Vorstellung

Porsche 911 Shooting Brake von Indecent: Elfer-Kombi vor GTA VI

Diese 911-Spielart hatte nicht einmal Porsche auf dem Schirm: Der polnische Widebody-Tuner Indecent hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Shooting Brake auf Elfer-Basis zu entwickeln. Doch gibt es im Heckabteil noch diesen sechs Zylinder großen Stolperstein...

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Der Porsche 911 Shooting Brake von Indecent stehend seitlich
GTA VI ist noch immer nicht da – dafür aber bald ein Porsche 911 Shooting Brake, ersonnen von Tuner Indecent. Foto: Indecent
Der Porsche 911 Shooting Brake von Indecent stehend von schräg vorne
Die bislang vor allem für ihre Widebody-Kits bekannte Firma aus Polen will dem Boxermotor im Heck aller Platzengpässe zum Trotz einen Kofferraum aufsetzen. Foto: Indecent
Der Porsche 911 Shooting Brake von Indecent fahrend von hinten
Die ersten Renderings verheißen Großes, doch groß ist auch die kundenseitige Investition von mindestens 300.000 Euro nur für den Umbau. Foto: Indecent

Bei Platzproblemen einen zweiten Porsche 911 kaufen ist günstiger als der Indecent-Kombi-Umbau

Die Rede ist natürlich vorm Boxermotor, der beim 911 traditionell zwischen Hinterachse und Heckstoßstange vor sich hin sägt. So sehr er auch Quell der Freude und etlicher Motorsport-Erfolge der vergangenen Jahrzehnte ist, so sehr verbietet seine Unterbringung Kombi-artige Aufbauten. Porsche höchstselbst beantwortet die Stauraum-Frage seit jeher mit der Fronthaube, den ohnehin sonst nahezu nutzlosen Pygmäen-Rücksitzen und im ärgsten Notfall noch mit einem Dachgepäckträger.

Unter Wendelin Wiedeking vertrat der Sportwagenbauer in den 90ern gar die Ansicht, die Kundschaft solle einfach einen zweiten 911 kaufen, falls sich das Urlaubsgepäck nicht in einen einzelnen verstauen ließe. Kurioserweise wäre man damit noch heute günstiger unterwegs als mit dem Kombi-Umbau, den Tuner Indecent zum Preis ab rund 300.000 Euro plant – ohne Basisfahrzeug.

Die Firma aus Polen hat sich in den vergangenen Jahren vorrangig als Breit- und Scharfmacher von 997er- sowie 991er-Porsche einen Namen gemacht und will mit ihrem neuesten Projekt nicht nur über den Boxermotor, sondern auch über sich selbst hinauswachsen. Zwar zeigen die meisten Renderings eine Fusion aus GT3 Touring und Panamera Sport Turismo, doch der erste Kombi soll auf Basis eines 991.2 911 Turbo Gestalt annehmen.

Egal ob Turbo oder Sauger – insbesondere die Thermik des Motors dürfte Indecent vor große Herausforderungen stellen. Denn dort, wo eigentlich reichlich Belüftungsschlitze die Wärme ableiten, soll ja bald ein dichter, durchdachter und durchweg nutzbarer Kofferraum entstehen.

Der Porsche 911 GT3 S/C (2026) im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

In jedem Fall athletischer als ein Panamera Sport Turismo

Während es also technisch noch eine ganze Menge zu tun gibt, haben die Verantwortlichen in Sachen Linienführung ganze Arbeit geleistet. Das Ur-Design von Ferdinand Alexander Porsche korrespondiert gelungen mit der verlängerten Dachlinie. Und auch der weiter nach oben gewölbte Porsche-Bogen in der C-Säule wirkt gefälliger als am eher klobigen Panamera Sport Turismo.

Ob der Doppel-Bürzel oberhalb und unterhalb der Heckscheibe sein muss, ist dann doch eher Geschmacksfrage. Inspirieren ließ sich Indecent hier offenbar von Brabus, deren Rocket GTS nach ähnlichem Schema aufgebaut ist. Nur, dass man sich in Bottrop eben keinen Workaround für den Motor überlegen musste, weil ihn der AMG-SL eben vorne hat und nicht hinten.

Wenn der Kombi-Erstaufschlag 2027 gelungen ist, will Indecent das Konzept auf seine bereits bekannten und bewährten Bodykits anwenden. Ein 911 GT2 RS mit Slantnose, Widebody, Schwanenhals-Heckflügel und Kombi-Aufbau? Mit dem entsprechenden Geldbeutel bald kein Problem mehr!

Und wer weiß: Sollte sich ein Run auf den Elfer-Turnschuh entwickeln, könnte man auch in Stuttgart-Zuffenhausen ernsthaft mit der Frage befassen, ob sich ein Porsche 911 Sport Turismo im Line-up rechnet.