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Neuer BMW M2 (2022): Erste Testfahrt Neuer M2 das letzte Hurra?

Sven Kötter 14.06.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen BMW M2 (2022)
  2. Neuer BMW M2 (2022) mit Automatik & Handschaltung
  3. Neuer BMW M2 (2022) auf M2 CS-Leistungsniveau

Reihensechszylinder, Hinterradantrieb und optional mit manuellem Schaltgetriebe: Kann der neue BMW M2 (2022) auf der ersten Testfahrt auf dem Salzburgring mit seiner klassischen BMW-Rezeptur überzeugen?

Die erste Testfahrt mit dem neuen BMW M2, der noch 2022 präsentiert werden soll, findet auf abgesperrter Strecke in Österreich mit Vorserienmodellen statt. Trotz rund 4,50 Metern Außenlänge wirken die wild folierten Prototypen kompakt, knackig und im Detail sehr kantig. Der M4, mit dem wir zum Salzburgring gekommen sind, wirkt im direkten Vergleich deutlich ausladender und fülliger. Doch genau dieser ist einer der großzügigsten Teilespender für den neuen M2. Während die Vorgängergeneration (böse gesprochen) ein aufgemotzer Einser war, stülpt der Nachfolger seine rund sechs Zentimeter breitere Karosserie über zahlreiche Mittelklasse-Bauteile. So stammen etwa Bremsen (380 mm vorne/370 mm hinten) und Fahrwerk von den großen Brüdern. Erster Gedanke: "Dann werden M2, M3 und M4 wohl auch fahrdynamisch sehr ähnlich sein?" Doch bevor wir uns dem M2 überhaupt nähern dürfen, versuchen die anwesenden Ingenieure die Bedenken bezüglich der Gleichteilstrategie zu zerstreuen. Die Federn vorne sind härter, die hinteren weicher ausgeführt. Hinzu kommen härtere Dämpfer an der Hinterachse, die der kommende M3 Touring beisteuert. Kombiniert wird das neue Set-up im Vergleich zum Vorgänger mit einer breiteren Mischbereifung (275/35 R19 vorne, 285/30 R20 hinten), die wir so ebenfalls schon vom Mittelklasse-Duo kennen. Spoiler: Die erste Testfahrt im neuen BMW M2 (2022) wäre Beweis genug gewesen. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Erste Testfahrt im neuen BMW M2 (2022)

Für den Redakteur ist der neue BMW M2 (2022) bei der ersten Testfahrt nicht die einzige Premiere, denn auch der Salzburgring ist Neuland. Ein schnelles Stück Asphalt, eingebettet ins Auf und Ab der österreichischen Idylle. Glücklicherweise spielt das Wetter mit. Die Sonne strahlt, der 3,0-Liter-Turbo des M2 erwacht mit vertrauten Reihensechszylinder-Klängen und die Sitzposition ist sportlich tief. So weit, so gut. Doch es kommt noch besser: Den M2 bietet BMW weiterhin wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder Achtstufen-Automatik an, die wir auch beide heute schon testen können. Wir starten mit der Schaltwippen-am-Lenkrad-Version. Ein entscheidender Vorteil, wenn man neben dem neuen Auto auch die unbekannte Strecke kennenlernen will. Raus aus der Box und hinter den vorausfahrenden Instruktor gehangen, wird man unglaublich schnell warm mit der neuesten Kreation aus Garching (die in Mexiko vom Band laufen wird). Das liegt zum einen an den bereits vorgewärmten Reifen mit BMW-Mischung und zum anderen am vertrauensstiftenden Fahrverhalten des kompakten Sportlers. Sämtliche Parameter wie die Abstimmung der Stabilitätskontrolle (ESC) oder die elektronische Sperre an der Hinterachse sind M2-spezifisch, um dem kürzeren Radstand im Vergleich zum M4 Rechnung zu tragen. Wie fein das alles funktioniert, wird spätestens auf der zweiten Runde klar, in der wir das Tempo deutlich anziehen. Ja, der M2 ist lebendiger als der M4, speziell auf der Hinterachse, aber weit weg von giftig oder gar gefährlich. Speziell das wieselflinke Einlenken in schnellen Kombinationen blieb ähnlich im Gedächtnis haften wie der M2 auf der Strecke. Immerhin bewegen wir uns mit rund 1700 Kilogramm Leergewicht ebenfalls in Mittelklasse-Gefilden. Während die Vorderachse sauber Lenkbefehle und Ideallinie zu einer Einheit verschmilzt, fallen am Heck rund 450 PS (331 kW) und Pi mal Daumen 500 Newtonmeter traktionsstark über die Räder her. Genaue Daten rückt BMW noch nicht raus. Der Fahrende vergnügt sich derweil mit dem gewohnt gut abgestimmten ZF-Getriebe, das die Gangwechsel per Wippe zum reinsten Vergnügen macht. Purist:innen werden sagen: "So ist doch jeder schnell, das hat mit Fahrspaß oder Können nichts zu tun." Ich entgegne: "Ja, so ist jeder schnell und das trotzdem mit maximalem Fahrspaß." Ob der neue BMW M2 (2022) mit manuellem Getriebe da mithalten kann?

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Neuer BMW M2 (2022) mit Automatik & Handschaltung

Die Sechsgang-Handschaltung des neuen BMW M2 (2022) verkneift sich auf der ersten Testfahrt jegliche Überraschungen. Und das ist gut so. Freund:innen der alten Schule bekommen einen M-Sportler vorgesetzt, dessen überbordende Leistung, wir bewegen uns immerhin auf dem Niveau des M2 CS, man über knackig kurze Wege sortieren und schön oldschool versionsübergreifend ausschließlich an die Hinterachse schicken kann. Gemessen in Schweißtropfen nach den schnellen Runden gewinnt eindeutig der Schalter. Auch wenn fast die gesamte Strecke, dem breit nutzbaren Drehzahlband sei Dank, mit den Gängen drei bis fünf absolvierbar ist, sind speziell die schnellen, nicht einsehbaren Kurven mit nur einer Hand am Lenkrad ein echter Adrenalinkick. Schneller dürfte man durchweg mit der Automatik unterwegs sein: Sie verschiebt den eigenen Grenzbereich nach oben und macht im manuellen Modus mindestens genauso viel Spaß wie der Handschalter. Gewinner ist am Ende die Kundschaft, die von der M GmbH vergleichsweise sanft ins elektrifizierte Zeitalter geführt wird – denn der neue BMW M2 (2022) wird der letzte reine Verbrenner der Performance-Schmiede sein. An die Automatik haben sich mittlerweile schon viele gewöhnt, der zusätzliche E-Boost dürfte beim kommenden M5 wohl ebenfalls schnell Freunde finden. Und auch vollelektrische Modelle mit M-Badge beweisen schon heute, dass PS-starker Fahrspaß auch ohne Sechszylinder- oder V8-Sound eine rosige Zukunft hat.

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Neuer BMW M2 (2022) auf M2 CS-Leistungsniveau

Die übrigen Stärken und Schwächen teilt sich der neue BMW M2 (2022) mit den anderen Modellen der 2er-Reihe. Er sitzt also wie der viel zitierte Maßanzug, geizt aber in Reihe zwei am einen oder anderen Zentimeter in jede Richtung. Für die gesamte Modellreihe neu ist das edel anmutende Curved Display, das speziell im M2 ein wenig deplatziert wirkt – eigene M-Software hin oder her. Und wir werden über den Preis reden müssen, auch wenn er noch gar nicht kommuniziert wurde. Der starke Reihensechser, Fahrwerkstechnik aus M3 und M4 und optionale Karbon-Schalensitze vorn wollen schließlich bezahlt werden. So könnte sich der Grundpreis des neuen BMW M2 (2022) zwischen M2 CS (92.605 Euro) und M2 Competition (60.924 Euro) einpendeln. Rund 70.000 Euro erscheinen realistisch. Und dann wäre da noch eine echte Geduldsprobe: Marktstart ist erst im April 2023.

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Sven Kötter Sven Kötter
Unser Fazit

Der neue BMW M2 (2022) ist im besten Sinne BMW. Trotz leicht speckiger Anlagen lässt er sich herrlich traditionell und verdammt schnell bewegen. Beide Getriebevarianten machen richtig Laune. Das dürfte auch M4-Interessent:innen ins Grübeln bringen.

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