Vorstellung

MTM Audi TT bimoto: Zwei (!) Turbo-Motoren für 394 km/h Vmax

Dieser Audi TT begnügte sich nicht mit klassischen Tuningmaßnahmen. MTM hat der Design-Ikone einen zweiten Motor eingepflanzt, um den "bimoto" auf 400 km/h zu treiben.

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MTM Audi TT bimoto mit Ansaugschnorchel und Heckflosse, fotografiert von der Seite.
MTM Audi TT bimoto Foto: MotorOliTV via Youtube

Mit seinen zwei aufgeladenen Vierzylindern an Bord und der markanten Heckflosse über der früheren Heckscheibe sorgt der MTM Audi TT bimoto noch immer für Aufsehen.

Heckleuchten und Flaps des MTM Audi TT bimoto, fotografiert von der Seite.
MTM Audi TT bimoto Foto: MotorOliTV via Youtube

Unter den Heckleuchten des Audi hat MTM diese Flaps implantiert. Es ist nicht ganz sicher, dass sie aerodynamisch relevant sind. Aber dem Spektakel hilfts.

Instrumentenblock des MTM Audi TT bimoto mit doppelten Anzeigen, fotografiert von hinten.
MTM Audi TT bimoto Foto: MotorOliTV via Youtube

Die instrumente des MTM Audi TT bimoto sind meist zweifach ausgeführt: doppelter Drehzahlmesser, doppelte Temperaturanzeige, doppelte Ladedruckanzeige...

Die alte Ingenieursweisheit "Viel hilft viel" hat noch immer ihre Gültigkeit. Roland Mayer, Gründer und Chef von MTM, hat sie im Jahr 2002 um einen weiteren Glaubenssatz ergänzt: "Doppelt hilft doppelt." Damals war die aufstrebende Tuningschmiede aus Bayern auf der Suche nach publicityträchtigen Rekorden. Und der zierliche Audi TT der ersten Generation kam gerade recht, um diese Ambitionen zu befriedigen. Kurzerhand landete der TT auf dem Operationstisch in Wettstetten nahe Ingolstadt und eine umfangreiche Transplantation nahm ihren Lauf. Am Ende standen der MTM Audi TT bimoto mit über 1000 PS und – fast – der erhoffte Rekord.
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Der Audi RS 6 GT (2024) im Video:

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Der serienmäßige Audi-Vierzylinder wurde verdoppelt und gedopt

Vereinfacht gesagt hat MTM die Rückbank und den Kofferraum durch einen weiteren Motor samt Getriebe aus Audi-Produktion ersetzt. Doch im Heck des MTM Audi TT bimoto sorgt kein banaler Serien-Vierzylinder für Rückenwind. Wie sein Widerpart unter der Fronthaube wurde der ursprünglich 225 PS (165 kW) leistende 1,8-l-Vierzylinder Turbo auf bis zu 510 PS (375 kW) aufgeblasen. Gemeinsam stemmt das doppelte LoTTchen also bis zu 1020 PS (750 kW). Das war 2002 ungefähr so bahnbrechend wie Erich Kästners gleichnamiger Erfolgsroman fünfzig Jahre zuvor.

Rekordbrechend war es hingegen nicht. Weder auf der Rundstrecke in Nardo noch auf dem Oval im norddeutschen Papenburg konnte der bimoto die 400 km/h-Schallmauer niederreißen. Es blieb bei objektiv flotten 390,6 km/h in der süditalienischen Suppenschüssel, in der am Testtag steifer Wind wehte, der bessere Werte vereitelte. In Papenburg wurden gar 393,7 km/h erreicht. Immer noch beeindruckend.

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Als beeindruckend lässt sich auch das Fahrerlebnis bezeichnen. Der Youtuber MotorOliTV durfte kürzlich das einzige existierende Exemplar des MTM Audi TT bimoto anwerfen und über die Autobahn treiben. Er fremdelte insbesondere mit der harten Kupplung. Das linke Pedal dient nämlich zwei Getrieben zugleich zum Sortieren von jeweils sechs Gängen und ist daher besonders schwergängig. Auch das tiefe Turboloch und der extralange erste Gang verlangen nach Gewöhnung. Auf der Autobahn sorgt außerdem das Fahrverhalten des MTM TT bimoto für feuchte Hände.

Ob seiner rundgelutschten Form wurde der TT der ersten Generation bei hohen Geschwindigkeiten wegen seiner leichten Hinterachse gefürchtet. Eine Serie von Unfällen sorgte dafür, dass Audi das schnieke Coupé serienmäßig mit einem Heckspoiler nachrüstete, der damals Streit zwischen Fans von Form und Funktion auslöste.

Ein Riesen-Schnorchel sorgt beim MTM Audi TT bimoto für Rückenwind

In der Großserie blieb die schmale Hecklippe dennoch extrem diskret. MTM dagegen hat den TT mit einem ausladenden Frontspoiler versehen, der mit der kleinsten Straßenunebenheit auf Tuchfühlung geht. Das Profil überrascht mit einem gigantischen Lufteinlass über der Heckscheibe, der das Dach um über 20 cm überragt.

Der Schnorchel mündet in eine Art Heckflosse, die wohl den Geradeauslauf stabilisieren soll und die Frage aufwirft, ob man für dieses seitenruderähnliche Teil einen Pilotenschein benötigt. Ähnliches gilt für zwei Flossen, die MTM unter die Heckleuchten getackert hat. Nicht sicher, dass sie aerodynamisch relevant sind.

Je zwei Kiemen vor den hinteren Radläufen versorgen den Motor im Heck mit Frischluft, der wie sein Frontpendant über eine dreiflutige Auspuffanlage ausatmet. Kleine Enttäuschung am Rande: Wie ein Achtzylinder klingen die beiden Vierender des MTM Audi TT bimoto leider nicht. Dafür wiehert das Wastegate beim Gaswegnehmen lautstark und ungefiltert.

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Über die Jahre hat sich MTM auch andere Audi TT zur Brust genommen. Insbesondere die charakterstarken Fünfzylinder des TT wurden in Wettstetten auf bis zu 465 PS (342 kW) gebracht. Nach dem Ableben des TT ist es damit vorerst vorbei. Allerdings gibt es Hoffnung auf einen Nachfolger für das ikonische Coupé. Das Audi Concept C, auf der IAA 2025 enthüllt, könnte in die großen Fußstapfen des TT treten. Allerdings elektrisch und serienmäßig mit zwei Motoren.