Vorstellung

Weder Fisch noch Fleisch: Gruseliger Mix aus Mustang & 911er

Es braucht galligen Humor und Optimismus, der an Schönfärberei grenzt, um diesem Zwitter aus Ford Mustang und Porsche 911 etwas Positives abzugewinnen. Aber vielleicht ist es einen Versuch wert?

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Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 in einer Einfahrt, fotografiert von schräg vorne.
Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 Foto: Paul Fetter via Facebook

Die nach hinten versetzte Vorderachse beschert dem falschen Mustang einen extralangen Frontüberhang. Schön ist das nicht!

Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 in einer Einfahrt, fotografiert von schräg hinten.
Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 Foto: Paul Fetter via Facebook

Die breitere Spur des Spender-Porsches erforderte zudem Kotflügelverbreiterungen, die nicht mit den Linien des Mustang harmonieren wollen.

Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 in einer Einfahrt, fotografiert von vorne.
Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 Foto: Paul Fetter via Facebook

Aus dieser Perspektive sieht der Restomod tatsächlich aus wie ein Ford Mustang von 1966. Seine Schokoladenseite,

Armaturenbrett des Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911, fotografiert von schräg hinten.
Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 Foto: Paul Fetter via Facebook

Das Armaturenbrett wurde unverändert vom Porsche 911 der Generation 997 übernommen, die zwischen 2004 und 2012 von den Bändern lief.

Rücksitze des Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911, fotografiert von schräg vorne.
Restomod-Mix aus Ford Mustang und Porsche 911 Foto: Paul Fetter via Facebook

Auch hinten ist das Porsche-Ambiente erhalten geblieben, samt überdimensioniertem Mitteltunnel.

Aaaalso, jetzt setzen wir mal die rosarote Brille auf und schauen, was wir hier haben. Sieht nach einem Ford Mustang aus. Was ja ein Pluspunkt ist, denn die amerikanische Autoikone aus den 1960er-Jahren hat sich ihren Platz in der Design-Walhalla redlich verdient. Grazil und doch brutal, aufs Nötigste reduziert, kann man sich an den Linien, die Gale Halderman aus der Feder geflossen sind, eigentlich nicht sattsehen.

Doch Halt: Hier stimmt was mit dem Radstand nicht. Der ist zu kurz und sorgt so für eine überlange Motorhaube samt groteskem Überhang. Hier fände auch ein V16 seinen Platz. Tut er aber nicht. Ganz im Gegenteil. Dort wo vor 60 Jahren ein V8 oder wenigstens ein Reihensechser seinen Dienst versah, findet sich hier … gar nichts. Die Felgen verraten, warum dies so ist: Die Wappen darauf deuten auf eine Basis aus Zuffenhausen hin. Auch die gewachsene Spur, grobschlächtig verdeckt mit angetackerten Kotflügelverbreiterungen, entspricht exakt der des Porsche 911.

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Tja. Da hat also jemand versucht, einen Elfer der Baureihe 997 als Mustang einzukleiden. Eine Travestie, die nur schiefgehen konnte. Der Radstand des Porsches ist nicht nur erheblich kürzer als der des Mustangs. Die Spur ist beträchtlich weiter. Und, kleines Detail am Rande: Der Porsche trägt seinen Sechszylinder seit jeher im Heck, der Mustang seinen Motor natürlich vorn. Deshalb ist passiert, was eben geschieht, wenn man Fisch und Fleisch miteinander kreuzt: Das gibt "Flisch." Eine ziemlich ungenießbare Mixtur, die auch technische Ungereimtheiten birgt.

Allein von der Gewichtsverteilung her dürfte dieses fahrende Kuriosum Probleme bereiten. Die Tatsache, dass der Porsche-Karosserie einfach die B-Säule gekappt wurde, lässt zudem auf eine Verwindungssteifigkeit schließen, die der Festigkeit einer Butter-Margarine-Legierung entspricht.
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Video: AUTO ZEITUNG

Das Projekt, einen Mustang mit einem 911 zu verschmelzen, konnte nur schiefgehen

Das Interieur ist sich hingegen treu geblieben. Das gesamte Armaturenbrett wurde 1:1 vom 997 übernommen, der zwischen 2004 und 2012 von den Bändern lief. Im Zweifel dürfte die größere Windschutzscheibe die Bewegungsfreiheit der Insass:innen erhöhen, und die umklappbaren Rücksitzlehnen im zweiten Rang bescheren dem Mustang ein damals rares Funktionsfeature (wie gesagt, wir suchen ja Positives).

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Insgesamt muss man dem Urheber des Ford/Porsche-Restomod, dem Amerikaner Paul Fetter, aber bescheinigen, dass er sich geirrt hat. Sicher, der Elfer und der Mustang waren tolle Autos. Das bedeutet aber nicht, dass man die beiden zu Zutaten für eine Suppe degradieren kann, die dann zusammengerührt auch schmeckt. Es scheint, als habe Fetter dies verstanden, denn er versucht seit dem Sommer 2025, seinen Ford 911 alias Porsche Mustang zu verkaufen. Bislang ohne Erfolg.

Wilden Restomod-Mischungen wohnt ein gewisser Reiz inne, und klassische Mustangs wurden schon mehrfach mit modernen Technologieträgern verbandelt. Jüngere Beispiele sind ein "Ford Mustang M3" mit BMW-Genen oder gar ein mit Tesla-Technik zum Elektro-Mustang geadelter Retro-Ford. Dieses Monstrum hier spielt nicht in der gleichen Liga.