Team, Auto und Ziel: Fünf Fakten zu Audis Formel-1-Einstieg
Ab 2026 wird Audi endlich seinen Einstieg in die Formel 1 vollziehen. Wie sieht das Auto aus? Was sind die Ziele? Wer ist im Team von Nico Hülkenberg? Fünf Fakten zum Königsklassen-Projekt der vier Ringe!
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Fünf Fakten zum Formel-1-Einstieg von Audi
1. Das Reglement: Mehr E-Power, mehr aktive Spoiler
Für 2026 hat die Formel 1 tiefgreifende Änderungen am technischen Reglement angekündigt, was als idealer Einstiegsmoment für neue Teams gilt. In der Theorie fangen nämlich alle Rennställe wieder bei null an – eine große Chance für Audi, gleich im hochkarätigen Feld mitzumischen. Die Autos werden kleiner, leichter und aerodynamisch entschlackt. Im Detail heißt das: Statt des bisherigen Ground-Effects sollen aktive Flügelelemente eine optimale Balance zwischen Grip und Höchstgeschwindigkeit ermöglichen. Die bisherige aktive Komponente am Heckspoiler, das DRS, wird für Überholvorgänge keine Rolle mehr spielen. Ab 2026 sollen die Fahrer stattdessen einen Schub an Elektropower erhalten, wenn sie zum Überholen ansetzen wollen.
Überhaupt spielt die Elektro-Power künftig eine dreifach so große Rolle wie bisher: Fast 50 Prozent der rund 1020 PS Systemleistung (750 kW) entfällt künftig auf den E-Motor, während der bisherige 1,5-l-V6-Turbo mit nachhaltigem und zugleich weniger Sprit auskommen muss und deshalb auch nur noch 544 PS (400 kW) leistet.
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Der Audi Q6 Sportback e-tron (2025) im Fahrbericht (Video):

2. Das Team: Hülkenberg, Bortoleto und zwei Schumi-Weggefährten
Bei seinem Formel-1-Engagement scheut Audi keine Kosten. Geschätzte 600 Millionen Euro hat die Marke alleine aufgebracht, um das Sauber-Team aus Hinwil (Schweiz) zu übernehmen. Während die 2025er-Saison noch unter dem alten Namen Kick Sauber bestritten wird, haben sich die vier Ringe bereits hochkarätiges Personal gesichert. Aus deutscher Sicht wäre natürlich zu allererst Nico Hülkenberg zu nennen. Der Emmericher zählt auch mit seinen 38 Jahren noch zu den besten aktiven Piloten und untermauerte seine starke Form beim Großbritannien-GP 2025 mit seinem ersten Podiumsplatz überhaupt. Schlüpft Nico als extrem erfahrener Routinier in die Audi-Montur, liegt die Zukunft zumindest mittelfristig eher in den Händen seines Kollegen Gabriel Bortoleto. Der 21-jährige Brasilianer legte bislang eine beeindruckende Rookie-Saison hin.
Aus Management-Sicht besitzt Audi kompetente Manpower in Gestalt des Sauber-Geschäftsführers Mattia Binotto und des Teamchefs Jonathan Wheatley. Ersterer blickt auf eine lange Ferrari-Vergangenheit zurück, war als Motoringenieur eng mit Michael Schumacher (So geht es Michael Schumacher) im Austausch und von 2019 bis 2022 sogar Teamchef der Scuderia. Auch Wheatley hatte Anfang der 90er mit Schumi bei Benetton zu tun und war in den vergangenen Jahren bei Red Bull als Sportdirektor tätig.
3. Das Auto: minimalistisch, aber typisch Audi Sport

Noch hat Audi seinen ersten Formel-1-Boliden nicht offiziell präsentiert. Einen ersten Ausblick darauf gibt aber das sogenannte R26 Concept. Als Hauptfarben kommen – wenig überraschend – Audi-Sport-verdächtige Töne in Silber, Rot und Schwarz zum Einsatz. Was eher verblüfft: Statt der bisherigen in Aussicht gestellten grafischen Designs, die auch auf Audis seriennahen Erlkönigen zu sehen sind, hat sich die Marke für große und klar abgegrenzte Flächen entschieden. Damit schreitet man einen Weg der Klarheit weiter, den man bereits mit dem minimalistischen Audi Concept C eingeschlagen hat. Ein Vorteil des zurückhaltenden Auftritts: Sponsoren-Aufkleber heben sich gut davon ab. Dazu gehören ab 2026 übrigens sowohl Adidas, Ölkonzern BP (zu den Tochterfirmen gehört auch Aral) als auch Titelsponsor Revolut, ein Banking-Anbieter aus Großbritannien.
4. Die Fabriken: Standorte in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz
Stichwort Großbritannien: In Bicester hat Audi im Sommer 2025 ein Entwicklungszentrum eröffnet, um weitere Talente aus dem Motorsportland England abzuwerben. Hauptstandorte bleiben aber die 15.600 qm große Sauber-Zentrale in Hinwil und das 3000 qm messende Motorenwerk in Neuburg an der Donau unweit von Ingolstadt.
5. Das Ziel: Ab 2030 um die WM fahren
Viele Jahre fremdelte der VW-Konzern mit der Königsklasse. Selbst Motorsport-Fan Ferdinand Piëch schloss Engagements kategorisch aus, weil er einerseits nicht seine besten Ingenieur:innen dafür abstellen und sich andererseits nicht in völlige Unkosten stürzen wollte. Die Zeiten haben sich mittlerweile geändert. Gerade die 2021 von der Formel 1 eingeführte Budget-Obergrenze machte die Rennserie für Neueinsteiger extrem interessant, weil der Marketingwert um ein Vielfaches höher ist als die Ausgaben. Audi-Chef Gernot Döllner machte aber bereits klar: "Wir gehen nicht in die Formel 1, um nur dabei zu sein. Wir wollen gewinnen."
Dabei ist den Verantwortlichen durchaus bewusst, dass man nicht über Nacht Weltmeister (Das sind alle Weltmeister der F1-Geschichte) wird. Der Plan ist deshalb in drei Abschnitte unterteilt: 2026 und 2027 will man erstmal ankommen, Erfahrungen sammeln, die Abläufe perfektionieren. 2028 und 2029 soll das Team dann schon wettbewerbsfähig sein und ab 2030 mit den Top-Rennställen um den Titel kämpfen. Wo im Starterfeld sich der 2026er-Audi dann tatsächlich einreihen wird, lässt sich frühestens bei den ersten Saisontests am 26. bis 30. Januar einschätzen. Das erste Rennen steigt am 8. März 2026 in Melbourne (Australien).







