Motorsport

Rallye Dakar 2026: Das sind die Regeln, Route & Fahrzeugklassen

Pünktlich zum neuen Jahr 2026 macht die Rallye Dakar wieder den Auftakt in die Motorsport-Saison. Rund 8000 km Strecke liegt vor den Teilnehmenden, die den Kurs in mehreren Etappen über zwei Wochen passieren. Wir geben einen Überblick über das Spektakel im Nahen Osten!

Blick auf die Dünenlandschaft in der Wüste Saudi-Arabiens. In Vordergrund passiert ein Dakar-Truck die staubigen Dünen-Kämme.Auf Pinterest merken
Die Rallye Dakar wird auch 2026 wieder ein Motorsport-Highlight. Die 8000 km lange Herausforderung fordert sowohl den Personen am Steuer als auch den Fahrzeugen und Rennteams alles ab. Foto: Red Bull

Seit 1978 gilt die Rallye Dakar als eine der härtesten Prüfungen im Rallyesport für Mensch und Maschine. Ursprünglich als Rallye Paris-Dakar begonnen, führte die Strecke – wie der Name schon sagt – von Paris nach Dakar im westlichsten Teil Afrikas (Senegal). Auch Marokko und Teile der Sahara-Wüste wurden durchquert. Da sich die Route und mit der Zeit auch die Schauplätze änderten, waren in den Folgejahren auch mal Kairo oder Kapstadt die Zielpunkte der Rallye.

2009 verlegte man die Herausforderung nach Südamerika nahe den Anden, ehe ab 2020 Saudi-Arabien als Austragungsort gewählt wurde. Auch 2026 geht es für die Teilnehmenden wieder in den Nahen Osten mit dem Start- und Zielpunkt Yanbu. Die Rallye Dakar dauert zwei Wochen (3. bis 17. Januar 2026) und erstreckt sich über 8000 km in der Wüste von Saudi-Arabien. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über das Geschehen, nennen die wichtigsten Fakten rund um das Rennen und präsentieren die Fahrzeugklassen sowie die Strecke im Detail.

Der Audi Q8 e-tron edition Dakar (2024) im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Das sind die Regeln der Rallye Dakar

Bei der Rallye Dakar handelt es sich um ein Langstreckenrennen, das über mehrere Wertungsprüfungen und Etappen bezwungen werden will. Dabei fährt man weniger gegen die Konkurrenz, sondern vielmehr gegen die Zeit. Zu den Wertungsprüfungen gelangen die Rennfahrer:innen über öffentliche Straßen, oft sind allein die Anfahrtswege mehrere hundert Kilometer weit. Die eigentlichen Wertungen finden allerdings auf Offroad-Kursen mit vorbestimmten Wegpunkten statt. Diese haben es in sich: Oftmals legen die Teilnehmenden bis zu 1000 km am Tag zurück – Pannen und Schäden sind daher keine Seltenheit.

Ebenfalls herausfordernd ist die Navigation, denn nur ein GPS-Gerät und teils handschriftlich verfasste Roadbooks mit eigenen Markierungen und Terrainbeschreibungen sind als Hilfsmittel erlaubt. Sich zu verirren, kostet in den endlosen Sanddünen und Steinwüsten im besten Fall nur Zeit (und damit den Sieg), schlimmstenfalls die weitere Teilnahme.

Zwischen den Etappen finden sich die Teilnehmenden in sogenannten Biwaks ein: mobile Serviceparks mit Mechaniker:innen, Verpflegung und Unterkünften. Hier können größere Reparaturen vorgenommen werden. Zudem besteht die Möglichkeit, zu verschnaufen und sich auf den Folgetag vorzubereiten. Stichwort Reparaturen: Während den Etappen dürfen nur die Rennfahrer:innen selbst mit dem mitgeführten Werkzeug/Ersatzteilen am Auto oder Motorrad (je nach Klasse) arbeiten.

Die erzielten Zeiten werden in Punkte umgerechnet, bei Abweichungen von vorgegebenen Zeitfenstern erfolgt ein Punkteabzug. Zudem dienen die Zeiten als Qualifying für die nächste Etappe, da sie die Startreihenfolge des Folgetages bestimmen – die Schnellsten starten dann zuerst. Die Punktevergabe erfolgt nach dem Regelwerk der FIA World Rally-Raid Championship (W2RC), zumal die Ergebnisse der Rallye Dakar als eine der vier Prüfungen im Rahmen der W2RC in die Gesamtwertung der Meisterschaft einfließen.

Die Route führt quer durch die Wüste Saudi-Arabiens

Die Rallye Dakar führt auch 2026 durch die Wüstengebiete von Saudi-Arabien. Startpunkt ist die Küstenstadt Yanbu, von dort aus führen mehrere Schleifen (Tagesetappen) durch die umliegenden Hinterländer, jeweils mit Zielpunkt wieder in Yanbu.

Den Auftakt stellt der sogenannte „Prolog“ dar. Hier fahren die Rennfahrer:innen in einer rund 30 km langen Schleife um die Startaufstellung der ersten Etappe am 4. Januar. Diese ist dann gleich 300 km lang und führt in einer Schleife ebenfalls zurück nach Yanbu.

Erst an Tag zwei der Rallye Dakar brechen die Teilnehmenden dann aus der Hafenstadt auf nach Al Ula, nördlich von Yanbu (Distanz: 400 km). Von Al Ula aus geht es die folgenden Tage weiter nach Hail im Osten. Die Fahrt dauert zwei Tage, zum Übernachten müssen sich die Pilot:innen ihr eigenes Camp einrichten.

Halbzeit ist in Riad mit einem Ruhetag für Mensch und Maschine. Das ist auch bitter nötig, denn die nächste Etappe führt über knapp 900 km nach Wadi Al-Dawasir im Süden des Landes.

Nach einer weiteren mehrtägigen Reise (Marathon genannt) führt die Rallye Dakar 2026 von Bisha aus nach Norden nach Al Henakiyah, ehe der Endspurt mit Ziel Yanbu ansteht. Über 8000 km hat das Starterfeld dann zurückgelegt, davon über 5000 km Wertungsstrecke.

Sieben Fahrzeugklassen kämpfen um den Titel

Bei der Rallye Dakar 2026 treten rund 300 Fahrzeuge in acht Fahrzeugklassen an, die sich in Teilen wieder in Sub-Klassen aufsplittern. Die großen Klassen unterteilen sich in die Motorräder, SSV/UTV, Autos, Challenger, Trucks, Mission 1000 und die Dakar Classic:

Motorräder:

Die zweirädrigen Offroad-Bikes haben gegenüber den Vierrad-Klassen den entscheidenden Vorteil, dass die Maschinen klein und wendig sind. So können sie Passagen meistern, die den Autos verwehrt bleibt. Der Nachteil: Die Fahrt ist körperlich deutlich anstrengender. Bei den Motorrädern unterteilt sich das Starterfeld in mehrere Unterkategorien, abhängig von der Hubraumgröße.

SSV/UTV:

Bei den SSV/UTV (Side-by-Side / Utility Task Vehicle) handelt es sich um kleine Zwei- oder Viersitzer, die sich durch ihre enorme Wendigkeit auszeichnen. Sie haben sich über die letzten Jahre zum echten Publikumsliebling entwickelt.

Autos:

Die Auto-Kategorie unterteilt sich in Ultimate (Prototypen) und Stock (seriennahe Fahrzeuge). Diese Klasse beinhaltet große Namen und stellt in der Regel auch den Gesamtsieger.

Challenger:

Die Challenger-Klasse positioniert sich zwischen den SSV und den Ultimate-Fahrzeugen und ist gerade für aufsteigende Talente eine Möglichkeit, das eigene Können unter Beweis zu stellen. Nicht selten dient sie als Sprungbrett in höhere Klassen. Die Challenger-Fahrzeuge sind reglementbedingt auf 135 km/h begrenzt.

Mission 1000:

Die Mission 1000 ist eine der beiden Sonderklassen der Rallye Dakar. Alternative Antriebe, also Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos, kämpfen hier um Punkte.

Trucks:

In dieser Klasse fahren die Giganten des Starterfeldes mit. Die Kraftpakete leisten oft deutlich über 1000 PS (735 kW) und wiegen rund acht Tonnen. Sie unterteilen sich in die Sub-Kategorien der seriennahen und modifizierten Trucks sowie Unterstützungsfahrzeuge. Letztere fahren von Biwak zu Biwak und unterstützen das eigene Team, indem sie Material und Verpflegung transportieren.

Dakar Classic:

In der Dakar Classic sind allerlei historische Fahrzeuge gelistet. Sie fahren oft eine gesonderte Route.

Fazit

Die Rallye Dakar wird ganz sicher auch 2026 wieder ein Jahreshighlight und ist ein Muss für alle Rallye-Fans. Die breit gefächerten Fahrzeugklassen sowie die lange und abwechslungsreiche Route sorgen für Abwechslung und halten einiges an Überraschungspotenzial bereit.