Neuer Corigon CV 60 D: Erste Testfahrt im Newcomer-Campervan

Mit Corigon startet bereits die vierte Erwin-Hymer-Marke im Best-Price-Segment. Was den neuen Corigon CV 60 D (2025) – und damit auch die Marke – ausmacht, muss der Sechs-Meter-Campervan auf der ersten Testfahrt unter Beweis stellen. Unser Fazit!

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Das Bild zeigt den Corigon CV 60 D (2025) fahrend von schräg vorne rechts fotografiert.
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Mit dem Campervan CV 60 D zeigt die neue Hymer-Marke Corigon, wohin die Reise gehen soll: Solide Machart ohne Grundriss-Experimente.

Das Bild zeigt den Corigon CV 60 D (2025) fahrend von schräg hinten links fotografiert.
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Als Basis dient der altbekannte Fiat Ducato, der mit 140 PS (103 kW) und leichtfüßigem Fahrverhalten keine schlechte Wahl ist.

Das Bild zeigt das Cockpit des Corigon CV 60 D (2025).
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Das Cockpit ist natürlich bekannt. Ein Multimediasystem gibts auch 2025 im Italo-Transporter nur gegen Aufpreis.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Corigon CV 60 D (2025) durch die geöffnete Schiebetüre mit Blick in Richtung Cockpit fotografiert. Eine Person sitzt auf dem in Richtung Wohnraum gedrehten Fahrersitz.
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Willkommen daheim: Der Wohnraum des CV 60 D wirkt bereits beim ersten Betreten bekannt. Klar, der Aufbau ist ja auch Standard in der Sechs-Meter-Klasse.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Corigon CV 60 D (2025) mit Blick aus dem Cockpit in Richtung Fahrzeugheck fotografiert.
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Das muss natürlich nichts Schlechtes sein. Im Gegenteil: Der Corigon wirkt auch als Newcomer in der Szene routiniert gebaut und grundsolide.

Das Bild zeigt die Küche des Corigon CV 60 D (2025).
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Die Seitenküche ist zwar simpel eingerichtet, erfreut aber mit einer vergleichsweise großen Arbeitsfläche – auch ganz ohne Erweiterung.

Das Bild zeigt die Nasszelle des Corigon CV 60 D (2025).
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Die Nasszelle wird ihrem Namen gerecht: Bewegungsfreiraum bietet sie kaum. Dafür passt die Ausstattung.

Das Bild zeigt das Heckdoppelbett des Corigon CV 60 D (2025).
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Das Heckbett mit 197 x 157 cm bietet ausreichend Platz für zwei.

Das Bild zeigt das Bett im Aufstelldach des Corigon CV 60 D (2025).
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Zwei weitere Personen schlafen in luftiger Höhe im optionalen Aufstelldach für 5999 Euro Aufpreis.

Das Bild zeigt die Heckgarage unter dem Heckbett des Corigon CV 60 D (2025).
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Unter dem Festbett bleibt eine schmale Heckgarage, die das Nötigste an Urlaubsgepäck und Campingzubehör aufnimmt.

Das Bild zeigt die Heckgarage unter dem Heckbett des Corigon CV 60 D (2025). Der Lattenrost ist teilweise entfernt, das Bild ist von schräg oben aufgenommen.
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Durch Wegklappen von Teillattenrost und Matratze lässt sie sich nach oben erweitern – breiter wird sie aber nicht. Das verhindern die Staukästen für Gas und Wassertanks im Heck.

Das Bild zeigt den Insektenschutz an der Schiebetüre des Corigon CV 60 D (2025).
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Full House: Die Serienausstattung des CV 60 D ist reichhaltig. Fliegenschutzgitter, Verdunkelungen und selbst die elektrische Trittstufe sind ohne Aufpreis an Bord.

Das Bild zeigt den Corigon CV 60 D (2025) stehend von schräg vorne rechts fotografiert. Das Aufstelldach ist hochgefahren, eine Person steigt durch die Schiebetüre aus dem Fahrzeug aus.
Neuer Corigon CV 60 D (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Pragmatiker: Dem Corigon CV 60 D mag vielleicht Innovationsgeist fehlen, dafür punktet der Van mit Funktionalität und solider Machart.

Das "Best-Price"-Segment ist ein Haifischbecken. Dort kämpfen die Carados, Etruscos oder Sunlights um die Kundengunst. Etwas gemerkt? Alle drei Marken stammen aus der Erwin Hymer Group. Und obwohl man schon drei Marken in dem einsteigerfreundlichen Segment für preisbewusste Käufer:innen etabliert hat, folgt mit Corigon noch eine vierte. Doch in Leutkirch im Allgäu, wo alle vier Marken sitzen, glaubt man daran, dass das metaphorische Becken dennoch groß genug ist.

Der versprochene Erfolg wird nicht nur von Hoffnung getragen, sondern basiert auf simpler Marktbeobachtung: Welche Grundrisse sind da draußen gefragt, was erwarten reale Camper:innen von ihrem Fahrzeug? Corigon bewegt sich daher auch nahe an Etrusco, stammt schließlich auch aus demselben Werk in der Toskana, unterscheidet sich aber von den stilvollen Italienern durch die etwas teutonischere Optik innen wie außen. Soll heißen: Etwas einfacher und schlichter gehalten, aber wie die italienische Schwestermarke keineswegs "billig".

Ein erster Vorbote, wie sich Hymers neue Marke anfühlen soll, ist der neue Corigon CV 60 D (2025), den wir auf die erste Testfahrt mitnehmen. Eines vorweg: Er ist in vielerlei Hinsicht ein typischer Vertreter der Sechs-Meter-Klasse. Ein Doppelbett befindet sich hinter den Hecktüren, eine Halbdinette hinter der Fahrerkabine, als Basisfahrzeug dient einmal mehr der Fiat Ducato. Etwas Schlechtes ist das natürlich keineswegs.
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Solide gemacht: Routinierter Möbelbau im günstigen Corigon-Campervan

Insbesondere, wenn man den Weg des neuen Corigon CV 60 D (2025) einschlägt. Denn mit einem Grundpreis von 56.499 Euro (Stand: August 2025) geht der von uns gefahrene Sechs-Meter-Kastenwagen durchaus als Schnäppchen durch. Am Möbelbau merkt man das nicht. Selbst auf löchrigen Allgäuer Landsträßchen bleibt es hinter dem Fahrerhaus bemerkenswert ruhig. Kein Wunder: Denn die Fertigung findet im Etrusco-Werk in San Casciano statt, einer der modernsten Fertigungsstraßen für Campingmobile in ganz Europa, betont Hymer gerne. Der routinierte Möbelbau kann sich sehen und fühlen lassen. Selbst wenn unser Testwagen noch zur Vorserie zählt, sind Fugen und Spaltmaße des Newcomers so sauber verarbeitet, wie man es aus teureren Marken-Modellen kennt.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Corigon CV 60 D (2025) durch die geöffnete Schiebetüre mit Blick in Richtung Cockpit fotografiert. Eine Person sitzt auf dem in Richtung Wohnraum gedrehten Fahrersitz.
Foto: Zbigniew Mazar

Genauso routiniert darf auch der Grundriss angesehen werden. Denn auch das ist Corigon. Anstatt zu experimentieren, wird sich daran orientiert, was auf dem Markt gefragt ist. Pragmatiker:innen, denen Funktionalität und Preis-Leistung wichtiger sind als Optik – wobei die "Wohnwelt Tropea" für 799 Euro Aufpreis auf unserer Testfahrt ausgesprochen schick wirkt – dürfen sich daher angesprochen fühlen. Wer den Wohnraum etwas temperamentvoller eingekleidet haben möchte, greift eben zu ähnlich aufgebauten wie eingepreisten Wohnmobilen von Etrusco. Das "D" im CV 60 D steht für die klassischen Doppelbetten im Camper-Heck, die immerhin mit 197 x 157 cm an der breitesten Stelle fast ein handelsübliches Bettenmaß erreichen. Drumherum baut sich der Wohnraum des Kastenwagens – hier die gängigen Wohnmobil-Bauarten erklärt – so gewohnt auf, wie man es in dieser Klasse erwartet.

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Das trifft auch auf die gut nutzbare Seitenküche des neuen Corigon CV 60 D (2025) zu. Mit stirnseitig eingebautem Kühlschrank, Zweiflammen-Gaskocher, Spüle und Stauraum gewinnt sie keinen Innovationspreis, punktet aber mit Funktionalität. Auf eine Erweiterung kann die Kochstelle getrost verzichten, der langgezogene Block bietet davon auch so genug. Etwas mehr Bewegungsfreiraum hätte der Nasszelle – hier die gängigen Bauarten im Wohnmobil erklärt – gutgetan, doch immerhin befinden wir uns hier in einem Sechs-Meter-Campervan mit Vierer-Halbdinette. Und das gestauchte Bad hat einen weiteren Vorteil: Zwischen Sitzbank und Nasszellen-Türe passt ein Staufach sowie weiter oben am Möbelblock zwei Garderobenhaken.

Das Bild zeigt die Küche des Corigon CV 60 D (2025).
Foto: Zbigniew Mazar

Positiv fällt das Raumgefühl außerhalb der Nasszelle auf. Ohne hoch aufbauendem Küchenschrank lässt sich wunderbar vom Fahrerhaus bis ins Schlafgemach blicken. Die Ausstellfenster sowie die serienmäßigen Dachhauben – bei unserem Testwagen mussten sie dem optionalen Schlafdach weichen – lassen genug Licht hinein. Ansonsten gibt es genug LED-Lichtpunkte, die auch an grauen Regentagen im Allgäuer Hochsommer den Wohnraum erhellen. Diese sind zwar ganz nach Corigon-Prinzip nicht besonders trendig, aber durchaus funktional. Selbst der Herd, der gerne bei der Ausleuchtung vergessen wird, bekommt eine eigene Lampe. Zur Not ließe sich der Lesespot des benachbarten Betts zur Küche drehen.

Das Heckbett baut auf einem Teillattenrost auf. Die Mittelteile beider Betthälften lassen sich so bei Bedarf in Sekunden herausnehmen, um die Heckgarage nach oben zu erweitern. Die Matratze lässt sich dazu platzsparend zusammenklappen und ist so aus dem Weg. Die beiden Stauschränke an der linken wie rechten Fahrzeugseite schränken allerdings die Breite der Garage ein. Allzu sperrig darf das Transportgut also dennoch nicht sein.

Leichtfüßiger Ducato-Campervan mit reichlich Serienausstattung

Am Fahrverhalten des Fiat Ducato können auch die Leutkirchner:innen wenig ändern. Dessen Turbodiesel dröhnt auch nach dem jüngsten Facelift so sonor und präsent vor sich hin, wie man ihn über die Jahre als ehrliches Camping-Basisfahrzeug kennengelernt hat. An Temperament fehlt es dem Triebwerk dagegen nicht. Die serienmäßigen 140 PS (103 kW) des 2.2 Multijet haben mit dem Leergewicht von knapp 2800 kg (ohne Aufstelldach) leichtes Spiel, das sauber geführte Sechsgang-Schaltgetriebe und die leichtgängige Lenkung lassen den vollwertigen Transporter auf der Testfahrt deutlich handlicher und überschaubarer wirken, als er laut Datenblatt eigentlich sein sollte – die Rückfahrkamera ist beim Rangieren aber ihren Aufpreis wert! Den stärkeren Diesel sowie das Automatikgetriebe missen wir dagegen nicht.

Unser Foto- und Testwagen kommt zusätzlich mit dem Travel +-Paket, das neben Rahmenfenstern und einer 3,25-m-Markise auch ein Multimediasystem sowie die Vorbereitung für Solaranlage, Dachklima und Rückfahrkamera beinhaltet. Wer Wert darauf legt, bekommt für 3999 Euro mehr Komfort – kann aber auch getrost darauf verzichten. Denn das meiste, auf das Camper:innen nicht verzichten wollen, gibts im neuen Corigon CV 60 D (2025) bereits serienmäßig hinzu. Fliegenschutz, Verdunkelungen, die elektrische Trittstufe? Check, Check und Check. Und auch an den kindersitzpflichtigen Nachwuchs denken sie in Leutkirch, Isofix für gleich zwei Sitzplätze sind an der Sitzgruppe – stets mit Dreh-Tischerweiterung – ebenfalls immer an Bord.

Das Bild zeigt den Corigon CV 60 D (2025) stehend von schräg vorne rechts fotografiert. Das Aufstelldach ist hochgefahren, eine Person steigt durch die Schiebetüre aus dem Fahrzeug aus.
Foto: Zbigniew Mazar

Das Aufstelldach unseres Testwagens, dass die reisefreudige Familie für gemeinsame Urlaube braucht, kostet natürlich ebenfalls extra. Mit 5999 Euro Aufpreis ist dieses aber auf einem klassenüblichen Niveau. Und wer Rahmenfenster und Markise nicht braucht, erhält so einen gut ausgestatteten Campervan für vier für knapp 62.500 Euro. Braucht es da wirklich innovative Grundrisse?

Technische Daten des neuen Corigon CV 60 D (2025)

AUTO ZEITUNGCorigon CV 60 D
Technische Daten
Motor4-Zyl., Turbodiesel, 2184 cm³
Antrieb6-Gang, manuell; Vorderradantrieb
Leistung103 kW/140 PS
Max. Drehmoment350 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)5990/2050/2700 mm
Leergewicht/Zuladung2801/699 kg
Ausstattung
Sitz-/Schlafplätze4/2 (opt. 5)
Herd/HeizungZweiflammen-Gaskocher/Gas (Truma Combi 4)
Gas2 x 11 kg
Frisch-/Abwasser100/90 l
Preis
Grundpreis56.499 Euro
Alle Daten Werksangaben

Fazit

Der neue Corigon CV 60 D spricht vor allem Pragmatiker:innen an. Der Sechs-Meter-Campervan setzt auf bewährte Grundriss-Lösungen, Funktionalität und eine reichhaltige Serienausstattung. Damit wirkt er zwar nicht besonders innovativ, dürfte aber mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis und der soliden Machart sowohl erfahrene Camper:innen als auch Neulinge ansprechen.