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Fahrbericht

Testfahrt im überarbeiteten Mercedes GLE: Reifer Jahrgang

Eine tiefgehende Modellpflege verlängert die Karriere des aktuellen Mercedes GLE. Wie fährt sich das große SUV in der Version mit starkem V8?

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Ein grüner Mercedes GLE fährt auf einer Straße durch eine bergige Landschaft unter blauem Himmel.
Horizontal angeordnete Stern-Tagfahrleuchten, dominanter Leucht-Kühlergrill beim überarbeiteten Mercedes-Benz GLE. Foto: Mercedes-Benz
Ein grüner Mercedes GLE fährt auf einer Straße durch eine karge Hügellandschaft, schräg von hinten gesehen.
Stern-Heckleuchten, schwarze Design-Spange und bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast. Foto: Mercedes-Benz
Die Front eines grünen Mercedes-Benz GLE mit großem Kühlergrill vor einer Berglandschaft.
Im Detail zeigt der Kühlergrill dutzende kleine Mercedes Sterne. Foto: Mercedes-Benz
Das Heck des Mercedes GLE zeigt im Detail rote Rückleuchten mit sternförmigen Leuchtelementen und einen 4MATIC-Schriftzug.
Die neu gestalteten Heckleuchten nehmen ebenfalls das Stern-Design auf. Foto: Mercedes-Benz
Ein grüner Mercedes GLE fährt frontal auf einer Landstraße, umgeben von Sträuchern und Bergen unter blauem Himmel.
Das Motorenangebot umfasst Diesel, Plug-in-Hybrid und Benziner – alle fit für aktuelle Abgasnormen. Foto: Mercedes-Benz
Der Mercedes GLE Innenraum hat helle Ledersitze und ein breites digitales Armaturenbrett. Durch die Fenster ist eine karge Landschaft zu sehen.
Das Superscreen-Cockpit ist Serie, am Lenkrad gibt es aber wieder Wippen und Walzen – ganz analog. Foto: Mercedes-Benz
Der Innenraum des Mercedes GLE mit heller Lederrückbank, drei Kopfstützen, Sicherheitsgurten und Panoramaglasdach ist zu sehen.
Lichte Höhe: Geräumiger Fond – und das serienmäßige Panorama-Schiebedach ist über einen Quadratmeter groß. Foto: Mercedes-Benz
Der Blick vom Kofferraum zeigt umgeklappte Rücksitze, eine große Ladefläche, helle Vordersitze und ein Panoramaglasdach.
Besser geht nicht mehr: Funktionalität und Raumangebot des neuen GLE sind unverändert geblieben Foto: Mercedes-Benz

Der Mercedes GLE 580 4Matic im Fahrbericht

Haben die ein Glück: Anders als einige Wettbewerber hat Mercedes in Schlüssel-Fahrzeugklassen immer noch gut laufende, technisch herzeigbare Modelle mit Verbrennermotoren im Programm. Als klar wurde, dass die Kundschaft vielleicht doch nicht so begeistert wie erhofft auf Elektro-Antriebe wechselt, konnte man diese Klassiker gesichtswahrend reaktivieren – die GLE- und GLS-Modelle sind ein Paradebeispiel. Mit überschaubarem Aufwand große Wirkung erzielen und so die Laufzeit gekonnt verlängern, das ist Mercedes gelungen.

Die Modellpflege für Mercedes GLE und GLS im Video

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Infotainment: Leistungsstarker Rechner und serienmäßiger Superscreen

Am schnellsten geht das ja bei der Software – die großen SUV-Brüder machen also mit der neuesten Generation von Assistenzsystemen den ersten Sprung: Eine leistungsstarke Rechnerarchitektur und zehn Außenkameras sowie bis zu fünf Radar- und zwölf Ultraschallsensoren liefern State-of-the-art-Leistung. Natürlich gab es auch einen KI-Supercomputer, auf dem das aktuelle Mercedes-Betriebssystem reibungslos sowie schnell läuft – hier werden sämtliche Fahrzeugfunktionen gesteuert. Und selbstverständlich bleibt die ganze Sache dank Over-the-air-Updates aktuell.

Der serienmäßige MBUX Superscreen vereint drei 31,2 Zentimeter große Displays zu einer 
digitalen Cockpit-Landschaft – auf diese Weise nähern sich die GLE- und GLS-Modelle in Optik und Haptik ihren vollelektrischen Markenbrüdern weiter an. Übrigens: Unter der bekannten Benutzeroberfläche navigiert das bordeigene Navigationssystem nun mit Google‑Maps-Technik, Mercedes gibt damit bisherige Eigenentwicklungen auf.

Der Mercedes GLE Innenraum hat helle Sitze und ein breites digitales Armaturenbrett. Durch die Fenster ist eine karge Landschaft sichtbar.
Foto: Mercedes-Benz

Design: Stern-Signets in den Scheinwerfern und Heckleuchten

Neben diesen digitalen Ergänzungen hat man bei Mercedes aber auch entschlossen das Design angefasst, schließlich soll die neue Fahrzeuggeneration auch als solche erkannt werden: Horizontal angeordnete Stern‑Signets prägen die Scheinwerfer und Heckleuchten, ein beleuchteter Zentralstern und die Konturbeleuchtung des deutlich gewachsenen Kühlergrills sorgen für eine Anpassung an die aktuelle Mercedes-Designsprache. Dass die neuen Digital-Leuchten ein rund 40 Prozent größeres und hoch aufgelöstes Beleuchtungsfeld realisieren sowie bis zu 50 Prozent weniger Energie benötigen, zeigt, dass man sich nicht nur auf optische Retuschen beschränkt hat.

Für den ersten Fahreindruck besonders spannend sind aber Neuheiten im Maschinenraum: Die Steuergeräte des optionalen „E Active Body Control“-Fahrwerks sollen jede Fahrsituation 1000 Mal pro Sekunde analysieren und die Federung dann radindividuell anpassen. Hinzu kommt eine neue, cloudbasierte Airmatic-Dämpferregelung, die Informationen anderer Fahrzeuge komfortsteigernd verarbeiten kann. Merkt man das? Klare Antwort: jein. Der von uns gefahrene GLE 580 4Matic war beeindruckend souverän und komfortabel unterwegs, mangels direkter Vergleichbarkeit konnten wir aber keine dramatischen Verbesserungssprünge entdecken. Nur im ersten Vergleichstest werden aus Gefühlen Fakten – wir sind bereits gespannt.

Antrieb: V8 mit Macht, dem Verbrenner alle Ehre machen

Mit zwei Dieselmotoren, einem Sechszylinder-Benziner sowie einem Plug-in-Hybrid-Antrieb führt Mercedes den GLE auf die Zielgerade, besonderes Augenmerk haben wir aber dem Vierliter-V8 des Mercedes GLE 580 4Matic gewidmet. Er erzählt die Philosophie hinter der Modellpflege besonders gut: aktuelle Abgasgrenzwerte schaffen und aus bekannter Technologie das Maximum herausholen. Im Fall des V8 stellen die Stuttgarter sogar auf eine „Flatplane“-Kurbelwelle um, deren tendenziell unruhiger Lauf durch zwei Lanchester-Ausgleichswellen abgefangen wird. Hinzu kommen ein optimiertes Einspritzsystem, geänderte Ein- und Auslasskanäle, neue Einlassnockenwelle und ein nachgearbeiteter Turbolader – viel Detailarbeit, um die bewährte Technik zukunftsfest zu machen. Das Resultat ist ein in jeder Hinsicht überzeugender Antrieb: kraftvoll und spontan ansprechend, effizient und laufruhig. Ein Abschied mit Würde – haben die ein Glück.

Ein grüner Mercedes GLE steht auf Schotter vor Bergen. Die Nahaufnahme zeigt Kühlergrill, Scheinwerfer und Vorderrad.
Foto: Mercedes-Benz

Fazit

Der bisherige GLE war geräumig, modern, charakterstark und damit alles andere als angeschlagen oder verblasst. Mit der tiefgreifenden Modellpflege verlängert Mercedes die Laufzeit dieses souveränen Autos noch einmal deutlich. Wer den GLE bereits jetzt schon mag, wird vom Facelift viele Gründe geliefert bekommen, noch einmal GLE zu fahren. Nur eines könnte ihn noch besser machen: ein moderner Elektro-Antrieb.

Technische Daten des Mercedes GLE 580 4Matic (2026)

AUTO ZEITUNG 22/2026

Mercedes GLE 580 4Matic (2026)

Technische Daten

Motor

V8-Zylinder, 4-Ventiler, Biturbo, Mild-Hybrid

Antrieb

9-Stufen-Automatik; Allradantrieb

Leistung

395 kW + 17 kW / 537 PS + 23 PS bei 5500 /min

Max. Drehmoment

750 Nm bei 2500 – 4500 /min

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4923 / 2010 (2164)* / 1782 mm

Leergewicht / Zuladung

2515 / 670 kg

Kofferraumvolumen

630 – 
2055 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

4,5 s

Höchstgeschwindigkeit

250 km/h

Verbrauch auf 100 km

13,3 l S/100 km

Kaufinformationen

Grundpreis

113.378 €

Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel