Gigafactory: Tesla-Werk bei Berlin (Grünheide) Tesla plant eigene Batterieproduktion für Gigafactory in Grünheide

von Victoria Zippmann 27.07.2020
Inhalt
  1. Neues Tesla-Werk bei Brandenburg: Eigene Batterieproduktion für Gigafactory
  2. Gigafactory: Neues Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin bis 2021
  3. Neue Tesla-Fabrik kostet rund 1 Mrd. Euro
  4. Werk bei Berlin: Tesla ändert Anträge zur Gigafactory in Brandenburg
  5. Tesla-Gigafactory: Rodungsarbeiten in Grünheide wieder aufgenommen
  6. Kritik an neuer Tesla-Fabrik bei Berlin

Im Tesla-Werk bei Berlin (Brandenburg) und in einem Berliner Ingenieurs- und Designzentrum sollen über 10.000 Arbeitsplätze entstehen. Elon Musk zeigt, wie die Gigafactory in der Gemeinde Grünheide aussehen soll und gibt bekannt, dass es eine lokale Zellproduktion geben wird.

Tesla will für seine geplante Gigafactory in Grünheide bei Berlin die benötigten Batterien selbst am Ort herstellen. "Es wird eine lokale Zellproduktion geben, die den Bedürfnissen der Berliner Fabrik gerecht wird", sagte Unternehmenschef Elon Musk Ende Juli 2020. Tesla will vom Sommer 2021 an Elektroautos im neuen Tesla-Werk in Brandenburg produzieren und sein Ziel von rund 500.000 Stück pro Jahr möglichst schnell erreichen. Bislang war offen, ob es auch eine lokale Batteriezellenproduktion geben wird, die Rede war nur von Modulen. Die vollständige umweltrechtliche Genehmigung für die Fabrik liegt derweil noch nicht vor und Tesla baut derzeit auf eigenes Risiko. Mit einem fünften Antrag auf eine vorzeitige Genehmigung will das Unternehmen den Bau weiter vorantreiben. Der Antrag umfasse für Gießerei und Presswerk die Gründung mit Pfählen, Gebäudehüllen, Tragkonstruktion und Innenausbau, teilte das Brandenburger Umweltministerium mit. Außerdem plane Tesla den vorzeitigen Beginn für vorläufige Entwässerungseinrichtungen, Leitungen und Wasseraufbereitung.

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Neues Tesla-Werk bei Brandenburg: Eigene Batterieproduktion für Gigafactory

Tesla-Chef Elon Musk hat die geplante Gigafactory, die in Grünheide nahe Berlin entstehen soll, Mitte Juli 2020 mit einem Bild auf Twitter vorgestellt. Dazu schrieb er nur "Giga Berlin". Zu sehen ist ein Entwurf des fertigen Tesla-Werks in Brandenburg mit breitem Eingang im Vordergrund und einer Glasfensterfront im zweiten Stock unter einem Solardach. Nach Informationen von Brancheninsidern sollen im Hauptgebäude neben der Lobby der Karosseriebau und die Endmontage untergebracht werden. In einem Nebengebäude soll die Antriebsfertigung unterkommen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung vom Land Brandenburg für den Bau der Tesla-Gigafactory bei Berlin steht derzeit noch aus, Tesla baut aber derzeit über vorzeitige Genehmigungen. Zuletzt kam die Zulassung für das Fundament und den Rohbau. 

 

Gigafactory: Neues Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin bis 2021

Mit dem vierten Werk dieser Art möchte Tesla in Grünheide bei Berlin (Brandenburg) nun nicht von nur der deutschen Ingenieurskunst profitieren, auch muss Tesla die produzierten Fahrzeuge dann nicht mehr teuer nach Deutschland importieren und verzollen. In der Gigafactory sollen Presswerk, Gießerei, Karosserierohbau, Lackiererei, Sitzfertigung, Kunststoff- und Batteriefertigung in der Gigafactory untergebracht und ab Sommer 2021 jährlich 150.000 Model 3 und Model Y gebaut werden. Die Jahreskapazität der Gigafactory 4 könnte später auf bis zu 500.000 Autos wachsen, um weitere Modelle der Marke Tesla bauen zu können. Tesla plant in seiner neuen Fabrik vorerst mit 10.500 Mitarbeitern im Drei-Schicht-Betrieb, pro Schicht sollen es zwischen 3000 und 3500 Beschäftigte sein. Ob die Arbeitsplätze in dem ebenfalls neuen Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin dazuzählen, ist unklar.
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Neue Tesla-Fabrik kostet rund 1 Mrd. Euro

Für die Errichtung der Gigafactory bei Berlin (Brandenburg) plant Tesla Kosten von rund 1,065 Milliarden Euro. Das geht aus einem aktualisierten Antrag für die umweltrechtliche Genehmigung des Tesla-Werks hervor, der Anfang Juli 2020 veröffentlicht wurde. Außerdem wurde so bekannt, dass die Bauarbeiten in Grünheide bis in den März 2021 hinein dauern sollen. Die Produktion in der Tesla-Fabrik soll dann im Juli 2021 starten – mit drei Schichten an 24 Stunden pro Tag. Aus der Prognose für den Umfang des Lärms beim Betrieb geht hervor, dass der US-Elektroautobauer von 2100 Beschäftigten pro Schicht ausgeht. Pro Jahr ist in dem neuen Tesla-Werk bei Berlin eine maximale Produktion von 500.000 Fahrzeugen geplant. Dabei soll die Zahl so schnell wie möglich auf das Maximum hochgefahren werden.

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Werk bei Berlin: Tesla ändert Anträge zur Gigafactory in Brandenburg

Tesla hat weitreichende Veränderungen an den Plänen des Werks in Grünheide bei Berlin vorgenommen, wie Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) als auch das Umweltministerium Mitte April 2020 bekannt gaben. Auf Teslas Wunsch hin ruhe der Antrag auf vorzeitige Genehmigung für den Bau des Fundaments, um geänderte Unterlagen nachzureichen. Bei den Änderungen zum Fundament handle es sich um geplante Pfahlgründungen, die der Antrag von 2019 nicht beinhalteten. Weiter Änderungen im Genehmigungsantrag beträfen den Wasserverbrauch der künftigen Elektroauto-Fabrik. Die ursprünglichen Pläne hätten einen Wasserverbrauch von mehr als 3,3 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr vorgesehen. Experten hielten das für machbar aber mit erheblichen Investitionen verbunden. Kritiker warnten vor möglichen Wasserengpässen und zu hoher Abwassermassen. Nun wolle Tesla die technischen Verfahren seiner vierten Gigafactory anpassen, um Wasser zu sparen. Das habe erhebliche Auswirkungen auf die Baupläne. Die Änderungen seien so umfangreich, dass die Anträge erneut offengelegt werden müssten. Steinbach erwartet eine Genehmigung frühestens im Oktober 2020. Das Genehmigungsverfahren für die Ansiedlung ruht bis zur erneuten Auslegung, Erörterung und Prüfung.

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Tesla-Gigafactory: Rodungsarbeiten in Grünheide wieder aufgenommen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies im Februar 2020, die Eilanträge zweier Umweltverbände gegen die vorzeitige Zulassung des Rodens auf dem Tesla-Gelände nahe Berlin in zweiter Instanz zurück (OVG 11 S 8.20). Damit kann Tesla noch vor dem Beginn der Vegetationsperiode weiter Bäume auf einem Teil des Werksgeländes in Grünheide fällen – es geht zunächst um rund 90 Hektar. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Die Umweltschützer halten die Rodung für rechtswidrig, weil die Tesla-Gigafactory noch nicht abschließend genehmigt ist. Sollte die Genehmigung doch nicht erteilt werden können, müsste der Autobauer den Wald nach Angaben des Potsdamer Umweltministeriums angemessen aufforsten.

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Kritik an neuer Tesla-Fabrik bei Berlin

Bürger kritisieren das neue Tesla-Werk im brandenburgerischen Grünheide. Mitte Januar 2020 protestierten rund 200 Menschen in der Gemeinde gegen die Ansiedlung des US-Unternehmens und die dafür nötige Rodung des Waldes auf dem Baugrundstück. Ihnen gingen die Entscheidungen zu schnell, außerdem sehen sie die Trinkwasserschutzschone in der Region gefährdet. Tatsächlich gab es aber eine Demonstration für die Ansiedlung der Gigafactory, deren Teilnehmer sich qualifizierte Job in der Nähe statt in Berlin erhoffen. Steinbach (SPD) äußerte in der "Märkischen Oderzeitung" Unverständnis für die Tesla-Skeptiker. Die Leute wollten, dass ihre Kinder nicht mehr für gute Jobs wegziehen müssen. Es solle zu Hause gute Jobs geben – aber nicht in Form einer Fabrik, nicht vor der eigenen Haustür, so Steinbach.

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