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Neuer Toyota GR Supra (2019): Erste Testfahrt Vierzylinder-Supra im Check

von AUTO ZEITUNG 23.03.2020
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Toyota GR Supra 2.0 (2020)
  2. So fährt der neue Toyota GR Supra (2019) mit Sechszylinder
  3. Neuer Toyota GR Supra (2019) mit direkter Lenkung
  4. Eigenes Design im Interieur des neuen Toyota GR Supra (2019)

2020 bekommt der neue Toyota GR Supra (2019) eine Vierzylinder-Variante zur Seite gestellt. Die erste Testfahrt mit dem Einstiegsmodell soll klären, ob "Vier gewinnt" – oder doch der Sechszylinder-Supra das Maß aller Dinge bleibt.​

Zugegeben, bei der ersten Testfahrt mit dem neuen Toyota GR Supra 2.0 (2020) überwiegt zunächst die Skepsis. Zweiliter-Turbobenziner fluten herstellerübergreifend den Markt und sollen hüben wie drüben Emotionen, Effizienz und Sportlichkeit unter einen Hut bringen. Dass speziell die Leidenschaft leidet, wenn diese Art Konsens-Motor zum Einsatz kommt, stößt besonders Enthusiasten negativ auf. Toyota greift einmal mehr auf ein BMW-Aggregat zurück, das in der hier genutzten Ausbaustufe 258 PS leistet, 400 Newtonmeter Drehmoment entwickelt und über einen Twiscroll-Turbolader verfügt. Die über alle Zweifel erhabene Achtstufen-Automatik von ZF kennt man bereits aus dem Sechszylinder-Supra. Wer selbst kuppeln und schalten will, guckt in die Röhre. Alle anderen erfreuen sich an den gut in der Hand liegenden Schaltpaddeln. In nur 5,2 Sekunden stürmt der neue Supra mit kleinem Motor auf 100 km/h. Anders ausgedrückt: Der Respektabstand auf den Sechsender beträgt lediglich 0,9 Sekunden. Und schon auf den ersten Metern wird klar, dass uns Toyota mit der neuen Einstiegsmotorisierung keine Magerkost serviert. Das Aggregat hängt gut am Gas und erzeugt genügend Druck in allen Lebenslagen. Erst oberhalb vom gängigen Landstraßentempo geht dem 2,0-Liter-Motor im Vergleich zum Sechszylinder ein wenig die Puste aus. Ein Grund für die überzeugende Leistung ist sicherlich der Gewichtsverlust von rund 100 Kilogramm. Besonders auf kurvigem Geläuf kommt das geringere Gewicht zum Tragen. Der Vierzylinder-Supra wirkt spürbar agiler, die Gewichtsverteilung ausbalancierter. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt, wie die Diät zustande kommt: Rund um den kompakten bayerischen Vierzylinder "schleppt" der neue Toyota GR Supra 2.0 (2020) jede Menge Luft mit sich herum, was besonders die Vorderachse entlastet. Mehr zum Thema: Das ist der neue BMW Z4

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Erste Testfahrt im neuen Toyota Supra 3.0 (2019) im Video:

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen Toyota GR Supra 2.0 (2020)

Dabei müssen Fahrer des neuen Toyota GR Supra 2.0 (2020) auf keinerlei Annehmlichkeiten verzichten, wie die erste Testfahrt zeigt. Es sei denn, man greift zur 48.900 Euro teuren "Pure"-Ausstattung, die unter anderem keine Differenzialsperre an der Hinterachse hat und mit kleiner dimensionierten Bremsen ausgerüstet ist. Will man das volle Supra-Vergnügen mit Sperre, adaptiven Dämpfern und verbesserter Bremsanlage, startet der Vierzylinder-Spaß bei 53.400 Euro. Addiert man das Premiumpaket für 3000 Euro, das unter anderem elektrisch verstellbare Ledersitze, ein Head-up-Display und ein JBL-Soundsystem umfasst, liegt der Preis noch immer um fast 5000 Euro unter dem des sechszylindrigen Topmodells. Einziger optischer Unterschied zu diesem: die Räder sind mit 18 Zoll um ein Zoll kleiner. Wer auf die zwei Zylinder verzichten kann, bekommt einen austrainierten Sportwagen, der wenig vermissen lässt. Müsste man einen Kritikpunkt suchen, dann findet man ihn wohl am ehesten beim variablen Verbrauch: Zwar lässt sich der neue Toyota GR Supra 2.0 (2020) auch problemlos mit knapp sieben Litern auf 100 Kilometern bewegen, doch spätestens wenn der Spieltrieb von Supra und Fahrer Hand in Hand gehen, klettert die Anzeige im Bordcomputer gerne in zweistellige Bereiche. Dabei ist der Klang für einen Vierzylinder zwar durchaus sportlich, neigt aber speziell im Sportmodus zu dröhnenden Frequenzen.

von Sven Kötter

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So fährt der neue Toyota GR Supra (2019) mit Sechszylinder

Die stärkste Motorisierung des neuen Toyota GR Supra (2019) ist der gleiche wie beim Top-Modell BMW Z4 M40i: ein 340 PS starker Turbo-Benziner mit sechs Zylindern und 500 Newtonmeter Drehmoment, der seine Kraft über eine Achtstufen-Automatik auf die Hinterräder überträgt. Allerdings haben die japanischen Ingenieure die Abstimmung von Fahrwerk, Antrieb, Getriebe und Sound selbst übernommen. Zum Glück haben sie dem laufruhigen und drehfreudigen Reihenmotor nicht seinen samtigen Klang und den schnellen Antritt abgewöhnt. Im Gegenteil: Der Supra 3.0 prescht in nur 4,3 Sekunden auf Tempo 100 und nimmt dem Z4 in dieser Disziplin 0,2 Sekunden ab. Trotz des stabilen Dachs aus Metall ist das Coupé rund 50 Kilogramm leichter als der Roadster mit Stoffverdeck. Bei beiden ist übrigens die Höchstgeschwindigkeit auf 250 km/h elektronisch reglementiert. Was schon der Z4 in ersten Vergleichstest bewiesen hat, kann der Supra mindestens genauso gut: Karosserie und Fahrwerk sind extrem verwindungssteif. Laut Toyota wurde dabei sogar der Wert des Supersportlers Lexus LFA überboten. Das merkt man schon bei der ersten Testfahrt über die recht guten spanischen Landstraßen mit nur sporadisch auftauchenden kurzen Querrillen, die sich mit einem trockenen harten Schlag bemerkbar machen. Gibt man in der Kurve zeitig wieder Gas, spürt der Fahrer im Popometer sehr genau die hervorragende Traktion. Obligatorische Bodenschwellen nimmt der Japaner mit stoischer Ruhe, ohne sich durch Knistern und Knacken darüber zu beschweren.

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Neuer Toyota GR Supra (2019) mit direkter Lenkung

Mit der sehr direkten Lenkung lässt sich der neue Toyota GR Supra (2019) auf der ersten Testfahrt ganz hervorragend um jede Kurve zirkeln. Schaltet man dabei die Traktionskontrolle aus und gibt in der Kurvenausfahrt frühzeitig Gas, spürt man, wie die 19 Zoll großen Michelin Pilot Super Sport im 275er-Format die Fuhre wieder in die Spur bringen. Das macht Spaß. Trotz des relativ geringen Radstands von 2,47 Meter beherrscht der Supra auch den Geradeauslauf bei höherem Tempo. Schaltet man vom Normal-Modus auf Sport, straffen sich die adaptiven Dämpfer, Gaspedal und Automatik reagieren noch schneller auf Fahrbefehle und der Sound der zweiflutigen Auspuffanlage wird etwas schärfer. Ein Krawallmacher ist der neue Toyota GR Supra 3.0 (2019) aber auch dann nicht.

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Eigenes Design im Interieur des neuen Toyota GR Supra (2019)

Auch beim Interieur sind die Entwickler des neuen Toyota GR Supra (2019) vorsichtig eigene Wege gegangen. Im Mittelpunkt der digitalen Instrumente steht hier ein großer Drehzahlmesser, auch die Lüfterleiste auf dem Armaturenbrett ist anders gestaltet. Zum Glück haben die Japaner auf das wulstige Lenkrad des Z4 verzichtet. Ansonsten ist die Bedienung per Dreh-Drück-Steller jedem BMW-Fahrer bestens bekannt und gelingt auch allen anderen ohne Probleme. Hier von könnte sich Toyota auch bei anderen Modellen eine Scheibe abschneiden. Auch bei Platzangebot, Sitzkomfort und dem Laderaumvolumen von 290 Liter liegt der Toyota mit dem BMW auf einem Niveau. Bei Materialien und Verarbeitung erreicht das Coupé, das wie der Roadster bei Magna Steyr im österreichischen Graz gebaut wird, einen sehr hohen Level. Mit einem Einstiegspreis von 62.900 Euro gehen die Japaner mit dem neuen Toyota GR Supra 3.0 (2019) sehr selbstbewusst ins Rennen. Der vergleichbare BMW Z4 M40i Roadster ist 850 Euro teurer, dafür aber schlechter ausgestattet. So hat der Toyota das Navi bereits ab Werk an Bord. Wer Head-up-Display, Ledersitze und ein Soundsystem haben möchte, kann für 2000 Euro ein Premium-Paket ordern.

von Klaus Uckrow

von AUTO ZEITUNG von AUTO ZEITUNG
Unser Fazit

Ob mit Vier- oder Sechszylinder, der neue Toyota GR Supra (2019) ist eine echt Bereicherung für das schrumpfende Segment kompakter Sportwagen. Während der sechszylindrige Supra 3.0 mit seinem souveränen Antrieb überzeugt, kann die Vierzylinder-Version erstaunlich gut mithalten und bei der ersten Testfahrt eigene Akzente setzen. Das Preisniveau ist bei allen Varianten vergleichsweise hoch.

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