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Alle Tests zum Mercedes G-Klasse

Neue Mercedes G-Klasse (2024): Erste Testfahrt

Reifeprüfung für die G-Klasse

Johannes Riegsinger Autor
Thomas Geiger Freier Mitarbeiter
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit der neuen Mercedes G-Klasse (2024) als G 450 d
  2. Straßentauglicher denn je
  3. G 580 EQ ist ein Offroad-Held
  4. Technische Daten der neuen Mercedes G-Klasse (2024)
  5. Fazit

Mercedes macht die neue Mercedes G-Klasse (2024) zur besten aller Zeiten. Die erste Testfahrt unternehmen wir mit dem freundlich anpackenden G 450 d und dem stromernden G 580 EQ.

Es ist jetzt offiziell, die neue Mercedes G-Klasse (2024) geht endgültig den Weg traditioneller Sympathieträger à la Porsche 911 und verabschiedet sich in hochpreisige Parallelwelten. Träumen ist natürlich nach wie vor erlaubt, bei Kaufinteresse sollte das zur Verfügung stehende Kapital aber auf keinen Fall den Gegenwert einer ordentlichen Eigentumswohnung unterschreiten. Mögliche Optionen und Unterhaltskosten einkalkuliert, darf es auch gern ein Reihenhäuschen sein. Den Vogel schießt der knapp 190.000 Euro teure G 63 AMG ab, der vollelektrische G 580 EQ muss einem mindestens 143.000 Euro wert sein. Für die erste Testfahrt widmen wir uns den "bürgernahen" Versionen mit Dreiliter-Reihensechszylinder-Turbodiesel oder -benziner sowie dem Stromer.

Als G 450 d oder G 500 decken sie jenen Einsatzzweck ab, den man hierzulande am ehesten noch mit der G-Klasse verbindet: Lasten ziehen, nutzwertiges Alltagsrackern mit viel Charme, kompetente Ausflüge ins Gelände. Der 132.000 Euro teure G 500 mit seinem 449 (+20) PS (330 + 15 kW) starken Benziner gibt dabei eher den feinen Ausflügler.
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Der Mercedes G 580 EQ (2024) im Fahrbericht (Video):

 
 

Erste Testfahrt mit der neuen Mercedes G-Klasse (2024) als G 450 d

Den goldenen Schnitt in Sachen Motorvarianten der neuen Mercedes G-Klasse (2024) macht der G 450 d: Seine knapp 123.000 Euro markieren den Einstieg ins Modellprogramm, gleichzeitig schubst er mit seinen 750 (+200) Nm Diesel-Drehmoment den kultivierten Benzinbruder genau dann entschlossen zur Seite, wenn es ans Ranklotzen geht: Einen vollbesetzten Pferde-Anhänger mit beharrlichem Reisetempo auch steile Autobahnsteigungen hinaufzerren? Kein Problem für den G 450 d. Auf Standgas knurrend mit eingelegter Getriebeuntersetzung durch dicht gepackte Geröllfelder klettern? Locker-lässig im G 450 d. Das alles mit erstaunlich geringem Dieselverbrauch und samtiger Laufkultur? Willkommen im G 450 d.

Das Plus in Leistungs- und Drehmomentangabe ist übrigens leicht zu erklären: Mercedes hat die Verbrenner in der G-Klasse nun konsequent als Mildhybride mit 48-V-Bordnetz elektrifiziert, ein integrierter Startergenerator (ISG) packt damit im Bedarfsfall weitere 20 PS (15 kW) und 200 Nm zum Leistungsangebot des Verbrennungsmotors und sorgt so für zusätzliche Kraftfülle oder sparsameren Betrieb. 8,7 bis 10,0 l Diesel soll der G 450 d im realitätsnahen Einsatz schlucken – das ist angesichts von über 2,5 t Gewicht und der traditionell kantig aufragenden Karosserie ein Machtwort. Dass Mercedes-Benz der neuen G-Klasse übrigens eine Reihe von aerodynamischen Feinschliff-Maßnahmen verpasst hat, dürfte sich kaum in spektakulärem Minderverbrauch niederschlagen. Dafür sinken die Windgeräusche bei strammer Autobahnfahrt – und das ist auf der ersten Testfahrt tatsächlich zu hören.

Die Konkurrenten:

 

Straßentauglicher denn je

Sowieso handelt es sich bei der neuen Mercedes G-Klasse (2024) um die komfortabelste G-Klasse aller Zeiten. Wer die starrachsige, vierschrötige, polternde Fortbewegung früher G-Modellgenerationen im Kopf hat, dürfte bei einer ersten Testfahrt vollkommen aus dem Häuschen sein: Einzelradaufhängung vorn, eine konsequent disziplinierte Lenkung, auf sicheren Straßeneinsatz abgestimmtes Fahrwerk: Das zollt dem eigentlichen Lebensumfeld der G-Klasse Tribut.

Wirklich ins harte Gelände fährt ja sowieso kaum noch jemand. Dass der G 450 d wie alle seine Baureihenbrüder eine kompromisslose Macht ist, wenn es hart und dreckig kommt, dürfte für die Kundschaft eher eine Art Kompetenz-Folklore sein: Lederhose und Karohemd beim Oktoberfest? – Ja! Jodeln, Schuhplatteln, Fingerhakeln? – Nein! Oder anders gesagt: Mit Differentialsperren, hinterer Starrachse, Leiterrahmen und nun handfest nachgeschärften Offroadhelfern rumfahren? – Ja! Das schöne Auto auch wirklich 750 mm tief waten lassen, kaltverformungsverachtend über Felsen, durch Gestrüpp und Schlamm treiben? – Bloß nicht! Der schicke Magno-Mattlack kostet schließlich über 7000 Euro extra.
Von Johannes Riegsinger

 

G 580 EQ ist ein Offroad-Held

Die Mercedes G-Klasse (2024) fahrend von schräg vorne
Foto: Mercedes

Womit wir auch schon beim G 580 EQ wären, der der neuen Mercedes G-Klasse (2024) erstmals zur Seite gestellt wird. Die Böschungs- und Rampenwinkel mögen minimal geschrumpft sein, aber die Wattiefe zum Beispiel ist um 15 auf 85 cm gestiegen, selbst wenn dann Akku und Motoren komplett unter Wasser stehen. Außerdem sorgt der tiefere Schwerpunkt dafür, dass sich die G-Klasse noch weiter zur Seite neigen kann, ohne umzufallen. Kein Wunder also, dass Mercedes die Premierengäste bei der ersten Testfahrt sorglos ins Gelände schickt und die G-Klasse durch die Pampa kraucht, als hätte sie von elektrischen Einschränkungen noch nie etwas gehört. Im Gegenteil: Weil die Elektronik die vier Maschinen noch feiner regulieren kann und es eine Art Offroad-Tempomat gibt, fällt selbst Amateur:innen das Abenteuer noch leichter und man braucht nicht viel mehr als den kleinen Finger am Lenkrad, um den kühnsten Kurs zu bestehen. Und noch etwas ist dabei anders. Wo bislang meist ein Achtzylinder brüllte, hört man jetzt nur noch die Kiesel unter den Reifen und das Zwitschern der Vögel.

Das einzige Limit ist dabei wie so oft beim E-Auto der Akku. Und zwar nicht, weil er in der neuen Mercedes G-Klasse (2024) besonders empfindlich wäre. Schließlich haben sie ihn mit einer bald drei Zentimeter dicken Platte aus Verbund- und Kohlefaser so stark gepanzert, dass der Koloss sogar auf dem Bauch über die Felsen rutschen kann, ohne dass es in den Zellen zwickt. Sondern natürlich zehren das Gewicht und die – nun ja – wenig windschnittige Form gewaltig an der Reichweite. Selbst wenn sie hier wie die doppelten Buletten in einem Big Mac zwei Akkus übereinander gestapelt und so immerhin 116 kWh untergebracht haben, ist nach 473 km Schluss. Denn auch mit aerodynamischem Feinschliff wird aus einer Schrankwand auf Rädern kein Strömungsweltmeister. Ein weiterer Wermutstropfen: Weil der Elektro-Vierkant stolze 3,1 t wiegt und man bei uns ab 3,5 t einen Lkw-Führerschein braucht, ist die Zuladung auf lächerliche 400 kg limitiert und ein Anhängerbetrieb gar nicht möglich. Auch wenn sie knapp an der Lkw-Einstufung vorbei schrammt, beschleunigt der Mercedes G 580 EQ auf Asphalt wie ein Sportwagen und ist in weniger als fünf Sekunden auf Tempo 100.
von Thomas Geiger

 

Technische Daten der neuen Mercedes G-Klasse (2024)

AUTO ZEITUNG 12/2024Mercedes G 450 d
Technische Daten
MotorR6-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo; 2989 cm³
Antrieb9-Stufen; Automatik, Reduktionsgetriebe, 3 elektr. zuschaltbare Differentialsperren; Allrad
Leistung285 kW/387 PS
Max. Drehmoment950 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4825/1931 (2187)*/2042 mm
Leergewicht/Zuladung2555/645 kg
Kofferraumvolumen640-2010 l
Fahrleistungen
Beschleunigung (0-100 km/h)5,8 s
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Verbrauch auf 100 km10 l D
Kaufinformationen
Grundpreis122.808 €
MarktstartMai 2024
Alle Daten Werksangaben; *Breite mit Außenspiegel

 
Unser Fazit

Fans der G-Klasse dürfen es weiter bleiben – die neue Mercedes G-Klasse (2024) ist so geländetauglich und zupackend wie eh und je, glänzt auf der ersten Testfahrt aber mit mehr Komfort, modernen Offroad-Assistenten und fein geschliffener Effizienz. Als G 450 d mit drehmomentstarkem Reihensechszylinder-Diesel ist die G-Klasse in absoluter Hochform. Nur leisten muss man sie sich können.

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