Kia Deutschland: Verkaufszahlen & Wachstum Kias erfolgreiche Entwicklung

von Markus Bach 20.03.2019
Inhalt
  1. Wachstum und Verkaufszahlen von Kia Deutschland
  2. Kia: Wachsende Neuzulassungen und Marktanteil
  3. Kia entstaubte sein Design

Vor 25 Jahren startete Kia auf dem deutschen Markt. Anfangs belächelt, trafen die Koreaner eine Menge richtiger Entscheidungen. Wir beleuchten die Verkaufszahlen und das Wachstum der Marke!

Als sich im Oktober 1993 die riesigen Türen des Ozeanfrachters "Asian Beauty" öffneten, staunten die Arbeiter in Bremerhaven nicht schlecht. Aus den dunklen Tiefen des Schiffs rollten Neuwagen einer für sie völlig unbekannten Marke: Kia. Autos aus Südkorea waren vor 25 Jahren noch Exoten mit seltsamen Namen: Hyundai, Daewoo und SsangYong erforderten selbst von Autofans erst etwas Übung. So gesehen hatte Kia einen kleinen Vorteil. Heute, ein Vierteljahrhundert später, gehören die Autos der Marke auf den deutschen Straßen zum Alltag. 2017 erzielte Kia mit 64.068 verkauften Fahrzeugen den dritten Absatzrekord in Folge. Mit einem Plus von 5,9 Prozent wuchs die Marke mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt. Traditionsreiche Importeure wie Citroën, Nissan und Mitsubishi wurden von den Koreanern bis heute bereits überholt. Insgesamt sind aktuell rund 650.000 Kia in Deutschland zugelassen. Vielleicht hätten sich die Konkurrenten zu Beginn der 1990er-Jahre intensiver mit dem kurzen Namen des neuen Wettbewerbers auseinandersetzen sollen: Das Schriftzeichen "ki" steht für Aufstieg, "a" für Asien. Der Aufstieg aus Asien  grüßt also quasi von jeder Kia-Front. Mehr zum Thema: Neuer Soul stromert 2019 nach Europa

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Wachstum und Verkaufszahlen von Kia Deutschland

Doch zu Beginn sah es für Kia gar nicht nach einem Siegeszug am Markt in Deutschland aus. In den 1990er-Jahren kamen die Verkäufe nicht über 20.000 Autos pro Jahr hinaus, der Marktanteil stagnierte bei 0,5 Prozent. Die Modelle aus Südkorea waren noch nicht wettbewerbsfähig genug, einzig der niedrige Preis zog als Verkaufsargument. 1998 dann die Katastrophe: Kia geriet im Zuge einer Finanzkrise in Asien in wirtschaftliche Schwierigkeiten, rutschte in die Insolvenz. Erst die Übernahme durch den Konkurrenten Hyundai rettete die Firma. Seither kann Kia auf die wirtschaftlichen und vor allem die technischen Ressourcen des Hyundai-Konzerns zugreifen. Ein erster Erfolg gelang 2002 mit dem neuen Sorento. Das gefällig gezeichnete SUV punktete erstmals nicht nur beim Preis, sondern auch als Gesamtpaket. So konnte der Sorento als erster Kia überhaupt einen Vergleichstest der AUTO ZEITUNG für sich entscheiden. Apropos SUV: Kia setzte früh auf das boomende Segment. Bereits 1994 startete mit dem Sportage das erste Kompakt-SUV der Marke. In der vierten Generation ist es heute der Bestseller der Koreaner. Mehr zum Thema: Großer Sorento, kleine Sorgen

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Kia: Wachsende Neuzulassungen und Marktanteil

Im Jahr 2005 erreichte Kia in Deutschland mit 49.820 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 1,5 Prozent einen neuen Höhepunkt. Die Koreaner wollten diesen Erfolg langfristig sichern und ausbauen. Daher sollten ihre Modelle deutlich europäischer werden. Als ersten Schritt eröffnete  Kia zusammen mit Hyundai ein gemeinsames Entwicklungs- und Designzentrum in Rüsselsheim. 2006 folgte in der Slowakei ein Kia-Werk für Europa. Dort lief das erste, speziell für den hiesigen Markt entwickelte Modell der Marke vom Band, der Kompaktwagen cee'd. Im Gegensatz zu seinen japanischen Konkurrenten erkannte Kia früh die Bedeutung des Diesels für den europäischen Markt. So gab es den cee'd bereits von Anfang an mit modernen, direkteinspritzenden Turbodieseln. Ab August 2007 war der Kompaktwagen auch als Kombi erhältlich. Um die Qualität des cee'd zu unterstreichen, landete Kia zudem einen Marketing-Coup: Als erste Marke überhaupt führten die Koreaner eine siebenjährige Herstellergarantie ein. Damit übertraf Kia nicht nur die bei Garantien traditionell geizigen deutschen Marken, sondern auch alle anderen Importeure. Anfang 2010 dehnten die Koreaner das Qualitätsversprechen auf alle Modelle der Marke aus. Bis heute wurden über drei Millionen Kia mit der Sieben-Jahres-Garantie ausgeliefert. Mehr zum Thema: Kia Picanto gebraucht kaufen

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Kia entstaubte sein Design

Doch nicht nur bei Qualität und Technik schloss Kia zu den Wettbewerbern auf. Auch beim Design beschritten die Koreaner neue Wege: Peter Schreyer wurde als erster Europäer Designchef einer asiatischen Marke. Der ehemalige VW-Mann entstaubte die biedere Gestaltung der Kia-Modelle und verpasste ihnen mit der sogenannten Tigernase ein bis heute gültiges einheitliches Markengesicht. In den letzten Jahren setzt Kia zudem vermehrt auf alternative Antriebe: 2014 kam mit dem Soul EV das erste rein elektrische Auto der Marke in den Handel. Erfolgreich ist auch der Niro, der 2016 eines der ersten Kompakt-SUV mit Hybridantrieb war. Mittlerweile ist er auch als Plug-in-Hybrid erhältlich, die reine Elektroversion steht in den Startlöchern. Als nächsten Schritt möchten die Koreaner ihrem Image noch mehr Sportlichkeit verleihen. Mit dem Stinger startete 2017  da erste viertürige Coupé der Marke – mit bis zu 370 PS aus einem Twin-Turbo-V6-Benziner. Wer hätte sich das vor 25 Jahren ausmalen können, als die bescheidenen, 80 PS starken Sephia von Bord der "Asian Beauty" rollten… Mehr zum Thema: Überzeugt die 48-Volt-Technik im Sportage Facelift?

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