Gigafactory: Tesla-Werk bei Berlin (Grünheide) Tesla-Werk soll ab Juli produzieren

von Victoria Zippmann 10.03.2021

Im Tesla-Werk bei Berlin (Brandenburg) und in einem Berliner Ingenieurs- und Designzentrum sollen über 10.000 Arbeitsplätze entstehen. Elon Musk zeigt, wie die Gigafactory in der Gemeinde Grünheide aussehen soll und gibt bekannt, dass es im Deutschland-Werk eine lokale Zellproduktion geben wird.

 

Gigafactory: Tesla-Werk bei Berlin (Grünheide) im Zeitplan

Der US-Elektroautobauer Tesla bleibt auch nach Verzögerungen bei dem ehrgeizigen Zeitplan für seine Gigafactory in Deutschland: Das Tesla-Werk bei Berlin (Grünheide) soll weiterhin ab Juli 2021 produzieren, heißt es aus Branchenkreisen. Eine öffentliche Anhörung von Kritiker:innen im Herbst 2020 und die Bearbeitung der Einwände hatten für einen zeitlichen Verzug beim Weiterbau gesorgt. Deshalb war unklar, ob das Unternehmen an dem Zeitplan festhalten kann. Tesla hat bisher dazu nicht öffentlich Stellung genommen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung für die Fabrik durch das Land Brandenburg steht bisher noch aus. Eine Entscheidung darüber gilt bis Ende März oder Anfang April 2021 als möglich. Der Bau der Fabrik ist dennoch schon fortgeschritten, denn Tesla baut in einzelnen Schritten über vorzeitige Zulassungen. Zuletzt erhielt das Unternehmen eine solche Genehmigung vom Brandenburger Landesamt für Umwelt für den Einbau von Maschinen. Zwei vorzeitige Zulassungen sind noch offen. In einem Antrag von Anfang Februar 2021 geht es nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums um das Abtragen von Oberboden und das Einebnen von Gelände. Ein Antrag von Ende Februar 2021 bezieht sich auf das Herstellen von Untergrundleitungen. "Beides ist noch in der Prüfung", sagte Ministeriumssprecherin Frauke Zelt. Bisherige vorzeitige Genehmigungen betrafen zum Beispiel das Roden von Wald, Gründungs- und Fundamentarbeiten oder Tragwerke für Dächer und Außenwände. Naturschützer:innen und Anwohner:innen befürchten, dass die Gigafactory negative Folgen für die Umwelt hat. Sie sehen vor allem das Trinkwasser und geschützte Tiere wie Zauneidechsen und Schlingnattern in Gefahr. Die beteiligten Brandenburger Behörden prüfen noch Einwände gegen das Vorhaben und berücksichtigen dabei auch die Anhörung. Tesla-Chef Elon Musk will auf dem Gelände in Grünheide bei Berlin auch die weltgrößte Batteriefabrik errichten. Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) machte Anfang März 2021 deutlich, dass Tesla sein Deutschland-Werk mit vorzeitigen Zulassungen bis zum Zeitpunkt der Produktion weiterbauen kann. "Auch Probeläufe sind (...) möglich, also Maßnahmen zur Prüfung der Betriebstüchtigkeit wie Testen zur Dichtheit von Tanks und Rohrleitungen oder das Gießen und Pressen von Probewerkstücken", sagte Vogel der "Märkischen Oderzeitung". Aber: "Es werden keine Autos auf den Markt kommen aus einer Fabrik, die noch nicht genehmigt ist." Grundlage für solche vorzeitigen Genehmigungen ist eine positive Prognose für das Projekt. Mehr zum Thema: Das ist das Tesla Model Y & Das ist das Tesla Model X

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Weitere News zur Tesla-Fabrik in Deutschland (Chronologie)

  • Tesla will für seine geplante Gigafactory in Grünheide bei Berlin die benötigten Batterien selbst am Ort herstellen. "Es wird eine lokale Zellproduktion geben, die den Bedürfnissen der Berliner Fabrik gerecht wird", sagte Unternehmenschef Elon Musk Ende Juli 2020.

  • Musk hat die geplante Gigafactory im Juli 2020 mit einem Bild auf Twitter vorgestellt. Zu sehen ist ein Entwurf des fertigen Tesla-Werks in Deutschland mit breitem Eingang im Vordergrund und einer Glasfensterfront im zweiten Stock unter einem Solardach. Nach Informationen von Brancheninsider:innen sollen im Hauptgebäude neben der Lobby der Karosseriebau und die Endmontage untergebracht werden. In einem Nebengebäude soll die Antriebsfertigung unterkommen.

  • Für die Errichtung der Fabrik in Brandenburg plant Tesla Kosten von rund 1,065 Milliarden Euro. Das geht aus einem Antrag für die umweltrechtliche Genehmigung hervor, der Anfang Juli 2020 veröffentlicht wurde.

  • Mit dem Deutschland-Werk muss Tesla produzierte Fahrzeuge nicht mehr teuer importieren und verzollen. In der Gigafactory sollen ab Sommer 2021 jährlich 150.000 Model 3 und Model Y gebaut werden. Die Jahreskapazität könnte später auf bis zu 500.000 Autos wachsen, um weitere Modelle bauen zu können. Tesla plant in seiner neuen Fabrik bei Berlin (Grünheide) vorerst mit 10.500 Mitarbeiter:innen im Drei-Schicht-Betrieb, pro Schicht sollen es zwischen 3000 und 3500 Beschäftigte sein. Ob die Arbeitsplätze in dem ebenfalls neuen Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin dazuzählen, ist unklar. 

  • Bürger:innen kritisieren das neue Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide. Mitte Januar 2020 protestierten rund 200 Menschen in der Gemeinde gegen die Ansiedlung des US-Unternehmens und die dafür nötige Rodung des Waldes auf dem Baugrundstück. Ihnen gingen die Entscheidungen zu schnell, außerdem sehen sie die Trinkwasserschutzschone in der Region gefährdet. Tatsächlich gab es auch eine Demonstration für die Ansiedlung der Gigafactory, deren Teilnehmer:innen sich qualifizierte Job in der Nähe statt in Berlin erhoffen. Mehr zum Thema: Das ist das Tesla Model S & Das ist der Tesla-Kleinwagen 

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