Tesla-News (April 2022): Quartalszahlen Tesla übertrifft seine Auslieferungszahlen erneut

von AUTO ZEITUNG 04.04.2022
Inhalt
  1. Tesla-News 2022: Rekord-Quartalszahlen & -Gewinn
  2. Tesla-News 2021: Qualitätsranking, Markenoffene Supercharger, Hertz-Bestellung, Umzug, Quartalszahlen, Bitcoin & Gewinn
  3. Tesla-News 2020: Strafe in Deutschland & Autopilot-Werbung
  4. Tesla-News 2018 & 2019: Einschränkungen bei Twitter, FBI-Ermittlungen & Einigung mit Börsenaufsicht

Tesla-News im April 2022: Die Marke hat im ersten Quartal 2022 seine Rekord-Verkaufszahlen vom vorangegangenen Quartal übertroffen. Zudem hat der Elektroautobauer 2021 so viel Gewinn wie nie zuvor gemacht. Dieser Artikel wurde am 04.04.2022 aktualisiert.

 

Tesla-News 2022: Rekord-Quartalszahlen & -Gewinn

  • Tesla schafft es trotz anhaltender Krisen, weiter zu wachsen. Anfang April 2022 vermeldetet die Marke einen neuen Auslieferungsrekord bei den ersten Quartalszahlen. So konnte der E-Autohersteller aus den USA in der ersten drei Monaten 2022 310.048 Fahrzeuge an seine Kundschaft ausliefern. Das sind rund 1500 Autos mehr als im vierten Quartal 2021, das zuletzt den Auslieferungs-Rekord hielt. Auf die Gesamtzahl der Auslieferungen von Q1 2022 entfielen laut den Angaben von Tesla 295.324 Fahrzeuge vom Typ Model 3 oder Model Y. Die restlichen 14.724 ausgelieferten Autos waren entweder Model S oder Model X.

  • Wie im Januar 2022 bekannt wurde, hat Tesla 2021 so viel Geld verdient wie noch nie zuvor in einem Geschäftsjahr. Nach Angaben des Konzerns verbuchte er einen Gewinn von 5,5 Milliarden US-Dollar (4,9 Mrd. Euro). Das entspricht einem Plus von 665 Prozent im Vergleich zu 2020, dem ersten Kalenderjahr in der Geschichte der Firma, das mit schwarzen Zahlen schloss. An der US-Börse stieg der Erlös nach Angaben von Tesla um 71 Prozent auf 53,8 Milliarden US-Dollar. Insgesamt hat der Elektroautobauer 2021 rund 936.000 Autos ausgeliefert und damit 87 Prozent mehr als 2020. Tesla zielt langfristig auf ein jährliches Wachstum von 50 Prozent ab. Doch die Chipkrise lässt auch Elon Musk nicht kalt. Bei einer Konferenz sagte der Tesla-Chef, dass der Autobauer aufgrund des Mangels an Bauteilen 2022 keine neuen Fahrzeugmodelle vorstellen würde. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

Rückruf Tesla-Rückruf
Tesla-Rückruf (Januar 2022): Model 3/Model S Rückruf für Tesla Model 3 und S

Die Geschichte Teslas im Video:

 
 

Tesla-News 2021: Qualitätsranking, Markenoffene Supercharger, Hertz-Bestellung, Umzug, Quartalszahlen, Bitcoin & Gewinn

  • Im Qualitätsranking des amerikanischen "Consumer Reports" wird Tesla, wie Ende November 2021 mitgeteilt wurde, erneut Vorletzter. Das Ranking "Auto Brand Reliability Reports" fußt auf den Daten von 300.000 Neu- und Gebrauchtfahrzeugen in den USA. Besonders das jüngste Modell kommt dabei schlecht weg: Dem Tesla Model Y werden zahlreiche Qualitätsprobleme bescheinigt. Lackmängel und schief eingepasste Türen und Klappen sind demnach nicht selten. Die Topmodelle S und X tragen mit Elektronik- und Klimatisierungsproblemen zum unrühmlichen Ergebnis bei. Lediglich das Model 3 erreicht ein durchschnittliches Ergebnis. Als Marke schlechter war nur Lincoln, der Edel-Ableger von Ford. Die Marken mit den qualitativ besten Neuwagen sind demnach Lexus, Mazda und Toyota. Aufgrund seines Qualitätsrankings vergibt Consumer Reports Kaufempfehlungen und Warnungen. 

  • Mit einer Meldung auf Twitter hat Elon Musk am 2. November 2021 zurückgerudert und die Bestellung von Hertz über 100.000 Tesla-Fahrzeuge relativiert. Als Antwort auf die steigende Tesla-Aktie schrieb er: "Sollte das alles auf Hertz basieren, möchte ich betonen, dass noch keine Verträge unterzeichnet wurden." Zudem sei die Nachfrage bei Tesla höher als die Produktion, weshalb Hertz – genau wie jede:r andere Teslakund:in – keine Rabatte bekäme. Der Hertz-Deal habe also keinen Effekt auf Teslas wirtschaftliche Lage.

  • Am 1. November 2021 startete Tesla das Pilotprojekt der markenoffenen Supercharger. Dabei öffneten zehn ausgewählte Schnellladestationen in den Niederlanden für andere Automarken. Zum Fremdladen benötigen Autofahrer:innen die Tesla App (Version 4.2.3 oder höher) und können ausschließlich den CSS-Stecker nutzen. Das Pilotprojekt soll zeigen, ob es zu Engpässen kommt und es soll Feedback der Nutzer:innen ausgewertet werden. Die Fremdnutzung der Supercharger ist vorerst nur Autofahrer:innen mit Wohnsitz in den Niederlanden möglich. Für Tesla-Fahrer:innen soll kein Nachteil entstehen und sich im Zuge dessen nichts ändern. Für Nicht-Tesla-Fahrer:innen ist das Fremdladen jedoch deutlich kostspieliger. In den Niederlanden zahlen Tesla-Fahrer:innen als Ladenetz-Mitglied 24 Cent pro Kilowattstunde. Der Preis fürs Fremdladen soll sich auf durchschnittlich 58 Cent pro Kilowattstunde belaufen. Die Belegungsgebühr von 0,50 Euro (1,00 Euro bei 100 % Auslastung) bleibt für alle Nutzer:innen einheitlich.

  • Wie der US-amerikanische Autohersteller Ende Oktober 2021 bestätigte, hat die Autovermietung Hertz 100.000 Fahrzeuge bei Tesla bestellt. Zum Vergleich: Die Jahresbilanz der Autoverkäufe von Tesla betrug im September 2021 rund 630.000 Fahrzeuge. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag, dem 25. Oktober 2021, über die Großbestellung berichtet und sich auf Insider-Informationen berufen. Das ließ den Preis pro Tesla-Aktie auf bis zu 1045 US-Dollar steigen – Anfang 2013 kostete sie noch deutlich weniger als zehn US-Dollar. Das schraubte die Marktkapitalisierung des Unternehmens erstmals auf mehr als eine Billion Dollar. Die Bestellung von Hertz ist die erste große Initiative seit dem Insolvenzverfahren, in das der Autovermieter Corona-bedingt geraten ist und im Juni 2021 abgeschlossen hat. Der Preis für die Tesla-Flotte soll rund 4,2 Milliarden US-Dollar (3,6 Milliarden Euro) betragen. In den kommenden 14 Monaten soll Tesla die neuen Mietwagen ausliefern. Der globale Chipmangel scheint dem nicht im Wege zustehen. Dem Elektroautobauer ist im dritten Quartal 2021 eine Rekordauslieferung von 241.000 Fahrzeugen gelungen. Grund dafür ist laut Analyst Matthias Volkert von der DZ Bank zum einen die übersichtliche Modell-Palette Teslas und zum anderen die Leistung der Tesla-Softwareingenieur:innen, die eine flexible Nutzung der Halbleiter ermöglichen.

  • Auf der Hauptversammlung am 7. Oktober 2021 verkündete Tesla-Chef Elon Musk den Umzug der Firmenzentrale von Palo Alto (Kalifornien) nach Austin (Texas). Hier entsteht aktuell ein großes Tesla-Werk und auch die Hauptversammlung wurde dort abgehalten. Mit diesem Schritt hatte Musk schon länger offen geliebäugelt, nun ist es beschlossene Sache. Begründet wird der Schritt mit den geringeren Lebenshaltungskosten für Beschäftigte in Texas. Gerüchten um eine Schließung des kalifornischen Werks in Freemont erteilte man im gleichen Zuge eine Absage und bekräftigte stattdessen, dass man die Kapazitäten der dortigen Fabrik erhöhen will. Tesla-Chef Elon Musk lebt schon seit einiger Zeit in Austin, nachdem er zuvor in Los Angeles seinen Wohnsitz besessen hatte.

  • Das US-Patentamt erteilte Tesla im September 2021 ein Patent auf einen Laser, der künftig Scheibenwischer ersetzen könnte. Ähnlich wie bei aktuellen Wischsystemen verfügt die Konstruktion über einen Sensor, der Verschmutzungen an der Scheibe erkennt. Die automatische Steuerung richtet den Laser dann korrekt aus und schickt ihn pulsierend in Richtung des Schmutzes, ohne dass der Strahl durch das Glas dringen kann. Die Patentzeichnung am Tesla Model S verdeutlicht, dass dabei nicht nur die Frontscheibe, sondern auch Seitenfenster gereinigt werden können. Außerdem ließen sich damit auch Kameralinsen von Dreck befreien – gerade für autonome Fahrzeuge eine interessante Funktion. Ob und in welchem Modell das Patent erstmals zum Einsatz kommen wird, ist noch unklar. Da der Tesla Cybertruck zumindest keine offensichtlichen Scheibenwischer besitzt, wäre ein Debüt im Pick-up durchaus vorstellbar. 

  • Im Juli 2021 vermeldete Tesla die Zahlen des zweiten Quartals. Der Elektroautobauer erzielte erstmals die Rekordsumme von 1,1 Milliarden US-Dollar an Gewinn und hat seinen Überschuss somit verzehnfacht. Der Umsatz stieg um 98 Prozent auf zwölf Milliarden US-Dollar. Die Aktie legte daraufhin rund sechs Prozent zu. Hauptgrund für den Erfolg ist die Verdopplung der Autoverkäufe im Vergleich zum Vorjahr. Der Handel mit Abgaszertifikaten trug  weniger zum Gewinn bei als üblich. Das Unternehmen von Elon Musk wächst also trotz Schwierigkeiten in der Chip- und Rohstoffversorgung, unter der die Branche leidet. Bei der Fahrzeugfertigung musste der Hersteller bereits auf andere Computerchips umsteigen und die Software dementsprechend anpassen. Auch Engpässe bei Modulen zur Steuerung von Airbags und Sicherheitsgurten bremsten die Produktion. Nach der Zielsetzung, die Auslieferungszahlen von einer halben Million Autos im Vorjahr 2021 um 50 Prozent steigern zu wollen, rechnet der Konzern nun jedoch mit noch stärkerem Wachstum, vorausgesetzt Tesla kann die Halbleiter-Knappheit meistern, so Firmenchef Elon Musk.

  • Tesla-Chef Elon Musk bestätigte auf dem Branchentreffen "The B Word" Mitte Juli 2021, dass man weiterhin auf Bitcoin setzen wolle. Trotz zuvor geäußerter Umweltbedenken, werde man Bitcoin "sehr wahrscheinlich wieder akzeptieren", so Musk. Dennoch müsse sich die Umweltbilanz verbessern. Musk forderte, dass mindestens 50 Prozent des zum Schürfen von Bitcoins benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen müsse. Musks Aussagen beflügelten den Bitcoin-Kurs.

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  • Nicht einmal zwei Monate, nachdem Tesla Bitcoin erstmalig als Zahlungsmittel akzeptiert hat, ruderte der US-Autobauer im Mai 2021 zurück. Wegen Umweltbedenken angesichts des hohen Stromverbrauchs, Bitcoins zu "schürfen", habe der Konzern diese Entscheidung getroffen, erklärte Tesla-Chef Elon Musk am 12. Mai 2021 bei Twitter. Vor allem, dass viel Kohleenergie dafür genutzt werde, sei bedenklich. Gleichzeit machte er klar, dass er grundsätzlich ein Fürsprecher der Branche bleibt: "Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben an eine vielversprechende Zukunft, aber dies kann nicht zu großen Lasten der Umwelt gehen", hieß es in seinem Statement. Tesla hatte erst im März 2021 begonnen, Bitcoins zum Kauf von Elektroautos zu akzeptieren. Zuvor hatte der Konzern eine Investition in Bitcoins für 1,5 Milliarden Dollar bekannt gegeben und der ältesten und bekanntesten Cyberwährung damit einen ordentlichen Schub gegeben. Bitcoin steht wegen des hohen Stromverbrauchs, den das sogenannte Mining – die Herstellung der Währungseinheiten durch energieaufwendige Rechnerprozesse – erfordert, schon lange bei Umweltschützer:innen in der Kritik. Tesla will laut Musk auch keinen Bitcoin-Handel mehr betreiben, solange die Energiebilanz sich nicht deutlich verbessert hat.

  • Zum sechsten Mal in Folge schreibt Tesla schwarze Quartalszahlen, erstmals hat der Autobauer ein Kalenderjahr mit Gewinn abgeschlossen. Trotz der Corona-Krise erreichte das Unternehmen von Elon Musk 2020 einen Überschuss von 721 Millionen Dollar (595 Mio. Euro), wie es Ende Januar 2021 mitteilt. Die Erlöse kletterten um 28 Prozent auf 31,5 Milliarden Dollar. Dennoch verfehlte Tesla die Erwartungen für die vierten Quartalszahlen 2020: Hier schaffte der Autobauer zwar auch einen Gewinn, der aber geringer ausfiel als an der Börse angenommen. Der Konzern macht einen wesentlichen Teil seines Ertrags mit dem Handel von Abgaszertifikaten. Diese benötigen andere Autobauer, um ihre Emissionsbilanz auszugleichen und so gesetzliche Vorgaben etwa in Kalifornien oder Europa zu erfüllen. Ohne diese Einkünfte, die sich 2020 auf 1,6 Milliarden und im Schlussquartal auf 401 Millionen Dollar beliefen, hätte Tesla daher kein Geld verdient.

  • Für 2021 strebt  Tesla an, die Wachstumsrate von 50 Prozent aus dem Vorjahr übertreffen zu wollen. Das entspräche rund 750.000 Auslieferungen. 2020 hat Tesla 499.550 Fahrzeuge ausgeliefert. Ein Grund dafür war das nächste Rekordquartal: Im vierten Quartal 2020 setzten die US-Amerikaner:innen demnach weltweit 180.570 Fahrzeuge ab.

  • Parallel gibt es offenbar Probleme mit den Touchscreens der Baureihen Model S & X (Baujahre 2012 bis 2018). Wie die "Bild am Sonntag" am 24. Januar 2021 zuerst berichtete, prüft das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein mögliches Sicherheitsrisiko, das auf Speicherplatzprobleme bei bestimmten Computerchips zurückgeht, die in den betroffenen Modellen zum Einsatz kommen. Im schlimmsten Falle droht ein Ausfall des Touchscreens, über den viele sicherheitsrelevante Funktionen bedient werden. In den USA hat die US-Verkehrsbehörde NHTSA Mitte Januar bereits rund 158.000 zurückgerufen. Das KBA steht im Austausch mit den US-amerikanischen Kolleg:innen.

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Tesla-News 2020: Strafe in Deutschland & Autopilot-Werbung

  • Tesla wurde in Deutschland zu einem Bußgeld in Höhe von zwölf Millionen Euro verdonnert, weil die Marke die Gesetze zur Batterieentsorgung scheinbar nicht befolgt habe. Gegen die Strafe des Umweltbundesamts hat Tesla bereits Widerspruch eingelegt. Im Streit geht es um das deutsche Batteriegesetz: Dieses schreibt vor, dass Hersteller von Elektroautos ihre verkauften Batterien zurücknehmen oder einen Entsorgungspartner kommunizieren müssen. Problematisch ist nämlich nicht nur das Recyclen der verbrauchten Akkus, sondern auch die Entsorgung im Falle eines Unfalls. Bei Bränden etwa muss der Wagen für mehrere Tage in einem mit Wasser gefüllten Spezialcontainer eingetaucht werden, um Kettenreaktionen der Akkuzellen und damit erneute Entzündungen zu vermeiden. "Obwohl wir den Ausgang des Verfahrens inklusive der endgültigen Höhe der Strafe nicht absehen können, haben wir Widerspruch eingelegt, und es ist nicht zu erwarten, dass es unser Geschäft wesentlich negativ beeinträchtigen wird", schreibt der Autobauer in einer Stellungnahme zur Tesla-News im November 2020.

  • Einem Gerichtsurteil zufolge hat Tesla den Mund bei der Werbung für seine Autos zu voll genommen. Das Landgericht München I verbot dem kalifornischen Elektroautobauer im Juli 2020, mit dem Begriff "Autopilot" für seine Fahrzeuge zu werben. Darüber hinaus untersagte die Kammer dem Hersteller weitere Werbeaussagen im Zusammenhang mit autonomem Fahren. Sie gab damit einer Klage der Wettbewerbszentrale in vollem Umfang statt. Die Organisation hatte moniert, dass Tesla unter anderem den Eindruck erweckt habe, dass seine Autos mit einem Fahrerassistenz-Paket "bis Ende des Jahres 2019 autonom fahren könnten und dürften". Tesla könne das aber gar nicht erfüllen, weil die Autos weder technisch fahrerlos fahren können, noch rechtlich dürfen. Die Werbung sei daher irreführend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob die Wettbewerbszentrale die nötige Sicherheitsleistung von 100.000 Euro erbringt, um das Urteil trotzdem sofort vollstreckbar zu machen, will sie nach Prüfung der Urteilsgründe entscheiden.

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Tesla-News 2018 & 2019: Einschränkungen bei Twitter, FBI-Ermittlungen & Einigung mit Börsenaufsicht

  • Nach einer Einigung mit der US-Börsenaufsicht SEC musste sich Tesla-Chef Elon Musk auf deutliche Einschränkungen in seinem Verhalten bei Twitter einstellen. Er soll eine lange Liste von Themen bekommen haben, zu denen er sich jegliche Kommunikation vorab von einem in Wertpapierfragen erfahrenen Anwalt freigeben lassen muss. Dazu zählen unter anderem Finanzen, Produktionsziele, Übernahmen und Fusionen, die den Elektroautobauer betreffen. Der Grund für die Auseinandersetzung mit der Börsenaufsicht war ein Tweet des Firmenchefs, den er am 19. Februar 2019 auf Twitter absetzte: "Tesla baute 0 Autos 2011, aber wird 2019 rund 500 000 bauen". In ihm sah die Börsenaufsicht einen Verstoß gegen Auflagen, die Tesla-Boss Musk einhalten muss, seitdem ein Vergleich den im Herbst 2018 erstmals eskalierten Streit zwischen ihm und der Börsenaufsicht beendete. Die Auflagen untersagen dem Firmenchef, marktbewegende Nachtrichten eigenmächtig über seine Social-Media-Kanäle abzusetzen. Er muss alle Meldungen, die den Aktienkurs beeinflussen könnten, vom Unternehmen prüfen lassen. Musk selbst reagierte bereits kurz nach der eigenen Veröffentlichung und relativierte die 500.000 Autos als eine auf das Jahr hochgerechnete Produktionsrate, die Ende 2019 erreicht werden könnte. Das würde sich in etwa mit den zuvor von Tesla kommunizierten Zahlen decken. Die Meldung ließ die Tesla-Aktie nachbörslich um zeitweise mehr als fünf Prozent fallen. Bereits 2018 hatten sich Börsenaufsicht und Musk darauf verständigt, dass der Tesla-Chef sich alle kursrelevanten Tweets freigeben lassen muss. Wie konkret entschieden wird, ob die Nachrichten Einfluss auf Teslas Aktienkurs haben könnten, war jedoch nicht klar geregelt – und kein einziger Musk-Tweet war seitdem vorab überprüft worden.

  • Das FBI ermittelt gegen Tesla. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, seien die von der US-Staatsanwaltschaft geleiteten strafrechtlichen Untersuchungen gegen den US-Autobauer Ende Oktober 2018 intensiviert worden. Gegenstand der Ermittlungen ist die Frage, ob Tesla falsche Produktionszahlen zum Model 3 angegeben hat. Teslas Pressestelle habe eingeräumt, dass das Justizministerium zu den Prognosen der Model-3-Produktion Dokumente angefordert habe. Dies läge aber schon Monate zurück. Außerdem habe der Autobauer kooperiert und seitdem weder Anfragen noch Vorladungen erhalten. Das FBI überprüft, ob das Unternehmen wissentlich Produktionsziele ausgab, die nicht möglich gewesen seien, um so Investoren zu täuschen.

  • Tesla-Chef Elon Musk hat sich im Herbst 2018 mit der US-Börsenaufsicht geeinigt und kam in der gegen ihn angestrengten Klage wegen Marktmanipulation mit einem blauen Auge davon. Zwar kann er Firmenchef des US-Autobauers bleiben, muss aber den Vorsitz im übergeordneten Verwaltungsrat und damit die alleinige Macht über den Autobauer für mindestens drei Jahre abgeben. Neu besetzt ist der Posten seit dem 9. November 2018 mit Robyn Denholm. Auch Tweets, die den Aktienkurs beeinflussen könnten, muss Musk künftig kontrollieren lassen. Und er wie Tesla zahlen jeweils 20 Millionen US-Dollar (rund 17,2 Mio. Euro) Strafe. Hintergrund sind Tweets aus dem August 2018, als Musk angekündigt hatte, den Elektroautobauer zum Preis von 420 US-Dollar je Aktie von der Börse nehmen zu wollen. "Finanzierung gesichert", hatte er seinerzeit vermeldet. Das Vorhaben hatte viel Aufmerksamkeit erregt, weil es zum einen überraschend kam und zum zweiten viel Kapital dafür nötig gewesen wäre. Nur zwei Wochen später hat der Tesla-Chef den Plan wieder beerdigt. Wegen des Verdachts auf Marktmanipulation schlossen sich Investoren zu Sammelklagen zusammen. Auch die Börsenaufsicht SEC hatte daraufhin ermittelte daraufhin und warf Musk in der Klage aus dem September 2018 vor, in der Sache falsche und irreführende Angaben gemacht zu haben. Der Tesla-Chef wiederum hatte die Klage als ungerechtfertigt bezeichnet.

  • Der von Tesla-Chef Elon Musk der Sabotage bezichtigte und wegen Datenklaus, Geheimnisverrats und mutwilliger Geschäftsschädigung verklagte Ex-Mitarbeiter hat den Autobauer im Juni 2018 bei der US-Börsenaufsicht SEC angezeigt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wirft er Tesla vor, die wöchentlichen Produktionszahlen des Tesla Model 3 um bis zu 44 Prozent höher angegeben zu haben, als sie tatsächlich lauten. Außerdem behauptet er, Tesla habe im Model 3 fehlerhafte und schlecht verarbeitete Batterien eingebaut. Tesla hatte im Juni 2018 Klage gegen den ehemaligen Mitarbeiter eingereicht, der einige Monate in der "Gigafactory" im US-Bundesstaat Nevada gearbeitet hatte. Der Autobauer wirft ihm vor, sich ins System gehackt und dort Änderungen vorgenommen zu haben. Der Beschuldigte soll mehrere Gigabyte an internen Daten an Dritte weitergegeben und falsche Angaben gegenüber den Medien gemacht haben. Tesla gehe davon aus, dass der Angestellte "mutwillig und arglistig" gehandelt habe, um dem Unternehmen gezielt zu schaden, heißt es in der Anklageschrift. Der Angestellte habe unter falschen Nutzernamen direkte Änderungen an Teslas Produktionssystem vorgenommen und große Mengen hochsensibler Daten an Dritte herausgegeben. Sein Motiv sei eine gewünschte Beförderung gewesen, die ihm versagt wurde. Der 40-jährige Beklagte wiederum streitet ab, sich in Teslas Produktionssystem gehackt zu haben – dazu habe er gar nicht die Fähigkeiten.

  • Trotz der schweren Kritik des ehemaligen GM-Chefs Bob Lutz hat Tesla-Fimenchef Elon Musk im Januar 2018 seinen Vertrag für weitere zehn Jahre verlängert. Allerdings wird dem Chef des Elektroautobauers kein Gehalt ausgezahlt, er soll ausschließlich mit Aktien bezahlt werden. Diese Entlohnung ist zusätzlich an wirtschaftlichen Erfolg gekoppelt. Musks Ziele für die nächsten Jahre sind sehr sportlich gesteckt: So hat sich Tesla vorgenommen, seinen Börsenwert in 50-Milliarden-US-Dollar-Schritten bis hin zu 650 Milliarden US-Dollar zu vervielfältigen. Im Januar 2018 war Tesla 59 Milliarden US-Dollar wert. Wenn Musk jede Stufe der verfolgten Börsenwerte erreicht, erhält er 1,69 Millionen Aktien, was derzeit ein Prozent am Unternehmen bedeutet.
    mit dpa

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