E-Auto induktiv laden: Durchbruch bei VW Laden E-Autos bald induktiv?

von Victoria Zippmann 15.11.2021
VW erforscht induktives Laden für Elektroautos
Volkswagen Group of Amerika erforscht das induktive Laden von Elektroautos. Foto: VW

Induktives Laden könnte einer der nächsten Schritte bei der Entwicklung von Elektroauto-Technik sein. Aus diesem Grund sind Forschungsinstitute sowie Autohersteller wie Audi oder VW an unterschiedlichen Forschungsprojekten beteiligt, um künftig E-Autos induktiv laden zu können.

Bei einem Forschungsprojekt zu induktivem Laden von Elektroautos der Volkswagen Group of America und dem Oak Ridge National Laboratory (ORNL) der University of Tennessee (USA) haben Forscher:innen im Herbst 2021 erste Erfolge erzielt. Mit einem Prototyp zu der neuen Ladetechnik ist es gelungen, einen Porsche Taycan mit bis zu 98 Prozent der aufgewendeten Energie induktiv aufzuladen. Die Übertragung der Energie erfolgte dabei im sogenannten Coil-to-Coil-Verfahren, bei dem Strom in einer von zwei Spulen ein elektromagnetisches Feld erzeugt, das auf die zweite Spule im Fahrzeug einwirkt, um dort Strom zu generieren – dasselbe Prinzip wie beim kabellosen Laden von Smartphones. Dabei ist das induktiv arbeitende Hochleistungssystem kompakt genug, um in Elektrofahrzeuge integriert werden zu können. Zusätzlich ist es den Wissenschaftler:innen gelungen, die Ladeleistung beim induktiven Laden von Elektroautos von ursprünglich 6,6 kW auf 120 kW zu steigern. Ziel ist es, die Leistung auf 300 kW zu erhöhen. Das würde eine Aufladung des Taycan von null auf 80 Prozent in zehn Minuten erlauben. Der Durchbruch in der Forschung zur induktiven Ladetechnik könnte bedeuten, dass künftig keine Ladekabel mehr notwendig sind, um ein Elektroauto zu laden. Ein weiterer Vorteil liegt in der Ladegeschwindigkeit: Induktive Ladestationen könnten wie Parkplätze befahren werden. Durch das automatische Laden und Bezahlverfahren müsste das Auto nicht verlassen werden, die Fahrt könnte daher schon nach wenigen Minuten weitergehen. Ob wir so oder so ähnlich künftig E-Autos induktiv laden können, wird sich allerdings erst nach einigen weiteren Jahren der Forschung zeigen. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Forschungs-Durchbruch zum induktiven Laden von Elektroautos

Auch im Institut für Automation und Kommunikation in Magdeburg haben sich Forscher:innen bis Mitte 2021 mit induktivem Laden von Elektroautos beschäftigt. Unter dem Verbundprojekt FEEDBACCAR, an dem unter anderem auch Audi beteiligt war, stand das induktive, bidirektionale Laden von Elektrofahrzeugen in Verbindung mit autonomem Fahren im Mittelpunkt. Das Ziel: Die Batterien autonomer Elektroautos vollautomatisch aufladen und eine Rückspeisung des Ladestroms in das Stromnetz ermöglichen. Das Ergebnis fiel laut Projektleiter Axel Hoppe eindeutig aus: "Wir konnten zeigen, dass nicht nur das kabellose automatische Laden von E-Pkw, sondern auch das Zurückspeisen von Batteriestrom aus solchen Fahrzeugen ins Stromnetz technisch problemlos möglich sind." Bei Tests konnten die Forscher:innen durch induktives, bidirektionales Laden mit bis zu 11 kW einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent erzielen.

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Förderung für kabelloses Laden von Elektroautos

Bereits Anfang 2021 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine Förderung für Projekte zum induktiven Laden von Elektroautos ausgegeben. Das Forschungsprojekt eCharge, bei der die Firma Eurovia Teerbau GmbH mit ihren Konsortialpartnern Volkswagen AG, Omexom GA Süd GmbH und die Technischen Universität Braunschweig beteiligt ist, geht es um die Entwicklung eines Systems für das "berührungsloses Laden von Elektrofahrzeugen während der Fahrt". In den Straßenbelag integrierte Induktionsmodule sollen es möglich machen. Der Förderbetrag für eCharge vom BMVI belief sich auf 1,9 Millionen Euro. Auch ein zweites Projekt erhielt eine Förderung. Ein funktionsfähiger Demonstrator soll voraussichtlich 2022 errichtet und getestet werden. Eine weitere Erprobung des Systems zum induktiven Laden von Elektroautos im Autobahnnetz ist ebenfalls geplant.

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