Sabine Schmitz gestorben: Nürburgring-Kurve Nürburgring mit Sabine-Schmitz-Kurve

von Gregor Messer 13.09.2021
Inhalt
  1. Nürburgring-Norschleife: Sabine-Schmitz-Kurve zu Ehren der verstorbenen Rennfahrerin
  2. Nürburgring-Legende Sabine Schmitz ist tot: Nachruf
  3. Sabine Schmitz verliert Kampf gegen Krebs

Sabine Schmitz, Rennfahrerin, Moderatorin und Nürburgring-Legende, hat ihre eigene Kurve auf der Nürburgring-Nordschleife erhalten. Die beliebte Adenauerin ist am 16. März 2021 im Alter von 51 Jahren durch ein schweres Krebsleiden gestorben.

 

Nürburgring-Norschleife: Sabine-Schmitz-Kurve zu Ehren der verstorbenen Rennfahrerin

Am 11. September 2021 haben die Verantwortlichen des Nürburgrings offiziell die Sabine-Schmitz-Kurve eingeweiht. Mit dieser Ehrung geht für viele Fans der verstorbenen Motorsport-Legende ein großer Wunsch in Erfüllung. Eine Petition für eine nach Sabine Schmitz benannten Kurve auf der Nordschleife, die nach dem Tod der Rennfahrerin gestartet war, erhielt über 50.000 digitale Unterschriften. Die Sabine-Schmitz-Kurve ist eine Linkskurve, die erste Kurve auf der Nordschleife direkt nach Verlassen der Grand-Prix-Strecke und liegt am Ortsrand der Gemeinde Nürburg. Die Einweihung fand im Rahmenprogramm des 6-Stunden-Rennens der Nürburgring Langstrecken-Serie statt. Mehr zum Thema: Alle Informationen zu den Nürburgring-Touristenfahrten

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Nürburgring-Legende Sabine Schmitz ist tot: Nachruf

Keiner weiß heute noch genau zu sagen, wann Sabine Schmitz erstmals über die Nordschleife fuhr. Der Legende nach war es dort, wo sie das Autofahren lernte, vor allem jedoch alsbald beherrschte. Den herausragenden Charakteren in Sport und Gesellschaft werden auch stets Mythen angetragen. Und bei der Hotelierstochter aus dem nahen Tiergarten im Örtchen Nürburg war das nicht anders. Mal eben schnell zum Einkaufen? Sabine nutze nonchalant die Nordschleife runter bis zur Ausfahrt Breidscheid, um in Adenau Besorgungen zu erledigen. Der Gedanke, auf dem Ring auch Rennen zu fahren, vielleicht sogar zu gewinnen, erfüllte sie bald mit großem Ideal. Seit 1990 bestritt sie die Läufe zur Langstrecken-Meisterschaft. Und dies keineswegs talentfrei, sondern mit gehörigem fahrerischen Potenzial. Gemeinsam mit Wagenbesitzer Johannes Scheid gewann sie 1996 als erste Frau das 24 Stunden-Rennen. Ein Triumph, den sie nur ein Jahr später mit Scheid, Peter Zakowski und Hans-Jürgen Tiemann wiederholte. Als Fahrzeug diente ein BMW M3 nach Gruppe A-Reglement. Auf weitaus schnelleren Sportgeräten bis hin zum Porsche 911 GT3 R war sie nicht weniger eine sichere, schnelle Bank, die bei jedem Nordschleifen-Wind-und-Wetter mit hoher Souveränität Erfolg hatte. Sabine Schmitz war kein Celebrity-Girl, das die Cockpits anbieten ließ: Es war ihre deftige, ungeschönte Art, die Dinge frei raus und klar anzusprechen. Ihr Eifeler Platt wirkte dabei um so ehrlicher: Es machte sie authentisch. Sabine war eine, die erst redete, und dann dachte, auch wenn es ihr vielleicht zum Nachteil gereichte. Dass sie dabei dennoch mit Charme bestechen konnte, lag in ihrer Frohnatur des burschikosen Kumpels. Auch, dass sie sich immer wieder aufs Neue in einer Männerdomäne behauptet hat, spricht viel für die Kämpferin aus dem Tiergarten.

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Sabine Schmitz verliert Kampf gegen Krebs

Obwohl sie ihre Aktivitäten nahezu ausschließlich auf die Nordschleife beschränkte – 1992 gewann sie den Ford Fiesta Mixed Cup, 1995 startete sie als Werksfahrerin von BMW in der südafrikanischen STW-Meisterschaft – war Sabine Schmitz weit über die Grenzen der Vulkaneifel bekannt. Besonders in England und den USA, was mit ihren Auftritten im britischen Kult-Format "Top Gear" zusammenhing. Und damit genoss die "Nordschleifen-Queen" sogar bis in Formel 1-Kreise großes Ansehen. Wer mit dem Nürburgring als Spielplatz aufwächst, sich darauf austobt und immer wieder dahin zurückfindet, steht wie selbstverständlich dafür ein. Rund um den katastrophalen 258-Millionen-Größenwahnsinn "Nürburgring 2009", angezettelt unter dem damaligen Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz, machte auch Schmitz den Mund auf – eine Kritik, die sie schließlich ihren Job als Pilotin des BMW-Ring-Taxis gekostet hat. Dabei war es gerade sie, die eine ohnehin aufregende Nordschleifen-Spritztour mit herrlichen Anekdoten zu bereichern wusste und einzigartig werden ließ. Erst 2015 lernte sie Hubschrauber fliegen: Sabine Schmitz hatte Spaß an neuen Herausforderungen. Dann erkrankte sie 2017, pausierte, feierte 2018 ein beachtetes Comeback, bevor der Krebs sie 2020 erneut einholte. Nun ist sie ihm am 16. März 2021 erlegen. Die Frau, die über 30.000 Runden auf der Nordschleife gefahren war und längst als Ring-Ikone galt, wurde 51 Jahre alt.

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