Vergleichstest

Mercedes GLC, Volvo XC60 & Xpeng G9: SUV im Vergleichstest

Diesel, Plug-in-Hybrid oder reiner Stromer: Das Triell zwischen Mercedes GLC 450 d 4Matic, Volvo XC60 T8 AWD und Xpeng G9 Performance AWD zeigt den gelebten Artenreichtum unter den Mittelklasse-SUV.

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Blick von schräg vorne auf die drei fahrenden Mittelklasse-SUV Mercedes GLC, Volvo XC60 und Xpeng G9.
Drei Kandidaten, drei Marken, drei Antriebe: Wir bitten Mercedes GLC, Volvo XC60 & Xpeng G9 zum Vergleichstest! Foto: Daniela Loof
Blick von schräg hinten auf den fahrenden Mercedes GLC.
Der Mercedes spielt fahrdynamisch in einer eigenen Liga. Die Allradlenkung bringt aber etwas Hektik ins Fahrverhalten. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Mercedes GLC.
Beim GLC durften sich die Innenraumdesigner:innen scheinbar richtig austoben. Dennoch gute Funktionalität. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Mercedes GLC.
Die formidablen Sitze des Schwaben integrieren die Mitfahrenden top ins Auto. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Mercedes GLC.
Die Fondgäste freuen sich über viel Knie raum. Spärlich konturierte Rückbank. Foto: Daniela Loof
Blick von vorne auf die drei fahrenden Mittelklasse-SUV Mercedes GLC, Volvo XC60 und Xpeng G9.
Die Preise des Mercedes sind heftig, gerade auch für Extras. Aber auch Volvo und Xpeng gibt es keineswegs zum Spartarif. Foto: Daniela Loof
Blick von schräg hinten auf den fahrenden Volvo XC60.
Das hohe Gewicht ist in flott angegangenen Kurven durchaus spürbar – trotz der gefühlsarmen Lenkung. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Volvo XC60.
Das klassisch anmutende Cockpit des seit 2017 gebauten XC60 ist wohnlich und stilsicher eingerichtet. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Volvo XC60.
Die Sitze gefallen mit ihrer angenehmen Polsterung und dem guten Seitenhalt. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Volvo XC60.
Das Panoramadach schränkt die Kopffreiheit des ansonsten geräumigen Fonds ein. Foto: Daniela Loof
Blick von hinten auf die drei fahrenden Mittelklasse-SUV Mercedes GLC, Volvo XC60 und Xpeng G9.
An den Federungskomfort des Mercedes kommt hier niemand heran. Der Xpeng glänzt mit seinem leisen Innenraum. Foto: Daniela Loof
Blick von schräg hinten auf den fahrenden Xpeng G9.
Der Xpeng ist wahrlich kein Kurvenwunder. Die Abstimmung der Lenkung sollte grundlegend verbessert werden. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Xpeng G9.
Das Cockpit ist betont reduziert gehalten. Dabei hätten ein paar Tasten der Bedienung sehr gutgetan. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Xpeng G9.
Die Polsterung der elektrisch einstellbaren Sessel fällt recht weich aus. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Xpeng G9.
Elektrisch einstellbare Rücksitze inklusive angenehmer Massageprogramme. Foto: Daniela Loof
Blick von vorne auf die drei fahrenden Mittelklasse-SUV Volvo XC60, Xpeng G9 und Mercedes GLC.
Reichweitensorgen sind bei Volvo und Mercedes unbegründet. Der Xpeng schafft im Test 387 km. Foto: Daniela Loof

Im Vergleichstest: Mercedes GLC, Xpeng G9 und Volvo XC60

Sie suchen ein edles Mittelklasse-SUV, sind nicht auf eine Marke festgelegt, verfügen über ein üppiges Budget und stehen allen Antriebsphilosophien offen gegenüber? Prima! Dann haben wir hier drei spannende Modelle, die eventuell in Frage kommen. Der Mercedes GLC 450 d 4Matic vertritt im hiesigen Vergleichstest die Diesel-Fraktion. Ausgestattet mit einem herrlichen Reihensechszylinder-Selbstzünder, der souveräne Fahrleistungen mit ordentlicher Effizienz vereint, ist der Daimler ein Fall für Genießer:innen, die gern lange Strecken zurücklegen. Oder darf es vielleicht doch ein vollelektrisches Fahrzeug sein?

Dann passt möglicherweise der Xpeng G9 Performance AWD ins Anforderungsprofil. Der Chinese bietet jede Menge Antriebskomfort, einen Lounge-artigen Fond und beinahe zahllose Infotainment-Gimmicks. Der Volvo XC60 T8 AWD hingegen könnte ein Fall für alle Unentschlossenen sein. Als Plug-in-Hybrid kombiniert er die besten Eigenschaften aus Verbrenner und Elektro. Wer als Sieger aus dem Vergleichstest hinausgehen will, darf allerdings nicht nur im Antriebskapitel punkten.

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Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Der große Xpeng bietet sehr viel Platz

Wer ein stattliches Mittelklasse-SUV kauft, darf auch eine edel eingerichtete und geräumige Fahrgastzelle sowie ein hohes Maß an Praktikabilität erwarten. Im direkten Vergleich der Innenräume unserer drei SUV fällt vorne sofort auf: Der mit noblen Materialien bestückte Mercedes GLC bietet zwar eine gute Kopffreiheit, lässt aber seitlich weniger Platz und trennt die Mitfahrenden durch einen wuchtigen Mitteltunnel recht streng voneinander.

Wer mehr Bewegungsfreiheit sucht, findet diese im Volvo XC60, dem Routinier im Vergleichstest. Hier gibt es deutlich mehr Fußraum und eine schmalere, wenn auch hoch bauende Mittelkonsole. Allerdings schränkt der nahe Dachholm die seitliche Kopffreiheit im Schweden etwas ein.

Der Xpeng G9 hingegen punktet vorn mit ausladender Ellenbogenfreiheit, reichlich Luft über dem Scheitel und einem großen Fußraum. Lediglich die omnipräsente Mittelkonsole kann langbeinigen Personen im Verbund mit dem eher geringen Sitz-Einstellbereich zum Verhängnis werden und die Bewegungsfreiheit der unteren Extremitäten empfindlich einschränken.

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Hinten zeigt sich ein ähnliches Bild: Im Mercedes logieren die Fondgäste mit viel Knie- und ausreichend Kopffreiheit, und auch der Fußraum fällt großzügig aus. Volvo setzt beim XC60 hinten auf maximalen Fußraum und sehr gute Kniefreiheit. Die Kopffreiheit fällt aber geringer aus als im GLC, woran auch das optionale Panoramadach unseres Testwagens eine Mitschuld trägt.

Der Xpeng, der mit fast 4,90 m Außenlänge bereits Oberklassemaß besitzt, setzt sich auch in Reihe zwei an die Spitze des Testfelds: Der Lounge-artige Raumeindruck wird durch eine erhabene Bein- und ebenso luftige Kopffreiheit geprägt. Die Alltagstauglichkeit des Chinesen leidet allerdings am wenig wandelbaren Innenraumkonzept.

Während die anderen Wettbewerber im Vergleichstest dreiteilig ausgeführte Rücksitzlehnen mitbringen, verzichtet der G9 auf eine praktische Durchlademöglichkeit. Beim Umlegen der zweiteiligen Fondlehne entsteht außerdem eine Stufe im Gepäckraumboden, die das Einladen 
sperriger Güter erschwert. Außerdem fallen die maximal erlaubte Zuladung und die Anhängelast beim chinesischen Elektriker am geringsten aus.

Der Volvo geizt dafür mit Platz fürs Gepäck. Mehr als 483 l passen bei voller Passagierbesetzung nicht in sein schickes Heck. Der Mercedes stellt 620 l, der Xpeng 660 l zuzüglich 71 l unter der Fronthaube bereit.

Blick von vorne auf die drei fahrenden Mittelklasse-SUV Mercedes GLC, Volvo XC60 und Xpeng G9.
Foto: Daniela Loof

Fahrkomfort: Am Luftfahrwerk des GLC beißt sich die Konkurrenz die Zähne aus

Es gibt wohl nur wenige Marken, die einen derart ausgeprägten Fokus auf den Fahrkomfort bei ihren Produkten legen wie Mercedes. Zumindest mit dem optionalen Luftfederfahrwerk an Bord erweist sich auch der GLC als superber Langstreckengleiter, dessen Federung die meisten Unebenheiten nahezu unkenntlich macht.

Der einzig echte Kritikpunkt an dem teuren Extra ist das teils sehr ruppige Wanken beim Versuch, einseitige Unebenheiten auszugleichen. Die spürbare Folge: Die Fahrgäste werden ungalant durchgerüttelt. Ansonsten verwöhnt der Mercedes GLC mit erlesenem Autobahnkomfort bei gleichzeitig satter Straßenlage.

Die aufpreispflichtige Luftfederung des Volvo XC60 verkneift sich zwar weitgehend nervige Bewegungen um die Längsachse, erreicht ansonsten aber nicht ganz das hohe Niveau der Mercedes-Elemente. Bereits kleinere Anregungen reicht der Schwede zwar nicht übermäßig, aber eben doch spürbarer an seine Gäste weiter.

Außerdem dringen teils unschöne Poltergeräusche aus den Tiefen des Fahrwerks beim Überfahren schlechter Straßen in die Gehörgänge der Mitfahrenden. Während Mercedes und Volvo ihre Kundschaft für die komplexen Fahrwerkssysteme der SUV gehörig zur Kasse bitten, schickt Xpeng den G9 Performance serienmäßig mit Luftfederung samt adaptiven Dämpfern in den anspruchsvollen Kampf um Marktanteile.

Sein Fahrwerk inklusive Abstimmung kann aber mit den sorgsam feingetunten Fahrwerken der Wettbewerber im Vergleichstest nicht mithalten. Zwar gaukelt der Chinese bei kleineren Anregungen zunächst eine schluckfreudige Nonchalance vor, auf wirklich verschlissenen Pfaden gerät seine Karosserie jedoch beinahe permanent in Bewegung und taumelt ungelenk über Unebenheiten hinweg. Durch diese ständige Unruhe an Bord wirkt das Fahren insgesamt recht unpräzise und entkoppelt.

Licht und Schatten gibt es ferner über die Sitzgelegenheiten des Xpeng G9 zu berichten. Zwar verfügen sie vorn wie auch hinten über weitreichende Anpassungsmöglichkeiten inklusive verlängerbarer Beinauflage sowie angenehmer Massageprogramme. Bleiben letztere jedoch deaktiviert, fallen die plüschig weiche Polsterung und der eher geringe Seitenhalt auf.

Rundweg positiv hingegen: Die Geräuschkulisse im Interieur des Xpeng profitiert durch das Fehlen von Antriebsgeräuschen enorm – wobei gerade das sonore, tiefgründige Säuseln des Mercedes-Reihensechszylinders eher fasziniert als stört.

Blick von vorne auf die drei fahrenden Mittelklasse-SUV Volvo XC60, Xpeng G9 und Mercedes GLC.
Foto: Daniela Loof

Motor/Getriebe: Mercedes bietet Diesel-, Xpeng einen Elektroantrieb – der Volvo bietet beides

Überhaupt handelt es sich bei dem 3,0 l großen, 367 PS (270 kW) starken Turbodiesel des Mercedes GLC um ein echtes Prachtaggregat. Mit seiner feinen Leistungscharakteristik zeigt der Daimler, dass der Selbstzünder für ein schweres SUV immer noch eine mehr als nur passende Antriebsform ist. Von einem Mildhybrid-System mit zusätzlichen 17 kW (23 PS) unterstützt, stellt der Sechszylinder in jeder Fahrsituation beziehungsweise in jedem Geschwindigkeitsbereich enorme Kraftreserven bereit – ohne dass die Effizienz darunter leidet. Schließlich gibt sich der Mercedes GLC 450 d 4Matic mit glatt sieben Liter Treibstoff je 100 km zufrieden.

Noch druckvoller marschiert der Xpeng G9 Performance AWD im Vergleichstest voran, dessen E-Maschinen-Duo 423 kW (575 PS) bereitstellt. Mühelos und spontan im Ansatz sprintet der G9 derart gerüstet davon. Doch nicht nur die Leistungsabgabe beeindruckt. Auch das Laden geschieht im bis zu 200 km/h schnellen Xpeng äußerst rasant.

Maximal saugt der 92,2 kWh große Energiespeicher, der gemäß Testverbrauch eine Reichweite von 387 km garantiert, mit 525 kW am DC-Kabel. Viel wichtiger indes: Das Lademanagement des Chinesen sorgt dafür, dass der G9 Ladeleistungen von deutlich über 100 kW über einen überraschend langen Zeitraum halten kann – und das auch jenseits von 80 Prozent Ladestand. Das verkürzt Zwangspausen während langer Reisen auf eine erfreulich kurze Zeitspanne.

Wie eingangs erwähnt, verbindet der Volvo XC60 T8 als Plug-in-Hybrid das Beste aus beiden Antriebswelten. Sein nur zwei Liter großer, dafür aber sowohl von einem Turbolader als auch von einem Kompressor unter Druck gesetzter Turbobenziner entwickelt für sich genommen eine Leistung von 228 kW, was 310 PS entspricht. Hinzu gesellen sich 107 kW (145 PS), die von einer E-Maschine beigesteuert werden, sodass die Systemleistung bei üppigen 335 kW respektive 455 PS liegt.

Diese Kraft lässt sich fein dosieren und gelangt über die schnell schaltende Achtstufen-Automatik an alle vier Räder. Den Standardsprint absolviert der Schwede damit in nur 5,1 s und somit am schnellsten von den drei SUV. Allzu lange währt die Freude über den kraftvollen Antritt aber nicht, denn Volvo regelt den XC60 schon bei 180 km/h ab.

Für die Nutzung im urbanen Umfeld viel wichtiger: Der Akku des Schweden erlaubt es im Rahmen unserer Verbrauchsrunde, 48 km rein elektrisch zurückzulegen. Wer sich mit dem Fahrpedal zurückhält, schafft sogar bis zu 74 km, ohne dass der Verbrenner anspringt. Der von uns ermittelte Gesamtverbrauch liegt derweil bei glatt sieben Liter Superbenzin zuzüglich 7,4 kWh an elektrischer Energie.

Blick von hinten auf die drei fahrenden Mittelklasse-SUV Mercedes GLC, Volvo XC60 und Xpeng G9.
Foto: Daniela Loof

Fahrdynamik: Auf dem Handlingkurs missfällt der Xpeng

Wer bei Mercedes für den GLC das Luftfederfahrwerk bestellt, bekommt als Dreingabe eine mitlenkende Hinterachse dazu. Sie beschert dem schwäbischen Allradler eine überraschend hohe Agilität, die in engen Innenstädten genauso hilfreich ist wie auf stark gewundenen Landstraßen. Das spontane Einlenken, die hohen möglichen Querkräfte und nicht zuletzt der geringe Wendekreis machen aus dem Mercedes GLC ein erstaunlich behändes SUV – trotz 2080 kg Leergewicht.

Und auch die Bremse überzeugt im Vergleichstest mit hoher Standfestigkeit und vernichtet Geschwindigkeit jederzeit vehement. Mit diesen Eigenschaften zeigt der Daimler den beiden Wettbewerbern überdies auf unserer abgesperrten Handlingstrecke, wo der Hammer hängt. Das beim Anlenken sehr spitze Ansprechverhalten der Allradlenkung ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

„Bei der Lenkungsabstimmung sollte Xpeng dringend nacharbeiten“
Marcel Kühler

Dass dies Meckern auf höchstem Niveau ist, offenbart der Umstieg in den Xpeng. Die Abstimmung der G9-Lenkung ist den Chinesen schlicht missraten. Sie lässt jedwedes Gefühl vermissen, zeigt ein extrem synthetisches Rückstellmoment und verhärtet bei höheren Geschwindigkeiten grundlos um die Mittellage, sodass Korrekturen bei Autobahnfahrt reichlich Konzentration erfordern.

Auf abgesperrter Strecke macht der Stromer aus Fernost ebenfalls keinen Hehl aus seiner dynamischen Lustlosigkeit. Beim Bremsen wird die Fuhre vorn tief in die Federn gestaucht, während beim Beschleunigen das Heck merklich in die Knie geht. Von zackigem Kurvenfahren ist der Xpeng G9 mit diesen Eigenarten so weit entfernt wie Peking vom Nürburgring, was auch an den ruppigen ESP-Eingriffen liegt, die die Person am Steuer permanent bevormundet.

Doch auch aus dem seit 2017 angebotenen Volvo XC60 wird in diesem Leben kein Fahrdynamikwunder mehr. Der schwere Skandinavier lenkt unwillig ein, schiebt beim Überschreiten seines – eher niedrigen – Grenzbereichs kräftig über die Vorderräder und tendiert obendrein zu kräftigen Traktionsverlusten an der Vorderachse beim Herausbeschleunigen aus engen Radien. Die indirekte und recht gefühlsarme Lenkung ist auch nicht gerade ein Spaßgarant.

Umwelt/Kosten: Der Mercedes-Testwagen kostet unverschämte 90.000 Euro

Die Mittelklasse ist preislich längst in der Oberklasse angekommen. Diesen Schluss jedenfalls lassen die drei hier versammelten Wettbewerber mit Blick auf die bewerteten Preise zu. Vor allem Mercedes lässt sich die vielen Tugenden des GLC 450 d fürstlich bezahlen. Inklusive der wertungsrelevanten Extras kostet er unverschämte 90.416 Euro und somit 7646 Euro mehr als der allmählich in die Jahre kommende Volvo XC60 T8.

„Sieben Jahre Garantie gibt es in diesem Vergleichstest nur bei Xpeng“
Marcel Kühler

Doch auch der Xpeng G9 ist mit 76.560 Euro beileibe kein Schnäppchen – erst recht nicht für eine exotische Marke ohne umfassendes Händlernetz. Immerhin gewähren die Asiaten sieben Jahre Gesamtgarantie und ein zusätzliches Jahr auf die Batterietechnik. Das soll Vertrauen in die Langlebigkeit schaffen. Außerdem sichert sie dem Xpeng den Sieg im Kostenkapitel dieses Vergleichstests – trotz der horrenden Summen, die G9-Eigner:innen für die Versicherung ihres Fahrzeugs aufbringen müssen.

Fazit

Der Mercedes GLC 450 d 4Matic sichert sich klar den Testsieg: Er überzeugt mit erstklassigem Komfort, starkem Motor und edlem Innenraum – wenn auch zum hohen Preis. Überraschend holt sich der Xpeng G9 Performance AWD den zweiten Platz. Besonders in Sachen Platzangebot, Geräuschkomfort, Garantie- und Fahrleistungen kann der Chinese punkten. Das unausgewogene Fahrwerk und die nur rudimentären Handling-Eigenschaften trüben das Bild aber. Der Volvo XC60 T8 AWD muss sich mit Platz drei zufriedengeben, bietet als Plug-in-Hybrid jedoch weiterhin eine interessante Mischung aus Effizienz und Spurtvermögen.

Technische Daten & Messwerte von Mercedes GLC 450 d 4Matic, Xpeng G9 Performance AWD und Volvo XC60 T8 AWD

AUTO ZEITUNG 05/2026

Mercedes GLC 450 d 4Matic

Volvo XC60 T8 AWD

Xpeng G9 Perf. AWD

Technik

Motor

R6-Zyl., 4-Vent., Turbodiesel, Mild-Hybrid, Partikelfilter

Plug-in-Hybrid, 4-Zyl., 4-Vent., Turbo, Kompressor, E-Maschine

vorn: permanenterregte Synchronmaschine; hinten: Asynchronmaschine

Hubraum

2925 cm³

1969 cm³

Bohrung / Hub

82,0 / 92,3 mm

82,0 / 93,2 mm

Leistung Verbrenner

270+17 kW / 367+23 PS, 4000 /min

228 kW / 310 PS, 6000 /min

Max. Drehmoment Verbrenner

750 Nm bei 1350 /min

400 Nm bei 3000 /min

Leistung E-Motor

17 kW / 23 PS

107 kW / 145 PS

v: 165 kW / 224 PS, h: 258 kW / 351 PS

Max. Drehmoment E-Motor

200 Nm

309 Nm

v: 287 Nm, h: 430 Nm

Systemleistung

335 kW / 455 PS

423 kW / 575 PS

Systemdrehmoment

709 Nm

695 Nm

Batterie

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Eisenphosphat

Spannung / Kapazität netto

48 V / k. A.

400 V / 14,7 kWh (18,8 kWh)

800 V / 92,2 kWh (93,1 kWh)

Max. Ladeleistung AC / DC

6,4 kW / –

11 kW / 525 kW

Kraftübertragung

Getriebe

9-Stufen-Automatik

8-Stufen-Automatik

Konstantübersetzung

Antrieb

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Fahrwerk

Radaufhängung

v: Vierlenker, h: Mehrfachlenker, Luftfederung (opt.), adapt. Dämpfer (opt.), Stabi.; ESP

v: Doppelquerlenker, h: Mehrfachlenker, Luftfederung (opt.), adapt. Dämpfer (opt.), Stabi.; ESC

v: Doppelquerlenker, h: Mehrfachlenker, Luftfederung, adapt. Dämpfer, Stabi.; ESP

Lenkung

Zahnstange; Servo, elektr.; Allradlenkung (opt.)

Zahnstange; Servo, elektr.

Zahnstange; Servo, elektr.

Bremsen

rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsass.

rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsass.

rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsass.

Serienbereifung

rundum: 235/60 R 18

rundum: 235/45 R 18

rundum: 255/45 R 21

Testbereifung

v: 235/55 R 19, h: 255/50 R 19

rundum: 255/40 R 21 V XL

rundum: 255/45 R 21 W XL

Reifen

Bridgestone Turanza T005 MO-S

Pirelli P Zero VOL

Michelin Pilot Sport EV

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

4716 / 1890 (2064) / 1640 mm

4708 / 1902 (2134) / 1653 mm

4891 / 1937 (2203) / 1670 mm

Radstand

2688 mm

2865 mm

2998 mm

Kofferraumvolumen

620–1680 l

483–1543 l

660–1576 l

Leergewicht Werk / Test

1990 / 2080 kg

2075 / 2192 kg

2395 / 2452 kg

Zul. Gesamtgewicht*

2620 kg

2660 kg

2910 kg

Effektive Zuladung

540 kg

468 kg

458 kg

Anhängelast* (gebr. / ungebr.)

2500 / 750 kg

2250 / 750 kg

1500 / 750 kg

Dachlast* / Stützlast*

75 / 100 kg

100 / 100 kg

75 / 75 kg

Wendekreis links / rechts

10,9 / 11,0 m

12,0 / 12,1 m

12,5 / 12,4 m

Fahrleistungen

0 – 50 km/h

2,1 s

2,0 s

2,7 s

0 – 100 km/h

5,4 s

5,1 s

5,3 s

Höchstgeschwindigkeit*

250 km/h

180 km/h

200 km/h

Handlingkurs

1:46,5 min

1:52,4 min

1:52,6 min

Slalom (Pylonenabstand 18 m)

61,5 km/h

61,0 km/h

60,3 km/h

Bremswege

aus 100 km/h kalt / warm

34,0 / 34,3 m

34,6 / 34,5 m

35,1 / 34,7 m

aus 50 / 150 km/h kalt

8,9 / 78,5 m

8,9 / 78,6 m

9,3 / 87,4 m

Innengeräusche

Standgeräusch

40 dB(A)

42 dB(A)

bei 50 km/h

58 dB(A)

57 dB(A)

55 dB(A)

bei 100 / 130 km/h

64 / 68 dB(A)

64 / 69 dB(A)

63 / 68 dB(A)

Verbräuche

Testverbrauch

7,0 l D / 100 km

7,0 l S+7,4 kWh / 100 km

23,8 kWh / 100 km

WLTP-Verbrauch*

6,2 l D / 100 km

1,1 l S+19,0 kWh / 100 km

20,1 kWh / 100 km

CO2 Test / WLTP

186 / 163 g/km

193 / 25 g/km

86 / 0 g/km

Tankinhalt*

62 l

70 l

Reichweite gesamt

886 km

853 km

387 km

Reichweite elektr. Test / WLTP

48 / 94 / 74 km

387 / 454 / 540 km

*Werksangaben

Ausstattung/Preise

Mercedes GLC 450 d 4Matic

Volvo XC60 T8 AWD

Xpeng G9 Perf. AWD

Grundpreis

78.849 €

78.690 €

72.600 €

Testwagen-Optionen

Fahrwerk

3320 €

2410 €

Reifen

5105 €

1670 €

Sitze

3142 €

3960 €

Aufpreis

11.567 €

4080 €

3960 €

Bewerteter Preis

90.416 €

82.770 €

76.560 €

Ausstattung

Anhängerkupplung

1160 €

1070 €

1260 €

LED-Scheinwerfer

1607 €

900 €

Einparkassistent

Serie

Serie

Head-up-Display

1178 €

1190 €

Leder-/Kunstleder-Polsterung

Nappaleder, Sportsitze: 3142 €

Metallic-Lackierung

964 €

990 €

1000 €

Panorama-Glasdach

1690 €

1520 €

Serie

Wartung / Rabatt / Wertverlust

Werkstattkosten*

1220 €

870 €

k. A.

Rabatt**

k. A.

26,5 % / 20.853 €

k. A.

Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a.

49,4 % / 38.951 €

60,6 % / 47.686 €

55,2 % / 40.075 €

Versicherung / Steuern pro Jahr

HP / VK / TK Typklassen

19 / 29 / 26

16 / 21 / 23

22 / 30 / 27

HP / VK / TK Kosten

763 / 1908 / 334 €

671 / 919 / 195 €

876 / 2498 / 404 €

Abgasnorm / Steuer

Euro 6e / 442 €

Euro 6e / 40 €

– / 0 €

* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC

**Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten

Gesamtbewertung

Punkte max.

Mercedes GLC 450 d 4Matic

Volvo XC60 T8 AWD

Xpeng G9 Perf. AWD

Karosserie

1000

726

710

703

Fahrkomfort

1000

780

745

749

Motor / Getriebe

1000

738

674

770

Fahrdynamik

1000

735

685

646

Eigenschaftswertung

4000

2979

2814

2868

Kosten / Umwelt

1000

232

246

280

Gesamtwertung

5000

3211

3060

3148

Platzierung

1

3

2