Fiat Uno Turbo i.e.: 200-km/h-Kraftzwerg mit bis zu 111 Turbo-PS

Wer in den 80ern ein 200-km/h-Auto für kleines Geld haben wollte, kam nicht am Fiat Uno Turbo i.e. vorbei. Wir haben den Giftzwerg, der Turboaufladung und gerade einmal 850 kg Gewicht kombiniert, nochmal durch unsere Erinnerungen rasen lassen.

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Der Fiat Uno Turbo i.e. fahrend von schräg vorne.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Als Turbo wurde der Fiat Uno Mitte der 80er zum Einkaufswagen mit Raketenantrieb.

Der Fiat Uno Turbo i.e. fahrend von schräg hinten.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Die kastenförmige Karosserie zeichnete Giorgetto Giugiaro ursprünglich für Lancia.

Der Fiat Uno Turbo i.e. fahrend von vorne.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Von null auf 100 km/h vergehen weniger als neun Sekunden.

Der Fiat Uno Turbo i.e. fahrend seitlich.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Mit einem Radstand von etwa 2,4 m wird die 200 km/h-Marke zur Mutprobe.

Der Fiat Uno Turbo i.e. fahrend von hinten.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Das brettharte Fahrwerk eignete sich perfekt für sportliches Fahren.

Das Cockpit des Fiat Uno Turbo i.e.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Sportcockpit der 80er-Jahre: viel Rot, viele Instrumente, aber noch keine Airbags in Sicht.

Die Sitze des Fiat Uno Turbo i.e.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Die Sportsitze sind zwar gut angeordnet, aber auf längeren Etappen unbequem.

Der Motor des Fiat Uno Turbo i.e.
Fiat Uno Turbo i.e. Foto: Aleksander Perkovic

Aus 1,3 l holt der aufgeladene Vierzylinder bis zu 111 PS (82 kW).

Um das Fahrgefühl eines Fiat Uno Turbo i.e. zu veranschaulichen, kann man sich einen ordinären Einkaufswagen vorstellen, an den ein Raketenantrieb geschnallt ist. Als Alltagshelfer dient der kleine Italiener mit seiner gnadenlosen Raumökonomie nach wie vor, doch wehe, jemand entfacht die Zündschnur. Dann pustet der Abgasturbolader wie ein Laubbläser durch die Brennräume und schiebt den Kleinwagen mit voller Wucht voran. Die Baujahr- und Katalysator-abhängigen 99 bis 111 PS (73 bis 82 kW) klingen aus heutiger Sicht selbst in der automobilen Economy-Class gerade noch so als standesgemäß. Doch 1985 spielte der Uno gemessen am Leergewicht von 850 kg die Rolle des Brandstifters.

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Man muss sich dabei nur vorstellen, dass 44 PS (32 kW) im damaligen Standard-Uno schon völlig reichten, um von A nach B zu kommen. Mit der zwei- bis dreifachen Leistung konnten zwischen A und B dann sogar 200 km/h auf dem Tacho stehen. Großartige Änderungen am Fahrwerk leistete sich Fiat dafür nicht – zu den nennenswertesten Anpassungen zählen die "breiten" 175er-Reifen.
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Der Fiat Grande Panda (2025) im Fahrbericht (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Fiat Uno Turbo i.e.: Wenn 200 km/h zur Mutprobe werden

Hohe Geschwindigkeiten werden also zur Mutprobe, zumal auch der Radstand von nicht einmal 2,4 m auf Einkaufswagen-Niveau rangiert. Wer Airbags sucht, findet nur eine große Aussparung zur Ablage im Armaturenbrett und einen geschmacklich fragwürdigen Modellschriftzug eingebettet in das Vierspeichenlenkrad. Immerhin gab es später ABS als Option.

Das Cockpit des Fiat Uno Turbo i.e.
Foto: Aleksander Perkovic

Dabei beherbergt der Innenraum des Fiat Uno Turbo i.e. noch weitere Kuriositäten: Da wäre zum einen die sieben (!) Instrumente fassende Uhrensammlung, eingerahmt von den epochentypischen Bediensatelliten. Zum anderen fällt auch die leuchtend rote Auskleidung des Fußraums ins Auge. Die unbequemen Sportsitze waren ebenso wie das brettharte Fahrwerk nicht gerade für den Italien-Urlaub gemacht. Schon damals heftig kritisiert wurde die Schaltbarkeit des Getriebes, dessen Knauf wie ein Kochlöffel durch die undefinierten Gänge rührt. Zum Glück lässt sich der aufgeladene Uno notfalls auch schaltfaul bewegen, weil der Turbo – für die damalige Zeit – harmonisch einsetzt und beinahe in allen Drehzahlbereichen Druck spendiert.

Die Konkurrenten des Fiat Uno Turbo i.e.:

Uno Turbo deutlich günstiger als die Konkurrenz von VW

Sportlicher Fahrspaß entsteht dabei logischerweise wenig. Deshalb gehört der Fiat nicht auf lange Autobahnetappen, sondern auf Landstraßen mit der ein oder anderen Ampelkreuzung. Dort beschleunigt der Uno spielend in unter neun Sekunden auf 100 Sachen, wirft sich Seitenneigungs-frei in die Kurven und zwitschert dabei die Melodie eines hoch motivierten Blow-off-Ventils.

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Noch verrückter, dass dieser Spaß keine 20.000 Mark kostete, während für einen VW Golf GTI beinahe zehn Riesen mehr zu berappen waren. Selbst der vergleichbare und immer noch 6000 Mark teurere VW Polo G40 kam nicht an das ungestüme Wesen des Fiat Uno Turbo i.e. heran. Gerade dieser Hang zum Wahnsinn dürfte viele Exemplare in den Straßengraben befördert haben, wenn sie auf dem Weg dahin nicht schon weggerostet waren. Heute ist die kleine Krawallbüchse deshalb rar.