Vorstellung

Der Mazda RX-7, der ein Porsche 911 sein wollte

Das japanische Wankelcoupé Mazda RX-7 hat einen starken und sehr eigenen Charakter, den Fans ganz bestimmt nicht durch einen Porsche-ähnlichen Umbau verwässert sehen wollen. Oder?

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Mazda RX-7 mit Porsche-Look, fotografiert von schräg vorne.
Im Rückspiegel würde man den umgebauten Mazda RX-7 klar für einen Porsche 911 halten. Foto: collectingcars.com
Motor des Mazda RX-7 mit Porsche-Look, fotografiert von schräg oben.
Unter der Fronthaube steckt hier aber kein Kofferraum, sondern der unveränderte Zweischeiben-Wankelmotor aus dem Mazda-Stall. Foto: collectingcars.com
Mazda RX-7 mit Porsche-Look, fotografiert von der Seite.
Wegen des Frontmotors ist die Haube auch verdächtig lang. Tief ausgeschnittene Kotflügel vorne und der Heckflügel verweisen auf die sportliche Karriere des Mazda RX-7, der in japanischen Driftrennen einige Trophäen abgeräumt hat. Foto: collectingcars.com
Mazda RX-7 mit Porsche-Look, fotografiert von schräg hinten.
Die ovalen Heckleuchten ersetzen an dem Radikalumbau das originale Leuchtband, das in den Neunzigern unerhört modern war. Foto: collectingcars.com
Mazda RX-7 mit Porsche-Look, fotografiert von hinten.
Ein zweiter Auspuff hätte dem visuellen Gleichgewicht gutgetan. Foto: collectingcars.com
Innenraum des Mazda RX-7 mit Porsche-Look, fotografiert von links.
Auch die Unterschrift des Drift-Kings Keeichi Tsuchiya links auf dem Armaturenbrett genügt offenbar nicht als Abstammungszeugnis: Bei einer Auktion blieb der Eigner mangels Gebote auf seinem Radikalumbau sitzen. Foto: collectingcars.com

Der RX-7 hat umfassende kosmetische Chirurgie hinter sich

Der Mazda RX-7 ist eine Kiste für Kenner:innen. Drei Generationen des charakterstarken Coupés haben die Fans begeistert und Mazdas Image als unbeugsamer Verfechter des Wankelprinzips zementiert. Aber manchmal sind kreisende Kolben und Klappscheinwerfer nicht genug. Zumindest nicht für diesen Eigner eines RX-7 des Baujahres 1993. Der Australier hat offensichtlich versucht, sein Wankel-Coupé in einen Porsche 911 zu verwandeln. Leider, wie es bei umfassender kosmetischer Chirurgie häufig vorkommt, mit zweifelhaftem Erfolg.

Statt der typischen Schlafaugen des Japaners leuchten seit der Operation Scheinwerfer, die vermutlich einem Elfer der Generation 997 entstammen. Das ist zwar gut gemacht und nett anzusehen, zeugt aber von einer Identitätskrise, die sich auch an anderen Stellen manifestiert. Die durchlöcherte Fronthaube und der große Heckflügel könnten auch einem 911 GT3 RS entlehnt sein. Selbst die Rückspiegel, die von den Türen auf die Kotflügel vorversetzt wurden, sehen aus wie aus dem Zuffenhausener Ersatzteilkatalog und leuchten in L1A8 Orangerot Perlcolor, einer Porsche-Sonderfarbe.

Der Fahrbericht des Mazda6e im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Mazda RX-7 und Porsche 911 sind toll, aber anders toll

Im Profil zeigt sich, dass die Fronthaube verdächtig lang ist: Sie ist hier nämlich in der Tat eine Motorhaube und deckelt einen naturbelassenen, turbogeladenen 1,3-l-Zweischeiben-Wankelmotor. Das Mazda-Herz ist gut für turbinenartigen Lauf, entwickelt 252 PS (185 kW) und hat einen drehzahlverliebten Charakter, der einem Sechszylinder-Boxer in nichts nachsteht. Warum diese tolle Maschine sich als Porsche verkleidet, erschließt sich zumindest auf den ersten Blick nicht.

Am Heck treibt die Identitätsverleugnung noch buntere Blüten. Die verlängerte Heckmaske des Bodykit, geliefert vom japanischen Wankelspezialisten RE-Amemiya, mischt mit ihren ovalen Rückleuchten noch einen Schuss Bentley in den Cocktail. Ein zweiter Auspuff hätte hier dem visuellen Gleichgewicht gutgetan, das wahre Problem dieses Tuningumbaus aber auch nicht gelöst.

Dieser stärkt nämlich nicht das ehrenwerte Ego des Mazdas, sondern konterkariert das Image eines Drift-Tools, das in den berühmten japanischen Seitwärts-Rennen zum Einsatz kommt. Da gehört der Mazda RX-7 nämlich hin und kann auf eine stolze Karriere verweisen. Davon zeugt auch die Unterschrift des Drift-Kings Keeichi Tsuchiya auf dem Armaturenbrett. Offenbar genügt diese Signatur aber nicht als Abstammungszeugnis: Bei einer Auktion blieb der Eigner mangels Geboten auf seinem Radikalumbau sitzen.