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Gigafactory: Tesla-Werk bei Berlin (Grünheide) Tesla-Werk soll erweitert werden

Tim Neumann 02.11.2022
Inhalt
  1. Tesla erweitert sein Werk bei Berlin (Grünheide)
  2. Kritik an der "Gigafactory"
  3. Weitere News zur Tesla-Fabrik in Deutschland (Chronologie)

Das Tesla-Werk in Grünheide (bei Berlin) soll erweitert werden – derzeit werden dafür 70 Hektar Wald gerodet. Die Einzelzeiten hier! Der News-Artikel zur "Gigafactory" wurde am 02.11.2022 aktualisiert.

 

Tesla erweitert sein Werk bei Berlin (Grünheide)

Tesla will seine Produktion in Grünheide bei Berlin vergrößern. Derzeit werde die nächste Ausbaustufe auf dem bestehenden Gelände vorbereitet, um die Kapazität des Tesla-Werks zu erweitern, hieß es am 28. Oktober 2022 vom Unternehmen. Dafür würden 70 Hektar Kiefernwald gerodet. Die Genehmigung für die Rodung liege bereits vor. Für den Ausbau bereitet Tesla einen Antrag vor. Dafür ist auch ein neues umweltrechtliches Verfahren nötig. Zuvor hatte die "Märkische Oderzeitung" darüber berichtet. Tesla beschäftigt in seiner deutschen "Gigafactory" derzeit nach eigenen Angaben mehr als 7000 Mitarbeitende. Später sollen es 12.000 Beschäftigte sein, mit dem Ausbau würden es dann noch mehr. Wie umfangreich der Ausbau sein soll, war zunächst unklar. Tesla sprach von zusätzlicher Produktionskapazität im nördlichen Teil des Geländes. Naturschützer:innen warnen vor negativen Folgen der Fabrik für die Umwelt, Tesla weist diese Bedenken zurück. Tesla lässt für den Ausbau erneut Wald roden, um Platz zu haben für das Baufeld der geplanten Ausbaustufe, aber auch für die Zentralisierung der Baustelleninfrastruktur. Die Bäume würden auf Basis des bisherigen Bebauungsplans gerodet. Alle dafür nötigen forst- und artenschutzrechtlichen Maßnahmen seien umgesetzt oder befänden sich in der Umsetzung. Bisher seien 300 Hektar Mischwald aufgeforstet worden. Eine Erweiterung der Fläche etwa für einen Güterbahnhof wird parallel geplant, dazu ist aber ein neuer Bebauungsplan nötig. Die Brandenburger Landesregierung sieht die Ausbaupläne als Bestätigung für die Wahl des Standorts. "Mit der Ankündigung der nächsten Ausbaustufe der Autofabrik bekennt sich Tesla klar zum Standort Brandenburg", teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag mit. "Deshalb freue ich mich über die Nachricht." Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sprach von einem guten Zeichen. "Brandenburg entwickelt sich mehr und mehr zu einem gewichtigen Standort der modernen Automobilindustrie in Deutschland, und Tesla hat als mittlerweile größter industrieller Arbeitgeber und Ausbilder Brandenburgs einen entscheidenden Anteil daran." Dagegen lehnte der Verein für Natur & Landschaft Brandenburg einen Ausbau der Fabrik ab und kritisierte die Rodung. "Tesla beherrscht die jetzige Produktion nicht", warf der Verein dem Unternehmen vor. "Es treten immer wieder Störungen im Betriebsablauf auf, die eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen." Sie verwiesen auf mehrere Brände. Im September 2022 wurde bekannt, dass Tesla in Grünheide bei Berlin bisher ohne funktionierende Brandmeldeanlage fertigt. Tesla arbeitet nach eigenen Angaben daran. Der Landkreis Oder-Spree hält den Brandschutz des Tesla-Werks mit einem vorläufigen Konzept für abgesichert. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Kritik an der "Gigafactory"

Nach Ansicht von Umweltschützer:innen ist die Wasserversorgung für das Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin nicht gesichert. Der Geschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg, Michael Ganschow, kritisierte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder), dass dieses "entgegen jeder wissenschaftlichen Expertise" entschieden habe und die Trinkwasserversorgung in einem Verfahren zur Klage der Grünen Liga und des Naturschutzbundes Nabu gegen das Land wegen einer Bewilligung zur Wasserentnahme auch für Tesla auf 30 Jahre als gesichert ansehe. Das Gericht hatte eine Wasserförderung aus dem Wasserwerk Eggersdorf Anfang März 2022 aus formellen Gründen verworfen. Nun muss die Beteiligung der Öffentlichkeit für eine höhere Wassermenge nachgeholt werden. Das Land duldet weiter die Entnahme in voller Höhe der Bewilligung von 3,8 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. Tesla hatte den geplanten Wasserverbrauch seiner "Gigafactory" in der Planung gesenkt. Das Unternehmen veranschlagt nach früheren Angaben pro Fahrzeug einschließlich Batterieproduktion 2,2 Kubikmeter und betont, das liege unter dem Branchenschnitt von mehr als drei Kubikmetern. Der brandenburgische Umweltminister Axel Vogel sieht trotz des Klimawandels und des Wachstums im Großraum Berlin genug Wasservorräte. Das Grundwasser sei ausreichend. Lokal gebe es aber deutliche Probleme. Auch zeichneten sich Probleme für Berlin und das Umland ab, weil Menschen und Industrie immer mehr Wasser benötigten.  

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Weitere News zur Tesla-Fabrik in Deutschland (Chronologie)

  • Rund drei Monate nach der Eröffnung des Tesla-Werks Grünheide wird die Produktion vorübergehend unterbrochen. Eigentlich sollen pro Jahr 500.000 Model Y vom Band laufen, derzeit schafft die "Gigafactory" nur rund ein Zehntel. Deshalb sollen laut BILD ab Anfang Juli 2022 in rund zwei Wochen die Arbeitsläufe im Werk umgestellt werden. Danach solle in drei statt zwei Schichten gearbeitet werden. Außerdem könne Tesla dann in einer Nachbarhalle mit der Antriebsfertigung beginnen. Am 22. März 2022 ist die Fabrik des US-Elektroautobauers, in eigener Tech-Sprache "Gigafactory" genannt, in Grünheide bei Berlin mit viel Prominenz eröffnet worden. Mit dem Tesla-Werk entstand nach zwei Jahren Bauzeit und vielen Vorabzulassungen bis zur endgültigen Genehmigung Anfang März 2022 ein neuer Automobilstandort im Osten Deutschlands. Tesla plant in einer ersten Stufe mit bis zu 500.000 Autos im Jahr und rund 12.000 Beschäftigten. Eine Batteriefabrik für die Herstellung von Batteriezellen, die eine fünfmal höhere Energie und sechsmal mehr Leistung haben, befindet sich noch im Bau. 

  • Der US-Elektroautobauer Tesla muss wegen der Errichtung nicht genehmigter Tanks auf der Baustelle seiner geplanten Fabrik in Grünheide bei Berlin mit einem Bußgeld rechnen. Es handle sich um drei Tanks für unterschiedliche Flüssigkeiten, die ohne Genehmigung errichtet worden seien, sagte Sebastian Arnold, Sprecher des brandenburgischen Umweltministeriums, am 8. Juli 2021. Es ist nicht der erste Verstoß. Der US-Elektroautobauer hatte auf der Baustelle zum neuen Tesla-Werk außerdem zeitweise unterirdische Rohre ohne Genehmigung verlegt. Tesla hatte auch mit Tests für Pfähle begonnen, obwohl es keine Genehmigung gab. Auch interessant: Das ist der Tesla-Kleinwagen

  • Bei einem Besuch des Tesla-Werks bei Berlin (Grünheide) Mitte Mai 2021 hat Elon Musk die deutsche Bürokratie kritisiert. Im Interview mit NTV äußerte er: "Ich denke, es wäre besser, wenn es weniger Bürokratie gäbe." Demnach sammle eine Gesellschaft über die Jahre hinweg immer mehr Vorschriften an, ohne manche davon auch irgendwann wieder zu kippen. So dürfe man in Zukunft gar nichts mehr. "Deshalb sollte es einen aktiven Prozess geben, Vorschriften abzuschaffen", rät der Tesla-Chef Deutschland. Auch interessant: Das ist das Tesla Model Y

  • Für die Errichtung des Tesla-Werks in Grünheide bei Berlin plant der Autobauer mit Kosten in Höhe von rund 1,065 Milliarden Euro. Das geht aus einem Antrag für die umweltrechtliche Genehmigung hervor, der Anfang Juli 2020 veröffentlicht wurde. Auch interessant: Das ist das Tesla Model X

  • Bürger:innen kritisieren das neue Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide. Mitte Januar 2020 protestierten rund 200 Menschen in der Gemeinde gegen die Ansiedlung des US-Unternehmens und die dafür nötige Rodung des Waldes auf dem Baugrundstück. Ihnen gingen die Entscheidungen zu schnell, außerdem sehen sie das Trinkwasserschutzgebiet in der Region gefährdet. Tatsächlich gab es auch eine Demonstration für die Ansiedlung der "Gigafactory", deren Teilnehmer:innen sich qualifizierte Job in der Nähe statt in Berlin erhoffen. Auch interessant: Das ist das Tesla Model S

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