompressor-Kühlschrank ist an der Stirnseite eingelassen. Foto: Van Tourer
Das Badezimmer des Van Tourer 600 Ds im Detail.
Die Nasszelle bietet viel Funktion auf kleinem Raum – und unterscheidet sich so kaum von Bädern in deutlich teureren Modellen. Sogar Stauraum ist vorhanden. Foto: Van Tourer
Das Heck-Doppelbett des Van Tourer 600 Ds im Detail.
Standard-Bett im Einstiegsmodell: Ein Doppelbett bietet zwei Schlafplätze. Gegen Aufpreis lässt es sich durch ein Hubbett austauschen, ein Zusatzbett unter dem Heckbett sowie ein Aufstelldach sind ebenfalls verfügbar. Foto: Van Tourer
Die Grundrisszeichnung des Van Tourer 600 Ds.
Typischer Sechs-Meter-Campervan: Die Aufteilung folgt dem etablierten Standard-Muster. Foto: Van Tourer

Preis: Van Tourer 600 Ds ab 52.990 Euro

Die Caravaningbranche scheint die Einfachheit wiedergefunden zu haben. Zur CMT 2026 sprießen reduzierte Einsteiger-Caravans mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis wie Pilze aus dem Boden. Scheint der Boom der vergangenen Jahre zum Wettklettern der Preise angespornt zu haben, versucht man wohl nun, der Kundschaft mit betont schlichten Campern wieder ein Stück entgegenzutreten.

Einer dieser frisch vorgestellten Verfechter der „Weniger-ist-Mehr“-Philosophie stammt aus Koblenz. Dieser reduziert auch den Namen auf das Nötigste: Van Tourer 600 Ds. Die grobe Grundrissaufteilung sowie Maße und Basisfahrzeug teilt er sich mit dem Van Tourer 600 D, verzichtet aber etwa auf dessen erweiterbare Nasszelle oder die ausziehbare Rückbank.

Dafür besticht der Ds mit einem Einstiegspreis, der 6000 Euro unterhalb des nächstgünstigsten Van Tourers angesiedelt ist. Ab 52.990 Euro (Stand: Januar 2026) dürfen Camper:innen am Steuer des reduzierten Kastenwagens auf Fiat Ducato-Basis Platz nehmen – wenngleich auch hier schon Verzicht angesagt ist. Anstatt 140 PS (103 kW) leistet der 2,2-l-Diesel des Einsteigers in der Basis lediglich 120 PS (88 kW).

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Innenraum: Reduziert auf das Wesentliche

Beim Blick in den Wohnraum des 600 Ds wird klar, was Van Tourer zumindest optisch vom „Wesentlichen“ versteht: klares, schnörkelloses Design, ein einfacher Materialmix, unaufgeregte Farben. Damit wiederholt er das unaufgeregte Exterieur mit wenigen Fenstern und – bis auf kleine Schriftzüge – auch kaum Folierung.

Durchsicht durch den Wohnraum des Van Tourer 600 Ds mit Blick von vorne in Richtung Heck.
Foto: Van Tourer

Sitzgruppe

Auch bei der Ausstattung wird etwas reduziert, ohne an der Funktionalität der Möbel etwas zu ändern. Beispiel Sitzgruppe: Während der „reguläre“ 600 D mit einer verschiebbaren Rückbank und einer Dreherweiterung Premium-Features bereithält, verzichtet der auf das Wesentliche reduzierte Van Tourer 600 Ds selbstverständlich auf beides. Es bleibt: eine einfache Halbdinette mit Doppelsitzbank, einem Einhängetisch und den drehbaren Fahrerhaussitzen.

Küche

Die Seitenküche steht wie bei den meisten Campervans im Schiebetürbereich auf der rechten Fahrzeugseite. Auch hier merkt man dem Van Tourer 600 Ds an, dass er etwas einfacher ausgestattet ist, als seine hochpreisigeren Geschwister. So sind der Zweiflammen-Gaskocher und die Spüle in einer Einheit untergebracht, aber immerhin getrennt abdeckbar. Der 84-l-Kompressor-Kühlschrank (inkl. 6 l Gefrierfach) öffnet nur einseitig. Ändert das etwas an der Funktionalität? Nein, und darauf kommt es beim Einstiegs-Campervan immerhin an.

Bad

Auch wenn dem Kompaktbad des Van Tourer 600 Ds die in den Flur erweiterbare Duschtasse und damit ein „Raumbad“ wie im 600 D fehlt, mangelt es in der kleinen Nasszelle an nichts. Welche Bad-Varianten es in Campern gibt, erklären wir hier. Sogar ein Festwaschbecken samt Stauraum darunter bringt Van Tourer unter. Die Dusche ist integriert, was einen Vorhang auf den Plan ruft. Komplettiert wird die Badausstattung durch eine Kassettentoilette. Seitenfenster sucht man vergeblich, ein Decken-Pilzlüfter muss genügen.

Der Frischwassertank fasst klassenübliche 100 l, der Grauwassertank fällt mit 85 l Fassungsvermögen ebenfalls in Standardgröße aus.

Schlafplätze

Wer günstig campen möchte, sollte auch beim Bett keine Experimente erwarten. Zwei Personen finden im festen Doppelbett im Heck einen Schlafplatz auf 194 x 140 cm Liegefläche. Die gängigen Bett-Bauarten in Campingfahrzeugen erklären wir hier. Übrigens: Über Verdunkelungen oder Plissees müssen sich Campingfans zumindest im Heck keine Gedanken machen. Seitenfenster gibt es hier nämlich nicht.

Ein Aufstelldach ist bei Van Tourer fast immer in der Optionsliste zu finden, und der 600 Ds macht da keine Ausnahme. Für mindestens 6490 Euro Aufpreis gibt es ein Schlafdach mit einer Liegefläche von 200 x 130 cm auf den Kastenwagen. Damit steigt die Schlafplatz-Anzahl auf vier. Doch damit nicht genug: Wer sich für ein Hubbett im Heck (1249 Euro) entscheidet, kann die Heckgarage mit einem weiteren Doppelbett (599 Euro) bestücken lassen

Bordtechnik und Stauraum

Ein Detail, das nicht ganz zum „Wesentlichen“ passen mag, ist die Heizung. Denn während die Truma Combi D4 oft nur als aufpreispflichtige Option gegenüber einer Gasheizung angeboten wird, ist die Dieselheizung (4 kW) beim Van Tourer 600 Ds bereits serienmäßig an Bord. Gasfrei ist der Campervan deshalb aber nicht. Wie bereits erwähnt: Gekocht wird im Einstiegs-Camper weiterhin mit Gas. Der Gaskasten schrumpft aber vom Standardmaß 2 x 11 kg auf überschaubare 2,75 kg herunter.

Die Stromversorgung abseits des Landstroms sichert eine 80-Ah-AGM-Batterie. Alle LED-Lampen im Wohnraum sind auf zwölf Volt ausgelegt. Kontrolliert werden die Füllstände nicht über einen schicken Touchscreen, sondern über ein einfaches Kontrollpanel. Das spart Kosten.

Für Stauraum stehen neben Dachstauschränken über Sitzgruppe, Küche und dem Heckbett natürlich auch die Heckgarage parat. Wer sich für das optionale Hubbett entscheidet, bekommt mit dem 600 Ds wohl ein wahres Raumwunder. Fahrräder sollten dann problemlos im Heck transportiert werden können.

Besonderheiten auf einen Blick

  • Mit serienmäßiger Dieselheizung

  • Optional mit Hubbett im Heck und Aufstelldach erhältlich

  • Keine Fenster im Bettbereich

Technische Daten des Van Tourer 600 Ds

  • Basisfahrzeug: Fiat Ducato

  • Motorisierung: 2,2-l-Turbodiesel mit 120 PS (88 kW); opt.140 PS (103 kW)

  • Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe; opt. Achtstufen-Automatikgetriebe

  • Zulässige Gesamtmasse: 3500 kg

  • Maße (L/B/H): 5,99 m/2,05 m/2,58 m

  • Stehhöhe: 1,90 m

  • Gurt-/Schlafplätze: 4/2 – 5

Fazit

Reduziert auf das Wesentliche, ohne Einbußen bei der Funktionalität. Der Van Tourer 600 Ds macht deutlich, dass es nicht unbedingt das schicke, aber auch teurere Sondermodell mit Preisvorteil sein muss, wenn von vornherein auf das ein oder andere Komfort-Feature verzichtet werden kann.