Testfahrt im Mazda CX-6e: So fährt das sino-japanische E-SUV
„Soulful Futuristic Modern“ lautet das Designkonzept, dem der neue elektrische Mazda CX-6e folgt. Nicht nur die Form macht auf unserer ersten Testfahrt einen innovativen Eindruck.
Erste Testfahrt: Mazda CX-6e im Fahrbericht
Das 4,85 m lange SUV Mazda CX-6e ist nach dem Mazda6e das zweite Strom-Projekt, das der japanische Autobauer in Kooperation mit den chinesischen Elektro-Experten von Changan auf Kiel legt. Bereits die Limousine Mazda6e hinterließ auf Anhieb einen stimmigen Eindruck, doch der CX-6e geht noch weiter. Frei von jeglichem Chrom- und überflüssigen Blechkanten-Schnickschnack findet der Crossover mit nach hinten abflachender Dachlinie seinen eigenen dynamischen Stil.
Bereits bei der ersten Sitzprobe auf den großen, bequemen Vordersitzen wird deutlich, dass der CX-6e zu einer ganz neuen Generation gehört, was übrigens nicht am durchgängig violett-/creme-farbenen Interieur liegt. Der extravagante Farbton ist unabänderbarer Bestandteil der Topausstattung Takumi Plus (52.990 Euro). Wem das nicht zusagt, der wählt die Basisausstattung Takumi (ab 49.990 Euro), die fast so komplett ausfällt wie die des Topmodells.
Der Mazda6e im Video

Ein Mazda wie keiner vor ihm: Kameraspiegel und digitale Bedienung im CX-6e
Aus der Fahrerperspektive ist auch in technischer Hinsicht einiges anders, als man das bisher von Mazda kannte. Dort, wo eigentlich die Außenspiegel sein sollten, blickt man auf zwei dürre Kamera-Ausleger, die die Sicht auf das rückwärtige Verkehrsgeschehen an zwei Monitore in den oberen Türverkleidungen weiterleiten. Diese Art nach hinten zu schauen muss man erstmal erlernen, bis sich ein Gefühl der Sicherheit einstellt. Auch der Blick in den Innenspiegel endet auf einem Kameradisplay, das sich aber per Knopfdruck durch einen echten Spiegel ersetzen lässt. Dieser gewährt allerdings aufgrund der recht flachen Heckscheibe und der stämmigen C-Säulen viel weniger Übersicht als die Digitallösung. Kameras statt Spiegel sind übrigens auch fester Bestandteil der Topausstattung.
Beim Blick nach vorn bleibt man hingegen sofort an der ultrabrillanten Breitbandansicht des großen Touchscreens hängen, der von der Mitte bis auf die Beifahrerseite reicht und das zentrale, tastenfreie Bedienelement im neuen Mazda CX-6e ist. Die darin auf vielen Ebenen untergebrachte Verwaltung der kaum überschaubaren Fahr-, Assistenz-, Infotainment- und Komfortfunktionen erschließt sich erst Schritt für Schritt und macht den Umgang mit dem CX-6e nicht gerade zum Kinderspiel. Verzichten muss die Person am Steuer allerdings auf Instrumente, deren Job übernimmt das serienmäßige Head-up-Display in sehr guter Grafik-Qualität.
Freundliches Ambiente mit viel Licht und Platz im Fond
Der geräumige Zuschnitt inklusive des 468 bis 1434 l großen Kofferraums plus 80-l-Frunk erlaubt auch im Fond entspanntes Reisen, wenngleich die recht straffe Federung den Aufbau erst ab Landstraßentempo zur Ruhe bringt. Gut: Die flache Dachlinie schränkt die Kopffreiheit nur wenig ein, und das UV-Licht-filternde serienmäßige Glasdach schafft eine lichte Atmosphäre. Nur die Beinauflage auf der großzügigen, aber tief montierten Sitzfläche könnte satter ausfallen.
Geprägt wird das Komfortempfinden auch durch den geräuscharmen E-Antrieb, der bei Autobahntempo etwas Fahrtwind-Zischeln hörbar macht. Die 190 kW (258 PS) und 290 Nm kräftige, stromerregte Synchronmaschine an der Hinterachse hat mit dem Leergewicht von 2130 kg zwar gut zu tun, sorgt aber bis etwa 130 km/h für ordentliche Beschleunigung: laut Mazda von null auf 100 km/h in glaubhaften 8,1 s. Bis zum Erreichen der maximalen 185 km/h nimmt sich der Mazda dann etwas mehr Zeit. Der WLTP-Verbrauch von mindestens 18,9 kWh/100 km und die Reichweite von maximal 484 km liegen bei halbwegs ökonomischer Fahrweise im Bereich dessen, was der 78-kWh-Lithium-Eisen-Phosphat-Akku in der Praxis zulässt. Das bestätigt nach der ersten Fahrt auch der Blick auf die Bordrechner-Daten.
Allzu großen Sportsgeist vermittelt der etwas stumpf anlenkende Mazda auf der ersten Testfahrt nicht, liefert aber in puncto Dosierbarkeit ein aus Rekuperations- und Radbremsung plausibel komponiertes Pedalgefühl. Das lässig-entspannte Dahingleiten über die lange Distanz liegt dem neuen Mazda CX-6e aber mehr – bis dann an der DC-Säule mit bis zu 200 kW Leistung nachgeladen wird.
Fazit
Der avantgardistisch auftretende Mazda überzeugt mit bodenständigen Werten. Das ordentliche Platzangebot im solide verarbeiteten Innen- und im Laderaum sowie die Komforteigenschaften zählen zu den Vorzügen des CX-6e. Die mit der Vielzahl an serienmäßigen Komfort-, Sicherheits- und Infotainment-Features gewachsene Funktionsflut versucht der Mazda mit verschachtelten Touchscreen-Menüs zu kanalisieren – nicht immer mit Erfolg.
Technische Daten des Mazda CX-6e
AUTO ZEITUNG 19/2026 | Mazda CX-6e |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | Stromerregte Synchronmaschine |
Antrieb | Konstantübersetzung; Hinterrad |
Leistung | 190 kW / 258 PS |
Max. Drehmoment | 290 Nm |
Kapazität / Spannung | 78,0 kWh (netto) / 364 V |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4850 / 1935 (2098)* / 1620 mm |
Leergewicht / Zuladung | 2130 / 460 kg |
Kofferraumvolumen | 468 – 1434 l plus 80 l v. ("Frunk") |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 7,9 s (Takumi Plus: 8,1 s) |
Höchstgeschwindigkeit | 185 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 18,9 kWh |
Reichweite | 468 – 484 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 49.990 € |
Marktstart | im Handel |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel, Takumi Plus: 2088 mm | |
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