Schon getestet: So gut ist das BMW 7er Facelift
Der neue BMW 7er gehört zu den technisch komplexesten Autos, die wir jemals getestet haben. Und doch besticht der 740 xDrive eher mit zeitlosen Qualitäten.
- BMW 740 xDrive 2026: Ultimative Luxuslimousine, extrem breite Antriebspalette
- Das BMW 7er Facelift 2026 im Video-Check
- Innenraum: Viele Verbesserungen, neues Cockpit
- Ausstattung: Unfassbar gute Fahrassistenz, feinste Materialien
- Fahrverhalten: Unglaublich ausgewogen, überraschend sparsam
- Fazit
- Technische Daten & Messwerte
BMW 740 xDrive 2026: Ultimative Luxuslimousine, extrem breite Antriebspalette
Es fällt schwer, nicht ständig in Superlative abzuschweifen – bei einem Auto von 5,40 Meter Länge mit einem Gewicht von 2,3 Tonnen und der Ausstattung einer ultimativen Luxuslimousine. Eines, das BMW selbst als Flaggschiff der Marke bezeichnet und das sich nach seinem jüngsten Facelift nicht nur optisch verändert hat, sondern auch in seiner grundsätzlichen digitalen Architektur. Und das sich antriebstechnisch so breit aufstellt wie kaum ein anderes modernes Auto: Diesel, Benziner, Plug-in-Hybride, V8-Geschoss, Heck-Elektro oder Allrad-M-Modell. All das ist mit der BMW CLAR-Plattform (Cluster Architecture) ohne äußerliche Unterschiede umsetzbar.
Das BMW 7er Facelift 2026 im Video-Check

Innenraum: Viele Verbesserungen, neues Cockpit
Dass er – unabhängig von der Antriebsform – immer derselbe Typ bleibt, liegt an der Dominanz seiner hervorstechendsten Merkmale: Größe, Auftritt, Fahrleistung, Dynamik, Federungskomfort und vor allem maximale Souveränität beim Fahren. Allein über die Geräuschdämmung und darüber, wie BMW sie für das sogenannte LCI (Life Cycle Impuls) verbessert hat, könnten wir seitenlang berichten.
Darüber, wie die komplette Frontscheibe verändert werden musste, damit das ebenso breite wie neuartige Reflexionsdisplay Panoramic View integriert werden konnte. Wie sich dadurch unterhalb der Frontscheibe die Schallisolierung verändert hat und sich der Schall von Windgeräuschen in kleinen Irrgärten verirrt, um bloß nicht in den Innenraum zu dringen. Wie BMW die Außenspiegel überarbeitet hat, damit die dahinter entstehende hochturbulente Strömung, der sogenannte Spiegelnachlauf, nicht mehr so stark auf die Seitenscheibe trifft. Oder wie die verstärkte Dämmung in den Türtafeln für noch mehr Ruhe im Auto sorgt. Viel besser versteht man den BMW 7er 2026 aber, wenn man ihn einfach fährt.
Ausstattung: Unfassbar gute Fahrassistenz, feinste Materialien
Allein in den ersten Tagen unseres Tests legten wir mit ihm 2500 Kilometer quer durch Deutschland zurück. Mal sehr schnell, mal ausgesprochen entspannt – aber immer ultrasicher. Schon dank der überragenden Assistenzsysteme, die auch mal über Minuten als gediegener Autopilot fungieren. Mal über schnurgerade Autobahnen, mal durch kurvige Bergstraßen. Mal ganz allein im Auto – ok, zusammen mit den sagenhaften 36 Bowers-&-Wilkins-Lautsprechern –, mal mit auserwählten Mitfahrern in der zweiten Reihe.
Es gab dabei kaum einen Kilometer, den wir nicht genossen hätten. Die absolute Ruhe. Die Verarbeitungsqualität. Die feinsten Materialien, die bis unter die Sitze und in jeden Winkel reichen. Die ultimativen Komfortsessel mit ihren verschiedensten Massageprogrammen. Das Nachtdesign mit der neuen Ambiente-Lichtverteilung – jetzt ohne die Kristallleiste, dafür weiterhin mit dem fein illuminierten Panorama-Glasdach Sky Lounge. Wir haben in Fahrpausen im Liegesitz des Fonds gelümmelt und uns von Dolby-Atmos-Trailern via YouTube auf dem knapp 80 Zentimeter breiten 8K-Display überrollen lassen.
Glauben Sie uns: Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, kritisch zu sein. Und wir haben auch kleine Kritikpunkte gefunden. Etwa das Lenkrad. Es verfügt über das gleiche Layout wie andere Neue-Klasse-Modelle – mit der ungewöhnlichen Speichenarchitektur und den variablen Multifunktionstasten. Geschmackssache.

Fahrverhalten: Unglaublich ausgewogen, überraschend sparsam
Ebenso die 22-Zoll-Räder: Bisher war bei 21 Zoll Schluss. Optisch werten sie den 7er um Klassen auf, proportionieren ihn stämmiger, breiter, maskuliner. Kurven- und Längsdynamik profitieren im Sportmodus von ihnen. Doch die großen Räder stehlen dem BMW die oberste Spitze an überragendem Komfort. Auf Querfugen wie Bahnschienen machen sie sich hier und da ganz leicht bemerkbar – dort, wo er mit 19 Zoll vielleicht komplett drüber schweben würde. Aber schweben wird der neue 7er auch mit 22-Zöllern fast immer – mit unglaublicher Ausgewogenheit, egal ob über Beton, Asphalt oder Kopfsteinpflaster. Und dazu dieser Antrieb. Für deutsche Kunden neu: der Sechszylinder-Benziner B58 mit Mild-Hybrid-Unterstützung, 400 PS, Allradantrieb und Achtstufen-Automatik. Aber all das muss man eigentlich überhaupt nicht wissen, denn man merkt nichts davon.
Wer einfach komfortabel durch die Welt rollt, wird weder Motordrehzahl noch Gangnummer oder Wassertemperatur kennen. Sogar das konfigurierbare Panorama-Display kann solche Infos ausblenden und einen glauben lassen, man fahre rein elektrisch. Es fühlt sich auch so an. Spontanes Drehmoment ist jederzeit da, reichlich Kraft danach sowieso. Nur mit etwas mehr Vehemenz im Gasfuß meldet sich der unsagbar gute B58 zu Wort und grummelt wie ein potenter V8 im Untergrund. Schaltvorgänge traten noch bei keinem anderen Auto zuvor so weit in den Hintergrund.

Ähnlich verhält es sich mit dem Verbrauch. Bei normaler Fahrweise benötigten wir knapp acht Liter pro 100 km. Selbst bei schnellerer Gangart sind unter zehn Liter möglich. Und so bleibt uns am Ende nur der Superlativ: Der neue 7er ist vielleicht das vielseitigste und beste Auto, das wir je getestet haben, auch wenn es in dieser komplett ausgestatteten Version satte 180.000 Euro kostet. Doch das scheint bei so wenig Kritik wohl angemessen.
Fazit
Ja – der 7er ist groß, schwer und teuer. Er ist jedoch schon in der Basis als 740 xDrive erstaunlich leichtfüßig und sparsam. Vor allem aber verbindet der neue 7er allerhöchsten Komfort mit modernster Bedienung und bleibt dabei technisch nahezu unaufdringlich. Was für ein wundervolles Flaggschiff.
Technische Daten & Messwerte
AUTO ZEITUNG 21/2026 | BMW 740 xDrive (2026) |
|---|---|
Technik | |
Motor | R6-Zylinder, 4-Ventiler, Benzin-Direkteinspritzung, Twin-Scroll-Turbo, 48-V-Mild-Hybrid mit einem ins Getriebe integrierten E-Motor (13 kW / 18 PS) und 20-Ah-Akku im Kofferraum |
Hubraum | 2998 cm3 |
Leistung | 294 kW / 400 PS 5500 U/min |
Max. Drehmoment | 540 Nm 1980 – 5000 U/min |
Bohrung / Hub | 82,0 / 94,6 mm |
Verdichtung | 11,0 : 1 |
Antrieb | 8-Stufen-Automatik; Allrad, permanent |
Gewicht | |
Leergewicht (Werk / Test) | 2235 / 2279 kg |
Zulässiges Gesamtgewicht | 2830 kg |
Effektive Zuladung | 551 kg |
Gewichtsverteilung (v / h) | 53 / 47 % |
Anhängelast (gebr. / ungebr.) | 750 kg/ 2100 kg |
Dachlast / Stützlast | – / 85 kg |
Abmessungen | |
Gesamtmaße (L / B / H) | 5395 / 1950 (2169)* / 1558 mm |
Radstand | 3215 mm |
Kofferraumvolumen | 500 l |
Fahrleistung | |
0 – 50 km/h | 2,0 s |
0 – 100 km/h | 5,5 s |
0 – 150 km/h | 10,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
Bremsweg | |
100 – 0 km/h (kalt / warm) | 33,9 / 33,2 m |
50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h | 8,9 / 76,5 m |
Verbrauch & Reichweite | |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 8,4 l S |
Testverbrauch auf 100 km | 9,2 l S |
Tankvolumen / Reichweite | 74 l / 880 km |
Umwelt & Abgas | |
Abgasnorm | Euro 6e |
CO2-Emission | 180 g/km |
Preis | |
Grundpreis | 117.900 € |
Testwagenpreis | 180.610 € |
Rabatt | 20.632 € |
Steuer & Versicherung | |
Kfz-Steuer pro Jahr | 275 € |
KH / VK / TK Typklassen | 21 / 31 / 30 |
KH / VK / TK Versicherung | 830 / 4083 / 1868 € |
Wartung & Garantie | |
Serviceintervall | 30.000 km / 24 Monate |
Garantie Gesamtfahrzeug | 3 Jahre |
Garantie Lack / Rost | 3 / 12 Jahre |
Mobilitätsgarantie | bis 15 Jahre |






















