Fahrbericht

500 km im Audi Q7: Unser Fazit zur großen Testfahrt

Audi will zurück zu alter Stärke finden. Nach schwierigen Jahren und wachsender Kritik soll der neue Q7 jetzt wieder zeigen, wofür die Marke einst stand: erstklassige Qualität, hohen Komfort und durchdachte Technik. Doch hält das große SUV dieses Versprechen auch auf der Straße? Unsere ausführliche 500-km-Testfahrt im neuen Audi Q7 liefert die Antwort.

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Blick von schräg vorne auf den fahrenden Audi Q7 (2026).
Audi hat seine Fans erhört und findet mit dem neuen Q7 zurück zu alter Stärke. Für uns Grund genug, dem Brocken auf einer 500 km langen Testfahrt auf den Zahn zu fühlen! Foto: Frank Ratering
Blick von schräg hinten auf den fahrenden Audi Q7 (2026).
Foto: Frank Ratering
Blick von schräg vorne auf den Audi Q7 (2026) vor einer Hafenlandschaft.
Der Q7 darf 3500 kg an den Haken nehmen – ideal, um auch große Boote zu ziehen. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Audi Q7 (2026).
Das MMI Panoramadisplay im Curved-Design mit OLED-Technologie vereint das Audi virtual cockpit und das MMI-Touchdisplay. Hinzu kommt das serienmäßige Beifahrerdisplay, optional ergänzt durch ein Head-up-Display, das Tempo, Tempolimits und Navigation direkt ins Sichtfeld der Person am Steuer projiziert. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Audi Q7 (2026).
Komfortable Sportsitze Plus (optional) vorn, ausreichend Knieraum in Reihe zwei und einfacher Zustieg auf die hinteren Sitzplätze (optional). Foto: Frank Ratering
Detailansicht auf den Blinkerwahlhebel im Innenraum des Audi Q7 (2026).
Die neuen Bedienhebel an der Lenksäule, bekannt aus dem Q3, wirken zunächst etwas überladen. Im Alltag gefallen jedoch die Bedienlogik und die hochwertige Haptik. Foto: Frank Ratering
Detailansicht auf das Touchfeld des Infotainmentsystems im Innenraum des Audi Q7 (2026).
Neu strukturierte Menübereiche mit großen Schaltflächen sind das Ergebnis kritischer Kundenrückmeldungen und Testberichte, die Audi ernst genommen und konsequent in der Weiterentwicklung verarbeitet hat. Foto: Frank Ratering
Detailansicht auf die induktive Ladestation im Innenraum des Audi Q7 (2026).
Die beiden Qi2.2-Ladepunkte führen über einen gezielten Luftstrom die entstehende Wärme ab. Zusätzlich werden die Mobiltelefone magnetisch fixiert. Foto: Frank Ratering
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Audi Q7 (2026).
Die dritte Reihe bietet ein ordentliches Raumangebot, fällt jedoch kompakter aus als die ersten zwei Reihen. Mit bis zu 2075 l Ladevolumen unterstreicht der Q7 seinen Charakter als Familien-Allrounder. Foto: Frank Ratering
Blick von außen auf die Seitentür des Audi Q7 (2026), die automatisch schließt.
Optional bietet Audi auch automatische Türen an. Foto: Frank Ratering
Blick aus der Vogelperspektive auf den fahrenden Audi Q7 (2026) mit einer malerischen Hügellandschaft im Hintergrund.
Der neue Q7 ist zum Reisen gemacht – egal ob auf kurvigen Bergpisten oder auf langen Autobahnetappen. Foto: Frank Ratering
Blick auf eine Person, die sich an den Audi Q7 (2026) anlehnt und ein Schild in der Ferne betrachtet.
Audi hat sich für die Präsentation des Q7 die perfekten Teststrecken im französischen Jura-Gebirge ausgesucht. Foto: Frank Ratering

Erste Testfahrt: 500 km im Audi Q7

Audi schwimmt sich frei. Beim Ingolstädter Automobilhersteller knirschte es zuletzt ungewohnt deutlich im Getriebe. Die schwächelnde Nachfrage nach Modellen mit den vier Ringen, Diskussionen über die Produktqualität und Zweifel an der konsequenten Elektrostrategie setzten dem erfolgsverwöhnten Unternehmen zu. Für eine Marke, die über Jahrzehnte für technische Souveränität und Premiumanspruch stand, war das eine ungewohnte Rolle.

Doch Audi hat die Forderungen mit jener Gelassenheit abgearbeitet, die einst zu den größten Stärken des Hauses gehörte – ohne große Inszenierung, aber mit klarem Fokus. Denn in Ingolstadt weiß man: Der Weg zurück zu alter Stärke führt nicht über Schlagzeilen, sondern über Substanz. Wer den Anspruch erneuern will, muss sich auf den Markenkern besinnen. Und dieser liegt bei Audi seit jeher in der kompromisslosen Qualität seiner Produkte in allen Bereichen. Genau dort entscheidet sich, ob die Marke ihren Ruf nicht nur verteidigen, sondern wieder zu jener Strahlkraft zurückfinden kann, die sie über Jahrzehnte ausgezeichnet hat.

Die Rückbesinnung auf die eigenen Tugenden beginnt mit dem neuen Audi Q7. Vor allem die ersten beiden Generationen des inzwischen mehr als 1,3 mio Mal gebauten großen SUV waren Synonyme für Qualität, Komfort und durchdachte Funktionalität. Die dritte Generation soll genau dort anknüpfen. Ob Audi diese Werte mit der Neuauflage tatsächlich wieder in vollem Umfang bietet, klären wir auf einer ausführlichen Testfahrt über mehr als 500 km direkt während der ersten Präsentation in Frankreich.

Der Audi Q7 (2026) im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Der Audi Q7 wurde bisher über 1,3 Mio. Mal gebaut

Die Qualität eines Automobils offenbart sich schließlich nicht bei einem kurzen Rendezvous zwischen Frühstück und Lunch-Snack. Man erfährt sie über viele Stunden hinweg am Volant. Wenn am Ende einer langen Testfahrt nichts stört, nichts nervt und weder Konzentration noch Entspannung beeinträchtigt wurden, ist die Grundlage für ein gelungenes Produkt gelegt. Der neue Audi Q7 liefert zumindest bereits einen überzeugenden Einstand: Die selbstöffnenden Türen (optional) gewähren den Zugang zum Innenraum ohne Zögern oder unsichere Systementscheidungen.

Auch das Schließen gelingt weitgehend angenehm souverän, indem die Türen sanft ins Schloss gezogen werden. Respekt verdient Audi zudem dafür, auf die Qualitätskritik vieler Kund:innen gehört und daraus Konsequenzen gezogen zu haben: Das wird deutlich, wenn die Hand über die hochwertigen Fensterheber auf der Armlehne gleitet oder den elegant gestalteten Drehregler für die Spiegeleinstellung bedient. Ein vielversprechender Anfang.

Bedienung und Menüführung wurden erfolgreich überarbeitet

Auch die Lichtbedienung sitzt nun wieder an ihrem gewohnten Platz oben am Armaturenträger und nicht, wie in den Q6-Modellen, als Teil eines unübersichtlichen, überfrachteten und nur schwer bedienbaren Bedienclusters vor den Fensterhebern. Überzeugend präsentiert sich ohnehin die gesamte Bedien- und Anzeigelogik des Q7. Audi zeichnete sich traditionell nicht durch überflüssigen Technik-Zierrat aus, sondern durch durchdachte, auf das Wesentliche reduzierte, nutzerfreundliche und dadurch hochwertig wirkende Lösungen. Der neue Audi Q7 folgt dieser Philosophie wieder erfreulich klar. Teilweise überladene Untermenüs wurden gestrafft, Schaltflächen auf dem Touchscreen groß gestaltet, eindeutig beschriftet und damit leicht anwählbar ausgeführt. Auch die neue Cockpit-Anzeige bietet mehr Tiefe und grafische Verbesserungen.

Dennoch ist es bedauerlich, dass die bisherigen digitalen Rundinstrumente, die mit ihrer hervorragenden Ablesbarkeit zu den Stärken früherer Audi-Cockpits gehörten, mit dem Wechsel auf die neue Anzeigengeneration in Q5 und Q6 verschwunden sind und auch im Q7 nicht zurückkehren. Doch Audi arbeitet bereits an weiteren grafischen Optimierungen. Sein früheres Aushängeschild in Sachen Material- und Verarbeitungsqualität kann der neue Q7 ebenfalls wieder selbstbewusst präsentieren. Die Bauteile fügen sich präzise an- und ineinander, und die verwendeten Materialien halten auch haptisch, was sie optisch versprechen. Die neuen Sitzbezüge aus Alpakawolle schmeicheln der Haut und stellen eine weiche sowie atmungsaktive Alternative zum klassischen Leder dar.

Apropos Sitze: Unser in Agavengrün lackierter Q7 kombiniert seine Bezüge aus Alpakawolle mit den Sportsitzen Plus, deren Kopfstützen integrierte Lautsprecher beherbergen. Der Klang überzeugt mit einer bemerkenswert vollen und ausgewogenen Wiedergabe und bleibt selbst bei höheren Lautstärken frei von störenden Verzerrungen. Fast noch wichtiger als der gute Ton ist jedoch der große Einstellbereich der Sitze und ihr ausgezeichneter Langstreckenkomfort. Und direkt schon mal – Achtung! – kleiner Spoiler: Nach mehreren Stunden Testfahrt am Steuer steigt man mindestens so entspannt wieder aus, wie man eingestiegen ist.

Die E-Maschine stellt bis zu 370 Nm zusätzliches Drehmoment bereit

Doch beginnen wir bei Kilometer null. Der Testtag startet, und schon mit dem Druck auf den Startknopf stellt sich ein vertraut-wohliges Gefühl ein: Der V6-Turbodiesel erwacht zur Testfahrt mit seinem tiefen, bisweilen rauen und unterschwellig grollenden Klang zum Leben, bevor er rasch in einen angenehm ruhigen Leerlauf übergeht. Die von uns gefahrene Topversion mit 299 PS (220 kW) und 630 Nm Drehmoment wird ebenso wie die 250 PS (184 kW) starke Einstiegsmotorisierung vom überarbeiteten MHEV+-System unterstützt: Je nach Fahrsituation kann die in den Antriebsstrang integrierte E-Maschine zusätzliche 18 kW beziehungsweise 24 PS sowie, noch wichtiger, bis zu 370 Nm elektrisches Drehmoment bereitstellen – und das bis zu einer Geschwindigkeit von 140 km/h. Gemeinsam mit dem elektrischen Verdichter sorgt das für einen außergewöhnlich souveränen Antriebskomfort.

Das technisch anspruchsvolle System arbeitet anders als die Sechszylinder-Antriebe in den kleineren Audi-Modellen nicht mit einem Doppelkupplungsgetriebe, sondern mit einer Achtstufen-Automatik. Das Ergebnis ist eine Kraftentfaltung von bemerkenswerter Gelassenheit: spontan und kraftvoll, zugleich aber frei von jeder Hektik. Die Leistungsabgabe folgt präzise den Befehlen des rechten Fußes ohne die mitunter verzögerten oder überzeichneten Reaktionen, wie sie bei ausschließlich von Abgasenergie angetriebenen Turboladern auftreten können. So verbindet der Antrieb beeindruckende Dynamik mit jener Souveränität, die man von einem großen Sechszylinder-Diesel erwartet.

Kurven liegen dem schweren SUV aus Ingolstadt erstaunlich gut

Besonders im Sportmodus wird das schnelle Ansprechverhalten spürbar und lässt das gut 2600 kg schwere SUV (Testwagen-Konfiguration) erfreulich lebendig agieren. Das macht die Testfahrt auf den kurvenreichen Straßen hinauf in die Berge zu einem echten Genuss. Auch, weil Audi den Q7 mit dem neuen selbstsperrenden Mittendifferenzial mit Grundsperrmoment ausgestattet hat. Der Q7 soll so mit einer verbesserten Traktion und einem müheloseren Einlenkverhalten, einem noch dynamischeren sowie stabileren Fahrgefühl und einem besonders präzisen Handling, etwa bei schnellen, spontanen Lastwechseln, punkten. Das Versprechen von Audi können wir mittlerweile bestätigen. Weit gezogene Kurven liegen dem großen SUV erstaunlich gut.

Audi bietet für den neuen Q7 drei Fahrwerksvarianten an. Serienmäßig fährt das SUV mit einem Stahlfederfahrwerk vor, optional stehen zwei Luftfederfahrwerke zur Wahl: eine sportlich abgestimmte Ausführung sowie ein auf maximalen Komfort ausgelegtes System, wie es in unserem Testwagen installiert ist. Erstmals führt Audi zudem 23 Zoll große Felgen im Programm – genau die, die auch an unserem Testfahrzeug montiert sind. Auf den ersten Blick wirkt diese Option vor allem eher wie ein optischer Leckerbissen, der dem Audi Q7 übrigens unverschämt gut steht, ist jedoch nicht unbedingt die beste Wahl für ausgeprägte Komfortansprüche. Umso spannender ist die Frage, was der Bayer aus der Kombination Luftfederung und gigantischen Rädern macht.

Gelungener Federungskomfort – trotz üppiger 23-Zoll-Bereifung

Bleiben wir zunächst im kurvigen Geläuf. Hier wird schnell deutlich, dass die Mischung aus sensibel ansprechendem Fahrwerk und der dafür sehr zuträglichen steifen Karosserie hervorragend passt. Neben dem stabilen Lastwechselverhalten in Kurven, der festen Abstützung der Vorderachse sowie der damit verbundenen Spurtreue und dem verbindlichen Einlenkverhalten gefallen die angenehm kleinen Lenkwinkel, mit denen sich der Q7 – nicht zuletzt dank der optionalen Allradlenkung – durch Kurven dirigieren lässt. Das gut kontrollierte Wankverhalten und das ausgeprägte Gefühl für das Fahrwerk schaffen während unserer großen 500-km-Testfahrt ein großes Vertrauen in die Fahrsicherheit.

Der Wechsel zurück vom Sport-Modus in die Komfortabstimmung ist deutlich spürbar. Auf den langen Etappen über Landstraßen und französische Autobahnen kaschiert der Audi Q7 seine mächtigen Walzen sogar noch besser, als er es bereits auf Kanten und Verwerfungen verwinkelter Bergstraßen demonstriert hat.

Nach fast 300 km dynamisch-eleganter Landpartie vor eindrucksvoller Bergkulisse lautet das Motto: Kilometerfressen – es geht weiter Richtung Süden. Der Tempomat übernimmt bei 130 km/h die Geschwindigkeitskontrolle. Schon jetzt lässt sich sagen: Auch die weiteren Kilometer werden eher entspannt als anstrengend verlaufen. Dennoch dürfte ein Audi des Modelljahrs 2026 aktivere Assistenzsysteme bieten als jene, die im neuen Q7 derzeit arbeiten.

Vor allem einen auf langen Strecken komfortablen Lenkassistenten, mit dem die Konkurrenz durch eine weitgehendere Übernahme der Lenkarbeit den Reisekomfort steigert, kann der Audi Q7 nicht in gleichem Maße anbieten. Auch wenn der Geradeauslauf wie an der Schnur gezogen wirkt und der Tempomat seine Aufgabe souverän erledigt, müssen die Hände beim Q7 bereits nach kurzer Zeit wieder ans Lenkrad gelegt werden, um die Funktion aktiv zu halten. Bei einigen Wettbewerbern genügt dagegen bereits ein kurzer Blickkontakt zur Fahrbahnüberwachung.

Blick von schräg vorne auf den Audi Q7 (2026) vor einer Hafenlandschaft.
Foto: Frank Ratering

Schicke und bequeme Sportsitze bereichern die Reise

Kommen wir zurück zum klassischen Komfort, der – wie eingangs bereits erwähnt – maßgeblich von den Sitzen geprägt wird. Wir reisen nicht nur auf den bei hohen Temperaturen angenehm neuen Bezügen, sondern sogar auf den Sportsitzen Plus. Das „Plus“ soll dabei zugleich für den bei Bedarf individuell anpassbaren Seitenhalt sowie den trotz ausgeprägter stützender Konturierung bequemen und langstreckentauglichen Sitzkomfort stehen. Und ja: Auch nach mehreren Stunden hinter dem Steuer sitzt man genauso angenehm wie zu Beginn der Testfahrt. Zusätzlich verstärken die Integration des Soundsystems über Lautsprecher in den Kopfstützen und innovative Sitzaktuatoren in den Vordersitzen den positiven Eindruck.

Noch beruhigender als die über den Sitz erlebbare Musik wirkt nach mehreren Stunden im Audi Q7 jedoch der anfangs etwas rustikal wahrgenommene Charakter des Selbstzünders. Sein grollend-schnurrender Klang entfaltet mit der Zeit beinahe eine meditative Wirkung und trägt spürbar zur Entspannung bei. Mit Tempo 130 gleiten wir auf der A39 in Richtung Bourg-en-Bresse und wechseln anschließend auf die topografisch anspruchsvollere A40 in Richtung Genf. Die Assistenzsysteme für Spurhaltung und Geschwindigkeitsüberwachung informieren angenehm zurückhaltend. Einen zwingenden Grund, sie zu deaktivieren, gibt es eigentlich nicht – über die entsprechenden Shortcuts lässt sich dies bei Bedarf dennoch schnell erledigen.

Beim Auf und Ab der Autobahn durch die Berge muss der Antrieb nun zeigen, wie effizient seine technischen Finessen und die elektrische Unterstützung in der Praxis arbeiten. Pendelt sich der Verbrauch laut Bordcomputer während der ambitionierten Fahrt durchs Gebirge noch bei knapp über zehn Litern ein, sinkt er auf der anschließenden Autobahnreise kontinuierlich. Nach insgesamt 520 km, die wir mit dem Q7 unterwegs waren, dokumentiert das System einen Durchschnitt von 9,5 l pro 100 km. Für die überwiegend konstante Autobahnfahrt über 320 km weist der Bordcomputer 8,4 l aus – angesichts der großen Räder sowie des fahrfertigen Gewichts samt umfangreicher Sonderausstattung von rund 2,6 t (Basis 7-Sitzer: 2425 kg ohne Personen) ein guter Wert.

Im Audi Q7 genießen wir eine hervorragende Rundumsicht

Aufgefallen ist uns während der ersten Testfahrt zudem die gute Übersichtlichkeit. Dazu tragen die nach vorn klar einsehbare Motorhaube, die hohe, aber dennoch gut integrierte Sitzposition sowie die großflächigen Fensterflächen bei, die sowohl nach vorn als auch nach hinten eine gute Rundumsicht ermöglichen. Hinzu kommt ein großzügiges Platzangebot. Vor allem in der ersten und der zweiten Sitzreihe fällt das Raumangebot üppig aus. Auch die optionale dritte Sitzreihe genügt den Anforderungen der meisten Nutzenden. Noch wichtiger als die dritte Sitzreihe dürfte für viele Interessent:innen jedoch das Ladevolumen sein. Der Fünfsitzer stellt 670 und 2075 l zur Verfügung, der Siebensitzer mit 581 bis 1980 l kaum weniger.

Für zusätzlichen Luxus in der zweiten Reihe bietet Audi zudem eine sechssitzige Variante an. Dabei ersetzen zwei umfangreich einstellbare Einzelsitze, die in ihrer Anmutung den vorderen Sportsitzen entsprechen, die klassische Dreiersitzbank. Unabhängig von der gewählten Konfiguration ist die elektrische Einstellbarkeit aller Sitzreihen immer serienmäßig. Und selbstverständlich darf ein SUV dieser Größenklasse auch Anhänger mit bis zu 3500 kg ziehen – eine Fähigkeit, die im heutigen Marktumfeld selbst bei Verbrennern und insbesondere bei großen Elektro-SUV für viele Käufer:innen ein wichtiges Argument darstellt.

So viel Qualität, Ausstattung, Komfort und Funktionalität hat allerdings auch ihren Preis: Der Audi Q7 kostet als 299-PS-Variante 90.500 Euro. Unser sehr umfangreich ausgestatteter Testwagen kommt auf einen Preis von 129.000 Euro. Das klingt nach einer stattlichen Summe, ist im Wettbewerbsumfeld seiner wichtigsten Konkurrenten BMW X5 und Mercedes GLE keine Überraschung.

Fazit

Der neue Audi Q7 ist weit mehr als nur ein weiteres neues Modell. Er zeigt, dass die Marke die Kritik der vergangenen Jahre verstanden hat und sich wieder konsequent auf ihre traditionellen Stärken konzentriert: hohe Qualität, eingängige Bedienung, überzeugenden Komfort und technische Souveränität. Nicht alles ist perfekt, insbesondere bei den Assistenzsystemen bleibt Potenzial. Insgesamt ist Audi jedoch ein bemerkenswert stimmiges Oberklasse-SUV gelungen, das auf langen Strecken ebenso überzeugt wie auf kurvigen Straßen – und damit ein starkes Signal für die Zukunft der Marke sendet. Die Richtung stimmt also endlich wieder.

Technische Daten des Audi Q7 TDI quattro 220 kW tiptronic

AUTO ZEITUNG 17/2026

Audi Q7 TDI quattro 220 kW tiptronic

Technische Daten

Motor

V6-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, elektrischer Verdichter (E-Turbo), Ladeluftkühlung, SCR-Kat., 48-V-Hybrid (Triebstrang-Generator, Riemen-Starter-Generator, LFP-Batterie)

Antrieb

Achtstufen-Automatik; Allradantrieb

Leistung

220 kW / 299 PS

Max. Drehmoment

630Nm

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

5056 / 2010 (2205)* / 1808 mm

Leergewicht / Zuladung

2380 / 640 kg

Kofferraumvolumen

670 – 2075 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

6,0 s

Höchstgeschwindigkeit

235 km/h

Verbrauch auf 100 km

7,2 l D

Kaufinformationen

Grundpreis

90.500 €

Marktstart

2026

Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel