Bentley Torcal: Erstes E-Auto der Luxusmarke feiert Premiere
Mit dem Torcal präsentiert Bentley nicht nur die aktuell vierte Baureihe sowie das zweite SUV der Marke, sondern auch das erste E-Auto aus Crewe. Auch im Interieur zeigt sich der Torcal dabei so digital, wie kein Bentley vor ihm. Alle Infos zum Luxus-Stromer!
Nach 107 Jahren erfindet sich Bentley im September 2026 kurzerhand neu. In London stellt die Luxusmarke aus Crewe nämlich ihr jüngstes Familienmitglied auf. Anstatt auf einen V8 unter der Haube setzt der neue auf einen elektrischen Antrieb mit 653 kW (888 PS), anstatt auf fließende GT-Linien auf eine SUV-Karosserie. Und doch, so verspricht CEO Dr. Frank-Steffen Walliser, sei das erste Elektroauto der Marke „ein Bentley durch und durch“.
Bevor es an die Bentley-Tugenden des Torcal geht, sprechen wir über den Antrieb. Bentley setzt beim fünf Meter langen SUV – dem kürzesten Viertürer der Unternehmensgeschichte – auf Strom als Energiequelle. Zwei E-Motoren an Vorder- und Hinterachse treiben den Torcal mit einer Systemleistung von maximal 653 kW (888 PS) und mit 1350 Nm Drehmoment voran. In 2,9 s schnellt der Bentley Torcal bei aktiver Launch Control aus dem Stand auf 100 km/h. Mehr wäre im Bereich des Möglichen gewesen, das Entwicklungsteam entschied sich aber dagegen, „eine noch extremere Beschleunigung empfinden die meisten Kunden eher als unangenehm“, heißt es aus Crewe als Begründung. Ein Vorteil der neuen Antriebswelt: Allradlenkung ist serienmäßig, der Wendekreis beträgt somit lediglich 11,1 m.
Die Reichweite des Torcal mit 113-kWh-Lithium-Ionen-Akku gibt Bentley zunächst mit bis zu 600 km an. Nachladen geht dank 800-V-Architektur mit bis zu 400 kW am DC-Schnelllader, womit sich der Hub von 10 auf 80 Prozent SOC in unter 20 min bewerkstelligen lässt. 161 km Reichweite seien laut Bentley in nur sieben Minuten nachgeladen.
Mercedes S-Klasse W116 und W223 im Vergleich (Video)

Erster Elektro-Bentley: 888 PS, 600 km Reichweite und Merinowoll-Interieur
Für die Bentley-Kundschaft dürfte aber ohnehin der Komfort an Bord wichtiger sein als die Energiequelle des Antriebs. Zwar machen die Einflüsse der digitalen Welt auch vor dem Cockpit nicht Halt, hier gibt es mit einem gebogenen OLED-Touchscreen die wohl größte Bildschirmlandschaft in der 107-jährigen Firmengeschichte, aber es bleibt auch bei markentypischen Komfortdetails.
Nur ist das feine Interieur auf Wunsch nun auch nachhaltiger eingekleidet: Bentley hat in Zusammenarbeit mit „Fox Brothers“ einer seit dem 18. Jahrhundert bestehenden britischen Traditionsweberei, den ersten Automobilstoff aus reiner Merinowolle für den Torcal entwickelt. Und auch Zierleisten können mit „Finish Ombré Wallnut by Mulliner“ bestückt werden, welches aus Wallnussholz-Reststücken und recyceltem Papier gefertigt wird. Wie gehabt, lässt sich das Interieur frei nach Kundenwunsch in Farbgestaltung und Material zusammenstellen.

Damit sich der Torcal nicht nur nach Bentley anfühlt, sondern auch so klingt, wurde auch an einer maßgeschneiderten Klangkulisse gearbeitet. Sounduntermalungen in E-Autos, die nach Verbrenner klingen, sind zwar nicht neu, Bentley geht aber einen anderen, „von Menschen generierten“ weg. Anstatt einfach nur an der langen V8-Historie angelehnte Klänge abzuspielen, haben Musiker:innen mit realen Instrumenten wie Schlagzeuge, Bratschen und Bassgitarren die „Bentley Dynamic Symphony“ erschaffen – „mit subtilen Variationen und kleinen menschlichen Unvollkommenheiten“, heißt es vom Luxus-Autobauer. Die Intensität der Tonwelt wird vom gewählten Fahrmodus beeinflusst, kann aber auch komplett ausgeschaltet werden.
Genauso menschelt es auch bei anderen Klängen: Das Blinker-Klacken ist etwa ein Hammerschlag auf Leder, der in der hauseigenen Polsterei aufgenommen wurde, die Signaltöne von Touchscreen und Assistenten entstammen „dem Klang eines Kristallglases“.
Abgespielt werden die Sounds über eine von zwei Soundanlagen. In der Basis ist ein 620-W-System von Naim mit 16 Lautsprechern verbaut, auf Wunsch gibt es auch eine 1780-W-Anlage inklusive 28 Lautsprechern, darunter auch in den vorderen Kopfstützen, sowie kinästhetischen Sitz-Shakern und Dolby Atmos 7.1.
Moderne Assistenten und Gesichtserkennung: So modern war Bentley noch nie
Sollte der Bentley Torcal in einem Mehrpersonenhaushalt geteilt werden, müssen Sitze, Spiegel und Lenkrad nicht vor jedem Fahrtantritt mühselig elektrisch eingestellt werden. Doch anstatt über eingespeicherte Positionen und per Knopfdruck nutzt der Torcal Gesichtserkennung. Wird die fahrende Person erkannt, richtet sich der Fahrerplatz automatisch ein. Zudem darf der Schlüssel getrost zu Hause gelassen werden, denn auch als „Mobile Device Key“ verbundene Smartphones lassen sich als Autoschlüssel nutzen.
Auch beim Fahren zeigt sich der Torcal so modern wie wohl kaum ein Bentley zuvor: 25 Radar- und Ultraschall-Sensoren sowie Kameras behalten das Umfeld im Blick – inklusive geeigneter Ausweichstellen. Beispiel: Begegnet man auf einer schmalen Straße Gegenverkehr, kann der Torcal automatisiert zu solch einer zuvor gespotteten Stelle zurücksetzen. Auch beim Einparken sollen die Systeme unterstützen, etwa um Felgenschäden zu vermeiden. Auf Wunsch parkt das E-SUV auch vollautomatisiert per App ein. Und auch das Öffnen und Schließen der elektrischen Türen übernimmt der Bentley automatisch.
Zum Marktstart bietet Bentley den Torcal in zwei Ausführungen an: Das Grundmodell erhält einen leicht leistungsreduzierten Antrieb mit 604 kW (821 PS) und 1194 Nm und nur 3,4 s Sprintzeit auf 100 km/h, das Sportmodell Torcal S erhält die oben genannte Maximalleistung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei E-Auto-untypischen 250 km/h für das Basismodell, der S ist erst bei 260 km/h abgeregelt. Zudem erhält der S unter anderem schwarze Zierleisten und Akzente, einen Heckdiffusor, rote Bremssättel und spezielle Stepp- und Nahtmuster im Interieur.
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