Gigafactory: Tesla-Fabrik bei Berlin (Brandenburg) Rodungsarbeiten auf Tesla-Gelände wieder aufgenommen

von Victoria Zippmann 21.02.2020
Inhalt
  1. Tesla-Gigafactory: Rodungsarbeiten auf künftigem Fabrikgelände wieder aufgenommen
  2. Gigafactory: Fabrik in Brandenburg sowie Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin
  3. Kritik an neuer Tesla-Fabrik

Der Kaufvertrag des Grundstücks in Grünheide (Brandenburg) für die vierte Tesla-Gigafactory ist notariell bestätigt. Die zwischenzeitlich gerichtlich gestoppten Rodungsarbeiten wurden wieder aufgenommen. Neben der Fabrik soll in Berlin auch ein Ingenieurs- und Designzentrum entstehen. Doch es gibt auch Kritik!

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies am Donnerstag, 20. Februar 2020, die Eilanträge zweier Umweltverbände gegen die vorzeitige Zulassung des Rodens auf dem Tesla-Gelände nahe Berlin in zweiter Instanz zurück (OVG 11 S 8.20). Damit kann Tesla noch vor dem Beginn der Vegetationsperiode weiter Bäume auf einem Teil des Fabrikgeländes fällen – es geht zunächst um rund 90 Hektar. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Die Umweltschützer halten die Rodung für rechtswidrig, weil die Tesla-Gigafactory noch nicht abschließend genehmigt ist. Sollte die Genehmigung doch nicht erteilt werden können, müsste der Autobauer den Wald nach Angaben des Potsdamer Umweltministeriums angemessen aufforsten. Telsa will die Produktion in Brandenburg ab Juli 2021 starten und pro Jahr 500.000 Fahrzeuge vom Band der Fabrik laufen lassen. Im Genehmigungsverfahren für die Ansiedlung sind noch bis zum 5. März 2020 Einwendungen möglich, die am 18. März 2020 öffentlich erörtert werden sollen. Eine Genehmigung gibt es erst nach anschließender Prüfung. Der Kaufvertrag ist bereits unterschrieben, Geld floss bislang jedoch noch nicht. Für das insgesamt 300 Hektar große Gelände war bislang eine Summe von 41 Millionen Euro angesetzt. Ein unabhängiges Gutachten soll klären, ob der Preis richtig berechnet wurde. Mehr zum Thema: Tesla – die neuesten Meldungen

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Tesla-Gigafactory: Rodungsarbeiten auf künftigem Fabrikgelände wieder aufgenommen

Der Kaufvertrag für das Fabrikgelände der geplanten Tesla-Gigafactory bei Berlin ist notariell bestätigt, wenngleich der genaue Kaufpreis noch nicht feststeht. Er war vom Landesbetrieb Forst in einer ersten Wertermittlung auf knapp 41 Millionen Euro taxiert worden. Dazu werde es aber noch ein weiteres Gutachten von einem unabhängigen Wertgutachter und eine Prüfung der EU geben, um unerlaubte Beihilfe auszuschließen. Nach Angaben der Brandenburger Landesregierung sind in einer ersten Stufe über 3000 Arbeitsplätze geplant, nach einem Ausbau könnten es bis zu 8000 werden. Diese sollen allerdings nicht nur in der Tesla-Gigafactory in Brandenburg, sondern auch in einem ebenfalls neuen Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin entstehen. 

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Gigafactory: Fabrik in Brandenburg sowie Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin

Zwei solcher Gigafactories sind bereits in den USA in Betrieb, eine dritte hat Tesla vor kurzem in Shanghai, China, fertiggestellt. Mit der vierten Fabrik dieser Art möchte Tesla nun offenbar von der deutschen Ingenieurskunst profitieren. Auch muss Tesla die produzierten Fahrzeuge dann nicht mehr teuer nach Deutschland importieren und verzollen. In der Fabrik in Grünheide bei Berlin sollen Presswerk, Gießerei, Karosserierohbau, Lackiererei, Sitzefertigung, Kunststoff- und Batteriefertigung in der Gigafactory untergebracht und ab Sommer 2021 jährlich 150.000 Model 3 und Model Y gebaut werden. Die Jahreskapazität der Gigafactory 4 könnte später auf bis zu 500.000 Autos wachsen, um weitere Modelle der Marke Tesla bauen zu können.

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Kritik an neuer Tesla-Fabrik

Bürger kritisieren die neue Tesla-Fabrik in Grünheide bei Brandenburg. Am Samstag, 18. Januar 2020, protestierten rund 200 Menschen in der Gemeinde gegen die Ansiedlung des US-Unternehmens und die dafür nötige Rodung des Waldes auf dem Baugrundstück. Ihnen gingen die Entscheidungen zu schnell, außerdem sehen sie die Trinkwasserschutzschone in der Region gefährdet. Tatsächlich gab es aber eine Demonstration für die Ansiedlung der Gigafactory, deren Teilnehmer sich qualifizierte Job in der Nähe statt in Berlin erhoffen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) äußerte in der "Märkischen Oderzeitung" Unverständnis für die Tesla-Skeptiker. Die Leute wollten, dass ihre Kinder nicht mehr für gute Jobs wegziehen müssen. Es solle zu Hause gute Jobs geben – aber nicht in Form einer Fabrik, nicht vor der eigenen Haustür, so Steinbach.

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