Fahrbericht

Noch mehr Power: Überzeugt der Cupra Leon VZ bei der Testfahrt?

Der Ende 2025 vorgestellte, neue Cupra Leon VZ ist mit 325 PS der stärkste frontgetriebene Kompaktsportler des VW-Konzerns – zumindest bis der VW Golf GTI Edition 50 startet. Daher ist die erste Testfahrt doppelt interessant: Fehlt bei so viel Leistung nicht der Allradantrieb?

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Der Cupra Leon VZ fahrend von schräg vorne fotografiert.
Die Wetterbedingungen bei unserer Testfahrt in Spanien waren perfekt. So konnte der Cupra Leon VZ seine 325 PS (239 kW) ohne Einschränkungen auf die Straße bringen. Foto: Cupra
Der Cupra Leon VZ fahrend von schräg hinten fotografiert.
Der neue VZ wirkt definitiv aggressiver als der vergleichbare Golf. Dämpfung, Lenkung und Bremsen fühlten sich etwas straffer an als im GTI – und das Getriebe schaltet deutlich direkter. Foto: Cupra
Die Felge und die Bremsanlage des Cupra Leon VZ im Detail.
Die adaptiven Dämpfer verdienen ebenfalls besondere Erwähnung, denn sie leisten hervorragende Arbeit, um das Gewicht des Cupra Leon VZ im Zaum zu halten. Foto: Cupra
Das Cockpit des Cupra Leon VZ.
Das Lenkrad des Leon weiß zu gefallen – besonders der große Fahrmodus-Wahlschalter und die Start/Stopp-Tasten an den beiden oberen Speichen. Foto: Cupra
Die Sportsitze des Cupra Leon VZ.
Das Beste am Leon VZ sind die „Cup-Schalensitze“. Sie bieten guten Halt und sind bequem, obwohl sie sich noch tiefer einstellen lassen dürften. Foto: Cupra
Die Rücksitzbank im Cupra Leon VZ.
Der VZ bietet genauso viel Platz wie der Standard-Seat Leon, also genug Beinfreiheit im Fond auch für den 1,83 m großen Testfahrer. Foto: Cupra

Neuer Cupra Leon krönt die VZ-Varianten mit 325 PS

Cupra scheint zwei unterschiedliche Strategien zu verfolgen. Zum einen forciert das Unternehmen seine Elektroautos und Plug-in-Hybride mit großer Reichweite, zum anderen arbeitet es daran, die verbleibende Benzinmotoren maximal auszureizen. Letzteres führte zum leistungsstärksten frontgetriebenen Kompaktsportwagendes Volkswagen-Konzerns aller Zeiten: dem neuen Cupra Leon VZ mit 325 PS (239 kW), der die weiteren VZ-Varianten krönt, aber nicht ersetzt.

Wie wir alle wissen, kann so viel Kraft allein auf der Vorderachse schnell unharmonisch werden. Lohnt es sich also, den neuen VZ in Betracht zu ziehen, oder ist es besser, sich gleich nach dem bewährten VW Golf R umzusehen? Die erste Testfahrt gibt Aufschluss.

Der Cupra Raval im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Nur der Honda Civic Type R bietet mehr Leistung

Der Leon ist das letzte Überbleibsel aus Cupras vergangener Seat-Ära. Mit dem Facelift 2024 und weiteren Updates will der spanische Autobauer seiner Kompaktklasse eine wildere, eigenständigere Note verleihen. Die Maßnahme im Falle des VZ ist recht simpel: Die Leistung wurde um 25 PS (18 kW) gesteigert. Optisch besticht der Leon durch kupferfarbene Auspuffendrohre und zusätzliche Details in dunklem Chrom. Es werden lediglich 1500 Exemplare gefertigt.

Die reguläre Cupra Leon-Modellreihe umfasst eine Mischung aus 1,5-l- und 2,0-l-Benzinern sowie neue Plug-in-Hybride. Der VZ behält Volkswagens bekannten EA888-Motor und das Siebengang-DSG, leistet aber mehr und kommt somit auf 325 PS (239 kW) Leistung und 420 Nm Drehmoment.

Das ist eine ganze Menge. Zum Vergleich: Der mittlerweile eingestellte Ford Focus ST Edition hat 280 PS (206 kW), der allradangetriebene Golf R mit 333 PS (245 kW) nur unwesentlich mehr. Tatsächlich ist der einzige andere frontgetriebene Kompaktsportler mit mehr Leistung als der Leon der 329 PS (242 kW) starke Honda Civic Type R, dessen Produktion 2026 eingestellt wird.

Testfahrt-Eindrücke: Bei trockenen Bedingungen eine Wucht

Ideale Bedingungen vorausgesetzt, beschleunigt der neue Cupra Leon VZ von 0 auf 100 km/h in 5,4 s (vorher 5,7 s) und erreicht eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h. Wie wir aus unseren Testfahrten mit dem 300 PS (221 kW) starken Leon wissen, hat er mitunter Schwierigkeiten hat, Grip zu finden. Doch glücklicherweise – oder sollten wir besser sagen unglücklicherweise? – waren die Wetterbedingungen bei unserer Testfahrt in Spanien perfekt.

Der neue VZ wirkt definitiv aggressiver als der vergleichbare Golf. Dämpfung, Lenkung und Bremsen fühlten sich etwas straffer an als im GTI – und das Getriebe schaltet deutlich direkter. Wie der Civic verfügt auch der Leon über eine ausgeklügelte Fahrwerkstechnik, welche die Kraftübertragung optimiert. Am beeindruckendsten ist das elektronische Differential, welches das Auto beim Beschleunigen (auf trockener Fahrbahn) in den innersten Punkt der Kurve zieht. Auf staubtrockenem Asphalt kann der Motor in allen Kurven mit dem neuen Fünfzylinder mithalten, bietet dabei viel Grip und minimales Untersteuern.

Die adaptiven Dämpfer verdienen ebenfalls besondere Erwähnung, denn sie leisten hervorragende Arbeit, um das Gewicht des Cupra Leon VZ im Zaum zu halten. Mit etwas über 1500 kg ist er kein besonders schweres Auto, fährt sich auf den kurvenreichen Landstraßen Andalusiens entsprechend sehr souverän. Selbst im härtesten Cupra-Modus ist das Fahrwerk nicht unangenehm unbequem.

Das Interieur ist wenig aufregend, dafür praktisch

Das Beste am Leon VZ sind die „Cup-Schalensitze“. Sie bieten guten Halt und sind bequem, obwohl sie sich noch tiefer einstellen lassen dürften. Auch das Lenkrad des Leon gefällt – besonders der große Fahrmodus-Wahlschalter und die Start/Stopp-Tasten an den beiden oberen Speichen. Der Touchscreen des Cupra Leon VZ ist nicht so logisch angeordnet wie der im Golf GTI und bei hellem Sonnenlicht schwerer ablesbar, reagiert aber schnell und bietet alles Notwendige.

Das Cockpit des Cupra Leon VZ.
Foto: Cupra

Zwar ist das eine Frage des Geschmacks, doch ein paar zusätzliche physische Tasten wären dennoch wünschenswert. Das gilt auch für abgesehen von den Sitzen etwas zahm gestalteten Innenraum, der im Vergleich zum Exterieur doch abfällt. Dafür ist der Rest des VZ recht praktisch: Er bietet genauso viel Platz wie der Standard-Seat Leon, also genug Beinfreiheit im Fond für den 1,83 m großen Testfahrer. Außerdem gibt es zahlreiche Ablagefächer und einen 380 l fassenden Kofferraum.

Fazit

Die Unterschiede im Vergleich zum VW Golf GTI mögen zwar nur geringfügig sein, aber wer einen temperamentvollen Kompaktsportler sucht, der auf eine sportliche Fahrweise gut reagiert, ist mit dem Cupra Leon VZ wahrscheinlich gut beraten. Die VZ-Variante ist nur ein kleiner Schritt nach oben, bei einem geringen Preisaufschlag (finale Preise hat Cupra noch nicht kommuniziert) könnte sie aber durchaus eine Überlegung wert sein.