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Hohe Gebrauchtwagenpreise: Gründe/Prognose Neuer Höchststand bei Gebrauchtwagenpreisen

Markus Bach 18.03.2022

Die Gebrauchtwagenpreise sind so hoch wie nie, und ein Ende des Anstiegs ist laut unserer Prognose nicht in Sicht. Wir verraten die Gründe und sagen, welche Modelle günstiger sind.

Alle Preise scheinen in den nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Doch angesichts der explodierenden Gebrauchtwagenpreise wirkt der Anstieg der allgemeinen Verbraucherpreise um 4,9 Prozent gering. Konnte man einen Gebrauchten auf dem Marktplatz AutoScout24 im Januar 2021 im Durchschnitt noch für 21.614 Euro bekommen, mussten Käufer:innen ein Jahr später dafür schon 26.122 Euro auf den Tisch legen – eine Steigerung um 20,9 Prozent. Das ist der höchste Durchschnittspreis seit Beginn der Datenerhebung durch den Online-Marktplatz. Die Teuerung betrifft alle Segmente: Im Vergleich von 2021 zum Vorjahr legten vor allem Modelle der Mittelklasse zu: um 14,1 Prozent. Danach folgen gebrauchte Kleinwagen (+11,9 %) und Kompakte (+11,0 %). Diese Entwicklung bestätigt auch die Deutsche Automobil Treuhand (DAT): Der Restwert eines dreijährigen Benziners stieg von 55,6 Prozent des Neupreises im Januar 2021 auf 64,5 Prozent 2022. Bei den Dieseln fiel der Zuwachs von 52,9 auf 62,3 Prozent sogar noch stärker aus. Die geringste Gebrauchtwagen-Preissteigerung verbuchten Vans (+1,8 %), SUV (+7,6 %) und Sportwagen (+8,5 %). Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Gebrauchtwagenpreis auf neuem Höchstwert: die Gründe & eine Prognose

Die Explosion der Gebrauchtwagenpreise hat mehrere Gründe, die sich teilweise gegenseitig verstärken: So nahm die individuelle Mobilität infolge der Corona-Krise stark an Bedeutung zu. Viele Pendelnde stiegen vom öffentlichen Nahverkehr auf das Auto um. Das hat die Nachfrage vor allem nach älteren Gebrauchten befeuert. So schrumpfte die Auswahl an Autos im Alter von über zehn Jahren 2021 um 16,1 Prozent. Gleichzeitig fehlt der Nachschub an neuen Gebrauchten, da weniger Neuwagen zugelassen wurden. Zu Beginn der Pandemie stand vielerorts die Produktion still, danach sorgte der Teilemangel bis heute für verzögerte Auslieferungen. Auch Firmenflotten und Vermieter, eine bedeutende Quelle gerade für junge Gebrauchte, hatten in Zeiten der Krise weniger Neuwagen geordert. Leasingverträge wurden gestreckt und zahlreiche Autos dadurch später getauscht. Die Folge: Das Angebot auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt schrumpfte erstmals seit Jahrzehnten. Insgesamt ging die Auswahl 2021 im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent zurück. Besonders stark waren die Vans betroffen: Davon gab es 2021 fast ein Viertel weniger zu kaufen als im Jahr zuvor. Doch auch bei den Kleinwagen reduzierte sich das Angebot drastisch um 19,6 Prozent, bei den Kompakten um 14,8 Prozent. Dagegen erhöhte sich die Auswahl an Luxuslimousinen um 12,9 Prozent. Alternative Antriebe spielen auf dem Gebrauchtwagenmarkt bisher kaum eine Rolle: Waren im Januar 2022 elf Prozent aller Neuzulassungen reine Elektroautos, waren es bei den Besitzumschreibungen nur ein Prozent. Die langen Lieferzeiten bei Neuwagen führen darüber hinaus dazu, dass viele Käufer:innen auf Jahreswagen umsteigen: Ihr Angebot reduzierte sich innerhalb von zwölf Monaten um 20,4 Prozent. Gleichzeitig stiegen ihre Gebrauchtwagenpreise, vor allem ab Mitte 2021, stark an. Am wenigsten schrumpfte das Angebot bei Gebrauchten im Alter von drei bis zehn Jahren. Mehr zum Thema: Unfallwagen & Tachomanipulation erkennen

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Markus Bach Markus Bach
Unser Fazit

Mit den Auswirkungen der Corona-Krise wird der Gebrauchtwagenmarkt noch lange zu kämpfen haben. Weniger Angebot bedeutet weiter steigende Gebrauchtwagenpreise. Ein Ende ist 2022 nicht absehbar. Es gibt jedoch Bereiche, in denen die Preisexplosion vergleichsweise moderat ausfällt: etwa in der Gruppe der ein- bis dreijährigen Gebrauchten. Auch Vans und Hybride werden deutlich langsamer teurer. Das gilt ebenfalls für die beliebten SUV, bei denen es nicht so stark an Nachschub aus dem Neuwagenmarkt mangelt.

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