Elektroauto als Firmenwagen (Steuervorteil) Wohlfühlpaket für E-Auto-Fahrer

von AUTO ZEITUNG 12.02.2021
Inhalt
  1. Dienstwagensteuer halbiert: Steuervorteil für Elektroauto als Firmenwagen
  2. Welche Entwicklungen ist durch den Steuervorteil zu erwarten?
  3. Pivatkauf: Welche Vorteile hat die Förderung von E-Autos als Firmenwagen?
  4. Steuervorteil für E-Autos: Was ist der geldwerte Vorteil bei Firmenwagen?
  5. Steuerliche Förderung: Elektrofahrzeuge beim Arbeitgeber laden
  6. Kritik am Steuervorteil für E-Autos als Firmenwagen?

Wer ein Elektroauto als Firmenwagen auch privat nutzt, profitiert von einer milliardenschweren Förderung der Bundesregierung. Die seit Januar 2020 geltende Möglichkeit, auch privat genutzte Dienstwagen mit rein elektrischem Antrieb monatlich pauschal mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises zu versteuern, wurde auf Fahrzeuge mit einem Listenpreis von bis zu 60.000 Euro ausgedehnt. Teurere Elektrofahrzeuge sowie Plug-in-Hybride werden weiterhin mit 0,5 Prozent des Neupreises besteuert.​

Wer ein Elektroauto als Firmenwagen auch privat nutzt, muss für Fahrzeuge mit einem Brutto-Listenpreis von bis zu 60.000 Euro 0,25 Prozent statt ein Prozent davon als geldwerten Vorteil versteuern. Teurere E-Autos sowie Plug-in-Hybride werden mit 0,5 Prozent des Neupreises versteuert. Die Bundesregierung beschloss die milliardenschwere Förderung im August 2018, die im Januar 2019 in Kraft trat, um die weiterhin schleppende Nachfrage bei Elektrofahrzeugen ankurbeln. Ursprünglich sollte diese Regelung Ende 2021 auslaufen, mittlerweile wurde die Dienstwagen-Sonderregel bis zum Jahr 2030 verlängert. Für konventionell angetriebene Autos gilt unverändert die Ein-Prozent-Regelung. Für ein Auto mit einem Listenpreis von 50.000 Euro muss man hier pro Monat 500 Euro versteuern, für ein gleich teures E-Auto nur 125 Euro. Weil viele E-Autos dem Klein- und dem Kompaktwagen-Segment zuzuordnen sind, fällt die Auswahl besonders groß aus. In der Bildergalerie gibt AUTO ZEITUNG einen Überblick über die Modelle, die bei privater Nutzung unter unter die Dienstwagen-Regelung für Elektroautos fallen. Unter anderem mit dabei: BMW i3, Nissan Leaf, Hyundai Kona Elektro und viele weitere reine Elektrofahrzeuge! Mehr zum Thema: Kaufprämie für Elektro- und Hybridautos

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Der Opel Mokka (2020) im Video:

 
 

Dienstwagensteuer halbiert: Steuervorteil für Elektroauto als Firmenwagen

Der Grund für die Idee, Elektroautos als Firmenwagen steuerlich zu fördern, war dem immer noch überschaubaren Anteil von Elektroautos geschuldet. Zwar wurden 2020 insgesamt 394.940 Neuwagen mit elektrischem Antrieb neu zugelassen – darunter 194.163 reine E-Autos und 200.469 Plug-in-Hybridfahrzeuge. Damit hatte 2020 knapp jeder siebte neu zugelassene Wagen einen Batterieantrieb unter der Haube. 2019 waren es noch 8,4 Prozent. Trotz des Abgasskandals sind aber weiterhin vor allem Dieselfahrzeuge als Firmenwagen beliebt. Im 1. Halbjahr 2020 lag der Anteil neu zugelassener Firmenwagen mit Elektroantrieb laut einer Auswertung des deutschen Online-Portals Statista bei rund 3,6 Prozent. Der größte Anteil lag demnach mit rund 55 Prozent bei dieselbetriebenen Fahrzeugen. Beim Hochlauf der Elektromobilität spielten Firmenwagen eine Vorreiterrolle, so der VDA: Bereits nach zwei bis drei Jahren kämen sie als Angebote auf den Gebrauchtwagenmarkt und würden dann meist von privaten Haltern erworben. Mehr zum Thema: Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos

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Welche Entwicklungen ist durch den Steuervorteil zu erwarten?

Ein derartiges Steuerpaket fördert zunächst das Gesamtbild der Elektromobilität. Laut Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Uni Duisburg machen Dienstwagen in Deutschland einen Anteil von zwanzig Prozent aus. Ersetze man alle Fahrzeuge durch Elektroautos, "hätten wir auf einen Schlag 60.000 Elektroautos im Jahr". So wachse die absolute Zahl der E-Autos auf unseren Straßen und gleichzeitig würde Druck auf die Autoindustrie ausgeübt, die Ladeinfrastruktur zu verbessern. Mehr zum Thema: E-Ladesäulen im Test

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Pivatkauf: Welche Vorteile hat die Förderung von E-Autos als Firmenwagen?

Für Arbeitnehmer:innen, die keinen Firmenwagen fahren, dürfte sich die milliardenschwere Förderung trotzdem auszahlen: Da Dienstwagen meist nach ein paar Jahren auf dem Privatmarkt weiterverkauft werden, dürfte der Anteil gebrauchter Elektroautos am Markt steigen und die Preise sinken.

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Steuervorteil für E-Autos: Was ist der geldwerte Vorteil bei Firmenwagen?

Ein derartiges Steuerpaket fördert zunächst das Gesamtbild der Elektromobilität. Laut Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Uni Duisburg machen Dienstwagen in Deutschland einen Anteil von zwanzig Prozent aus. Ersetze man alle Fahrzeuge durch Elektroautos, "hätten wir auf einen Schlag 60.000 Elektroautos im Jahr". So wachse die absolute Zahl der E-Autos auf unseren Straßen und gleichzeitig würde Druck auf die Autoindustrie ausgeübt, die Ladeinfrastruktur zu verbessern.

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Steuerliche Förderung: Elektrofahrzeuge beim Arbeitgeber laden

Auch das kostenlose oder vergünstigte Laden von Elektrofahrzeugen oder Hybridfahrzeugen im Unternehmen des Arbeitgebers ist unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer befreit. Nämlich dann, wenn der Arbeitgeber die Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Gleiches gilt für den geldwerten Vorteil bei der Überlassung einer betrieblichen Ladevorrichtung.

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Kritik am Steuervorteil für E-Autos als Firmenwagen?

Die Initiative der Bundesregierung, Elektroautos als Firmenwagen steuerlich zu fördern, stieß auch auf Kritik. So argumentiert die Grünen-Finanzpolitikerin Lisa Paus, dass die Förderung von umweltschädlichen Hybrid-Dienstwagen "industriepolitischer Irrsinn" sei und nur komplett emissionsfreie Autos in den Genuss der 0,5-Prozent-Regel kommen sollten. Für alle anderen Fahrzeuge sollte die Besteuerung am CO2-Ausstoß ausgerichtet werden. FDP-Fraktionsvize Christian Dürr sagte, Bundesfinanzminister Olaf Scholz liefere kein nachhaltiges Konzept: "Allein die benötigten Ladestationen sind in Deutschland nicht ansatzweise ausreichend und werden bei seinem Vorschlag nicht genügend berücksichtigt." Zudem übte der Umweltverband BUND Kritik an den Steuerplänen der Regierung zur E-Mobilität. Die Bundesregierung unterstütze damit weiter Fehlentwicklungen der Autobranche, sagte Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Denn mit dem Steuergeld werde auch weiterhin der Kauf großer, schwerer Plug-in-SUV gefördert, die im Realbetrieb jedoch oft ein Vielfaches der offiziellen Angaben verbrauchten. Vor allem die Entwicklung leichter und sparsamer E-Autos müsse stattdessen gefördert werden. Mehr zum Thema: Europäische E-Auto-Quote

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